Andreas und Eli bringen den Wagen etwas ausserhalb von Darwin zur MFK/TüV. Wir wollten eigentlich dabei sein, willigen jedoch in das Unterfangen ein, da wir keine Chance sehen, den Wagen sonstwo in den nächsten Tagen Prüfen lassen zu können. Einige kleine Dinge wie die Hupe und der Blinker (links), die nicht gehen gäbe es noch zu reparieren, sollte das Auto im Northern Territory eingelöst werden. Sonst ist das Auto in einem guten Zustand. Andreas verspricht diese Dinge noch zu bereinigen (kann er ja selber machen). Wir willigen unter diesen Umständen ein, das Auto für die 12'900 AUD zu kaufen und freuen uns auf die morgige Übergabe. Wir gehen nochmals zu Telstra. Diesmal klappt es mit der SIM-Karte. Wir haben unsere Australische Nummer, müssen jedoch merken, dass Omid's Natel noch immer locked ist (Providersperre). Folglich muss Orange in der CH kontaktiert werden. Mühsam, dabei hatte Omid extra nochmals vor unserer Reise nachgefragt, ob das Telefon auch wirklich unlocked wurde. Bei der Bank haben wir nun so ein Spar-Konto eröffnet auf welches wir jetzt beliebig Geld transferieren können (ohne jegliche Fee's). Dies ist gut zu wissen, denn nun ist es nur noch halb so tragisch, sollte mal eine unserer Karten abhanden kommen (für mich Paranoide eine Wohltat). Zeitgleich haben wir das Online-Banking eröffnet und das Geld für das Auto abgehoben (in Hundert Dollar Scheinen ;) (es gibt keine grösseren Noten). Ein rechtes Häufchen und dabei wurden wir noch gefragt ob wir lieber alles in 50er Scheinen hätten.
Unser Auto ist in Western Australia eingelöst. Dies ist am Idealsten, da man dort das Auto nicht vorführen muss. Wir geben einfach ein Hostel in Perth als Wohnadresse an und eine Postal Adresse. Wir hoffen, dass das klappt. Das Verkaufsdokument wird an die Behörden dort geschickt (innerhalb von 14 Tagen) worauf wir dann eine gewisse Transfersumme für das Auto bezahlen müssen (abhängig vom Verkaufspreis (bei uns voraussichtlich um die 300 AUD)). Sind gespannt. Nicht mal den Führerausweis wollen die sehen. Nur eine Kopie vom Pass.
Wir können unsere 14 gebuchten Nächte im Backpackers zu 80 AUD das Doppelzimmer auf 5 Nächte reduzieren. Wir werden folglich ab Dienstag in unserem eigenen Auto nächtigen können und freuen uns riesig drauf. Hätten echt nicht gedacht, so schnell unser Traumauto finden zu können. Wir waren noch am Strand. Ist noch speziell nicht einfach ins Meer reinspringen zu können, wo und wann man will. Aber hier in Darwin (allgemein im Norden) ist die Gefahr vor Box Jelly Fishes (Würfelquallen) und Salzwasser Krokodilen einfach zu gross. In Darwin wurde eigens ein Badesee eingerichtet, direkt am Strand. Wir erfahren, dass zu dieser Zeit (also im Winter ;)) selbst die Australier hierhin fahren um Ferien zu machen (wegen dem Klima).
Pünktlich um 10:00 kommen Andreas und Eli. Er hat die Dinge wirklich reparieren können. Alles funktioniert (auf den ersten Blick) und wir vervollständigen die Verkaufsunterlagen, übergeben das Geld. Er gibt noch einige nützliche Tips und nennt schöne Orte, welche wir uns umbedingt ansehen müssen. Wir bedanken uns und verabschieden uns von den beiden. Wir gehen tanken. Der Diesel kostet hier zwischen 1.5 - 1.8 AUD/L. Unser Auto schluckt an die 12 l/100km. Das kann also teuer werden, vor allem wenn man bedenkt, dass der Diesel im schlecht zugänglichen Gebiet nicht umbedingt billiger wird. Das iPhone funktioniert nun mit der australischen Nummer (folglich ist ab sofort Omids Schweizer Nummer nicht mehr aktiv und im Übrigen meine auch nicht wirklich (der Empfang hier für Schweizer Natels ist einfach schlecht, seit Beginn unserer Reise habe ich praktisch immer "no service" stehen (wir wurden vorgewarnt))). Das Auto wird jetzt erst mal ausgeräumt. Mal sehen was wir alles brauchen können, und was nicht. Dann wird geputzt, die Bettbezüge gewaschen (vieles angebrauchtes (Essen) und ekliges (gammlige Kissen) legen wir im Backpackers in die "Not Wanted"-Kiste, das meiste ist innerhalb von Minuten weg). Nachher fahren wir zum Einkaufen (unser Engel Fridge (der einzige Wahre Kühlschrank in OZ) will gefüllt werden) und schliessen bei der Commonwealth Bank eine Car Insurance ab. Eine Versicherung fürs Abschleppen scheint uns sinnlos, da man ab 100km sowieso alles selber bezahlen muss (wir fragen uns, wann man in Australien mal weniger als 100km abgeschleppt werden muss?!). Nun kann es losgehen !!! Heute noch ein letztes mal im Hostel schlafen, während dem unser Auto vor dem Gebäude parkt (gratis parkieren vom 5pm - 8am, aber mit strenger Kontrolle und Bussen).
Die Bäume gefallen mir, welche alles einzelne Wurzeln als Stamm zu haben scheinen (ich weiss, nicht gerade eine Aussage von einer Biologin) aber schön sind sie trotzdem. Wir sehen immer wieder spezielle Vögel und Insekten, ab und zu eine Eidechse, aber Säugetiere scheint es hier keine zu geben. Die sogenannten Aborigines sehen für uns schon sehr angsteinflössend aus. Ihre Hautfarbe ist extrem dunkel. Leider sind sie oft sehr verwahrlost und tragen löcherige Kleidung (ich hoffe, dies ist jetzt nicht zu politisch unkorrekt). Sie sitzen am Strassenrand am Boden oder in den Parks in kleineren Grüppchen. Selten sieht man sie in den Shops und noch seltener in Konversation mit "Weissen". Nimmt mich Wunder, ob sich das ausserhalb von Darwin/ausserhalb der Städte anders verhält. Sonst sieht man viele typische Engländer (Australier eben). Junge Frauen mit viel Absatz und knapper Kleidung. Das Essen ist auch entsprechend. Viele süsse Sachen wie Donuts in allen möglichen Farben füllen hier die Regale im Supermarkt und sind spottbillig im Gegensatz zu allem anderen (selbst Wasser). Mir wird schon vom Ansehen schlecht. Omid kann seit Tagen dem Berliner-Megapack kaum widerstehen. Wir schauen bei unserem Grosseinkauf auf den Preis. Wollen schliesslich möglichst lange hierbleiben ;). Dauert Ewigkeiten so ein Ultra-Budgeteinkauf, aber es lohnt sich. Wir merken rasch, dass die hauseigene Marke die preiswertesten Produkte hat. Der Laden "Coles" wurde mir zusätzlich von Eli als besonders günstig und vielseitig angepriesen. Sonst gäbe es hier in Darwin eigentlich nur noch Woolworths als Alternative. Aber auch dies kann sich ausserhalb der Touristenstadt ändern (und wird sich hoffentlich auch).
Wir checken aus dem Frogs Hollow aus und fahren zu einem nahegelegenen Camping in Berrimah (10min ausserhalb von Darwin City, im Hidden Valley). Zu spät sehen wir, das der vom "Lonely Planet" empfohlene Camping mehr einem Ressort entspricht und dementsprechend kostet (wir dachten erst die Preise gelten für 2 Tage) (38 AUD/Nacht). Egal, wir sagen für 2 Nächte zu. Wollen heute noch das Auto richtig auf uns abgestimmt einräumen, für was wir etwas Platz benötigen. Den Nachmittag über, d.h während der Affenhitze, sind wir am Pool. Es sind auch hier nur Australier, welche fast alle ein T-Shirt zum Baden benutzen (vor allem die Kinder). Wir müssen besonders vorsichtig sein (wir fallen mit unseren weisser Körpern noch auf wie die bunten Hunde). Cremen uns aber immer fleissig ein und schauen, dass wir uns, wenn immer möglich im Schatten aufhalten. Von ca. 12:00 bis 16:00 Uhr ist es hier trotz Winter unerträglich heiss. Zum Glück haben wir im Auto einen Sonnenschirm gefunden (er war zwar voll mit Motorenöl, den hat längere Zeit wohl niemand mehr benützt, geschweige denn jemand gewusst, dass es den überhaupt im Auto gibt) und können uns ein gemütliches Schattenplätzchen an unserer Campsite einrichten. Beim Platz selber schaut man besser, keinen Baum zu berühren (trotz dem Vorteil vom Schatten und demzufolge einem kühlen Lüftchen), denn sonst kommen all die kleinen Ameisen aufs Auto rüber, welche sich sogar durch das Moskitonetz ihren Weg bahnen (unsere Nachbarn haben ihre Probleme mit Ihnen und werden das nächste mal sicher auch vorsichtiger sein mit Ihrer Platzauswahl unter einem Baum). Das junge Paar kommt aus Belgien und ist vor rund einem Monat in Perth (WA) gestartet. Sie geben uns ein paar gute Tips für die Umgebung rund um Darwin und zeigen uns voller Freude Ihre Fotos (alle!!!). Die Ameisen am Boden plagen uns auch (sie beissen, was sehr schmerzhaft ist (trotz ihrer Grösse). Über uns kreist ein Seeadler, neben all den Armeeflugzeugen/Jets vom nahegelegenen Militärflughafen.
Überall wird man angequatscht, woher man kommt und was man macht. Tips und Tricks ausgetauscht und gegeben. Die Leute sind echt der Wahnsinn hier. Wenn man Sie bloss besser verstehen würde ;). Manche haben noch nie von der Schweiz gehört (selbst die im Telestra Shop noch nicht). Ist ja auch am anderen Ende der Welt.
Ich habe noch immer keine Uhr (und langsam brauche ich auch gar keine mehr). Ich geniesse es, nicht genau zu wissen wie viel Uhr/geschweige denn welcher Tag es ist. Durch die Temperaturen und die frühen Sonnenuntergänge sind die Australier früh auf und früh im Bett. Die Sonne geht hier um ca. 18:30 unter, im Süden sogar noch etwas früher. Um ca. 21:00 Uhr sind hier alle im Bett. Dafür schon um 6:00 auf. Wir nicht.
In einem Campingladen kaufen wir noch Sonnenhüte (mit Fixierbändel) und eine Teekanne (wichtig!!!), sowie den aktuellen Camps 6, einen Campingführer mit den günstigen Übernachtungsmöglichkeiten in Down Under, sowie detaillierten Strassenkarten. Sonst ist unser Auto auf den ersten Blick hin eigentlich sehr gut ausgerüstet. Den Rest werden wir in den nächsten Tagen noch ergänzen, sollte etwas fehlen. Wir ernten viele neidische Blicke. Trotzdem kann Omid den Wagen noch nicht richtig geniessen. Die Hupe geht zum Beispiel noch los, wenn man das Lenkrad zu fest nach rechts einschlägt und auch ein paar andere Dinge stören Ihn noch. Er möchte dies sobald wie möglich behoben oder zumindest Ihren Einfluss auf unsere Weiterfahrt abgeklärt haben.
Abends gehen wir an den berühmten "Sunset Market" am Mindil Beach, welcher jeden Donnerstag und Sonntag in Darwin stattfindet und an dem viele Locals Ihre Waren/Essen/Musik anbieten. Wunderschön ist der Sonnenuntergang an diesem Strand und die Stimmung die Wucht. Auch hier sind fast nur Australier anzutreffen und sogar einige Aborigines zu unserer Freude. Die Einheimischen haben Ihre Stühle und Tische sowie Wein/Bier mitgebracht. Der ganze Strand wimmelt nur so von Menschen in Ihren Stühlen, die genüsslich entweder was Selber-Mitgebrachtes oder was Gekauftes geniessen (Die Auswahl an gutem Essen ist riesig). Ein Stand preist sogar an "You kill it, we grill it" XXXXXX. Sowieso werden viele Krokodil-Produkte Angeboten hier. Ich liebe die Wassermelonen/Yoghurt Drinks. So etwas gibt's bei uns so selten. Aber teuer ist trotzdem alles. Selbst das Bier ist erstaunlich teuer in Australien, für das, dass sie hier soviel davon trinken und wird wie jeglicher Alkohol in speziellen Liquor-Shops verkauft. Laut dem Taxifahrer vom Flughafen haben die Australier die Deutschen mit dem Pro-Kopf Verbrauch pro Jahr anscheinend längst überholt. Der Eiskaffe ist super lecker (kann ihn schon fast nicht mehr sehen, soviel haben wir davon schon getrunken) und etwa gleich teuer wie das Wasser hier. Und ohne Chlorgeschmack. Mal sehen ob wir irgendwo einen Filter auftreiben können um das Wasser leckerer zu machen. Omid bildet sich schon ein Durchfall von dem Wasser zu kriegen, nur weil es so erdig und chlorhalig schmeckt.
Die erste Nacht in unserem Auto (ja es ist tatsächlich unseres, wir können es kaum fassen) war super bequem und vor allem ruhig (kein Vergleich zu den Nächten im Backpackers (einige scheinen dort nie geschlafen zu haben)). Ich habe nur die Vögel gehört. Mal tönen sie wie eine Motorsäge (vielleicht war es auch Omid der nebenan geschnarcht hatte), mal lachen Sie dich aus (der lachende Hans), manchmal spielen Sie eine Symphonie von Beethoven. Wir waschen auf dem Camping noch unsere Kleidung (wenn auch kalt) in weiser Voraussicht, dass es sich später (in den National Parks oder im Outback) wohl etwas schwieriger gestalten würde, eine Waschmaschine aufzutreiben. Dann schicken wir unsere geliebte "Work Mate" bereits in die Garage um das Problem mit der Hupe und der Handbremse zu beheben, damit dann auch alles funktioniert. Das mit dem Wassertank, der im Moment noch nicht aufgefüllt werden kann (aus welchem Grund auch immer) lassen wir sonst wo fixen. Das hat absolut keine Eile, da unsere Sicherheit davon nicht abhängig ist. Hoffendlich können wir unser Auto dann gegen Abend wieder abholen. Es ist Samstag und am Montag ist der berühmte Pic-Nic-Day und im ganzen NT ein Freitag. Die Garagisten verstehen wir praktisch nicht. Sie uns wenigstens. Eigentlich haben Sie keinen freien Platz mehr bis am Dienstag, sie sagen uns aber wir können das Auto da lassen und wenn Sie irgendwann eine freie Minute haben, würden Sie sich unser Auto anschauen. Zum Glück ist die Garage gleich neben dem Camping. Von Andreas haben wir gehört, dass die Garagen hier gerne bei Touristen etwas mehr verlangen. Man sollte sich deshalb immer an mehreren Orten über den Preis informieren und nur wenn alle dasselbe sagen einwilligen. Da wir jedoch nicht genau wissen was der Grund für unseren Defekt ist und eine Einschätzung der Garage deshalb nicht möglich ist (und ein Vergleich deshalb auch nicht( zum Glück nicht, ich denke nicht, dass wir so kurz vorm Wochenende noch die Geduld aufgebracht hätten, oder die Lust um andere Garagen auch noch anzufragen)) denken wir dieses fiese Spiel verhindern zu können, indem wir ihnen sagen, dass sie uns bevor sie was am Auto machen, uns zuerst über den Preis zu informieren und wir dann über das Go/Nogo entscheiden. Selbstverständlich ruft niemand an. Als wir gegen Feierabend (ca 17:00) zur Garage kommen haben Sie für ca 280 AUD die Hupe repariert. Anscheinend hatte Andreas die Hupe sehr stümperhaft repariert (mit einem Audiokabel (wahrscheinlich geht deshalb nur noch eine Box der Stereoanlage im Auto)). Der Garagist hat uns ausgelacht, und sagte das das einer dieser Fälle ist, wo ein Mechaniker die ganze Bude ruft, um sich das mal anzusehen ;-)
Das mit der Handbremse scheint eine längere (ca 2.5h) Sache zu sein, wofür Sie keine Zeit mehr hatten. Wir sollten einen Termin vereinbaren. Wir danken, werden aber morgen trotzdem in Richtung Litchfield National Park aufbrechen. Übers Wochenende arbeitet sowieso niemand. Wir werden dann am Dienstag eine Garage in Katherine aufsuchen.
Nachdem wir gestern fast verdurstet wären, da wir nirgends Trinkwasser gefunden hatten (ausser im Supermarkt natürlich zu 2.5 AUD die 1.5L Flasche) (obwohl uns Andreas gesagt hatte, dass es überall an öffentlichen Plätzen und Campgrounds solches in speziell gekennzeichneten Hähnen geben würde), erfahren wir heute, dass im ganzen Ressort das Wasser ab Hahnen trinkbar ist. Dies ist sonst aber nicht der Fall und eine Ausnahme. Viele Verbote gibt hier in Australien auch (fast wie in HK) im Unterschied dass sich hier niemand daran hält. Nur die Polizei lässt nicht mit sich spassen. Solange sich niemand daran stört. Sorry, no pets, egal wenn sich das Tier schön brav und ruhig verhält. Check-in nicht vor 14:00. Ach was solls, bist du schon mal da, komm rein. Kein Trottinett fahren auf der Hauptstrasse. Ach solange keiner reklamiert, kein Problem. No worries!!!
Omid freut sich über jeden Stein/Unebenheit um ein wenig "Offroad" fahren zu können. Leider geben im die hiesigen Strassen nicht oft den Anlass dazu. Im Auto finden wir eine CD-Sammlung von Johnny Cash. Wir singen mit. Wir stapeln nochmals alles um im Auto, um besser an die Sachen heran zu kommen. Zum Abendessen besuchen uns zwei Opposums. Die ersten Säugetiere hier in Australien, nebst dem Homo Sapiens Sapiens. Ok ich gebe zu, dass ich die Tiere, wenn auch unabsichtlich angelockt hatte, indem ich das Öl der Thunfischdose neben unserem Platz ausgeschüttet hatte. Niedlich waren sie trotzdem. Omid zieht seine Füsse ein.
Friday, July 29, 2011
Wednesday, July 27, 2011
Finally arrived in Darwin
Knapp 3 Stunden vor dem Abflug nach Brisbane (d.h beim Check-in) erfahren wir so nebenbei, dass unser Flug über 3 h Verspätung hat und wir deshalb den Anschlussflug (diesmal nach Darwin) erneut verpassen werden. Was zur Hölle ist nur los!!! Wenigstens wissen wir diesmal jedoch mit Gewissheit, dass wir den Anschluss verpassen und wir wurden sogar schon auf einen anderen Flug gebucht. Nett sagen Sie uns das, nachdem wir bereits einen Tag am Flughafen gewartet haben. Unter diesen Umständen hätten wir nämlich den Giant Buddha doch noch ansehen können. Jetzt lernen wir wenigstens den HK Flughafen genau kennen. Wir kriegen einen Gutschein von umgerechnet 9 FR (wie grosszügig) von der Fluglinie, welcher in einem beliebigen Restaurant am Flughafen eingelöst werden kann als Entschädigung. Dumm nur, sind die Preise hier etwas anders als in der Stadt und wir bezahlen beim Italiener nochmals doppelt soviel drauf. Zum Glück wollten wir sowieso noch unsere letzten HK Dollars aufbrauchen. Und die Aussicht vom Restaurant auf den Flughafen und den Sonnenuntergang sind einfach super.
Nun fliegen wir also tatsächlich von HK nach Brisbane, dann über Sydney um von dort nach Darwin zu kommen und dann kurz nach Mitternacht dort einzutreffen. Wenigstens bezahlen wir nichts für unser Übergepäck. Dabei haben wir doch nur das Nötigste eingekauft. Das hätte sich der Airline-Mitarbeiter auch nicht getraut. Wir waren so wütend. Schön diskret wird unser Koffer durchgewunken.An die Preise hier müssen wir uns erst gewöhnen nach HK. Ein Sandwich und Wasser am Flughafen kostete uns 20 Australische Dollars. Unter Berücksichtigung, dass 1 AUD ungefähr 1 CHF entspricht hätten wir uns mit diesem Betrag in HK locker einen Tag lang den Bauch vollschlagen können. Fast Schweizer Preisniveau hier. Aber man hatte uns ja vorgewarnt. Anscheinend sind vor allem das Fleisch, Yoghurt und Käse hier so teuer. Und einige Früchte wie Bananen, welche bei dem grossen Unwetter alle kaputt gingen und Australien aus welchem Grund auch immer nicht importieren möchte oder kann (15 Fr/kg).
Die Leute hier sind auf den ersten Eindruck hin tatsächlich sehr locker drauf und extrem offen und kontaktfreudig. Was ebenfalls gleich auffällt sind die exotischen Vögel und die Pflanzen in allen Farben. Wahnsinnig schön. Hier sind die Strassen extrem breit (nicht zu vergessen, der Linksverkehr ;)). Überall gibt's verhängte Backpackers aus allen Herren Ländern aber vor allem aus Italien, Frankreich, Deutschland und Australien selber. Man glaubt gar nicht am regen Konsum der Backpackers, dass Kiffen und andere Drogen hier nicht erlaubt sind.
Wir sind todmüde und leicht angeschlagen. Die Nase läuft noch immer, Hustenreiz, die Stirn ist zu und das trotz "Westlicher Medizin" (vielleicht hätten wir doch in den Laden gehen sollen, der nur auf Chinesisch angeschrieben war). Die Medikamente gegen Erkältung, welche wir aus der Schweiz für den Fall der Fälle mitgebracht hatten sind auch schon fast aufgebraucht. Wir haben über 24h nicht geschlafen. Deshalb reklamieren wir auch nicht, als wir sehen, dass das Zimmer abartig schmutzig ist. Die Was-auch-immer-Haare des Vorgängers auf dem Bett, ungewaschene Laken und Kissenbezüge, von Bier verklebter Boden, Staubschicht inklusive Essens-Reste und Bierdeckel von den Vorgängern unterm Bett. Das Bad ist ebenfalls schon lange nicht mehr gereinigt worden. Wir finden eine Kakerlaken-Falle oberhalb des zimmereigenen Kühlschrankes. Der Dreck-Wäsche-Sack ersetzt das Kissen. Gleich morgen wollen wir uns Kissen und Bettbezüge kaufen gehen, welche wir dann hoffentlich auch im Auto brauchen können. Wir fallen müde ins oben beschriebene Bett schliesslich wollen wir um 10.00 bereits Andreas und seine Schwester Eli aus DE wegen dem Auto (Toyota Landcruiser Troopcarrier High Top) treffen. Wir lauschen dem konstanten Tocken des Ventilators an der Decke. Wir bekommen die äusserst amüsanten Aufreiss-Sprüche der übrigen Backpackers vor unserem Zimmer mit (sind auch genug laut, da muss man echt nicht lauschen). Die Duschen/WCs sind gleich neben unserem Zimmer, was Vor- und Nachteile hat. Omid ärgert sich über all die kleinen Ameisen im Zimmer. Auch jede Spinne sieht er sich genau an, seitdem er weiss, dass hier die giftigsten Spinnen und Schlangen zu finden sind. Ursprünglich hatte das Zimmer mal einen Fernseher. Wir können die Halterung gut gebrauchen um unsere nassen Duschtücher sowie das Essen sicher vor Ungeziefer aufzuhängen.
Die beiden sind pünktlich und zeigen uns den Wagen. Andreas ist KFZ Mechaniker Ingenieur (oder wie auch immer) auf jeden Fall kennt er sich in Sachen Autos richtig gut aus (soweit wir das beurteilen können). Wir sind froh, dass wir die ganzen Gespräche über Autoteile etc. nicht bereits auf Englisch (geschweige denn australischem Englisch (dies ist ein immenser Unterschied !!!) führen müssen. Der Wagen scheint in einem guten Zustand zu sein (für seine Kilometer und sein Alter (440'000km, 1996). Er wurde von Andreas regelmäßig gewartet und gepflegt, auch über das Soll hinaus. Viele zusätzliche Ersatzteile und Werkzeuge befinden sich deshalb mit im Wagen, welche sonst nicht zur Ausstattung gehören. Er war genau 6 Monate von Perth nach Darwin unterwegs gewesen (der Ostküste entlang). Seine Schwester Eli ist nach ihrem Abi vor knapp 2 Monaten in Sydney zugestiegen. Die beiden haben das Cape York besucht, eine der schwierigsten Offroad-Strecken in Australien, weshalb wir annehmen können, dass das Auto wirklich in einem verlässlich, guten Zustand sein muss.
Eli gibt mir nützliche Tips und Infos über Übernachtungsmöglichkeiten, Essen, Duschen, etc. im und mit dem Camper. Sie regt sich über die Aborigines auf, welche betteln und immer betrunken sind (kriegen anscheinend alles vom Staat). Als wir zurückfahren wird gerade ein Aborigine wiederbelebt. Andreas meint darauf trocken: wohl wieder zu tief ins Glas geschaut. Wir schweigen.
Am Flughafen sehen wir dass selbst die HK Chinesen bereits mit Recycling beginnen. Überall stehen entsprechende Behälter herum. Sie fahren nur BMW, Audi oder Mercedes, sonst Taxi. Etwas dazwischen sieht man selten. Haben noch nicht herausgekriegt, was die gelben/resp. weissen Nummernschilder bedeuten, insbesondere weil manche beide Nummern am Auto tragen. Die Mönche hier betteln tatsächlich um Geld! Meines Wissens dürfen die das nicht. Sind wohl Verkleidungen. Wir geben nichts. Der Flughafen ist gediegen. Die Halle schön hell und modern. Die Sessel überall sehr bequem. Dies lässt die Wartezeit etwas angenehmer werden. Es fällt auf, dass die Chinesen hier in HK oft mehr wie zwei Kinder haben. Alles wird desinfiziert/sterilisiert hier, sogar das Wasser (riecht scheusslich), die Druckknöpfe beim Lift und die Handablage der Rolltreppe (so steht es zumindest auf Plaketten angeschrieben). Muss wohl sein um bei so vielen Menschen grössere Probleme zu verhindern. Es sind viele Gruppen unterwegs. Um sich zu erkennen tragen sogar grössere Familien alle dasselbe auffällige T-Shirt (meist knallgelb/orange/grün) oder einer davon einen Stock/Schirm mit einer möglichst auffällig, peinlichen Figur obendrauf. Die Schweiz ist überall vertreten, vor allem die Swiss Watches. Aber auch Illy Kaffee. Sogar eine Swiss Sauce wird in jedem Restaurant angepriesen. Haben wir jedoch nicht probiert. Haustiere gibt's fast keine. Sehen am Flughafen einige mit Ihren Katzen, die lassen sich jedoch an zwei Fingern abzählen. Streunende Tiere überhaupt nicht. Ob die wohl alle im Kochtopf landen, wie wir das so in der Schweiz lernen (resp. in der Suppe vom Vortag).
Der Flug nach Brisbane ist angenehm. Bei Quantas haben wir viel mehr Beinfreiheit und auch das Unterhaltungssystem ist aktiv. Beim kurzen Weiterflug nach Sydney ebenfalls. Der Langstreckenflug nach Darwin ist eher mühsam. Kein Unterhaltungssytem und kein Platz am Gang. Und dann treffen wir noch den Flügel, sodass wir keine Aussicht aus dem Fenster haben. Sind froh, als wir dann wirklich kurz nach Mitternacht in Darwin ankommen. Die Temperaturen zu dieser Zeit sind super. Die Koffer sind auch mit uns angekommen. Man lernt solche kleinen Dinge viel mehr zu schätzen, wenn man sie einmal nicht gehabt hat. Per Taxi fahren wir in unser vorreserviertes Backpackers Frogs Hollow. Wir haben mal für 10 Tage reserviert. Diese Zeit geben wir uns um ein Auto zu finden und somit auch eine fixe Übernachtungsmöglichkeit. Der Taxifahrer ist Slowene, welcher im Jahre 1967 nach Australien gereist ist und seitdem hier lebt (das Klima halt, schwärmt er). Er trinkt Bier, ist wahrscheinlich schon angetrunken (dies merken wir zu spät). Unterm Sitz hat es leere Bier-Dosen. Er flucht über Romas in Europa, lobt die ehrlichen Leute hier in Darwin. Als wir Frogs Hollow sagen, lacht er nur. Immerhin bringt er uns heil dort hin für knapp 30 AUD. Später wissen wir warum er so gelacht hatte. Als wir dort ankommen liegen bereits einige der Backpackers auf der Strasse herum.
Bei unserer Ankunft sind im Backpackers viele Leute, die "Rezeption" jedoch ist nicht mehr besetzt. Ein angeblicher Mitarbeiter sagt, er sei nicht "im Dienst". Also rufen wir die Emergency Nummer an. Widerwillig bringt uns ein anderer Mitarbeiter Minuten darauf zu unserem Zimmer "Crocs". Es ist ein Loch mit einem Doppelbett (auf Holzbrett) und einer Spüle mit Kühlschrank aber immerhin unser eigenes. Nie hätten wir es uns vorstellen können in einem Massenschlag 2 Wochen zu verbringen (erst recht nicht, nachdem wir die Leute hier gesehen haben). Wir werden alt.
Omid hat den Troopy von Andreas und Eli via Gumtree (dem Australischen Ricardo) entdeckt und die beiden gleich kontaktiert. Dieses Auto wäre unser absolutes Wunschauto. Off-road tauglich (d.h wir kämen überall ohne zweimal nachdenken zu müssen durch) aber auch mit gewissem Komfort und Unabhängigkeit (man kann drin stehen, Schlafen und Kochen). Es sind nur wenige solche Autos auf dem Markt und dementsprechend teuer (um die 20'000 CHF). Andreas möchte jedoch sobald wie möglich wieder zurück nach DE, da er dort per Anfang August einen neue Stelle anfängt, weshalb er den Preis für das Auto bereits auf 13'200 gedrückt hat.
Wir haben beide ein gutes Bauchgefühl bei dem Wagen. Wollen ihn gerne aber noch von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen. Vor allem den Motor, die Bremsen und die Reifen. Wir verabreden, dass Andreas einen Termin bem australischen ACS/TCS vereinbart, da er schon Mitglied ist und uns dann zur Prüfung mitnimmt. Wir gehen unterdessen unsere Kreditkarten für unser eröffnetes gemeinsames australischen Konto bei der Commonwealth Bank (haben wir online gemacht) holen. Klappt alles gut. Wenn wir noch eine Australische Nummer angeben können, können wir auch online Banking machen und ein zusätzliches Spar-Konto eröffnen, damit wir nicht so viel ungeschütztes Geld auf unserem Konto liegen haben. So beschliessen wir gleich auch noch zu Telstra (einem Australischen Telekom-Anbieter) zu gehen, um dort eine australische Handy-Nummer einzulösen fürs iPhone, mit Broadband. Kommt uns dann auch billiger für all die Inland-Anrufe und das Internet. Für uns kommt nur Pre-Paid in Frage, da man für die Abos mindestens 24 Monate locked ist. Leider hat der Laden keine Micro-SIM Karten auf Lager. Wir sollen deshalb am nächsten Tag nochmals kommen (no worries, wir haben Zeit ;)).
Andreas meldet sich und sagt, er könne vor Freitag keinen Prüf-Termin bekommen und betont nochmals, dass er dann eigentlich schon wieder zurück sein sollte in DE. Er geht mit dem Preis nochmals runter (12'800 AD). Wir brauchen Bedenkzeit und werden uns wieder bei Ihm melden. Wir schlendern noch ein bisschen durch Darwin. Ein schmuckes, typisches Strand-Turisten-Städchen mit vielen Bars, Restaurants, Souvenir-Shops und Hotel/Backpackers (die meisten Häuser sind aus Holz und sehr farbig gestaltet). Nicht grad unser Ding. Sind aber froh hier gestartet zu sein, da man hier alle Einkäufe erledigen kann und alles findet was man braucht. Auf dem Nachhauseweg sehen wir noch einen High Top Troopy bei einem lokalen Händler welcher um 17'000 AD kostet. Der Händler schien jedoch kein grosses Interesse/Zeit zu haben uns den Wagen auch nur zu zeigen. Er liegt grad unter einem anderen Auto, vielleicht liegt es da dran. Zurück beim Backpackers fragen wir nach einem guten Mechaniker in der Nähe, der auch die Prüfung durchführen könnte und kriegen einen Namen. Der hat aber jedoch bereits zu. Der Backpackers-Mitarbeiter rät "never buy a car from a backpacker". Wir werden sehen. Wir geben Andreas Bescheid, das Auto nicht ohne Prüfung zu kaufen (Ausnahme wäre, wenn er auf unter 10'000 AD runter gehen würde (dies haben wir aber einfach so für uns vereinbart). Er selbst hat den Troopy vor 6 Monaten für 15'000 AD ebenfalls von einem Deutschen gekauft gehabt.
Es gefällt uns hier sehr gut. Die Leute sind wirklich erstaunlich offen aber auf eine angenehmere Art wie die Amerikaner. Das Klima ist angenehm, wenn auch anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Der Mond ist "verkehrt herum", der Sternenhimmel einfach nur wahnsinnig schön und selbst hier in der "Stadt" viel intensiver.
Friday, July 22, 2011
Auf Umwegen nach 香港 - Hong Kong
Kaum durch die Sicherheitsontrolle in Zürich sehen wir, dass unser Flug nach London Heathrow 1h Verspätung hat. Zusammen mit einer Landeverzögerung (Traffic Jam infolge Unwetter) und einer fehlenden Treppe zum Aussteigen in London (?!) resultierte, dass wir unseren Weiterflug nach Hong Kong trotz rennen knapp verpasst haben (das Flugzeug war noch da aber niemand liess uns hinein (wahrscheinlich hatten Sie unsere Sitzplätze bereits weiter vergeben, oder die Note zuwenig gross, welche wir dem Wachmann gegeben haben)). Da unser Flug um 22:30 Uhr der letzte seiner Art war, sassen wir nun zusammen mit einer Frau und Ihren zwei Kindern (6 und 8 Jahre !!!(wollten weiter nach Sydney)) sowie einer Familie aus dem Kanton Freiburg (wollten nach Hong Kong) im Terminal 3 fest. Sämtliche Mitarbeiter der Airlines waren bereits auf dem Heimweg und alle Ausgänge geschlossen. Mit Mühe kamen wir zu einem Infotelefon, wo uns gesagt wurde, dass wir am nächsten Morgen wiederkommen sollten (man beachte Arbeitsbeginn am British Airways Schalter 09:00 !!!). Für uns kein Problem, aber die beiden Familien gerieten in Panik. Uns wurde empfohlen ein Hotel in der Nähe zu nehmen, was wir dann auch taten (nach Rücksprache mit Globetrotter, unserem Reiseunternehmen) in der Hoffnung, dass uns der immense Betrag von ca. CHF 400 für das Doppelzimmer auch von der Fluggesellschaft zurückerstattet wird. Dank Feriensaison unter anderem auch hier in England, waren nur noch wenige Zimmer ( alle in gleichem Preisniveau) im Umkreis von 30 min vom Flughafen verfügbar folglich entschieden wir uns für das gleich am Terminal 5 liegende Sofitel. Um 01:00 erreichten wir ohne Gepäck das Zimmer. Schliesslich war auch der Gepäckausgang bereits geschlossen gewesen. Wir verabreden uns zusammen mit unseren Leidensgenossen auf 08:00 um möglichst bei Schalteröfnung der British Airways weitere Informationen über unseren schnellsten Weiterflug (wenn überhaupt) nach Hong Kong, respektive Sydney zu erhalten. In der Hinsicht, dass sogar die Zimmer knapp sind dank der Feriensaison waren wir nicht gross zuversichtlich am nächsten Tag einen verfügbaren Platz nach Hongkong zu ergattern. Zum Glück haben wir keinen Stress nach Hong Kong zu kommen (wir haben ja Zeit ;) (Omid wäre sowieso lieber direkt nach Darwin geflogen). Unsere verpasste Hostelüberachtung dort zu 30 Fr die Nacht ist dabei das grösste Übel. Also geniessen wir das Luxuszimmer, das schöne Bad (wenn auch ohne Zahnbürste und sonstigen Toilettenartikeln) und den Room-Service (hoffentlich auch auf Kosten von British Airways). Wir essen ein feines Curry und einige Pouletspiessli um 02:00.
Nach sehr wenig Schlaf (schade um das super bequeme Bett eigentlich, keine Ahnung wenn wir das nächste Mal in so einem Bett (oder überhaupt in einem richtigen Bett) schlafen werden) schaffen wir es tatsächlich nach einigen Diskussionen und Mitleidsnummern zusammen mit der Familie aus Freiburg einen Platz im Lufthansa Flug nach Hong Kong (via Frankfurt !!!) zu kriegen. Leider haben wir unsere Euros zu Hause gelassen. Die Familie wird in die Business Class upgradet, wir dürfen wenigstens beieinander sitzen. Das Unterhaltugssystem an Bord ist nicht verfügbar. Die Plätze sehr eng. Der Grieche, der uns vom Gang trennt nimmt gleich eine Schlaftablette und ist nicht mehr anzusprechen für den Rest des Fluges (WC ade, nix mit Beinevertreten). In Gedanken bin ich schon mal meine Kletteraktion respektive Sprungtechnik über Ihn durchgegangen. Am Schluss behauptet der doch tatsächlich noch, er konnte leider nicht gut schlafen (der hat geschnarcht für drei). Wir sind einfach zu nett. Zum Glück waren wir müde.
Wieder voller Tatendrang angekommen in Hong Kong erfahren wir, dass unser Gepäck nicht mit uns geflogen war (na toll). Der Eine Koffer sollte uns aber noch gegen Abend, der Andere am nächsten Tag direkt ins Hostel gebracht werden. Wir sind gespannt und fahren mit dem Taxi (bezahlen wir von der Entschädigung von HK$ 380 (entspricht ca. 40 Fr.) , welche uns direkt ausbezahlt wurde) in unser kleines, aber gemütliches Zimmer (4m2 müssen reichen (entspricht wohl dem Chinesischen Standard)) im Hello Inn direkt an der (Touristen-) Haupteinkaufsmeile in Kowloon. Von Ivan (dem einheimischen Inhaber (anscheinend wählen sich die Kinder in der Oberstufe alle einen westlichen Namen) bekommen wir gute Tips. Wir erkunden die Stadt und kaufen das Nötigste ein (Unterwäsche, Zahnbürste, Handtuch, Wasser !!!!). Als wir zurückkommen ist mein Koffer bereits vor der Tür.
Unsere ersten Eindrücke: HK hat wenige Touristen oder wenn dann Chinesen. Mehr als 95% aller Leute hier sind asiatischer Abstammung. Man hat keine Chance Ihre Sprache zu verstehen (auch das Englisch nicht unbedingt). Die älteren Menschen hier sprechen besser Englisch als die Jungen (dies zumindest in den Privaten Lebensmittelläden). Es ist unglaublich schwül und heiss hier in HK (Tag und Nacht). Jetzt weiss ich wieso die Chinesinnen dauernd mit Schirmen herumlaufen. Dafür sind sämtliche Räume, Shops, Taxis etc. viel zu stark heruntergekühlt (wir Anfänger kriegen beide eine leichte Erkältung und lassen uns in einer chinesischen Apotheke beraten). Die Stadt hat mehr Einwohner als die ganze Schweiz!!! Überall gibt es Verbote. Sämtliche Arbeiter aller Art werden doppelt kontrolliert (so braucht es um eine Parkuhr zu leeren 4 Personen: einen Security, einen Arbeiter, welcher die Münzen in Säcke packt, einer der die Quittung ausdruckt und der Chef in Anzug und Krawatte, der neben dran steht und Anweisungen gibt… Wahrscheinlich gehts hier deshalb so diszipliniert zu und her und es ist unglaublich sauber (Rauchverbot HK$5000, Litteringverbot HK$1500). Alles ist furchtbar billig hier, mindestens die Hälfte billiger (wobei 10 HK Dollars in etwa 1 CHF entsprechen). Der HK Dollar ist fix mit dem US Dollar gekoppelt (also nichts wie los zum Einkaufen nach HK, Leute!!!). Wir können uns (aus Platzgründen) nichts kaufen und bereuen schon, nicht auf dem Heimweg in HK vorbei geschaut zu haben. Die HK Chinesen haben keine Scham sind aber freundlich. Sie geben Geräusche von sich (nicht nur auf dem Klo) als gäbe es keine weitere Personen auf der Erde. Trotzdem warten Sie im Klo so lange und spülen mehrmals bis kein Geruch mehr vorhanden ist, obwohl ich vorne anstehe. Sie zeigen gerne Ihre Bäuche indem sie ihr T-Shirt nach oben zusammenrollen (nur die Männer, dient das der Abkühlung?). Sie Drängeln furchtbar. Die Stadt hat viel grün und ist mit viel Liebe gestaltet. Es hat aber auch sehr viel Personal (auch ganz alte Leute) zur Pflege der Anlagen (Arbeitsbeschäftigung?). Bei uns hätte das Laubsammeln eine Maschine erledigt, anstatt Non-Stop umherzugehen und jedes einzelne Blatt mit Besen und Schaufel einzusammeln. Die Vegetation ist dem Klima entsprechend wie wir uns den Regenwald vorstellen. Kakadus gibts hier anstelle der Möven (Tauben gibt aber trotzdem, trotz Fütterungsverboten). Häuser werden hier mit Hilfe von einem Baugerüst aus Bambus gebaut. Keine Ahnung wie das hält, aber es scheint sich bewährt zu haben. Die Häuser sind gigantisch hoch. Alles sieht gleich aus und es fällt schwer in die Stabilität der kartenhausähnlichen Gebäude zu Vertrauen. Wir brauchen lange, bis wir uns in unserem Gebäude-Komplex nicht mehr verlaufen und den Lift ohne Umweg finden. Das Wasser am Hahn läuft wie geschmiert (zum Glück ist HK nicht mehr unter englischer Herrschaft). Hier in HK gibt es Dior neben Ramschläden. Man ist sich jedoch nie sicher, was nun echt ist und was nicht. Es sind nur Inder und Araber, welche Ausländer an jeder Ecke anquatschen (copy handbag, copy watches madame, sir). Wieso keine Chinesen? HK Chinesen sind sehr modisch. Vergleichbar mit Zürchern. Vor allem die Frauen. Starbucks und Burger Kind scheinen gut anzukommen in HK. Merkwürdig gibt es fast keine dicken HK Chinesen. Wir versuchen möglichst Chinesisch zu essen, obwohl hier alles sehr international ist. Die Wonton-Suppe schmeckt auf jeden Fall ganz anders als in der Schweiz aber genauso lecker. Das Leben spielt sich hier Abends ab (kein Wunder bei den Temperaturen!). Es scheint sogar so, dass gewisse Arbeiten auch erst in der Nacht ausgeführt werden (dementsprechend laut ist es in der Nacht). Morgens sind nur Geschäftsleute unterwegs (jene halt die in einem klimatisierten Raum arbeiten).
Durch den Jetlag sind wir früh auf. Omid leiht sich meine kurze Hose, da sein Koffer noch nicht angekommen ist *hihi*. HK Chinesen scheinen kein Frühstück (oder zumindest kein Brot zum Frühstück) zu essen. Mit Müh und Not finden wir hässlich süsses Brot in Plastik verpackt (die Konsistenz könnt Ihr Euch denken (eine Graus für einen Schweizer)). Aber es sättigt. Alles sonstige "Brot" hat Inhalt (Vanille, Kokos, Schokolade, Kürbis, Schinken, Käse, Thunfisch ...). Der Hafen ist eindrücklich. Vom HK Peak aus (dem Höchsten Aussichts-Punkt in HK) sehen wir die Stadt in ihren vollen Pracht. Ich vermisse die bekannten Dragon Boote. Zurück vom Peak stehen die Touristen (auch hier 95% Chinesen) an der Talstation Schlange - in der prallen Sonne. Man sollte öfters so früh aufstehen. Das Zimmer im Hostel wird sogar gereinigt für 30 Fr die Nacht für zwei Personen. Wir fahren mit der U-Bahn. Viele Stadtkreise sind auch über unterirdische Wegsysteme miteinander verbunden. Ideal bei dieser Hitze. Wir trinken Wasser en masse! Es herrscht Mückenalarm. Aber wieder einmal mehr werde nur ich gestochen. Wir sind müde. Gegen Abend gehen wir typisch Chinesisch essen. Es ist kalt, eiskalt im Restaurant. Zum Getränk gibt es noch ein Glas voll Eis dazu. Omid bestellt Chicken mit Sauce und Suppe, ich ein Eier-Shrimps Menu. Leider entpuppt sich die Sauce schnell als Hühnerhaut. Das Huhn ist kalt, sulzig, die Suppe riecht nach Abwasser (keine Ahnung was da alles drin schwimmt- wir fragen besser nicht nach). Der Reis ist mit Knoblauchbutter getränkt. Omids Kommentar: "Ab jetzt gehts zum Inder. Wenigstens hab ichs versucht." Wir sind die einzigen Touristen im Restaurant und werden dementsprechend von allen Seiten begutachtet. Wahrscheinlich haben wir das Essen (wenn auch mit Stäbchen) überhaupt nicht richtig gegessen. Das zweite Gepäckstück traf tatsächlich am Nachmittag ein.
In unserer Strasse hat es eine Moschee und eine Kirche jedoch keinen Tempel. Deshalb besuchen wir am kommenden Tag den Taoistentempel Sik Sik Yuen Wong Dai Sing. Omid probiert ein wenig seine Kamera aus. Auch der Tempel und seine umliegenden Gärten mit Koi Fischen und Schildkröten ist wie alles hier in HK relativ neu (erbaut 1980), aber mit Liebe zum Detail gestaltet. Wir beobachten die betenden Asiaten. Eintritt in den Tempel ist nur für Members erlaubt.
Auf dem Rückweg gehen wir über Mong Kok. Dort gibt es Strassen voller Elektronik- und Ramsch-Läden (der sogennante Lady Market (wieso auch immer der so genannt wird). Omid kauft sich einen Ersatzakku für die Kamera für einen Bruchteil des Preises in der Schweiz. Ich wollte mich nach einem E-Book Reader erkundigen, den scheinen Sie aber nicht zu haben, respektive nicht zu kennen. Vielleicht haben sie uns so fern ab von den Touristenorten auch nicht verstanden. Ausserhalb der Touristengebiete spricht man sehr schlecht oder kein Englisch. Aber tatsächlich sehen wir hier kaum einen mit einem Buch. Dafür spielen alle mit Ihrem Mobile Phone. Sie scheinen sich darüber zu definieren. Abends sehen wir uns die berühmte Light Show am Victoria Harbor (mit Musikbegleitung) an. Ist aber nicht erwähnenswert. Vorher und Nachher (ohne all die Touristen) sehen wir die schöneren Details. Mein persönlicher Höhepunkt ist die Durchfahrt eines Dragon Boots. Zusammen mit der Musik. Ein Traum (aber wahrscheinlich auch nur für Touristen).
Wir spazieren dem Hafen entlang vorbei an Gucci, Prada und co. keine Ahnung wieso die Leute dort für den Einlass Schlange stehen müssen. An der Promenade hat es Sukkulenten statt Alleebäume. Sieht noch witzig aus. Omid gefallen vor allem die neben den Kakteen stehenden "Don't Touch" Tafeln mit lustigem Symbol. Wir besuchen den Night Market begleitet von seltsamen Gerüchen. Omid entdeckt überall sein Hühnchen vom Vortag (scheint hier wirklich eine Delikatesse zu sein). Wir bleiben bei Früchten und Nudelsuppe. Überall werden Massagen für umgerechnet 10 CHF angeboten. Wenn wir wiedermal nach HK kommen sollten (und das werden wir bestimmt (wenn auch nicht zum Essen) werden wir das Angebot bestimmt nutzen. Aber für uns geht es bereits morgen weiter nach Darwin. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen wo wir erfahren, dass das Gepäck frühestens 3h vor Abflug eingecheckt werden kann. Leider ist es von hier aus zu weit zum Giant Buddha, weshalb wir beschliessen unser Gepäck einzustellen und ein wenig an unserem Blog zu schreiben. Und genau deshalb und nur deshalb kommt ihr jetzt in den Genuss dieses ausführlichen Eintrags.
Monday, July 18, 2011
Der beschwerliche Weg
Da haben wir gedacht, wir hätten uns gut auf unsere grosse Reise vorbereitet und hätten noch einige ruhige Tage mit unseren Liebsten und dann machen uns ein paar Tage vor der Abreise die Behörden und Versicherungen einen Strich durch die Rechnung. So haben wir uns nun schlussendlich doch noch in Wädenswil und somit in der Schweiz abgemeldet, in allerletzter Minute eine Ausands-Krankenversicherung abgeschlossen - da die Obligatorische Krankenversicherung mit dem Abmeldedatum ungültig wird - und mit etlichen andere Versicherungen und Behörden diskutiert (Reiseversicherung, Hausrat, Haftpflicht, Militärverwaltung, Steueramt, etc. - mehr Details hierzu wollt ihr gar nicht wissen!! Ihr könnt gar nicht glauben, wie schwierig es ist eine kompetente und einheitliche Auskunft zu erhalten).
Sind wir froh, haben wir wenigstens drei nette, kräftige Herren geordert um all unser Hab und Gut nach Uster zu zügeln (es haben tatsächlich beide Lastwagenladungen im Luftschutzkeller Platz gefunden (wer hätte das gedacht)). Das Putzen der Wohnung wollten wir selber erledigen, d.h keine der Offerten hat uns (oder besser unser Budget) überzeugt. Drei Tage lang haben wir also geputzt wie die Idioten (ihr kennt ja meinen werten Mann) und unsere 80m² schienen kein Ende zu nehmen. Für das nächste Mal wissen wir nun wenigstens, dass man gar nicht so gründlich putzen muss (nur Bachofen, Abzug, Bad und WC wurden vom Abnehmer inspiziert; frustrierend). Zumindest hatten wir so keine grosse Zeit um viel Abschiedsschmerz zu entwickeln. Vielleicht liegts auch einfach daran, dass wir uns unserer grossen Reise noch nicht wirklich bewusst sind.
Und so lagen wir (mit unserem Gepäck (es muss schon kurz erwähnt werden, dass wir die Limite vom 23kg + 7 Kg ziemlich genau eingehalten haben, also erwartet nicht zuviele Souvenir-Geschenke)) am Montag am Flughafen Kloten in den Armen unserer Lieben, bereit für die grosse Reise. Unser erstes Ziel: Hongkong, wo wir eine knappe Woche die lange Flugzeit nach Australien angenehm überbrücken wollen.
Sind wir froh, haben wir wenigstens drei nette, kräftige Herren geordert um all unser Hab und Gut nach Uster zu zügeln (es haben tatsächlich beide Lastwagenladungen im Luftschutzkeller Platz gefunden (wer hätte das gedacht)). Das Putzen der Wohnung wollten wir selber erledigen, d.h keine der Offerten hat uns (oder besser unser Budget) überzeugt. Drei Tage lang haben wir also geputzt wie die Idioten (ihr kennt ja meinen werten Mann) und unsere 80m² schienen kein Ende zu nehmen. Für das nächste Mal wissen wir nun wenigstens, dass man gar nicht so gründlich putzen muss (nur Bachofen, Abzug, Bad und WC wurden vom Abnehmer inspiziert; frustrierend). Zumindest hatten wir so keine grosse Zeit um viel Abschiedsschmerz zu entwickeln. Vielleicht liegts auch einfach daran, dass wir uns unserer grossen Reise noch nicht wirklich bewusst sind.
Und so lagen wir (mit unserem Gepäck (es muss schon kurz erwähnt werden, dass wir die Limite vom 23kg + 7 Kg ziemlich genau eingehalten haben, also erwartet nicht zuviele Souvenir-Geschenke)) am Montag am Flughafen Kloten in den Armen unserer Lieben, bereit für die grosse Reise. Unser erstes Ziel: Hongkong, wo wir eine knappe Woche die lange Flugzeit nach Australien angenehm überbrücken wollen.
Location:
Red Ochre Uster
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