Sunday, September 25, 2011

Millstream-Chichester National Park- Am Lagerfeuer mit Grader, Fencer, Farmer und Dingojäger

Auf dem Weg zum Auski-Roadhouse kommt uns ein riesiger Wohnwagen mit grossem Offroader entgegen. Die kleine Frau hinter dem Lenkrad können wir dabei kaum erkennen (und wir sitzen noch relativ weit oben). Die vielen älteren Leute hier, welche mit ihren riesigen und meist sehr luxoriösen Wohnmobilen/Caravans durch die Gegend fahren (meistens ist das ihr ganzes Hab und Gut und Zuhause) werden graue Nomaden genannt. Eine Australierin hat uns dies erklärt und dabei auf ihre Haare gezeigt, musste dann merken, dass sie ihre Haare gefärbt hatte und zeigte schnell auf jene ihres Mannes (der zum Glück noch ein paar auf dem Kopf hatte). Die Port Hedland Wittenoom Rd ist eine geologisch wieder einmal mehr sehr interessante Strecke (auch für Fotografen). In der Geisterstadt Wittenoom scheinen doch noch ein paar Leute zu wohnen. Der Staat gewährleistet die Infrastruktur einfach nicht mehr. Die Strassen sind voller Löcher, die Schilder unleserlich. Die Post wird nur noch bis 30km vor den Ort gebracht. Es hat noch einen Souvenirladen, welcher zugleich Informationsstand, Shop und Restaurant ist. Nur hat der nur von Fr-Mo geöffnet. Uns wurde gesagt, dass eine Frau ihn führt, bei welcher man auch übernachten und die Toilette benützen darf. Die Gegend hier um Wittenoom soll malerisch sein zum Wandern. Wir übernachten auf dem Camping bei der Mount Florance Cattle Station (20AUD/N). Schon von weitem (54km vorher) werden die "hot showers" angepriesen. Das Klo ist super sauber, der Platz sehr schön und ruhig ist es hier. Als wir ankommen ist kein Mensch auszumachen. Wir nehmen eine kalte Dusche (genau heute gibt es ein Problem mit dem Wärmetauscher der Solaranlage). Später kommen die anderen "Campinggäste" vom Arbeiten zurück. Es sind dies; ein Mechaniker (Brett) mit seiner Frau (Robin), welche momentan den Camping führt, zwei Fencer (Dave und Mat) mit ihren Hunden, ein Dingojäger (Archie) mit einer guten Freundin (Isabelle) und ein älteres Ehepaar (Sherley und Peter), welches auf Besuch ist bei Ihren guten Freunden Robin und Brett. Es hat keine weiteren Gäste hier. Der Camping ist hauptsächlich als Unterkunft der Farmarbeiter gedacht, wenn es noch freien Platz hat, sind Gäste auf der Durchfahrt aber sehr willkommen. Sie haben heute gerade einige der Tiere (Rinder und Kühe) zusammengetrieben (mustering). Am Abend sitzen wir alle zusammen und schauen Bilder der bisherigen "Reise" von Archie quer durch Australien auf der Suche nach Dingos (immer im Auftrag von Farmern) an. Ab und zu kommen halt dann aus versehen noch ein paar Bilder von toten in ihrem Blut liegenden Dingos zwischen den schönen Landschaftsbildern. Er findet unsere entsetzten Gesichter zum Brüllen. Isabelle erzählt uns ihre Lebensgeschichte. Wobei die guten Geschichten immer wieder erwähnt werden müssen. Omid ist so nett und lässt mich mit ihr alleine. Brett und Robin zeigen Bilder von ihren bisherigen Aufenthalten hier auf der Station. Seit mehreren Jahren kommen sie immer für ein paar Monate hierher um zu Arbeiten. Wir verlängern spontan um eine Nacht. Gerne zeigen uns die beiden die Station. Es hat angeblich gefährliche Schlangen hier, wir sollten deshalb aufpassen. Am Abend müssten wir uns aber keine Sorgen machen, da uns dann die Hunde beschützen. Brett schlägt uns eine Tour durch das Grundstück vor. Erst möchte er uns eine Dirt Map machen (d.h auf den Boden aufzeichnen), Omid besteht zum Glück auf ein Papier. Bereits die erste Abzweigung nehmen wir falsch (aber man kann sich nicht verirren, da alle Wege ein Ende haben und wieder zum Camping zurückführen…irgendwann). Wunderschönes offenes, leicht hügliges (Mt. Florance) Buschland. Einige Wildblumen stehen in ihrer vollen Blüte. Viele Reptilien und Vögel kreuzen unseren Weg. Endlose Weite. Alles sieht gleich aus (für das ungeschulte Auge). Manchmal hat es Überreste der Zivilisation, sprich verrostete Autos, Fässer, Küchengeräte, zerbrochenes Glas. Alles scheint schon sehr lange dort zu liegen. Wir fragen uns, wieso die Farmer nicht dafür sogen, dass es entfernt wird. Müssen aber zugeben, dass das rostige Auto und auch die Fässer - mitten in die grüne Landschaft eingebettet - ein ganz schönes Fotosujet abgeben. Auch die alten bereits verrotteten Holzzäune sehen sehr schön aus. Schade werden sie nun nacheinander durch Metallzäune ersetzt. Omid badet im natürlichen Pool (mit Waterbeatles), welchen wir auch erst im zweiten Anlauf gefunden haben.


Es muss gesagt werden, dass die Strasse hier eher einem schlechten Wanderweg (wenn überhaupt) gleich kommt. Das Spinifex macht uns zu schaffen aber die Aussicht entschädigt alles. Wir sehen eine Brown-Snake vorbeischlängeln, und stampfen deshalb den Rest des Weges extra kräftig auf den Boden.


Am späteren Nachmittag zeigen uns Robin und Brett die Brumbies mit Fohlen welche sich momentan hier auf dem Areal befinden und gegen Abend immer an die gleiche Tränke kommen. Ebenfalls fahren wir zu einer Tränke der Kühe (mit Windrad im Abendrot, schöööön kitschig). Sie erzählen von ihren Aufgaben hier und was für Rassen hier gehalten werden (erinnern können wir uns nur an den imposanten "Double-Hump"). Die Bullen dieser Rasse sind echt beeindruckend. Archie findet die Tiere hier gehörten zu den gesündesten, kräftigsten Tieren in WA. Die Station hat zwar "nur" 3000 Tiere auf 100'000 Morgen (ca. 400 km²), dafür schauen sie gut zu ihnen. Eigentlich wollten sie uns eine zutrauliche Kuh (Elsey) zeigen, welche aber genau heute nicht da zu sein scheint. Als Omid sagt, solche zutraulichen Kühe hätten wir auch in der Schweiz, sind sie fast ein wenig enttäuscht. Für uns ist das Spezielle, dass hier einige der Tiere noch nie einen Menschen gesehen haben und sich dementsprechend "wild" verhalten. Die Farmer geben ihren Kühen selten einen Namen (sind auch viel zuviele). Leider geht genau für die Tour quer durchs Land unser Funk nicht, sodass wir immer wieder anhalten müssen um zu kommunizieren. Vorher und nachher geht er wieder einwandfrei. Den Sonnenuntergang sehen wir dann alleine auf einem Aussichtspunkt (den uns die beiden gezeigt hatten) nahe der Station anschauen.


Autofahrer berichten, dass jemand etwas weiter nördlich eine Reifenpanne hat. Robin und Brett gehen helfen. Wir warten derweilen mit dem BBQ. Peter hat mich freundlicherweise auf ein Lammsteak eingeladen, nachdem er erfahren hatte, dass wir nur noch Vegiburger im Kühlschrank haben. Und so gesellt sich Tristan, ein Geologe, der für die Rio Tinto Mine arbeitet zur gemütlichen Runde dazu. Er ist in unserem Alter, dreifacher Vater und am Ende seiner Schicht nach Karratha unterwegs um dann nach Perth zu seiner Familie fliegen zu können. Er hat einen Nissan gemietet, sie haben ihm aber Ersatzräder für einen Toyota mitgegeben. Er muss aber auch ziemlich schnell unterwegs gewesen sein um gleich zwei Pneus kaputt zu kriegen auf dieser Strecke. Es sind des weiteren noch der Farmer und der Grader (ein Afghane-Aborigine) zum Essen vorbeigekommen. Der Grader spricht sehr negativ von seinen Aborigine-Brüdern. Auch Isabelle ist den Aborigines nicht sehr verbunden. Da spricht wohl auch ein wenig der Neid, weil sie ohne zu Arbeiten Geld vom Staat kriegen und sie nicht (ihr T-Shirt ist von K-Mart für 50 Cent (das muss sie mindestens 10mal erwähnen)). Sie würden besser jene Bürger unterstützen die es nötig hätten (sie???). K-Mart, den sollten wir uns auf jeden Fall mal ansehen ;). Wir machen unsere Beilage im Feuer und werden hochgenommen, weil dies unser erstes Mal ist, wo wir hier im Feuer was kochen (die anderen nehmen nur Salat zum Fleisch (dafür viel viel viel mehr Fleisch). Wir quatschen bis lange in die Nacht hinein und erfahren viel interessantes über das "Land"-Leben und allgemein das Leben in Australien und die Aborigines. Sie sprechen relativ rüpelhaft (entschuldigen sich immer wieder für ihre Ausdrücke) und rülpsen während sie sprechen. Uns gefällts, es wäre unangenehm gewesen, wenn sie sich wegen uns hätten verstellen müssen. Der eine Fencer kommt von Denmark. Wir freuen uns mit ihm über Europa zu sprechen, bis wir heraus finden, dass er von Denmark hier in Australien kommt (gleich neben Albany). Isabelle zeigt mir (Omid wollte nicht mit, da wir eigentlich früh weg wollten…) noch einige Gräber auf dem Gelände von ehemaligen hiesigen Arbeitern um 1900 herum (sie findet sie zuerst eine halbe Ewigkeit nicht). Und das bei der Hitze. Einer davon ist Archies Onkel (dessen Mutter war Aborigine), welcher 1904 im Alter von 22 Jahren von einem Traktor überrollt wurde. Der Abschied am nächsten Morgen ist herzlich (für Omid fast zu herzlich). Peter und Sherley geben uns ihre Adresse in Perth, wir sollten vor unserem Abflug unbedingt noch bei ihnen vorbeikommen. Wir wissen, dass solche Einladungen immer mit Vorsicht zu geniessen sind.
Unsere Weiterfahrt führt uns durch den Fortescue River. Jemand scheint wie wir bei "Dip" an Essen zu denken und hat "French Onion" auf der Tafel hinzugefügt. Wir sehen gleich am Rande des Millstream-Chichester National Park oberirdische Wasser-Pipelines (sehr passend). Das Wasser der Region kommt aus dem Park. Deshalb darf im Park auch nicht überall gebadet werden. Überall hat es Wasserqualitätsprüfanlagen. Wir sind versucht, mal unsere schmutzigen Füsse rein zu halten (In manchen Pools darf man aber auch nicht baden, weil sie Heiligtümer der Aborigines sind). Der Rasen um das Bürogebäude der Wasser-Behörde wird bewässert (hallo???). Der Homestead Walk zeigt/erklärt die Geschichte der ehemaligen Farm aus Sicht eines Jungen um 1940. Heute ist die Homestead nur noch (wenn auch ein sehr informatives) Visitors Centre. Aufgrund von Bildern und Beschreibungen am Parkeingang beschliessen wir für 2 Nächte auf den Camping beim Crossing Pool zu gehen. Der soll besonders ruhig und gleich am Fluss gelegen sein. Dies war eine sehr gute Entscheidung (7AUD/N/P). Vogelgezwitscher und das Summen von Bienen um uns herum. Dragon Trees und Paperbarks. Der Host ist sehr redselig (=nervig). Gleich bei unserer Ankunft kommt er auf uns zu gerannt und lässt uns dann nicht mehr in Ruhe. Jetzt kommen noch die zwei Wochen Schulferien und dann ist hier Ende der Saison. Es wird zu heiss und dann kommt die Regenzeit. Beim WC-Häuschen haben sie Striche mit Jahreszahlen gesetzt bis wo das Wasser jeweils reichte. Beeindruckend. Das Hostpaar reist seit 5 Jahren in Australien herum und kommt ursprünglich aus Queensland. Wir schwimmen im kalten Pool, in denen es laut Host Cat-Fishes haben soll. Später schauen wir in unserem Buch der gefährlichsten Tiere Australiens (Australia's Dangerous Creatures for Dummies) nach, was dies überhaupt für Fische sind. Man kann hier auch ein Kanu mieten und damit den Pool auskundschaften (für einen Gold-Coin). Die Spende geht an den Royal Flying Doctors Services. Das werden wir morgen tun. Mit all den (Millstream-) Palmen und dem vielen Wasser hier nach all der gesehenen Trockenheit fühlt man sich wie im Regenwald.


Am Morgen zeigt uns das Hostpaar die Cat-Fishes, indem sie sie füttern und diese so an die Oberfläche kommen. Cat-Fishes haben einen Giftstachel und sehen aus wie kleine Haifische. Sind noch gross die Dinger (ca. 30cm). Sie füttern auch die Vögel mit dem stark verschimmelten Brot. Nachher ist er enttäuscht, dass keiner der Vögel wieder kommt. Die sind wahrscheinlich elendiglich verreckt im nächsten Busch. Die beiden sind ja schon süss wie sie uns alles zeigen wollen, aber sie haben eine herrliche Begabung für den richtigen Moment. So holen sie uns zum Fische-Füttern als wir soeben unsere Toasts auf den Gasgrill gelegt haben und eigentlich in aller Ruhe Frühstücken wollten. Omid ist genervt (ich auch). Jedes Mal wenn sie an unserem Platz vorbeigehen (und das machen sie gezwungenermassen immer, da ihr Platz neben unserem liegt) beginnen sie zu schwatzen. Der Campground füllt sich langsam aber sicher. Es ist Wochenende. Nun hat man fast keine Privatsphäre mehr (das hat der Campingbeschrieb aber gesagt gehabt (wir dachten, das sei wegen dem Hostpaar ;)). Unser Nachbar grunzt wie ein Schwein. Das lenkt ab. Es hat doch Krokodile im Pool (ein Junge badet mit seinem Plastikkrokodil). Der Millstream und sein etwas unbekannterer Bruder Chichester haben sich 1982 zu einem National Park vereinigt. Wir laufen vom Campground zur Homestead und erfahren auf der Wanderung viel über die hiesige Pflanzenwelt und wie sie von den Aborigines genutzt wurde/wird. So früh am Morgen sind wieder viele Kängurus und Vögel unterwegs, aber noch keine Menschen. Wir hören den Generator in der Nähe eines anderen Campgrounds. Wieder zurück nehmen wir einen Schwumm zur Erfrischung. Die anderen sind eben erst aufgestanden. Gleich daneben Fischen sie obwohl es nicht erlaubt wäre. Wir sehen das Autokennzeichen des Hosts: BLA. Wie passend. Die Australienfahne (ein Muss) weht gleich oberhalb im Wind.
Ein ewig langer (warten das Ende nicht ab) Zug von Rio Tinto kommt uns auf der Weiterfahrt entgegen. Omid zeigt sich unbeeindruckt und meint, dass unsere Container mehr Fassungsvermögen hätten und viel grösser sind als jene (da seien 600 und mehr Waggons kein Wunder). Oben auf dem "Mt." Herbert windet es fürchterlich. Wir haben den 500m Spaziergang auf den Hügel zum ersten mal mit Flip-Flops gemacht (aber noch sehr vorsichtig) und fühlen uns schon sehr einheimisch. Die Aussicht ist der Hammer. Der Python Pool dafür ist nichts besonderes (nach dem Schwumm im Crossing Pool). Es wurde uns auch empfohlen nicht drin zu schwimmen, da der Pool mit keinem Frisch-Wasser mehr gespiesen wird gegen Ende der Dry Season. Der Wasserfall scheint in der Tat schon länger kein Wasser mehr geführt zu haben. Die anderen Touristen baden trotzdem alle drin (lecker). Der Campground ist eher ein Parkplatz mit WC (das so weit unten ist, dass man grad so gut in ein Loch am Boden pinkeln hätte können). Glauben zuerst, nicht am richtigen Ort gelandet zu sein. Man muss für diesen Platz ohne Schatten auch noch bezahlen. Und da die Wanderwege im Chichester allesamt auch an der prallen Sonne (von der Vegetation her gegeben) sind, beschliessen wir hier nur Mittag zu essen und dann weiter nach Norden zu fahren. Die beiden Hauptattraktionen des Chichester National Parks hatten wir schliesslich bereits gesehen (Mt. Herbert und Python Pool).

Wednesday, September 21, 2011

Karijini National Park

Wir passieren den südlichen Wendekreis. Und freuen uns auf lauere Nächte. Rechts und links, soweit das Auge reicht, nur Eukalyptusbäume und Buschwerk. Weil es dort grad so schön ist bleiben wir auf der Leydon River West Rest Area. Es ist gratis und das WC sauber. Vor einem Jahr gab es hier noch kein WC verrät uns einer der wohl schon mehrmals hier übernachtet hat (gewisse Australier scheinen nur auf Rest Areas ihre Ferien zu verbringen). Das zweite Klo ist mal wieder out-of-order. Anscheinend gibt es hier (allgemein auf den Rest Areas Australiens) viel Vandale. Auch das weiss der Nachbar. Eigentlich wollten wir ihn nur mal kurz vor dem schwarz-weissen Vogel warnen, der versucht durch das offenen Fenster in sein Auto zu gelangen. Er meint darauf trocken, der Vogel spiele mit sich selber und dem Seitenspiegel. Dies machen diese Vögel öfters (wie jedermann weiss). Und dann beginnt er Omid in Beschlag zu nehmen. Das übliche Prozedere: Woher, wohin, wo es sonst noch schön ist, wo er schon gewesen war. Seine Frau gibt mir ein kitschiges Buch, welches sie wohl unbedingt loswerden wollte (mit der Bemerkung, das sei eher was für Jüngere). Irgendwann gibt es Znacht. Eine riesige Spinne sitzt auf dem Mülleimer neben unserem Platz. Diese Nacht muss die Maus einfach in die Falle gehen.
Nie wieder eine (Kürbis-)Suppe zum Znacht. Die Nacht war eine Katastrophe und diesmal sogar nicht (nur) wegen der Maus, sondern der eingeschränkten Kapazität der menschlichen Blase. Dazu die Kälte. Wir kompensieren durch Ausschlafen (was hier 8am bedeutet). Auf den Rest Areas gibt es keine späteste Check-Out Zeit. Diverse Wellensittiche in grün, gelb, schwarz versüssen uns das Frühstück. Wir sind auf dem Weg nach Tom Price. Es wird wieder grüner, die Wildblumen bleiben. Dann das typische dunkelrot, charakteristisch für Pilbara. Unserem Gast scheint die Strecke hierhin nicht so gut bekommen zu sein. Die Maus ist auf jeden Fall nicht mehr im Troopy. Was lernen wir daraus. Mit einer Maus einfach immer mal wieder eine holprige 4WD Strecke zu fahren um sie loszuwerden. Die Landschaft wird hügeliger. Die Hügel werden hier mit "Mount" bezeichnet. Der etwas weiter südlich gelegene Mt. Augustus soll anscheinend wie der Ayers Rock aussehen (und auch ein Monolith sein). Nur ist er weniger bekannt und es hat keine Wüste um ihn rum. Die Strecke dorthin würde aber einen Umweg von 300km für uns bedeuten, und da wir sowieso zum Uluru wollen lassen wir das bleiben. Plötzlich auf der Strasse ein Schild, dass ab hier eine Landepiste der Royal Flying Doctors anfängt. Das heisst, die Strasse ist die Landebahn.


Viele Reisende haben ihre Namen auf ihre Fahrzeuge geschrieben. Wir haben sogar welche gesehen, die sogar eine Klingel an ihrem Wohnwagen angebracht haben mit ihrem Namen drauf. Auf dem Nanutarra Roadhouse essen wir zu Mittag (es läuft die ganze Zeit das gleiche Lied (und wir haben nicht schnell gegessen)). Grids auf der Strasse lassen den Autofahrer immer wieder aufschrecken. Speziell sind jene, welche rechts und links keinen Zaun weiterführen haben (wo also das Vieh dann einfach neben der Strasse durch laufen kann). Auf den einspurigen Brücken steht gross ein Schild, man darf nicht überholen oder kreuzen. Dann lassen wir das halt mal ausnahmsweise ;). Wir sind auf den Geschmack der Rest Areas gekommen und übernachten heute auf der Beasley River Rest Area. Der Platz ist idyllisch etwas weiter weg von der Strasse gelegen. Omid findet immer wieder Dinge am Boden, von welchen er felsenfest überzeugt ist, dass sie uns gehören und sie mir dann bringt/zeigt und danach meist entsorgt. Immerhin haben wir nun einen neuen Hering für das Vorzelt (und Australien ein wenig Abfall weniger).
Es ist absolut still. Nur das Brummen von Insekten ist zu hören und die Vögel. Die Nacht war erneut eiskalt (hat halt auch keine allzu gute Isolierung unser Trucky). Reklamationen über das WC können über eine Telefonnummer angebracht werden. Nur, dass die nächste öffentliche Telefonzelle 100km entfernt ist (und man hier weit und breit keinen Empfang hat). Omid ist begeistert vom WD-40, welches auch zu unserem Equipment gehört. Alles (vorwiegend quitschende Gelenke) wird damit eingeschmiert (liegt wohl in der Familie). In der Umgebung hat es sogar "Berge" mit über 1000m Höhe. Durch das, dass sonst alles so flach ist hier wirken sie doch recht majestätisch. Echsen in allen Grössen sonnen sich auf der Strasse. Das Benzin wird langsam knapp um damit noch nach Tom Price zu kommen. Aber die Preise bei den Roadhouses waren doch so hoch. Ich hoffe nur wir müssen die letzten Kilometer nicht laufen. Es gibt eine kürzere Strecke und eine schönere, ungeteerte Strecke. Omid fragt, welche ich machen möchte. Ich denke ans Benzin und entscheide die kürzere zu nehmen, Darauf ist Omid plötzlich ganz still. Ok, wir nehmen die schönere Strecke. Er meint er wolle solche wichtigen Entscheidungen immer zu zweit treffen um nicht alleine Schuld zu sein. Dann bin ich ja mal froh, hat er mich gefragt. Nach jedem Hügel erwartet uns wieder eine neue erstaunliche Aussicht. Wir haben Glück, die Strecke scheint frisch gegradet zu sein. Kein Auto kommt uns entgegen. Steinchen prallen an unseren Untergrund. Plötzlich ein lauterer Knall, Die Mausfalle (die wir nun immer scharf im Auto stehen haben für alle Fälle) ist ab der Holperstrecke ausgelöst worden. Wir passieren im Nameless Valley auf der Nameless Road den Mount Nameless  (dabei hätten die Aborigines so schöne Namen dafür: Jarndrunmunhna ;)). Paprika-Chips scheinen die Australier einfach nicht zu kennen. Dafür lieben sie Chips mit BBQ-Geschmack und Käse-Aroma. Auch in Tom Price gibt es eine der grössten Minen der Welt zu besichtigen (wie fast überall in WA ;)). Die Entscheidung für den Campground fällt sehr leicht; es gibt nämlich nur einen (Tom Price Tourist Park). Und der darf sich scheinbar jeden Preis erlauben (38AUD/N). Wir checken für zwei Nächte ein um unseren Trip in den Karijini und den Millstream-Chichester National Park zu planen. Wir kriegen einen Schlüssel für das Klo/Dusche. Anscheinend kamen viele nach Reception-Schluss auf den Camping ohne zu bezahlen und benützten die sanitären Anlagen. Am Morgen waren sie dann wieder weg, bevor die Reception geöffnet hatte. Unsere Nachbarn sind Deutsche aber seit 38 Jahren in Südaustralien. Sie sind seit Mai dieses Jahres pensioniert und seitdem am Reisen. Hierhin sind sie wegen den Wildblumen gekommen. Welche wir ja eher per Zufall zu sehen bekamen aber natürlich mindestens genau so geniessen. Zwei rosa Kakadus balzen 10cm von mir entfernt. Wusste gar nicht, dass die vier Zehen (davon zwei nach vorne, zwei nach hinten) haben. Deshalb laufen die wohl so unsicher. Auf dem Friedhof hat es nur künstliche Blumen. Die Vorgärten der Häuser sind sehr grün und mit viel Liebe gestaltet. Wir melden uns für die Rio Tinto Minentour für morgen an (die Minen kann man nicht auf eigene Faust erkunden). Beim Visitors Centre, wo wir die Tour buchen, erfahren wir dann auch, dass die Hamersley Gorge leider bereits seit Beginn der Trockenzeit infolge schwerwiegenden Schäden am Weg durch Überschwemmung geschlossen ist. Tom Price ist die höchst gelegene Stadt WA (747m; jetzt nicht lachen). Durch einen Grundwasserstrom ist hier das Wasser niemals knapp. Das ganze Zentrum von Tom Price ist im Umbau und gleicht einer riesigen Baustelle. Die Stadt ist voll von Minenarbeitern in ihren typischen blau-gelben Overalls und den entsprechenden Mietwagen (mit Fähnli, Blinklicht und reflektierenden Seitenstreifen). Hier hats ein Drive in Theatre, welches aber nur alle 2 Wochen Vorstellung hat (das letzte Mal gestern!). Die Schulferien in WA starten am 1. Oktober für zwei Wochen. Wir müssen uns daher beeilen. Der Mann neben uns stellt mit viel Mühe ganz alleine das Zelt auf, währenddem seine Frau und sein Sohn in ihrer Büchern blättern. Eine Gruppe Deutscher Touristen dient der Belustigung aller hier. Sie können kaum Englisch und sind ganz ängstlich und tollpatschig. Die Australier nehmen sie natürlich extra intensiv in die Mangel und fragen nach dem woher, wohin etc. Wir sollten ihnen nicht zum letzten Mal begegnet sein. Ihr Programm: Tag 1 Coral Bay, Tag 2 Tom Price, Tag 3 Karijini etc. Es hat hier sogar einen Golfplatz. Nach der Minentour wirken die Roadtrains ganz klein. Wir sehen Fahrzeuge zu 4.5Mio AUD, welche 20l Diesel schlucken pro Kilometer! Sie werden alle 24h an der eigenen Tankstelle aufgetankt. Die tonnenschweren Reifen (ca. 3.5t) werden mit einem extra Reifenheber gewechselt (nur schon der ist grösser wie ein normaler Lastwagen). Der kleine Junge nebenan (und auch Omid) können ihr Glück kaum fassen). Die Führung war allgemein sehr informativ und spannend. Der Fahrer zugleich auch Tourenguide (dementsprechend hart sind die Schaltvorgänge). Die Deutsche Gruppe ist auch mit von Partie. Einer von ihnen (ein Alt-Rocker) versteht gar kein Englisch und bekommt deshalb auch nicht mit, dass die Schutzwälle auf dem Minenareal auf keinen Fall bestiegen werden dürfen. Er kriegt deshalb eine riesen Standpauke (welche er auch nicht versteht) und muss sofort an seinen Platz in den Bus zurück. Später schnallt er sich plötzlich ab im Bus um ein Foto zu schiessen, obwohl dies absolut verboten ist (der Bus kehrt sogar extra an dieser wichtigen Stelle, damit die andere Seite auch was sehen kann (dies hat der Tourenguide vorher auf Englisch erklärt gehabt)). Als er nicht auf das Rufen des Guides reagiert, bittet dieser jemanden im Bus ihm beizubringen, dass er sich sofort wieder hin zu setzen hat. Probably in German. Lustig ist vor allem, dass Omid denselben Mann gestern beobachtet hat, wie er angeberisch auf dem Tisch sass und alle anderen der Gruppe gespannt seinen Erzählungen gelauscht hatten. Neben uns im Car sitzen ein Vater, welcher ab der Tour schon bald tief und fest schläft, mit seinem Sohn. Auch über Tom Price erfahren wir viel während der kurzen Stadtführung per Bus. Die Stadt wurde erst 1966 gegründet (dank Mr. Thomas Price). Die Stadt war früher mal ein reines Mineurencamp. Und auch heute gehören über 70% der Minengesellschaft Rio Tinto. Die Mine hat sogar ein eigenes Elektrizitätswerk. Eine eigene Zugstrecke bringt das wertvolle Eisenerz (mit durchschnittlich 64% Anteil Eisen) direkt an den Hafen von Karratha, um dann überall in die Welt verschifft zu werden. Dabei ist sie noch eine der kleineren Minen im Pilbara Gebiet. Hier um Tom Price alleine hätte es noch für mindestens 400 Jahre Eisenerz zum Abbauen. Der Stadt steht also eine gute Zukunft bevor (möchte er damit wohl Leute grad direkt ab Tour anheuern?). Die Landschaft verändert sich mit dem Abbau. Der Führer klagt, wie viele Kinder hier geboren werden. Kein Wunder bei 12 Stunden Arbeitsschichten an 3 Tagen und 3 Nächten und dann 6 Tage frei. Der grösste Teil der Arbeiter wohnen in Tom Price, der Rest fliegt ein, meist aus der Gegend um Perth. Die schönen Gärten, welche mir gestern bereits aufgefallen sind gehören anscheinend einer Managerin und der Ärztin der Stadt (beide hochschwanger). Viele Jobs sind auch hier von Frauen besetzt. Jahresgehälter gehen von 120'000 AUD aufwärts. Royalties for Regions: Ein Programm wobei Abgaben der Minengesellschaften an den Staat wieder in die Regionen zurückfliessen - so wird gerade für mehrere Millionen das Einkaufszentrum in eine "Einkaufs-Parkanlage" verwandelt.


Wir fahren im Karijini National Park direkt zum Eco Retreat (Savannah) Camp und checken dort für 2 Nächte à 30 AUD/N ein (sehr teuer für ein schmutziges Klo und Dusche). Dafür hats hier im Nirgendwo eine Bar und Luxus-Safari-Zelte (danke!!!). Man kann hier auch heiraten, verraten die aufliegenden Prospekte mit Fotos (schon zu spät). Und wenn man möchte bereiten sie einem das Lunchpaket für die Wanderung vor. Danke, das muss ein schlechter Scherz sein. Überall am Boden das Eisenerz. Messerscharf und spitzig. Wir glauben hier nicht ohne einen Platten heraus zu kommen. Im Karijini National Park liegen die zwei höchsten Berge WA. Gegen Abend fahren wir an den Junction Pool Lookout und den gleich daneben liegenden Oxer Lookout, welche besonders schön sein sollen bei Sonnenuntergang. Beim ihnen vereinen sich vier Schluchten. Tiefe, eindrückliche Schluchten. Der Ausblick auf die getäferten Felsen mit ihren verschiedenfarbigen Schichten, die Wildblumen (und Spinifex) drauf und die Bäume welche mit ihren Wurzeln in den kleinsten Ritzen Halt suchen. Schööön. Irgendwie ändert sich die Sicht um und nach Sonnenuntergang auch nach längerem Beobachten nicht besonders. Vielleicht habe ich mich auch im Lookout geirrt. Omid meint nur, wehe wir kriegen auf der Rückfahrt zum Camp bei Dunkelheit einen Platten. In diesem Licht sind die einzelnen Steine nämlich kaum mehr auszumachen. Ausweichen unmöglich. Dabei sind wir nicht einmal die Letzten. Die zwei älteren Herren, welche sich hier nur für die Wildblumen zu interessieren scheinen (fallen mit ihrer Kamera beinahe in die Blumen rein (sehen vielleicht auch nicht mehr besonders gut)), hätten uns bestimmt geholfen. Die Rückfahrt ist fast eindrücklicher.
Wir lernen ein Paar aus Österreich kennen, welches schräg vis-a-vis von uns seinen High-Top Troopy geparkt hat. Sie haben teilweise die gleiche Route gemacht (sind aber von Perth gestartet) und wollen nun auf fast gleichem Weg auch in das Zentrum vordringen. Auch sie sind ein Jahr unterwegs (sie mit kurzem Unterbruch, da sie beruflich noch eingespannt ist). Sie haben ihren Troopy von einer Autovermietung abgekauft mit "nur" 390'000km für 24'000 AUD (ohne Equipment). Wir sind auf der gleichen Wellenlänge und quatschen bis tief in die Nacht.
Als Omid am Morgen auf das Klo geht ist bei der Camp Kitchen (die es sogar auf dem kleinsten Campingplatz gibt (Gasgrill für BBQ!!!)) ist jemand bereits dabei 10 Würste und massenhaft Bacon zu braten. Wir besichtigen heute die Knox Gorge. Sie ist bekannt für ihre vielen Feigenbäume (leider sind wir aber auch hier ausserhalb der Saison). Die Strasse dorthin ist so breit wie halt grad die Bäume stehen. Vor rund einem Jahr gab es im National Park einen flächendeckenden Grossbrand. Noch immer sind die grossen Tiere nicht wieder zurück gekommen. Sehen aber ein Känguru und freuen uns dementsprechend. Der Abstieg in die Gorge hinunter ist sehr steil. Die Wege sind in Klassen von 1-6 unterteilt, wobei man Class 6 nur mit einem Tourenguide machen darf (seit ein Rettungssanitäter bei der Rettung zweier Touristen ums Leben gekommen ist). Die Knox Gorge Wanderung wurde der Schwierigkeits-Stufe 4 zugeteilt. Unten dann schaffen wir es tatsächlich den falschen Schluchtenteil in Angriff zu nehmen (auch hier gibts sehr spärliche Information zu den einzelnen Wanderungen geschweige denn Kartenmaterial). Egal, der Teil war dafür menschenleer. Wieder zurück sehen wir dann vom Lookout aus den "richtigen" Weg, wo man nicht steilen Felswänden hätte entlang klettern müssen. Beim Joffre Gorge Lookout etwas näher am Camping sehen wir einen bescheidenen Wasserfall. Hier im Park ist das Wasser in den Schluchten meist so kalt, dass es einen lähmenden Effekt hat. Man kann aber (auf eigene Verantwortung) fast überall baden gehen. Die Felsen schauen zum Teil wie reine Metallplatten aus.
Wir schlafen sogar wieder einmal fast durch. Haben unsere Thermo-Unterwäsche an, sowie Omid für seine raspelkurzen Haare (der Lederhut ist ihm nun zu gross) eine Mütze auf zum Schlafen. Als er Fotos von sich sieht, beschliesst er seine Haare nie wieder zu rasieren. Mal sehen ob ihm da die Hitze (oder sonst was) nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht. Die Chinesen neben uns schlafen im kleinen Zelt, welches sie mit Steinen befestigen. Als Omid seinen Hammer und seine Haken anbietet, meint der Chinese nur, er hätte nun ja schon die Steine genommen (hää?). Sie müssen das Zelt nach der Nacht immer wieder zusammenpacken, da der Wind zu stark ist. Sie sitzen als Schutz vor Wind und Kälte in ihrem total überfüllten Kombi und essen Chinanudeln (sogar zum Frühstück). Immerhin sind es dieselben, welche wir auch immer essen, die müssen also recht authentisch sein (oder einfach saubillig). Ihr Abfallsack trägt Chinesische Zeichen, obwohl sie von hier zu sein scheinen (er ist Lernfahrer). Sie trägt eine grosse Masche im Haar. Beinahe wie Minnie Maus und mindestens genauso pink. Die Kalamina Gorge ist lieblich. Das Wasser plätschert ruhig neben uns her. Es ist auch hier nicht ganz einfach den richtigen Weg zu finden. Zum Schluss sind wir mit etwa 10 Leuten (mehr hat es in der ganzen Schlucht nicht) gleichzeitig am Ende angekommen. Super Timing. Wir kehren schnell wieder um. Das Visitors Centre ist ein richtiges Museum. Man kann sogar Gesänge der Aborigines anhören. Die lokalen Tiere sind ausgestopft zu besichtigen. Am Dales Campground empfängt uns ein älteres Ehepaar, welche hier im Freiwilligen-Einsatz die Plätze einweisen und aufpassen. Vielleicht waren die Ranger zu fest in Verruf gekommen, nur noch Geldeintreiber zu sein. Auch hier werden wir zwei Nächte bleiben (7AUD/N/P) um die Schlucht, die bekannten Fortescue Falls und dann vorallem die Pools (Circular und Fern Pool) zu erkunden (baden, baden, baden). Denn auch hier hat es keine Duschen. Die Duschen am Visitors Centre waren alle out-of-order (wie auch immer das möglich ist). Gleich neben uns am Platz ist ein Ch-Ehepaar. Voll 4x4 ausgerüset, haben aber glaube ihren Trip erst gestartet (ihren Aussagen zufolge). Sie wissen nicht, dass wir alles verstehen. Sie kommt vom Buschklo und schreit, sie liebe ja das Buschleben, eine oder zwei Kakerlaken würden ihr also nichts ausmachen, aber deren 50. Sie wolle nie mehr auf dieses Klo. Wir müssen lachen. Omid sprayt dort kurz seinen "Ant Dust" hin und weg sind sie (oder die dies nicht mehr rechtzeitig geschafft haben tot auf dem Rücken). Jemanden weniger, mit dem wir das Klo teilen müssen. Das Toilettenpapier hier macht dem Wort Papier alle Ehre. Unser Tofu zum Znacht schmeckt leider tatsächlich nach Tofu. Omid hat in den letzten Stunden soviel Buch gelesen wie sein ganzes restliches Leben noch nicht. Jetzt meint er aber sei es genug für die nächsten Wochen. Wenig später liest er bereits wieder.
Wir wandern vom Circular Pool durch die Dales Gorge zum Fern Pool. Wir finden eine Brille am Boden und fragen uns wie die Person wohl den Weg aus der Schlucht ohne Brille finden konnte. Ein Baum weit oben in den Felsen sieht aus wie ein Mensch von hinten (also wie ein Hinterteil). Die Vegetation in der Schlucht gleicht der eines Regenwaldes. Viele Schmetterlinge in verschiedenen Farben fliegen durch die Luft. Auch hier kommt uns kein Mensch entgegen. Das Bad im Fern Pool ist sehr erfrischend. Beim Pool hat es ein Schild, welches erklärt, dass der Pool durch Wungurr (die Regenbogenschlange) geschaffen wurde und jetzt seine Nachkommen hier leben. Man solle also Rücksicht nehmen und sich leise verhalten und nicht herumklettern. Dieses Schild sieht genauso wissenschaftlich aus, wie die Tafeln, welche die geologische Entstehung der Schluchten schildern. Der Wasserfall ist schön anzusehen, wie er über die einzelnen Gesteinsschichten hinweg seinen Weg sucht. Omid findet einen farbigen, porösen Stein, mit welchem er gemein wie er ist eine Echse im "Aborigine Stil" auf einen Felsen aufmalt. Wir sehen erneut eine deutschsprachige Reisegruppe: Exploranges Bushwalking. Sie schlafen in Tarnzelten. Waren solche Touren schon immer so peinlich aufgemacht oder ist es mir bis jetzt einfach noch nicht aufgefallen. Bin beim Anblick solcher Gruppen sehr froh ein Individualtourist zu sein. Irgendwo in der Nähe unseres Platzes muss sich ein Bienennest befinden. Die Honigsucher-Vögel gibt es hier zahlreich. In Australien sterben mehr Menschen an Bienenstichen (Allergie) pro Jahr wie an allen anderen gefährlichen Tieren zusammen. Wir haben nun Deutsche als Nachbarn. Er kommt vom Klo zurück und meint: schön, nur eine Fliege. Wir lachen uns kaputt. Ich schlage Omid zum ersten Mal im Mühlespiel (wir spielen zum ersten Mal mit den richtigen Regeln). Das ältere Host-Paar hier kennt den PC noch nicht. Sie führen eine Abhackliste von Hand, welcher der (über 100) Plätze frei ist. Er steht beim Auschecken bereit um sich die nun freien Plätze zu notieren um sie dann seiner Frau weiterzugeben. Arbeitsbeschaffung. Wir fahren weiter mit Ziel Millstream-Chichester National Park gleich nördlich von Karijini gelegen via Wittenoom, einer Geisterstadt mit Asbestmine.


Tuesday, September 13, 2011

Ningaloo Reef- gewusst wie sich ein rasender Herzschlag unter Wasser anhört?!

Es ist nun wieder etwas später dunkel am Abend und am Morgen etwas später hell, was ganz in unserem Sinne ist. Auf dem Weg zum Schiffswrack der Mildura aus dem Jahre 1907 (Cattle Ship) ganz im Norden der Halbinsel um Exmouth sehen wir zwei Emus in freier Wildbahn. Exmouth und seine Umgebung sollen ja bekannt sein für ihre vielen Emus, aber dass wir gleich zu Beginn welche sehen. Das Wrack in etwa 200 Meter Entfernung zum Strand ist gut sichtbar und spannend anzusehen. Man sieht förmlich die Schafe darauf in die Ställe gepfercht. Ob wohl damals alle umgekommen sind, als das Schiff auf Grund lief. Omid macht Fotos während ich den Strand auskundschafte. Ich entdecke eine riesen Languste (oder besser das was von ihr übrig ist). Ebenfalls Muscheln und Krabben. Und schöne Korallen (viele leider bereits mit Bleiche). Es hat hier eine "Antennenanlage", deren Zweck wir nicht einordnen können (Windkraftwerk?). Sehr viel Gebiet hier am Cape ist Militärsperrzone, was schon ein wenig die Landschaft verhunzt. Scheinen wohl lange vor Einteilung in einen National Park die Region für sich in Beschlag genommen zu haben. Es wird Gift gegen den von Europäern - für die Jagd!!!  (damit halt alles so ist wie in England) - eingeschleppten Fuchs ausgestreut. Es wird deshalb allen Hundehaltern geraten, hier ihre Hunde nicht herumlaufen zu lassen (Omids Paradies). Der Fuchs hat ausser dem Menschen noch immer keinen natürlichen Feind hier. Vieles ist Naturschutzzone (Sanctuary Zone), wo die Wege nicht verlassen und auch nichts mitgenommen werden darf. Wir nehmen an, deshalb hier eine solch grosse Variabilität an Muscheln und sonstigem Getier vorzufinden. Auch die Australier sagen noch nie so schöne Muscheln wie hier gesehen zu haben. An der Surfers Beach sehen wir kurz den Surfern und den Surf-Padderln (neuster Trend) zu bevor wir zum Leuchtturm fahren um einen gigantischen Ausblick über die Küste zu geniessen, an welcher wir die nächsten Tage verbringen werden. Weit aussen sehen wir (Humpback-) Wale springen. Leider leiht uns keiner sein Fernglas. Auch beim Jurabi Turtle Centre (dort am Strand kommen die Schildkröten von Oktober bis Januar vorbei um ihre Eier abzulegen (schon wieder treffen wirs mit der Zeit nicht ganz)) können wir die Wale (sogar noch etwas näher) ausmachen. Man erfährt im Zentrum sehr viel Wissenswertes über die Meeresschildkröten. Omid versucht am Strand die riesigen, farbenfrohen Krabben ins rechte Licht zu Rücken (also zuerst einmal überhaupt vor die Linse zu kriegen). Ein toter Dugong liegt am Strand. Das das ein Dugong ist erfahren wir erst später im Visitors Centre. Vorher haben wir beide von diesem Tier noch nie gehört gehabt. Bei der Yardie Homestead noch ausserhalb des Cape Range National Parks checken wir für die Nacht ein (26AUD). Ab Morgen haben wir dann ja unsere reservierten Plätze im National Park (der schon wieder komplett voll ist für diese Nacht). Die heutige Übernachtung konnten wir nicht online buchen, da es zu kurzfristig war. Von 12-2pm ist hier im Office Mittagsruhe. Ein Angestellter rät einfach mal einen Platz auszusuchen, der einem besonders gefällt und dann wieder zu kommen um zu bezahlen. Haben uns immer noch nicht ganz an die legere Art hier gewöhnt, um selbst auf die Idee zu kommen. So essen wir an einem schattigen, lauschigen Plätzchen zu Mittag. Haubenvögel zum Anfassen. Ein Emu mit seinen zwei Jungen kackt mitten auf den Platz unseres Nachbarn (da ist ein Kuhfladen nichts dagegen (vielleicht hatte er Durchfall)). Wir haben grossen Respekt vor dem Tier (vorallem vor seinen Füssen). Auch ein Känguru hat es sich im Schatten gemütlich gemacht. So fühlen sich Ferien an. Die Nachbarin rät uns das Auto mal so richtig zu erhitzen an der Sonne (mit allen Fenstern geschlossen), dann würde die Maus von alleine weg gehen (einem beim Öffnen der Tür sogar regelrecht entgegen springen). Das passiere halt, dass einem eine Maus ins Auto kommt meist auf der Suche nach Wasser. Vor allem im Zentrum von Australien passiere das oft. Ob sie wohl auch noch so davon sprechen würde, wenn sie die Maus in ihrem Luxuswohnwagen hätte. Omid fragt vergeblich nach der Bepanthen Nasensalbe. Obwohl sie in der Apotheke Bepanthen-Produkte führen. Er kriegt ein kleines Fläschchen gegen trockene Nasenschleimhäute. Nach der ersten Anwendung witzelt er, da hätte ich mir ja grad so gut Bratöl in die Nase träufeln lassen können. Das Fläschchen kostete 16AUD. Ihm verging das Lachen schnell als er nachliest und sieht, dass das Fläschchen wirklich nur Sesamöl enthält (zu 1AUD per ml). Am späteren Abend machen wir uns auf die Suche nach einem nahegelegenen Sandstrand. Finden aber nur ziemlich steinige Strände. Zudem ist gerade wieder mal Ebbe, was das Baden nicht viel einfacher gestaltet. Aber zum "Fudi schwenken" reichts allemal. Ganz nah sehen wir beim herauskommen aus dem Wasser Schildkröten schwimmen/fressen welche immer wieder an die Wasseroberfläche kommen (Omid hat zuerst eine ihrer Flossen für eine Haiflosse gehalten und ist dementsprechend aus dem Wasser geeilt). Bis in den Sonnenuntergang hinein beobachten wir die eindrücklichen Tiere. Auf dem Heimweg zur Homestead (welche jetzt aber nur noch ein Camping ist) sehen wir verschiedene Kängurus. Vor allem um die Wasserstellen sind viele auszumachen (manche Touristen haben sich extra zur Beobachtung an die Stellen gesetzt). Der Camping ist voll von Fischern (einmal mehr) und Tauchern. Sie überbieten sich gegenseitig mit ihren Schiffen und Fängen. Da fühlen wir uns doch unter den Leuten mit dem kleinen Iglu-Zelt und dem rostigen Auto ganz wohl. Wir schlafen aus und fahren dann in den Cape Range National Park rein (jetzt haben wir ja den Jahrespass) direkt zum Visitors Centre. Dort erfahren wir so nebenbei, dass der Seestern, den wir gefunden hatten eigentlich eine Skorpionmuschel war. Es sind viele der Spezies, welche hier zu finden sind ausgestellt und die besonders gefährlichen sogar eingelegt. Auch die wichtigsten Pflanzen werden gezeigt. Macht irgendwie mehr Spass all diese Dinge nun endlich benennen zu können (halt auch wieder in Englisch). Der Ranger dort warnt uns vor der Strecke runter zur Ningaloo Station und Coral Bay. Jeder sagt auch hier wieder was anderes. Zum Teil sind die Leute die Strecken gar noch nicht selber gefahren und geben einfach weiter, was sie so gehört haben. Am besten wir machen einfach selber unsere Erfahrung. Es windet stark. Wir holen uns eine Karte mit den Zeiten für Ebbe/Flut (wichtig für das Schnorcheln und die Überquerung des Yardie Creeks, einem Fluss dessen Wasserpegel mit der Ebbe und Flut geht) und unterstützen damit die Schildkröten hier (sonst wäre uns eine "Gold Coin Donation" (1AUD) für eine schlechte Kopie auf noch schlechterem Papier doch ein wenig viel gewesen (zum Glück wussten wir da noch nicht, dass auf jedem Klo im Park diese Karte auch aufgehängt ist)). An einer malerischen, einsamen Bucht essen wir nach Besichtigung des Observation Bird Hide zu Mittag. Wir haben dort sogar einen Weissbrustadler gesehen und springende Fische im flachen Wasser beobachten können. Es ist unglaublich heiss und der Schatten im Buschwerk spärlich. Jeder Schattenplatz ist bereits von einem (mindestens) Känguru besetzt. Unser erster Camping Kurrajong ist süss (8 Plätze), hat aber auch keinen Schattenplatz. Der Host läuft trotzdem mit langen Jeans-Hosen herum (unser erster Australier mit Jeans). Er gibt uns Tips was, wo, wann. Wir wollen unbedingt mal noch unsere Schnorchelausrüstung testen, bevor wir an die Turquoise Bay fahren. Eine grosse Echse läuft gleich vor uns über den Platz.



Am Strand sehen wir gleich beim hineingehen ins Meer einen Stachelrochen. Nicht gerade beruhigend - der Host rät beim Laufen Sand aufzuwirbeln um die Rochen zu vertreiben. Wir bleiben in Strandnähe. Habe sehr Respekt vor der Strömung. Sehen viele Fische und Seegurken. Nach dem ersten Probeschnorchelgang kommt uns ein anderer Schnorchler (und Campingplatzbesucher) entgegen und rät etwas weiter nördlich tauchen zu gehen, dort habe es Felsen wo man ebenfalls gleich in Strandnähe eine grosse Artenvielfalt an Fischen sehen könne. Und so tauchen wir wenig später mit Seeigeln, Krebsen, Trochus, einer Digital-Uhr und vielem mehr. Beim Trocknen auf den Steinen in den Sonnenuntergang hinein, sehen wir dort wo wir vorher getaucht sind eine Haiflosse (diesmal eine richtige) aus dem Wasser ragen. Wissen nicht ob wir morgen noch einmal hierhin kommen wollen. Im ganzen Park gibt es keine Dusche. Folglich stellt das Bad im Meer für die kommenden Tage unsere Dusche dar (Trinkwasser und Kochwasser ist da doch ein wenig zu wertvoll um es fürs Waschen zu verschwenden). Denke, dies macht aber keinen allzu grossen Unterschied, da bereits die Dusche in der Yardie Homestead dermassen salziges Wasser führte, dass man eigentlich nach einem Bad im Meer hätte darauf verzichten können. Das Klo ist sehr sauber und riecht nicht. Wir nehmen an, dass dies so ist weil der Host selber auch auf dieses Klo muss. Wir sehen gleich am Platz Kängurus in den Dünen. Die Fliegen mehren sich wieder. Der Wind wird immer stärker. Am nächsten Morgen liegen unsere Stühle am Boden. Nichts, dass nicht Niet und Nagelfest ist bleibt bei den starken Böen wo es ist. Unserem Nachbar weht es das Vorzelt weg. Morgens kommt der Wind vom Land her, am Abend vom Meer. Es ist kalt. Jeder ist in seinem Camper/Zelt. Auch wir essen zum ersten Mal (Frühstück) im Auto. Unser Trucky wackelt sogar im Wind. Bleiben noch eine Nacht auf diesem Camping (anderer Platz) für 7AUD/N/P). Auch diesen Platz mussten wir Online vorreservieren. Für das Wochenende war der Camping dann aber bereits ausgebucht. Der Wind fängt erst gegen Mittag an erträglich zu werden. Dann kommt die grosse Hitze. Wir beschliessen an die berühmteste Bay hier, die Turquoise Bay zum Schnorcheln zu gehen. Dort gibt es einen Drift-Schnorchelgang, wo man sich einfach von der Strömung mitziehen lassen kann über das Riff hinweg. Man muss dann einfach daran denken wieder rechtzeitig heraus zu gehen aus dem Wasser, bevor einem die Strömung raus ins offene Meer zieht. Wir sehen viele wunderschöne bunte Fische in allen Grössen und Formen. Und schönste Korallen. Es hat relativ viele Leute da (der Parkplatz ist voll) trotzdem verteilen sie sich an dem Strand gut (kein Vergleich zu europäischen Touristenständen). Am Abend fahren wir rechtzeitig zurück (sehen die Sturt Desert Peas und tausende (das ist nicht übertrieben) Kängurus) um gemütlich mit allen anderen Gästen des Campings den Sonnenuntergang zu sehen und sich auszutauschen (das macht man hier so). Es kommen alle mit ihren Getränken und den Stühlen vorbei. Wir stauen einmal mehr, wo diese Leute alle ihren Rotwein und Literweise Bier im kleinen Auto verstecken. Wir sind die einzigen nicht-Aussies. Erfahren einmal mehr erstaunliche Lebensgeschichten und Tips wo wir unbedingt noch hin müssen. Einmal mehr passen wir aufgrund des heutigen Abends unseren Reiseplan etwas an. Wir spielen noch Karten. Da Omid unbedingt wenigstens einmal gewinnen möchte, dauert es bis weit in die Nacht hinein.
Am Morgen wollen wir ganz verschlafen eigentlich nur mal kurz auf Klo, da werden wir bereits von Nick, einem Polen der aber seit bald 30 Jahren hier in Australien lebt (den Akzent hört man aber immer noch raus, als wäre er nie aus Polen heraus gekommen) abgefangen. Auch er möchte uns noch ein paar Tips geben oder besser sagen, wo er schon überall war. Und ist aber auch froh um ein paar Tips von uns. Langsam sind wir soweit, dass die Australier auch von uns was lernen können. Er hat besonders Freude an gefährlichem, insbesondere an Salties. Er empfiehlt uns deshalb Plätze gleich neben Liegeplätzen von Krokodilen. Naja, jeder nimmt sich aus diesen Tips raus, was ihn anmacht. Interessant ist es alle Mal, ein wenig von den Schicksalen und Lebensgeschichten der Menschen hier zu hören. Nick zum Beispiel ist regelmässig 6 Monate am Stück mit seiner Frau (auch Polin, mit noch stärkerem Akzent) in Australien unterwegs. Nur mit Zelt (darum war er wahrscheinlich bereits so früh auf). Am späteren Morgen fahren wir dann zum Yardie Creek Campground (nicht zu verwechseln mit der Yardie Homestead) wo wir ebenfalls bereits im Voraus online für 4 Nächte (zu 7AUD/N) reservieren konnten. Wir sind froh, als wir sehen, dass unser Platz (8 von 8) der einzige alleinstehende ist. Die Dünen und das Buschwerk lassen so eine schöne Privatsphäre aufkommen. Das Host Paar hier ist sehr sympathisch. Und auch hier sitzt man am Abend gemütlich im Kreis am Strand und beobachtet den Sonnenuntergang. Wir besichtigen den Yardie Creek gleich neben dem Campground. Den müssen wir überqueren (bei Ebbe), wenn wir weiter Richtung Süden (Coral Bay) wollen. Hier kann man gut wandern und es gibt eine Bootstour, von welcher aus man die berühmten Rock-Wallabies sehen kann. Im Moment befindet sich das Boot jedoch noch im Service. Der Host weiss nicht, ob es noch während unserer Zeit hier wieder Touren geben wird, aber wenn es so wäre, müssten wir die unbedingt machen. Keine anderen Boote sind auf dem Creek erlaubt. Am Strand hat es sehr viele Seeigel. Die Fliegen sind auch hier mühsam, aber der Wind übertrifft alles. Auf das Weekend hin soll es wenigstens besser werden. Wir schaffen es nur mit Müh und Not unser Vorzelt zu montieren. Dank unserem auffälligen Troopie, sehen uns die Polen beim Vorbeifahren und kommen auf einen Schwatz vorbei. Sie hatten Pech mit ihrem Platz in einem anderen Campground für die nächsten Tage und kommen um sich auszuweinen. Ich weiss nicht was unangenehmer ist, Fliegen oder Sand in Augen und Mund. Unsere Nachbarin trägt das Moskitonetz sogar während sie in ihrem Stuhl sitzt (welcher übrigens auch einen Schirm hat mit integriertem Moskitonetz). Sicher ist sicher. Wir tragen derweil "Bushman" auf. Als nicht Fischer sind wir auch hier voll die Outsider. Diese Nacht haben wir die Ehre, erneut eine Maus (oder dieselbe) als Gast zu haben. Sie mag Yoghurt-Strawberry-Farmer. Wir versuchen sie aufzuheizen. Am Abend lernen wir eine Deutsche und ihren Französischen Partner etwa in unserem Alter kennen, welche sich in Brisbane kennen und lieben gelernt haben und sich nun am Ende ihrer 10-monatigen Reise quer durch Australien befinden (Working-Holiday). Wieder zurück möchte sie zu ihm nach Paris ziehen. Mutig. Sie ist gleich nach dem Studium nach Australien gereist, was das ganze wahrscheinlich nicht einfacher macht (nebenbei kann sie auch noch kein Französisch!!!). Er reist bereits seit 5 Jahren in der Weltgeschichte herum. Eine Engländerin mit Australischem Partner, welche seit rund 3 Monaten unterwegs ist, textet uns darauf so lange zu bis alle anderen schon längst im Bett und wir fast verfroren sind (sie ist frisch geschieden, er auch. Haben sich übers Internet kennen gelernt (wir erfahren alle Details)).
Die Nacht war kalt (ok, hätte vielleicht mehr wie nur ein T-Shirt tragen sollen). Am Morgen hat es sehr viele Spuren von Reptilien (auch Schlangen) um unser Auto herum (aber der Host versichert immer noch steif und fest, hier gibt es keine Schlangen). Ein Kakadu läuft auf unserem Dach. Auf dem Besucherparkplatz vom Yardie Creek hat es Toiletten mit Spülung (und deren 6), währenddem wir hier zu 16t ein Buschklo teilen. Aber auch dieses ist gut geputzt. Die Fischer sind schon früh (und waren auch ganz spät) auf (stehen alle in einer Reihe am Strand). Sie wollten uns einladen, mit ihnen mitzukommen, wir haben dankend abgelehnt. Einer hier hat mal wieder die Schweiz mit Schweden verwechselt und ist ganz erstaunt, dass wir keine blonden Haare und eine helle Haut haben. Nachher ist er plötzlich sehr still. Der Wind lässt wirklich ein wenig nach, sodass wir endlich wieder draussen Frühstücken können (ist aber hart an der Grenze mit der Kälte). Fleecejacke sei Dank. Die Maus lebt noch immer. Frisst immer schön aus der Falle aber lässt sich nicht erwischen. Das macht uns ganz verrückt. Wir beschliessen, da das Boot noch immer nicht fährt, den Yardie Creek heute zu Fuss zu erkunden (hätten wir sowieso gemacht). Ein Vorteil hat der Wind, es ist auch um 11am noch angenehm kühl zum Wandern. Wieder einmal mehr machen wir die Strecke in der Hälfte der angegebenen Zeit. Dies macht es mühsam Touren zu planen (wir nehmen so immer viel zuviel Wasser mit (was dementsprechend schwer ist und Kräfte braucht). Manchmal sind die Touren aber eher wieder zu knapp bemessen. Der Creek führt wenig Wasser. Wir sehen sogar von weitem die äusserst scheuen Black-Footed Rock-Wallabies, welche es nur noch sehr selten und nur in dieser Region gibt. Ob sie tatsächlich klettern können mit ihren kleinen Armen bezweifeln wir. Am Nachmittag gehen wir nochmals zur Turquoise Bay zum Schnorcheln weil es uns dort so gut gefallen hat. Die 30km sind ein Katzensprung. Katzen etc. sollte man hier beim Ranger melden. Auch diese Tiere haben die frühen Europäer eingeschleppt und breiten sich seither unkontrolliert aus, was für die einheimischen Tiere zur Gefahr geworden ist/werden kann. Wir sehen bei der Bay viele bekannte Gesichter und viele altbekannte Fische aber auch neue, schönere, grössere Exemplare (der Fische). Wir getrauen uns auch weiter hinaus. Und wir tauchen mit Haien!!! Können nicht wirklich flüchten, als die zwei knapp 1-1.5m Tiere beinahe am Ende unseres Schnorchelgangs unter uns auftauchen, da die Strömung uns alle mitzieht. Eine gefühlte Ewigkeit umkreisen sie uns (eigentlich nur 2 Mal). Ich hoffe einfach nur, dass es keine hungrigen sind und keine gefährlichen und dass sie uns als Menschen erkennen und dass wir keine falsche Bewegung machen und ob Omid sie auch gesehen hat und das Omid nicht in Panik gerät und schnell weg und was macht man nun genau bei Kontakt mit einem Hai und darf ich jetzt mit Omid reden und Zeichen machen oder lenkt dies die Haie ab und wie laut sich doch mein Herzschlag unter Wasser anhört. Schon ein wenig später (zurück am sicheren Strand) bereue ich es die Tiere nicht mehr genossen und beobachtet zu haben. Wir nehmen an, dass es sich dabei um Riff-Haie gehandelt hat. Erfahren zum Glück erst später, dass auch die gefährlichen Haie sich im Riff aufhalten, da ein toter Wal angeschwemmt wurde. Die Australier (sogar 10 Jahre alte Jungs) sind derweilen regelrecht auf der Fotojagd nach den zwei gesichteten Haien. Wir haben es sogar versäumt eine Unterwasserkamera zu besorgen.
Was für ein Erlebnis aber es kommt fast noch besser (für mich). Bei Abenddämmerung auf der Rückfahrt zum Camping sehen wir (ja ich weiss, neben hunderten von Kängurus (eines hätten wir dabei fast überfahren)), Hasen (dies ist nicht das besondere aber besonders süss) auch einen Echidna. Wir machen Fotos, wie er vor uns die Strasse überquert (müssen dabei schauen, dass wir nicht überfahren werden), währenddem die untergehende Sonne die Felsen zu unserer Rechten in dunkelrotes, intensives Licht taucht, der fast-Vollmond an dem noch blauen Himmel, violette Blumen. Was für eine Stimmung. Grosse Mäusejagd in der Nacht. Wie immer ohne Erfolg. Sie frisst langsam die Falle auf.


Es hat nun öfters kleine Sandverwehungen (und ich dauernd ein Sandkorn im Auge). Überall hat es Sand! Meine Haare sind wegen des Meerwassers und keiner Dusche sehr struppig geworden. Kämmen unmöglich. Ich weiss jetzt wieso hier viele (vornehmend junge) Reisende Dreadlocks tragen. Heute wollen wir der Maus mit dem Fön (wenn wir ihn schon nicht für mich brauchen) Feuer unter dem Hintern machen. Leider müssen wir aber auch diesen Plan zerschlagen, da der Fön mit mehr Watt arbeitet, als unser Konverter zu liefern vermag. So kleben wir nun alle Löcher zu, in denen wir wissen, dass sie sich nicht aufhält, um sie langsam aber sicher in eine Ecke treiben zu können. Hier gibt es kein Apfelmus, nur Apfelsauce. An unserem letzen Tag hier ist der Wind schon fast erträglich. Heute wollen wir die Mandu Mandu Gorge besichtigen gehen. Wir laufen der ausgetrockneten Gorge entlang über pastellfarbene Steine, dann steil hoch um schliesslich einen herrlichen Aus- (Weit-) Blick über die endlose Buschwerkhügelkette, das Meer und die Gorge zu geniessen. Es bläst ein angenehmer Wind (müssen auf unsere Hüte aufpassen). Omid freut sich über kurzzeitigen 3G-Handy-Empfang (er läuft ganz seltsam mit erhobenen Armen auf dem Gipfel herum). Als Abkühlung gehen wir darauf nach Lakeside, wo man auch gut schnorcheln kann ohne dabei Angst vor der Strömung haben zu müssen. Man muss hier etwas weiter laufen, weshalb es viel weniger Leute hat. Wir sehen viele Kugelfische und schöne Korallen. Nur die Wellen nerven etwas (vor allem wenn man zum leeren des Schnorchels auftauchen muss). Beim Zurücklaufen zum parkierten Trucky sehen wir, wie ein Schwarm Fische vor einer Gruppe Delphine flüchtet. Wir gehen noch einmal die Strecke durch, welche uns morgen früh blüht: Die Überquerung des Yardie Creek. Da der Creek bei low Tide überquert werden sollte, mussten wir uns für 4.50am oder 16.58pm entscheiden. Da man, um auf der Strecke campieren zu können erst bei der Homestead der Ningaloo Station (50km entfernt) einen Schlüssel für die jeweiligen Gatter holen (und wieder zurückbringen) muss, haben wir uns für den Morgen entschieden. Jeden Tag bleiben einige Touristen im sandigen Untergrund des Creek stecken (und das ist Meerwasser!!). Wäre schon ein wenig peinlich, wenn wir dort steckenbleiben würden. Als Omid spät in der Nacht auf das Klo beim Besucherparkplatz geht erschrickt er zu Tode, als ein Känguru ganz in der Nähe einen Pfeiff-Laut ausstösst und darauf mehrere Kängurus aus dem Dunkeln davon rennen.
Es ist schon hart (auch in den Ferien), wenn der Wecker klingelt, wenn man sich gerade nur mal kurz im Bett umdrehen und wieder einschlafen möchte. Der Camp-Host hatte uns noch ein paar gute Tips gegeben. Reifendruck auf 25psi reduzieren, den dritten Gang Low Range einlegen und bei der Ausfahrt zügig gas geben bei der steilen, schwierigen Stelle. Erfolgreiches Creek Crossing nach einer unruhigen Nacht um 5.00am. Weiterfahrt bei Vollmond und schönstem Sternenhimmel. Wir sind völlig alleine. Ab und zu ein Känguru. Viele Falter. Einige Hasen. Nach Sonnenaufgang offenbart sich die schöne Steppenlandschaft der Ningaloo Station. Vorher mussten wir noch das Militärgebiet durchfahren (soll nicht besonders schön sein (sie bomben dort auch) weshalb uns die Nachtfahrt nicht wirklich gestört hat)). Es hat nun viele grosse Red Kängurus und wieder vermehrt Termitenhügel. Alle Gatter und somit Wege zum Strand sind tatsächlich verschlossen. Schade eigentlich. Wilde Ziegen grasen. Grosse Sanddünen fressen sich langsam ins Buschwerk ein oder umgekehrt.


Die Schafe der Station erscheinen in der Morgensonne rötlich. Der Track ist nicht ganz einfach, aber mit ein wenig Vorsicht angenehm zu fahren. Wenig Corrugation. Sandiger Untergrund. Wissen echt nicht, weshalb uns so viele vor dieser (angeblich eintönigen) Strecke abgeraten hatten und uns soviel Angst gemacht wurde. Eventuell wollten die Leute hier diesen schönen Ort für sich haben. Gelbe und Violette Wildblumen am Wegrand. Blaue. Plötzlich eine Düne im Weg. Keine Autospuren im Sand. Vollbremse; das was man im Sand unter keinen Umständen tun sollte. Es geht aber alles gut und nachdem wir gesehen haben, wo der Weg hinter der Düne weitergeht können wir ohne Probleme unsere Reise weiter fortsetzen. Viel zu schnell kommen wir in Coral Bay an. Ein Touristenort wie er im Buche steht (das ist jetzt nicht positiv gemeint). Kaufen das Nötigste ein (unter anderem eine neue Mausefalle (die Alte wurde zerfressen, ohne zuzuschlagen) und eine Fliegenklatsche). Bei der Bäckerei können wir uns nicht beherrschen und kaufen frisches Brot. Hoffentlich hält das nun ein wenig länger. Es hat wieder scheusslich farbige und merkwürdig klingende Backwaren im Angebot. Man soll nie hungrig in eine Bäckerei gehen. Touren zum und rund um das Ningaloo-Reef (Tauchen mit Schildkröten, Turquoise Bay, Schwimmen mit Haien etc. (alles Abenteuer die wir bereits zusammen erleben durften) werden hier angeboten, sonst besteht der Ort nur noch aus Restaurants, Resorts. Und einer Pizzeria. Omid möchte am liebsten bleiben. Wir duschen in der öffentlichen Toilette/Dusche am Strand und werden dabei angestarrt als ob wir von der Strasse kämen. Auch hier ist das Duschwasser salzig. Meine Haare stört dies jedoch nicht. Leider kommt man an der berühmten weissen Strand in der Nähe von Coral Bay (wo sich all die Stars und Sternchen die Türklinke in die Hand geben) nur mit chemischer Toilette. Würde sich langsam echt lohnen so eine anzuschaffen (wenn da bloss die Platzprobleme nicht wären). Dasselbe gilt für Solar-Pannels (Omid überlegt hin und her solche anzuschaffen um überall Strom zu haben und nicht mehr von unserer schlechten Batterie abhängig sein zu müssen). So geht es direkt weiter in Richtung Karijini National Park über die Minenstadt Tom Price. Auch der wurde uns von der einheimischen Bevölkerung mehrmals empfohlen.

Monday, September 5, 2011

Exmouth - Automechaniker können uns gestohlen bleiben...

Der Nebel verzieht sich schnell. Wir starten früh (es hält uns hier ja auch nichts), wollen (also Omid) auf ein vernünftiges Klo. Eine Gottesanbeterin hält sich auch noch mit 90km/h verzweifelt an unserer Windschutzscheibe fest. Wir (also ich) wissen jetzt, wieso man hier so selten europäische Luxusautos antrifft. Wegen der Luxussteuer. So muss man einen grossen Betrag zahlen, wenn ein vergleichbares Modell hier günstiger zu haben ist. Wir sehen eine Eco-Beach (hää?). Auch hier hoch im Kurs. Trucks (also auch unser kleiner Trucky) haben den Service (Ölwechsel, Filter, etc.) alle 7500 km. Wir sehen wunderschöne violette Blumen in Kontrast zu dem roten Sand. Das nächste WC, welches 130 km vom Rastplatz entfernt ist, ist "out of order". Omids Gesicht: unbeschreiblich. Um uns abzulenken, winken wir den entgegenkommenden Autos. Und nochmal 120 km zum nächsten Klo. Eine Kuh grast direkt neben einer bereits verwesten Kuh. The local police is now targetting: FATIGUE. Wir sahen schon SPEEDING und SEAT BELTS. Sie können das Traget-Schild beliebig auswechseln. Ein komplett ausgebrannter Wohnwagen, was da wohl für ein Schicksal dahinter steckt. Auf dem Klo hat bestimmt seit James Cook keiner mehr geputzt und auch die WC-Bürste wurde nie ausgewechselt. Dringend ist dringend. Wir essen Frühstück. Das Sandwich-Brot ist schon wieder schimmlig, bevor wir die erste Scheibe davon essen. Müssen anfangen das Brot im Kühlschrank aufzubewahren. Wenn der bloss Platz für sowas hätte. Über dem Tisch wurde ein Gebiss mit einem Nagel in die Decke geschlagen. Wir fragen uns wie man das wohl verlieren kann. Ebenfalls wissen wir nun weshalb es nicht allzu viele tote Tiere am Strassenrand hat. Wir sehen einen, der all die toten Tiere unsichtbar für die Autofahrer ins Gebüsch wirft. Beim Roadhouse hat es 20 Pfauen. Auf den Autos mitten im Niemandsland steht gross: Vehicle Reported. Wahrscheinlich, dass niemand nachschauen gehen muss ob noch einer drin sitzt. Wir nehmen aber an, dass die wenigsten der Autos Unfallwagen sind. Die meisten haben doch so nur günstig ihr Auto entsorgt. Omid freut sich ab der Abwechslung, mal jemanden überholen zu können. Wir durchfahren eine Ebene mit nur einem Baum in der Mitte. Wir kommen näher ans Meer. Das Navi hat jedoch keinen Massstab. Links von uns ist die Sandy Desert. Grassteppe soweit das Auge reicht. Ab und zu Buschwerk. Verschiedene Grüntöne. Vieles hier ist eingezäunt, das ist neu. Eine einsame kleine Wolke steht am Himmel. Greifvögel versuchen ihre Beute zu machen. Wir checken spontan am Camping Cape Kerauden ein. Zahlen 10AUD für den Einlass in den Park. Ein süsses kleines Zahlhäuschen mit einem noch schnuckligeren Ranger wie er im Buche steht. Die Brusthaare kommen Büschelweise aus seinem bis zum Bauchnabel aufgeknöften Safarihemd. Der Camping selber kostet 13 AUD/N. Man kann zwischen 3 Plätzen, alle direkt am Meer aussuchen. Es hat sogar ein WC (bring your own WC-Papier). Beim Rangerhäuschen (zugleich Informationstafel) meinen wir zwei Känguruh-Statuen in eindeutiger Pose entdeckt zu haben, bis wir merken, dass es sich hierbei um echte Exemplare (unsere ersten Kanguruhs nebenbei in freier Wildbahn) handelt die da seelenruhig ihr Ding durchziehen. Wir sind entzückt. Am Meer windet es stark. Wir sind bereits das erste Mal froh über unseren nun funktionierenden Wassertank, da es hier ausser dem Meer kein Wasser gibt. Omid macht eine Wette wie viele Oliven in seinen Mund passen (oder will er mir einfach keine abgeben). Das Lenkrad ist irgendswie um 30 Grad verschoben. Omid wollte mir das aber erst sagen, als sich meine Aggression gegen den Trucky etwas gelegt hatte. Ein Einheimischer sagt, solange es windet sind die Sandflies weg. Auch hier ist der Grund für die lästigen Viecher der Mangrovenwald. Wir fahren auf Empfehlung des Mannes an den Start der Eighty Mile Beach, welche gleich am Eingang des Parks gelegen ist (gleich am Creek beginnt). Den letzten Teil muss man laufen. Dies wird von Omid gerne überhört. Und so stecken wir schon wenig später im Sand fest. Erst beim zweiten Anlauf (gefühlte Ewigkeit), nach 4WD, Luft raus, Sand weg mit Schaufel vor Reifen, Geäst unter Reifen, schaffen wir den Weg zurück auf die Strasse. Omid sieht, dass er 4WD ohne die Nabe umzustellen gebraucht hatte (was natürlich nicht gerade viel nützt). Egal, Hauptsache raus. Die Lust auf den Beach ist uns aber vergangen. Wir hoffen nur, es hat uns keiner vom nahegelegenen Camping gesehen, wie wir da 5m von der Strasse weg im Sand festgesteckt sind. Zudem geht schon bald die Sonne unter. Der Sonnenuntergang ist irre schön. Aber durch den Wind ist es schon bald sehr kalt. Ich geniesse einen Eiskaffe mit Blick aufs Meer, währenddem Omid wieder Luft in die Reifen lässt. Er setzt sich später mit seinem kalten Bier (und dem neuen Getränkekühler) dazu. Es kommen viele Aboriginesfamilien zum Wochenende her. Gegessen wird der eben gefangene Fisch (oder eben nichts). In der Nacht höre ich immer wieder ein Rascheln. Doch sobald ich Licht anmache ist das Geräusch verschwunden. Doch plötzlich sehe ich eine kleine Maus an der Verpackung unseres (bereits verschimmelten) Brotes nagen. Mittlerweile ist auch Omid wach und installiert unsere (bereits zum Equipment gehörende) Mausfalle. Eine Zeit lang halte ich mir noch die Ohren zu um den Knall der zufallenden Falle (und somit den Tod der Maus) nicht mitanhören zu müssen, schlafe dann aber ein. Am nächsten Morgen ist das Brot aus der Falle schön weggefressen, die Falle aber leer und noch scharf. Folglich stellen wir als erstes das ganze Auto auf den Kopf. Wir finden einige "Geggeli" und unseren Abfall überall zerstreut. Im letzten Eck findet Omid schlussendlich die Maus kann sie in die Ecke treiben und es gelingt ihm sie mit blosser Hand (also mit Handschuh) zu fangen. Leider beisst und somit entkommt sie, bevor es uns gelingt ein Erinnerungsfoto zu schiessen (Omid ist unverletzt :-)).



Die Region hier heisst Pilbara und ist bekannt für das Eisenerz und somit ihre Minen. Kurz vor Port Hedland sehen wir Termitenhügel, welche alle einen Arbeiter-Schutzhelm auf sich tragen. Da haben wohl welche zuviel Bier getrunken. Wir beide haben am ganzen Körper rote Punkte die scheusslich jucken. Fragen uns ernsthaft, ob es sich dabei um Bettläuse handeln könnte. Beinahe alle Autos hier haben ein rotes Fähnlein. Es scheint hier sowieso beinahe nur Mietautos zu geben. Am Hafen vorne sehen wir Salinen. Es sind viele Jobs ausgeschrieben. Scheint nicht einfach zu sein hier Arbeitskräfte zu finden. Wir kaufen ein (vor allem neue Flip-Flops für Omid, nachdem der zweite Schuh nun auch noch gerissen ist). Sie scheinen hier nur die Plastik-Flip-Flops zu kennen. Bei der Weiterfahrt kämpft Omid mit immer stärker werdenden Windböen. Die nächste Abzweigung folgt in 200km. Es kommen uns einige Oversize-Gefährte entgegen. Wir müssen anhalten, da der Truck beide Fahrspuren braucht. Vorne her fährt ein Auto um den Transport anzukündigen. Überall sehen wir Einfahrten zu Minen. Und immer wieder aufgewirbelten roten Sand in der Ferne. Eine Schlange auf der Strasse bäumt sich auf und versucht unseren Trucky anzugreifen. Beim Karratha Roadhouse kann ich beinahe die Tür nicht öffnen vor lauter Wind. Es sei Beginn der Zyklon Saison. Zum Glück sind wir so gut informiert. Wir sind auf der Suche nach einem Schlafplatz. Es gefällt uns beim Roadhouse nicht. Wir wollen nicht für einen Platz zwischen Lastwagen im Sand bezahlen und die Bedienung ist zudem sehr unfreundlich, das Klo schmutzig. So fahren wir weiter zum 40Mile/Gnoorea Point (etwas abseits der Strasse direkt am Meer gelegen). Sieht schön aus aber man darf nur bleiben, wenn man eine chemische Toilette hat. Die Leute hier haben dementsprechend riesen Gefährte und alle Satellitenschüssel. Eine Dumpstation hat es aber gehabt (hätten ja auch dort rein… können). Wir fahren weiter. 5:30pm; es dunkelt langsam ein. Violette Blumen vor einer Hügelkette ähnlich dem Uluru. Traumhaft. Busse holen die Arbeiter von den Minen und Gaswerken ab. Ganze Dörfer aus Wohn-Containern wurden in die Landschaft gestampft. Wir sehen die schönen Beleuchtungen der Road-Trains bei Nacht. Um 6pm erfahren wir am Fortescue Roadhouse, dass ihr Caravan-Park geschlossen ist (auch hier sind jetzt die Mineure eingerichtet). Zumindest das Frauenklo (welches ich mit erlaube kurz zu benutzen) ist dementsprechend sauber. Und so fahren wir nach Sonnenuntergang in Richtung Robe River Rest Area, die wir ursprünglich eingeplant hatten, aber in unseren Träumen nicht gedacht hätten, dass wir diese heute noch erreichen. Es ist voll dort, wir finden noch ein Plätzchen gleich neben der Dumpstation. Es stinkt nicht. Wir scheinen uns erneut eine Maus eingefangen zu haben. Lassen es aber für heute sein mit der Jagd und vertagen das auf Morgen. Sind jedoch nicht erfolgreich (besser, wir bekommen sie nicht ein mal zu sehen). Wieder nur sehen wir an ihren Ausscheidungen, wo sie es sich in der Nacht überall gemütlich gemacht hatte. Blöd ist, dass es viele Ecken hier im Troopy gibt, wo eine Maus aber der Mensch nicht hinkommt. Das macht die Sache einiges schwieriger. Viele Esswaren sind angefressen. Eine Milchpackung läuft aus. Das einzige was bleibt: Die Falle. Je näher wir ans Meer kommen, desto grüner wirds (logisch!!!). Das satte rot wechselt in ein bräunlich. Wir sehen die ersten Schafe. Und wilden Ziegen. Omid meint, dass nicht allein der Wind schuld sein kann an den Steuerproblemen (zumal es mittlerweile fast windstill ist, wir aber trotzdem von einer Strassenseite auf die andere torkeln). Müssen das anschauen lassen, wenn wir überhaupt noch heil nach Exmouth kommen. Es ist flach und das über hunderte Kilometer. Zum Leidwesen von Omid entdecke ich die Musik auf meinem IPhone. Jennifer Hudson läuft von vorne bis hinten. Ich singe kräftig mit. Man muss dazu sagen, dass Omid Jennifers Stimme schon als Krächzen empfindet. Die Termitenhügel werden auch wieder zahlreicher, haben aber wieder eine regionale, spezifische Form. Manchen wurden Gesichter aufgemalt. Jemand scheint hier echt zuviel Zeit gehabt zu haben. Omid glaubt mittlerweile nicht mehr, dass wir in Exmouth ankommen. Das Lenkrad spielt verrückt. Der Trucky lässt sich immer schwieriger steuern, es ist anstrengend. Wir sehen vereinzelt (einzelne!!!) Velofahrer. Die müssen komplett verrückt sein. Wie die das wohl mit dem Wasser machen.



Wir schaffens dann doch bis in den Ort und checken für zwei Tage im Cape Holiday Park ein (für 45AUD/Nacht!!!). Es ist Sonntag. Eine riesige Reception haben die hier sogar. Und es ist Bingo-Abend. Die Leute auf dem Camping polieren ihre Autos. Wir (bescheiden wie wir sind) freuen uns vor allem auf die Dusche. Die Mausfalle wird erneut scharf gemacht (wieder ein wenig Peanut-Butter weniger für mich). Haben uns langsam an die wenigen Stunden Schlaf gewöhnt. Und finden Mäuse so gar nicht mehr niedlich. Auf einem kleinen Spaziergang durch Exmouth bei Nacht sehen wir viele Känguruhs ganz nah. In Exmouth scheint sich im Moment viel zu tun. Eine grosse Hafenanlage mit Ferienhäuschen und Yachtanlageplätzen ist in Entstehung. Die rüsten sich ganz klar für kommende, gut zahlende Touristen. Sonst ist der Ort sehr überschaubar. Wir hören auch diese Nacht das Rascheln der Maus. Die Stiche jucken erbärmlich (brauchen zum ersten Mal unseren After-Bite Stift). Wir beschliessen im vermuteten Versteck der Maus reichlich Insektenspray zu versprühen. Müssen jedoch aufpassen, dass sie uns nirgends stirbt, wo wir sie nicht entfernen können. Einen offenen Wasserkanister (ohne Trinkwasser) stellen wir auch auf in der Hoffnung sie möge auf der Suche nach Wasser jämmerlich ertrinken. Mittlerweile sind alle Esswaren gut abgesperrt.
Kaum auf, starten wir zum Mechaniker, welche derselben Kette (Repco) angehört, wie die Deppen, die all die Reparaturen an unserem Troopy in Broome durchgeführt hatten. Wir haben mit dem Manager in Broome telefoniert, welcher uns die Adresse genannt hat und auch gewünscht hat, man möge ihn anrufen, bevor etwas gemacht wird (so wie er das bei uns immer so toll gemacht hatte!!!). Obwohl der Laden um 7:30am öffnen sollte (wir stehen vor dem Eingangstor) ist auch um 7:45am noch niemand zu sehen. No worries. Es hat sich gelohnt zu warten (und auf das Frühstück vorerst zu verzichten). Wir kommen als erste dran. Man glaubt es nicht, die Mechaniker in Broome hatten tatsächlich vergessen den Sicherungsstift in die reparierte Lenkung einzufügen. Noch ein paar Kilometer weiter und der Wagen wäre nicht mehr lenkbar gewesen. Der Mechaniker fasst sich an den Kopf, bereinigt die Sache umsonst und ruft noch so gerne den verantwortlichen Mechaniker an um ihm "a kick in the ass" zu geben. Nun wirds Zeit fürs Frühstück. Nach dem Wäsche waschen sind unsere weissen T-Shirts noch immer beige (daran wird sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern). Buchen die Campingplätze für kommende Woche im Cape Range National Park. Wir wollen dort ein paar gemütliche Tage mit schwimmen und schnorcheln verbringen. Weil die Plätze beschränkt sind, muss man vorreservieren. Den Tip haben wir vom F-Pärchen in Broome bekommen. Viele der Plätze sind über Wochen ausgebucht und das am Ende der Saison. Einige kann man nicht online buchen. Für jene Plätze muss man um 7am (oder besser noch früher) am Parkeingang anstehen und hoffen, dass noch ein Platz frei ist. First come, first served. Das Ningaloo-Reef ist neben seinen Korallen vor allem für die Wal-Haie bekannt, welche für mehrere Monate im Jahr nah an die Küste kommen. Die Tiere sind Planktonfresser aber von eindrücklicher Grösse. Man kann bei ausgewählten Anbietern Touren buchen, um mit den Riesen tauchen zu gehen. Wir haben noch eine High-Tech Mausfalle gekauft. Ein farbenfroher Haubenvogel kommt ganz nah an uns heran. Mit Febreze versuchen wir einen angenehmen Duft im Auto zu verbreiten, nachdem der Auto-Luft-Erfrischer nicht wirklich was genützt hatte. Der Teppichreiniger hat keine Chance gegen den Lampenölfleck. Das "Bushman"-Gel soll dafür Wunder wirken gegen Moskitos und Fliegen aller Art (was da wohl drin steckt). Bei dem Preis muss es auch einfach wirken. Ich hoffe Omid geht damit etwas sparsamer um als mit seinem Tropical Strength Spray (mittlerweile ist die zweite (grosse) Flasche auch schon zur Hälfte aufgebraucht)
Die Maus fängt sich auch mit der neuen Falle nicht. Dafür werden unsere Augen immer kleiner. Wir starten heute zum Cape Range National Park.

Thursday, September 1, 2011

Broome- oder wie man in 3 Tagen ein Monatsbudget durch lässt

Ich entdecke Falter hier von unglaublicher Grösse und Schönheit. Leider sind sie nicht halb so schön wenn sie einem versuchen in das Licht der Stirnlampe zu fliegen (oder bereits platt am Boden liegen weil einer drauf getreten ist). Wir warten, dass endlich eine Waschmaschine frei wird und führen ein wenig Smalltalk. Dann werden unsere Wunden gepflegt (keine Angst, tönt schlimmer als es ist). Omid hat das Spinifex geküsst. Die Nachbarn, welchen wir den Platz weggeschnappt hatten haben DANGER Band rund um ihr Zelt angebracht. Oben auf ihrem Auto hat es eine riesige Hacke. Wir hoffen jetzt mal, dass sie jene für die Goldsuche benötigen. Wir fahren zum Malcolm Douglas Wilderness Park etwas ausserhalb von Broome (für australische Verhältnisse in Broome (20km entfernt)). Hier hat der ehemalige Abenteurer und Filmemacher einen Park eingerichtet mit endemischen Tieren. Vieles sind Problemfälle, welche Menschen angegriffen hatten und deshalb nicht mehr in der Natur belassen werden können (denkt der Mensch). Oder auch Tiere mit Behinderungen, welche in der Natur kaum überlebt hätten. Höhepunkt für uns ganz klar Tiere, welche wir bis jetzt noch nicht selber zu Gesicht bekommen haben und wahrscheinlich auch nicht mehr werden: Dingo, Cassovary, Bilby. Die Dingos hatte ich mir ganz anders vorgestellt (sehen aus wie normale Haushunde). Durch eine Führung erfahren wir vieles über die Tiere. Von den Cassovarys habe ich vor diesem Besuch noch nie etwas gehört gehabt. Sie scheinen sich seit Urzeiten nicht mehr weiterentwickelt zu haben (versuchen noch immer mit dem Kopf durch die Wand zu rennen). Wir sehen dort auch zum ersten Mal Emus und sammeln deren farbige! Federn ein. Weiss gar nicht, wo die grossen Vögel in dem kleinen Kopf ein Hirn haben können. Sämtliche Unterarten der Wallabies, Wallaroos und Kängurus sind ebenfalls zu finden. Und natürlich viele viele Vögel (wenigstens schön anzuschauen). Die Infos im Park beziehen sich leider aber vor allem auf die Geschichten der einzelnen Individuen statt auf Allgemeines über die Art. Nur durch die Führung gelangt man an mehr Information (sind aber auch sehr touristisch gehalten, mit streicheln der Dingos, Schlangen und Krokodile und mit Fotos machen, sowie mit füttern der grossen Salties). Ok, die Salties haben wir auch gestreichelt (waren 2 Jahre alt, der Mund zugeklebt). Wir erschrecken sehr, als uns ein viel grösseres Exemplar aus seinem Wasserloch direkt angreift (zum Glück hatte es einen (bereits ausgebuchteten) Zaun dazwischen. Alle übrigen Tiere lagen nur träge herum. Ein kleiner Junge möchte nach langem hin und her die Olive Python (mit-)halten, als diese genau in diesem Moment das Maul vor seiner Nase öffnet. Das Gesicht des Jungen (und vor allem das der Mutter) war herrlich anzusehen. Wir waren fast die ersten am Morgen im Park und sind erst am Nachmittag wieder weitergezogen (obwohl die Tiere eher Zirkus-Ausstellungstiere darstellen und wir etwas anderes erwartet hatten (vor allem zu dem stolzen Preis)). Es hat sich wieder einmal mehr gezeigt, dass früh am Morgen wesentlich weniger Leute die Attraktionen besuchen und man so viel mehr von den Besuchen hat. Beim Hinausgehen sehen wir, dass wir hier auch Gürtel und Handtaschen aus Krokodil- und Schlangenleder kaufen können.



Wir gehen auf einen Mangosmoothie zum (angepriesenen) Mango-Place, welcher gleich neben dem Park liegt. Ein schnuckliges Kaffee, welches viele Mangoprodukte führt (auch ausserhalb der Mangosaison). Bedient wird das Lokal von jungen Backpackern. Freitags und Sonntags gibts Holzofenpizza. Omid vergeht das Wasser im Munde (leider haben wir heute Montag). Für den Preis des Smoothie (6AUD) hatte ich eigentlich 5dl Gläser statt 2dl Gläser erwartet. Ausserhalb des Wilderness Parks sehen wir die viel schöneren Kokkaburras. Wir verlängern noch eimal um einen Tag an der Roebuck Bay. Dies wollten wir eigentlich von Anfang an, aber die beim Camping wollten uns erst nur 2 Übernachtungen buchen lassen (vielleicht ziehen viele ihre Buchungen zurück?). Wir fahren zum Sonnenuntergang an die berühmte Cable Beach raus. 22km lang nur weisser, fester Sandstrand. Das heisst, man kann darauf hinaus fahren und anhalten wo es einem gefällt. Super schön. Nur sind wir nicht die Einzigen (es verteilt sich aber gut). Viele Touristen haben den (ebenfalls berühmten) Kamelritt in den Sonnenuntergang gebucht. Einige kommen mit ihren Hunden. Gassi gehen auf Broomerisch: Hund aus dem Auto raus lassen, dann weiterfahren.



Ein Fischer steht bei der Ebbe weit draussen im Wasser. Möven umfliegen unseren Trucky. Es ist feucht und Salz liegt in der Luft. Die Scheiben laufen an. Wir lassen uns Zeit mit dem Zurückfahren (aber nicht zu lange, da wir die Zeiten von Ebbe und Flut (noch) nicht im Griff haben). Es hat nur eine Strasse, welche zum Strand (und wieder weg-) führt, an welcher es dementsprechend gleich nach Sonnenuntergang staut. Omid hat Lust auf Cynar, denkt aber den hier sicher nicht finden zu können. Am Abend liest er in der WA Weekend und sieht einen Artikel einer Bar in Perth, welche ausgerechnet für den Ausschank eines aussergewöhnlichen, exotischen Getränks berühmt ist: Cynar. Wir wissen dank der Zeitung vom Wochenende (welche wir tatsächlich in der Laundry gefunden haben) nun auch, dass die Proteste, welche wir gemeint haben seien gegen Touristen am Cape Leveque, gegen den Bau eines Gaskraftwerks am Prices Point ist. Safe the Kimberley. No Gas. Wir hatten Glück, konnten wir die Strasse überhaupt nach Cape Leveque nehmen (es gab in diesen Tagen Strassensperren). Wir stellen eine Liste von den Mängeln am Troopie für den morgigen Service zusammen (in Englisch diesmal, damit wir nicht immer so nach den Begriffen suchen müssen). Am Platz tropft es immer wieder von den Bäumen auf uns herunter. Wollen gar nicht genau wissen was das ist. Scheint aber relativ durchsichtig zu sein.



Unser Trucky geht in den Service. Wir wissen nicht wann er den letzten gehabt hat, da keine Quittungen vorhanden sind. Wir sind also auf vieles gefasst. Frühmorgens sind wir vor der Garage und hoffen unser geliebtes Auto bald wieder abholen zu können. Der Empfang ist sehr kalt. Sie sind halt auch hier nicht an einzelnen Touristen (welche nur einmalig bei ihnen vorbeikommen) interessiert (vor allem, da sämtliche Britz, Apollo etc. bei ihnen unter Vertrag zu stehen scheinen). Der Parkplatz ist auf jeden Fall schon kurz vor 8am voll. Als wir unsere Liste zeigen und dem Manager die Mängel direkt am Auto zeigen wollen, ist sein Kommentar nur, dass er dann um 5pm nach hause gehe. Er kommt nicht nach draussen und verspricht uns, dass alles angeschaut werde. Wir lassen wieder einmal unsere Nummer da, dass sie uns Bescheid geben können, wenn was Grösseres ersetzt werden muss (wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass uns irgendwann einmal wirklich einer anruft). Wir gehen zu Fuss auf Entdeckungstour durch Broome. Wir sehen alte Perlentaucherboote vom 19. Jahrhundert und erfahren viel über die Geschichte von Broome und ihren Perlentauchern. In den nahegelegenen Shops im Chinatown von Broome gibt es die berühmten Perlen zu kaufen (und für uns zu besichtigen). Das bekannte Chinatown (die Altstadt) haben wir uns etwas anders vorgestellt (halt wie China Town eben). Die Läden entsprechen jedoch eher denen eines typischen Touristen-Strand-Ortes (Gallerien, Juwelliere, Restaurants (fast keine Chinesische), Kaffees, Souvenirs, Kleider). Viele der Restaurants haben erst am Abend geöffnet. Wir essen auf der Wiese gleich hinter China Town im Schatten zu Mittag. Wir wundern uns, weshalb alle Aborigines plötzlich alle den Schatten und die Wiese verlassen, denken uns aber nichts mehr dabei, bis der Rasensprenger angeht. Ein Vogel beglückt mich (diesmal meinen Hut). Wir sehen auch das älteste dauernd in Betrieb stehende Openair Kino, das Sun-Pictures. Sieht sehr gemütlich aus. Wir erkundigen uns mal nach dem Programm (16.50AUD/Person). Hier kann man sich wenigstens sehr sicher sein, wegen dem Wetter. Der Japanische Friedhof ist beeindruckend. Hier sind die vielen (vor allem) Taucher begraben, welche zur Boom-Zeit herkamen und ihr Leben gelassen haben, weil man damals noch nichts von der Taucherkrankheit gewusst hatte. Viele sind auch den Zyklonen und sonstigen Gefahren zum Opfer gefallen. Man gedenke besonders Fook Yu. Die meisten hatten ursprünglich einen Kimberley-Stein als Grabstein. Leider sind viele mittlerweile zerstört oder beschädigt. Gleich daneben befindet sich der Chinesische, der Muslimische und der Christliche Friedhof. Interessant wie unterschiedlich die Gräber gestaltet und unterhalten sind.



Viele haben schöne Muscheln als Dekor. In Broome gibt es die "Broome Broome" Mietwagen. Süss. Wir gehen dem Meer entlang (soweit das geht) zu unserem Platz und sehen die "High Tide". Leider haben wir bis auf unsere Badehosen alles im Troopie gelassen, weshalb wir uns beide jetzt mit Frauenzeitschriften aus dem Jahr 2010 von der Laundry beschäftigen (und mit People Watching). Wir lernen ein Paar aus Holland kennen. Er ursprünglich aus UK. Sie reisen und arbeiten seit nun bald 2 Jahren in Australien. Im Moment sind sie als Koch und Kellnerin gleich am Strand im Kaffee tätig. Ihm fehlen ein paar Zähne. Leben tun sie in einem Auto kleiner als unseres. Die Vögel sind alle im Schatten zusammengepfercht, was noch lustig anzusehen ist. Noch immer haben wir nichts von der Garage gehört (was nichts zu bedeuten hat), weshalb wir gegen Betriebsende dorthin pilgern. Sie sind gerade fertig mit unserem Troopie. Anscheinend sind sie 4h an ihm beschäftigt gewesen. Der Service wurde gemacht. Die Pumpe zum Wassertank geflickt (wir können nun endlich unseren Wasserhahn im Auto benutzen!!!). Einige kleiner Mängel und leider auch einige gröbere (Lenkung, Bremsbeläge, Radlager) gäbe es noch zu beheben. Am besten, wir bringen unseren Trucky morgen nochmals vorbei. Mühsam. Vor allem weil wir dann wieder einen Tag kein Auto haben werden (und nicht minder schlimm um 7:30 dort stehen müssen (vom Preis gar nicht zu reden)). Aber, da es sich bei all diesen Sachen (angeblich) um Sicherheitsrelevantes handelt. Beschliessen wir beide die nicht billigen Reparaturen machen zu lassen. So verlängern wir im Camping für eine weitere Nacht. Beim Laufen sind wir uns lustigerweise den Linksverkehr noch nicht gewöhnt (beim Fahren schon). Überall am Strassenrand hat es Scherben (auch auf den Trottoirs). Der Fussgängerweg ist unlogisch gestaltet, weshalb man oft auf dem Rasen gehen muss. Der Mangrovenwald ist enorm in Broome und verdeckt praktisch überall die Sicht aufs Meer. Er wurde mal in mühsamer Arbeit entfernt, hat dann aber den Strand vor Naturgewalten nicht mehr schützen können, weshalb man ihn wieder kommen liess. Wir kommen am Büro des DEC vorbei und kaufen uns endlich den National Park Pass für alle Parks in WA. Und sie erstatten uns sogar die bereits bezahlten Tage in den National Parks zurück, respektive das Startdatum des Passes (ein Jahr gültig (80AUD)) wird auf den 16.8.11 gesetzt. Vielleicht ist der Pass dann auch ein gutes Verkaufsargument nächstes Jahr. Die Nacht ist extrem feucht. Alles klebt. Immerhin ist es warm. Am nächsten Tag hat es tatsächlich Nebel. Meine "Goose Bumps" sagen, es ist eiskalt. Der Wetterbericht zeigt 20 Grad für den Tag. Meine Beine zeigen mindestens 50 Mückenstiche. Die Mückenstiche hier beginnen erst eine Weile nach dem Saugen zu jucken, weshalb die Mücke immer lebendig davon kommt. Mein Hämatom zeigt die schönsten Farben. Omid bringt (netterweise) das Auto in die Reparatur, während ich auf unser Hab und Gut aufpasse (diesmal werden wir besser vorbereitet sein). Endlich lässt sich die Sonne blicken. Wir hören Nachrichten dank dem Ohrenschaden des Nachbarn nebenan, welcher seinen Radio/Fernseher lauf aufgedreht hat. Wir geniessen das süsse Nichtstun. Zu Mittag gehen wir in die Strandbar mit Sicht auf die Badenden, wo die beiden Holländer arbeiten. Einige Frauen (weisse) führen eine Art Taufritual mit einem älteren Aborigine durch (oder versuchen sie ihm Tauchen beizubringen). Eine Aborigine ist auf der Suche nach Zigarettenstummeln. Es ist lustig zu beobachten, wie die Leute am Strand von der Flut immer mehr zurückweichen müssen. Omids Flip-Flops reissen ausgerechnet jetzt wo wir sämtliches Material im Auto haben (also doch nicht auf alles vorbereitet). Er leiht sich "Super-Glue" vom Holländer. Der Schuh hält vorläufig. Er möchte sich nicht von ihnen trennen. Er ist bis jetzt jeden Tag mit ihnen herumgelaufen (Ausnahme Wandern). Das verbindet. Einige Stunden später kommt er mit Trucky zurück. Der arrogante Manager hatte ihn 1h warten lassen ("In der Ecke hätte es ein paar bequeme Stühle"), als er vor Ladenschluss dort auftauchte in der Hoffnung, der Troopie wäre schon abholbereit. Später sieht er den Troopie fertig herum stehen, der Manager spricht aber noch in aller Ruhe mit einem Mitarbeiter, bis sich der Chef höchstpersönlich um Omid kümmert. 1000AUD hat alles zusammen gekostet, wobei er noch Rabatt gekriegt hatte aus Mitleid (gesagt hat ihm der Chef, weil er einen solch schönen Hut hat - und weil die Tages-Kartenlimite erreicht war). Die Antenne hats umsonst gegeben, ebenfalls einen Stubbie-Halter (Getränkekühlhalte-Halter). Immerhin so einen wollte er schon immer haben (nur vielleicht keiner, welcher ihn bei jedem gemütlichen Bier an die Garage hier erinnern wird). Der Chef persönlich hat sich bei ihm für die guten Geschäfte bedankt. Also meiner Meinung nach haben wir bei so viel Aufmerksamkeiten einfach zuviel bezahlt. Hoffentlich ist nun wenigstens alles in Ordnung und wir haben für längere Zeit keine Probleme mit unserem Troopie.
Der Cottage-Cheese ist hier viel cremiger als der von Migros (und eher mit Streichkäse zu vergleichen). Vielleicht liegts auch daran, dass wir einen low-fat erwischt haben. Die Polizei überprüft in regelmässigen Abständen, ob auch nicht an den malerischen Plätzen übernachtet wird. Wir kriegen zwei Italienische Paare mit Mietwagen als Nachbarn und denken an Mick (und vorallem seine Pinkelstellen am Platz) zurück. Wir kommen mit dem Paar aus Frankreich ins Gespräch. Anscheinend war das CH-Paar mit Troopie, welche wir vor Bell Gorge getroffen hatten, ihr Nachbar hier auf dem Camping. So klein ist Australien. Das F-Paar ist wie verrückt am Arbeiten. Morgens House-Keeping, Mittags Kitchen-Aid, Abends Waitress, um möglichst viel Geld in kurzer Zeit zu machen, um dann wieder eine längere Zeit Reisen zu können. Sie wollen für länger nach Indonesien (weils dort so billig ist). Sie haben Angst vor dem Saison Ende, da dann plötzlich viel weniger Arbeit da ist. Dafür können sie Broome nicht wirklich geniessen. Sie sind in Perth gestartet und schwärmen auch von Exmouth. Da wollen wir morgen auch hin. Und vom Karijini National Park. Auch der ist auf unserer geplanten Route. Die kleinen Sandflies kommen tatsächlich durch unser Moskitonetz durch. Ich habe doch noch ein Mittel gefunden die Füsse sauber zu kriegen: Nagellackentferner. Aber Omid glaubt noch immer, seine braunen Stellen sind auch wirklich braun (man sieht sogar den Flip-Flop Abdruck). Er braucht den Nagellackentferner nicht. Der brennt fürchterlich in den Wunden und den Mückenstichen. Omid meint, nur in den aufgekratzten (wie gemein). Die taubenähnlichen Vögel hier spreizen zur Balz ihre Schwanzfedern ähnlich wie der Pfau. Ich sehe ganz genau, dass das Wasser, welches von den Bäumen tropft doch Vogel… ist. Omid rettet sich in die pralle Sonne. Müssen noch auftanken, einkaufen und dann gehts ab in den Süden in Richtung Ningaloo Reef. Eine ältere Frau ist als Rucksacktourist unterwegs und schläft nur mit ihrem Schlafsack unter freiem Himmel am Boden. Ob sie wohl gleichviel für ihren Platz hier bezahlen musste wie wir. Die Müllabfuhr hat Fangarme, sodass der Müllmann selber die Plastikkontainer nicht berühren muss. Das nenn ich fortschrittlich. Die Zeitungen werden hier wie im Film ausgetragen (besser geworfen). Man findet deshalb die Zeitungen überall. Je nach Windstärke sogar auf der Strasse. Wir sind versucht, eine mitzunehmen. Wir wollen gerade tanken, da entdeckt Omid zu seinem Entsetzen, dass es grün(!!!) vom Auto herunter tropft. Kühlerflüssigkeit; unverkennbar. Dabei sollten die Leute von der Garage doch das Kühlsystem auf ein Leck hin überprüfen, da wir bisher immer relativ viel Kühlmittel nachfüllen mussten. Also schnurstracks zurück zur Garage. Wir werden direkt vom Chef empfangen (Omid hat in seiner Wut den Wagen auch nicht zu übersehen direkt vor dem Office abgestellt und ist in einen Tempo vorgefahren). Man kennt uns mittlerweile schon und sieht sich das Problem wenigstens sofort an. Man muss zugeben, dass der Radiator leckt und man das einfach nicht gesehen hatte bei der Drucküberprüfung. Hier müssen ein paar Röhren geschweisst, im schlimmsten Fall der ganze Kühler ausgewechselt werden. Na toll. Immerhin verspricht der Chef sich gleich an die Arbeit zu machen. Hat wohl Mitleid. So laufen wir erneut durch Broome und lassen uns am Meer nieder. Später kriegen wir einen Anruf, dass tatsächlich der ganze Radiator ausgewechselt werden muss, da der alte komplett am "Verbrösmeln" ist. 600 AUD nur der Radiator und mindestens 2h Arbeit. Uns wird ganz anders. Aber was bleibt uns anderes übrig als in die Reparatur einzuwilligen. In einer Stunde können wir den Wagen abholen. Wir sind ganz übler Laune, als wir kurz vor der vereinbarten Zeit bei der Garage eintreffen. Uns wird der Radiator (aus welchem Grund auch immer) gezeigt (hätten ja irgend einen nehmen können) man lässt und dann aber noch beinahe 2h warten (auf den bequemen Stühlen). Wir sind nun stocksauer. Lernen noch ein CH-Paar kennen welches auch am Warten ist (und immerhin ein paar Einheimische müssen auch warten). Sie sind auf Hochzeitsreise. 6 Monate Südafrika und nun 6 Monate Australien und 1 Monat Neuseeland. Es ist schon eine schöne Zeit in der wir leben. Sie haben bereits den vierten Camper und jetzt schon wieder eine Panne (Achtung: Cheapa Campa meiden). Als wir unseren Trucky endlich mitnehmen können, hoffen wir diese Garage nie mehr von innen sehen zu müssen (und dem Chef dort gehts gleich (waren wohl nicht gerade die einfachsten Kunden)). Auch irgendwelche Gummiriemen mussten noch ausgewechselt werden (warum das beim Service nicht gemacht wurde ist mir ein Rätsel). Wir kriegen noch zwei Stubbie-Halter geschenkt. Danke, danke. Trotz allem (oder gerade deshalb) beschliessen wir noch heute wie geplant in Richtung Exmouth zu starten. Nun ist ja alles am Auto gemacht, was überhaupt gemacht werden kann (ausser dem Motor) uns kann nun eigentlich gar nichts mehr passieren (IRONIE). Der nächste 24h Rastplatz ist 50km von Broome entfernt (merkwürdigerweise darf man nicht auf allen Rastplätzen hier übernachten, obwohl es zwischen ihnen selten Unterscheide gibt. Wir fahren zum ersten Mal in der Dämmerung. Haben bei jedem Schatten und Bewegung Angst, dass uns jetzt ein Tier in das Auto läuft. Überall hat es auch entsprechende Warnschilder. Wir überfahren aber nur eine bereits tote Schlange. Der Platz ist von einem normalen Parkplatz nicht zu unterscheiden. Keine Sanitäre Anlagen vorhanden. Immerhin hat es Abfalleimer. Es stinkt fürchterlich nach Urin. So geniessen wir im Auto drin unseren Znacht. Sind froh, Broome hinter uns gelassen zu haben. Es ist erneut sehr feucht in der Nacht, wollen aber wegen dem Gestank die Fenster geschlossen lassen. Immerhin kostet der Platz nichts.