Monday, May 28, 2012

Cairns - Das Tor zum Great Barrier Reef

Wir möchten uns das berühmt(-berüchtigte) kleine Dörfchen im Regenwald namens Kuranda kurz vor Cairns anschauen gehn. Die sollen dort einen Markt haben, welcher das ganze Jahr über geöffnet hat. Ein Traum ;) (für mich). Per Kurvenstrasse gehts durch den Nebel. Als wir ankommen sehen wir, dass der Ort nur aus Touristensouvenirläden besteht. Es scheinen nur Aussteiger hier zu wohnen. Dementsprechend alternativ sind die Marktstände. Yogitee dort, Räucherstäbli hier und viel Batiksachen. Aber sonst ist der Ort ganz niedlich. Die Preise sind überteuert. Schlendern ein wenig herum. Schnell machen wir uns auf nach Cairns ans Meer. Dort fallen uns zuerst die vielen Backpackers auf. Die Stadt scheint nur von ihnen besiedelt zu sein. Fast alle Autos haben ein Nummernschild aus WA. Parkplätze sind ganz schön teuer. Im Holiday Park Campingplatz wollen wir bleiben (32AUD/N) bis das Wetter gut genug ist um heraus aufs Great Barrier Reef fahren zu können. Angebote für solche Touren zum Riff gibt es zu Hauf. Es fällt schwer sich für eine Tour zu entscheiden. Obwohl wir dachten, dass es in den Tropen nur kurze aber heftige Regenfälle gibt regnets seit Stunden aus Eimern. Und es scheint laut Radar nicht mehr aufhören zu wollen. Viele haben ihr Nachtlager in der Campingplatzküche aufgeschlagen oder verlassen den Ort in Richtung Norden. Es bilden sich Seen auf den Strassen. Bis zum Morgen hat es 60mm geregnet und noch immer kein Ende in Sicht. Wir sehen wie viele hier von Cairns aus wieder heimfliegen und deshalb ihr Auto und Equipment verkaufen. Dementsprechend wenig kriegt man hier für sein Fahrzeug. Die Nachfrage ist definitiv kleiner wie das Angebot. Beschliessen hier nicht unser Trucky zum Verkauf anzubieten. Definitiv das falsche Klientel hier. Nächster grösserer Markt wäre Brisbane. Also auf nach Brisbane. Der Fluglärm fällt auf. Es zieht uns nichts aus dem Bett. Schon wieder ist im Auto alles feucht. Wir haben (trotz Vorzelt) keine Möglichkeit zum Lüften. Allen anderen auf dem Campingplatz scheint es nicht besser zu ergehen (oder sogar noch schlechter). Als der Regen (92mm in 24h!!!) endlich aufhört gibt es einen riesen Ansturm auf die Duschen. Nester der grünen Ameise hat es vom Baum herunter geregnet. Interessant anzusehen. Haben gehört, dass das Mungalli Creek Yoghurt das Beste der Region sein soll und da wir bis jetzt vom Yoghurt in Australien nur enttäuscht worden sind, probieren wirs. Gar nicht so schlecht. Aber auch teuer. Mit dem Shuttlebus (7AUD/Person hin und zurück) fahren wir in die Stadt. Laufen der Esplanade entlang.


Sehen die Lagoon mit Sicht auf das offene Meer. Es hat sogar Badende drin (Asiaten ;)). Viele Restaurants und Cafees. Bei Sonnenschein bestimmt sehr "aamächelig". Auch mit den vielen Palmen. Noch grössere Souvenirladendichte wie in Kuranda und Tourbuchungszentren soweit das Auge reicht. Es gibt hier nichts, was man nicht buchen könnte. In allen Preisklassen. Viele Schweizer und Deutsche sind unterwegs. Omids Geduld mit den Australischen Frisören ist am Ende, nachdem ihm auch der zweite Frisör in kurzer Zeit die Haare verhunzt hat. Der ganze Abend ist regenfrei. Die grünen Ameisen (wir wissen ja jetzt, dass man die essen kann) lassen sich zu hunderten auf unser Auto herunter fallen (Angriff gegen den Eindringling). Der Shuttlebus führt uns erneut ins Städtchen. Kaufen eine Heizung für kalte Nächte. Ebenfalls gönnen wir uns eine Wasserdichte-Schutzhülle für meine Kamera um Unterwasserbilder machen zu können. Lassen uns beraten und melden uns für den Tagesausflug auf der Silverswift an. Ein Katamaran, welcher zum Outer Reef fährt, welches noch praktisch unberührt sein soll. 186AUD/Person kostet uns der Schnorchel-Spass. Wir lassen uns überraschen. Über den Esplanade Markt gehts zurück zum Campingplatz.
Müssen früh raus. Heute geht es zum berühmtesten Riff der Welt. Der einzige lebende Organismus, der vom Weltall aus zu sehen ist. Nach der letzten Eiszeit entstanden. Es ist bewölkt und WINDIG (30 Knoten)!!! Der Wellengang bringt einige Leute an Board um den Verstand. Es gibt kaum einen, der nicht unter der Seekrankheit leidet. Die Kotztüten sind schon bald begehrte Ware um nicht über der Reling hängen zu müssen. Sind zum Glück nur 32 Personen auf dem Boot, anstatt der maximal 89. Trotzdem wird es eng, als alle zeitgleich bei der ersten Anlegestelle ins Wasser wollen. Immerhin ist dank kaltem Wetter und gutem Lycra-Suit (schützt gegen Quallen) und Wet-Suit das Wasser angenehm warm. Schnorcheln eine Zeit lang mit einer Schildkröte.


Die Fische sind extrem farbenfroh. Ebenfalls die Korallen, obwohl schon viele der Bleiche zum Opfer gefallen sind. Versuchen das Ganze mit der Kamera festzuhalten. Wir befinden uns wie in einer anderen Welt. Leckerer Lunch mit Sushi und indischem Curry!! Einige, welchen es immer noch schlecht ist, essen nichts und schnorcheln auch nicht. Wir langen tüchtig zu. Haben viel Energie verbraucht beim gegen die Strömung ankämpfen und immer wieder auftauchen, weil mit jeder zweiten Welle Wasser in den Schnorchel geriet. Sehr mühsam. Wir haben am Ende auf jedem Zeh eine Blase. Ebenfalls war es wegen der Strömung nicht erlaubt, sich mehr als zwei Bootslängen vom Schiff zu entfernen. Wir haben sogar eine Schwimmweste gekriegt für alle Fälle. Warmer Tee ist begehrte Ware an Board (und sogar gratis!!!). Der Tag geht schnell vorbei. Legen insgesamt an drei verschiedenen Riffs an. Kosten den Tag voll aus. Die Rückfahrt nach Cairns will jedoch nicht mehr enden ;).


Probieren in einem Laden Früchte aus der Region, von welchen wir noch nie gehört haben. Zum Beispiel die Paw-Paw und die Pomelo. Verlassen Cairns - the City in a Garden - in Richtung Süden.

Thursday, May 24, 2012

Cape York Peninsula - Dort wo der Regenwald auf das Riff trifft

Die Region um Palmer River hatte einst den grössten Goldrausch in Australien ausgelöst. Unter anderem fanden rund 17'000 Chinesen ihren Weg hierhin. Die Gegend ist sehr gebirgig. Black Cockatoos. Savanne. Termitenhügel säumen wieder unseren Weg. Wir blicken in altbekannte Augen von Droughtmasters. Im charmanten Palmer River Roadhouse essen wir zu Mittag. Ihr werdet kaum erraten was: Burger. Will was neues (gesundes) probieren: Fish burger. War dumm von mir hier frischen Fisch zu erwarten. Die Fritteuse ist allgegenwärtig. Wir haben Mango-Pinnaple Ice Tea von Lipton für uns entdeckt. Es nieselt immer mal wieder. Kommen am Split Rock vorbei und machen die Selfguided Aboriginal Rock Art Wanderung zu den einzelnen Felswänden. Die schönsten und am "weitesten entwickelten" Malereien gibt es hier. Ich muss sagen sehr eindrücklich. Farbenfroh und vielseitig. Sogar einige Gravierungen sind zu erkennen. Ganze Wände soll es hier voll mit Malereien geben, welche aber nur mit einer geführten Tour besichtigt werden können. Diese kann vom prämierten Quincan Cultural Centre in Laura aus gebucht werden, wenn es denn offen wäre. Auf dem Schild an der Tür steht nur, dass es zu Beginn der Saison wieder aufmacht. Was auch immer das heisst. Immerhin hat es eine Telefonnummer, die man anrufen kann. Die Hauptmalereien können momentan wegen unpassierbarer Zufahrtsstrassen nicht besichtigt werden. Sind enttäuscht, sind wir doch den weiten Weg hier nach oben, wegen den Malereien gekommen. Auch der Caravan Park von Laura ist nicht bedient. Und schmuddelig. Die Nacht lau. Viele Mozzies.


Auch am Morgen macht sich keiner die Mühe Geld für die Übernachtung einzuziehen. Was uns nicht gross stört. Im General Store hängen Spinnweben über den Produkten. Der Lakefield National Park ist ebenfalls wegen Wasserschäden geschlossen. Schade, denn wir hätten zu gern die Palme gesehen, welche der Beweis dazu ist, dass es einmal einen Urkontinenten gegeben haben muss. Verlassen Laura in Richtung Cooktown. Die Old Laura Homestead wurde gebaut um die Goldgräber-Städte der Umgebung mit Fleisch zu versorgen. Seit 1966 liegt sie verlassen da und wurde vom Staat aufgekauft und dem Nationalpark angegliedert. Die Battle Camp Road geht durch kleine Bäche und Flüsse nach Osten. Nun muss man sich wieder auf Krokodile achten. Netterweise ist jeder Fluss angeschrieben. Nur, wenn es kein Zeichen hat, gibt das einem noch lange keine Garantie, dass es dort dann auch wirklich keine Salties hat. Viele Schlangen kreuzen unseren Weg. Regenwald gegen die Küste hin. Isabella Creek Falls. Auf dem Mount Cook Campingplatz in Cooktown bleiben wir für eine Nacht (25AUD/N). Inmitten des Regenwaldes. Zum ersten mal seit langem ist es uns egal, ob wir einen Platz erwischen, wo wir am Morgen möglichst viel Sonne haben (es regnet sowieso); Es ist herrlich warm. Wallabies mit Joey. Trinkkokosnuss. That's yummy! Es windet stark und nieselt immer mal wieder. Sind den ganzen nächsten Tag auf den Spuren von James Cook, welcher hier 1770 mit seiner Endeavour auf das Great Barrier Reef aufgelaufen ist. Endeavour River besonders schön sichtbar vom Grassy Hill Lookout aus. Von hier hatte Cook einen Ausweg aus dem Riff gesucht, während er sein Schiff reparierte. Besuchen die Lande-Stelle. Und darauf das James Cook Museum (10AUD/Person). Dort sehen wir einen guten Dokumentarfilm über die Reise Cooks auf der Suche nach dem Südkontinenten. Die Ankunft aus seiner und der Sicht der hiesigen Aborigine (und die daraus resultierenden Missverständnisse) sind eindrücklich geschildert. Der Original Anker und eine Kanone finden sich ebenfalls im Museum. Sind am Verhungern. Im Cooks Landing Kiosk gibts was zu Mittag. Die Strassen und alten Gebäude Cooktowns sind mit Palmen geschmückt. Statt dem Eismann kommt hier der Seafood-Mann auf den Campingplatz. Sehe meine erste 30cm Cane Toad (Bufo Marinus). Lebendig. Habe noch selten so ein hässliches Tier gesehen. Es regnet immer mal wieder in der Nacht.


Müssen früh raus. Wir sind zum ersten Mal gleichzeitig wie der Schulbus unterwegs (am Morgen). Haben uns für eine Tour in Mount Hope mit einem Aborigine angemeldet (85AUD/P). Lernen sehr viel über die hiesige Pflanzen- und Tierwelt. Über Buschmedizin. Wo man Wasser findet. Sehen die Geburtshöhle seiner Vorfahren. Sehr spirituelle Gedanken. Sehr interessant. Sehr speziell. Einmalig. Wir sind zusammen mit zwei älteren Frauen unterwegs. Der Aborigine gibt mir nicht die Hand (wie es sich gehört). Die Witchetty Grubs isst er gerne selbst als ich anmerke, lebendig könne ich die aber nicht essen. Probieren Green-Ants (natürliche Empfängnisverhütung und irre sauer). Regenbogenschlangen-Felsen. It's all about the story. Vermutlich muss Willie die Malereien demnächst übermalen, da sich ein Pilz breit macht und die Malereien zerstört. Er experimentiert schon fleissig mit Chemikalien zur Bekämpfung des Pilzes. Verlassen Cooktown. Black Mountain. Sehr trist so im Regen. Fast ein wenig unnatürlich. Fragen nach dem Strassenzustand im berühmten Lions Den Hotel in Helenvale. Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre. Die Salties liegen einfach so am Ufer der Flüsse herum. Sehr schöne Strecke. Wujal Wujal. Bloomfield Falls. Wanderung entlang des Flussufers - mit Krokodilwarnung. Ein wenig unheimlich. Fahren weiter durch dichten Wald und Nebel. Der Regenbogen ist wunderschön. Der Track extrem steil. Dann sehen wir doch tatsächlich zwei Cassowaries gemütlich am Wegrand!!! Wunderschöne Tiere. Es ist schon dunkel als wir endlich in Cape Tribulation eintreffen. Checken im erstbesten Campingplatz ein. PK's Jungle Village zu 25AUD/N. Der Pub hat Hochbetrieb. Es hat nur Backpackers hier. Typisches Strandferienresort. Die Musik ist irre laut. Das WC ist schmutzig. Klopapier fehlt. Es regnet die ganze Nacht. Und am Morgen regnet es munter weiter. Omid macht den Vorschlag nach Darwin zu fahren ;). Daintree National Park. Regenwald geht direkt bis an den Strand. Postkartenmotive noch und noch. Ältester kontinuierlicher Regenwald der Welt. Hier am Strand gibt es Korallen statt Muscheln zu finden. Kokospalmen locken den Affen in uns. Einige Backpackers von unserem Campingplatz machen Kennenlernspiele am Strand. Tote Qualle im Sand. Die Quallen-Saison dauert hier noch bis Ende Mai. Schade ist es bewölkt. Einige reiten dem Strand entlang. Sonst ist der Strand menschenleer. Weiter südlich befinden sich die Teefelder der Daintree Tea Company. Schwarztee. Machen den Jindalba Board Walk durch den Wald. Der Holzsteg ist extrem rutschig (und nicht sehr breit). Ein Deutscher Tourteilnehmer fragt: "Do you want vorbei?! " ;-). Die Überfahrt über den Daintree River (20m) kostet uns 12.50AUD. Unsere ersten Zuckerrohrplantagen. Nicht mehr enden wollende Bananenplantagen. Wasserlilien. Bei der Mossmann Gorge sehen wir Papilo Ulysses (Blaue Schmetterlinge) in ihrer vollen Pracht. Wunderschön, trotz Touristenansturm. Eine der wenigen krokodilsicheren Badeplätze der Region. Albino Palmen (Bismarckia nobilis). Port Douglas ist *die* Touristenstadt. Hierher kommen alle pensionierten Victorianer und NSWler (mit dem Caravan) um ihren kalten Winter zu überbrücken. Was die wohl so lange hier anzufangen wissen. Können den angepriesenen Charme des Fischerdörfchens nur mit viel Phantasie finden. Ein mickriger Betonplatz im Tropic Breeze Van Village kostet uns satte 38AUD/N. Es regnet im Intervall. Die Nacht besteht aus Fenster öffnen/schliessen/öffnen/schliessen. Die Dry Season fängt offiziell im Juni an. Und der lässt auf sich warten. Four Mile Beach. Folgen dem Captain Cook Highway, der angeblich zweitschönsten Küstenstrasse Australiens nach der Great Ocean Road, in Richtung Cairns. Besuchen eine Krokodil Farm. Wobei die Führung durch die Farm gerade mal 15min dauert. Die Hauptattraktion ist die Jumping Crocodile Bootsfahrt. Eintritt happige 33AUD/Person. Kaum sind wir im Ellis Beach Oceanfront Campground (32AUD/N) angekommen beginnt es zu regnen. Dabei ist der Strand hier nur allzu einladend. Palmen gesäumt. Treffen zwei Schweizer Fossicker. Die Frau ist nicht mehr abzustellen. Spannend ist, dass sie genau das von Australien in den letzten 6 Monaten gesehen haben, was wir nicht gesehen haben und umgekehrt. Ein Paar aus Dänemark gesellt sich zu uns. Am Morgen kommt ab und zu die Sonne durch. Es ist herrlich warm. Von Cairns aus wollen wir auf dem Great Barrier Reef schnorcheln gehen. Wenn es denn das Wetter zulässt.

Friday, May 18, 2012

Atherton Tablelands - Von der Savanne in die Tropen

Kommen am kleinen Ort Innot Hot Springs vorbei. Dort wollen wir uns in den heissen Quellen von unseren Ferien erholen ;). 23AUD/N kostet der Camping Platz. Sehr schön gelegen. Mit Indoor und Outdoor Pools. Im Fluss daneben kann man sich selber eine Wanne schaufeln. Muss aber sehr vorsichtig sein, dass man sich bei dem Spass nicht verbrennt. Die heisse Quelle von über 70°C muss nämlich mit dem kalten Wasser des Nettle Creek vermischt werden. Wir haben den Fluss noch nicht entdeckt und baden vorerst bei den Poolanlagen des Campingplatzes. Sie sind leider nicht gerade neu. Und nicht gerade gut gereinigt. Von 26°- 44°C gibt es verschiedene Abstufungen. Früher wurde Wasser zu Kurzwecken von hier nach Europa verschifft. Herrlich entspannend und wenig Leute. Trotzdem stellt sich ein Deutsches Paar direkt neben uns. Irgendetwas anziehendes muss Trucky an sich haben. Besonders dann, wenn wir uns extra weit abseits ein malerisches Plätzchen suchen.


Das Wasser des Flusses dampft im Morgengrauen. Omid versucht sich an der selbstgebauten Wanne. Sind auf dem Weg nach Ravenshoe. Managed Burnings. Halt bei den breitesten Fällen Australiens, den Millstream Falls. Etwa halb so breit wie der Rheinfall ;). Trotzdem eindrücklich und schön anzusehen mit viel Wasser. Und es sieht schon wieder bedrohlich nach Regen aus. Der WW2 Heritage Walk durch ein ehemaliges Trainingslager für den Einsatz in Papua-Neuguinea ist eher dürftig. Aber die Berichte von damaligen Soldaten sehr interessant. Ravenshoe ist die höchstgelegenste Stadt in Queensland. Atherton Tablelands. Essen in der höchstgelegensten Bäckerei QLDs (916m ;)) sehr ungesund zu Mittag. Konnten den Süssigkeiten einfach nicht widerstehen. Selbstgepflückte Mandarinen retten uns über eine Überzuckerung hinweg (die waren übelst sauer). Das Pub hier oben hat sogar ein Cheminée. Windy Hill Wind Farm. Daneben all die Kühe der hiesigen Dairy Farms am grasen. Die Aussicht erinnert uns stark an die Schweizer Alpen. Die Temperaturen passen auch. Eine Kurvenstrasse führt uns zum Mt. Hypipamee National Park. Hier soll es Cassowaries geben. Eine Gasexplosion (als die Vulkane der Region noch aktiv waren) verursachte den 85 Meter tiefen Krater. Spontan beschliessen wir eine Nacht im Mt. Quincan Crater Retreat zu verbringen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Ein kleines Paradies. Mitten in der Natur eingebettetes Baumhäuschen. Mit Cheminée, Whirlpool, heizbares Bett, "selbstgelismeten" Socken, frisches Brot, Sicht auf den Vulkankrater, Tree-Kangaroos, selbstgebackenen Muffins und vielem mehr. Weil wir so spontan gebucht haben, kriegen wir sogar noch etwas Rabatt. Eine super Atmosphäre. Die Gastgeber Barb und Kerry erinnern uns mehr an Farmer wie an Luxusresortbesitzer. Zahlen muss man erst wenn man geht. Das Bauern-Frühstück wartet bereits im Kühlschrank. Füttern der Tiere erlaubt (Mit Graspellets).


Fahren an den Kratersee Eacham. Regenwaldwanderung um den See herum. Brown Snakes zum Anfassen. Schildkröten. Wait-a-while (Acacia cuspidifolia). Türkisfarbenes Wasser. Beim eindrücklichen Curtain Fig Tree (Ficus virens) in der Nähe treffen wir Locals welche uns hunderte Tipps geben, was man hier in der Umgebung machen kann. Man bringt diesen Baum einfach nicht auf ein Foto. In Yungaburra laufen wir dem Peterson Creek entlang auf der Suche nach Lumholtz Tree Kangaroos. Sehen eines, welches sich aber gekonnt versteckt und auch wenn man Äste hochwirft (Omid wars ;)) nicht reagiert. Dafür entdecken wir einen Platypus im Fluss. Müssen lachen, wenn wir daran denken, wie lange wir das letzte mal warten mussten um in Tassie einen Platypus zu sehen. Ausserordentliche Spinne (Gasteracantha fornicata). Vorbei an den Seven Sisters gehts nach Atherton. Saftig grüne Wiesen. Palmen. Bananenbäume. Agrikultur und Milchfarmer. Australien zeigt sich uns von einer ganz anderen Seite wie die 10 Monate zuvor. Vor Mareeba bleiben wir über Nacht auf dem War Memorial Park. Zusammen mit vielen, vielen anderen Touristen. Wieder mögen uns unsere Nachbarn zu gut. Wir sind noch immer zu hoch um auf eine warme Nacht hoffen zu können. Dafür ist die Aussicht gigantisch. Mareeba ist bekannt für seine Kaffeeplantagen. Früher wurde hier Tabak angebaut, bis dies in den 70er Jahren vom Government verboten wurde. Im Heritage Museum ist der Tabakindustrie ein Raum gewidmet. Wir sehen bereits erste Zuckerrohrfelder. Die Avocados sind gerade in Saison. Also extrem billig und am Strassenrand zu haben. 300 Sonnentage soll es hier geben im Jahr. Wir bekommen davon nicht viel mit. Es bestätigen uns nur immer alle, dass dieses Wetter eine Ausnahmeerscheinung ist. Das nützt uns wenig.


Besuchen eine Privat-Führung durch die Kaffeeplantage von North QLD Gold Coffee. Bruno ist der Besitzer und Italiener wie er im Buche steht. Er erklärt uns mit viel Liebe die Verarbeitung der Bohnen zum Kaffee. Wir sind verblüfft, wie wenige Sekunden Rösten den Unterschied von Mocca zu Espresso ausmachen. Sehr interessant. Gönnen uns im Anschluss noch einen Affogato und Espresso der Hauseigenen Marke. Lecker und so sympathisch. Katzen- und Hühnerbabies. Arbeiten mit uralten Maschinen. Natürlich aus Parma ;). Familienbetrieb. Der Lake Tinaroo wurde eigens für die Tabakindustrie angelegt. Er hat ungefähr das Volumen des Sydney Hafenbeckens. Und ist heute beliebtes Ausflugsziel der Australier (Fishing! und Camping). Auf den Kerribee Park Showgrounds bleiben wir über Nacht (15AUD/N). Endlich ist das 500g Pack Lindorkugeln Aktion und wir schlagen zu :-). Ein älteres Ehepaar im "Safarilook" ist super ausgerüstet. Sie haben noch Falten in den Kleidern. Alles glänzt neu. Ihr "profi" 4WD-Anhänger ist gemietet. Endlich mal wieder eine angenehm warme Nacht. Befinden uns auf dem alten Wheelbarrow Way, wo sich vor langer Zeit all die Goldsucher auf ihren Weg zu den Goldfeldern gemacht haben, zu Fuss und mit ihrem ganzen Hab und Gut in einer Schubkarre. Heute wird ihnen einmal im Jahr (und das ist genau heute) gedacht, indem verschiedenste Gruppen mit einer Schubkarre den Weg nochmals begehen. Sie sind verkleidet und in guter Stimmung. Kein Wunder, heute kann man einen grossen Teil der Strecke im Mannschaftsbus zurücklegen. Probieren Mango Wein, Likör und Champagner in der Golden Drop Mango Plantation. Nur 10% der Mangos (schlechte Qualität) werden hier zu Alkohol verarbeitet. Leider haben wir die Mango-Saison (November-Februar) erneut verpasst. Schmeckt gut aber nicht ausserordentlich. Decken uns mit getrockneten Mangos ein. Bereits nach 30min sind alle gegessen. Am Lake Mitchell vorbei. Vereinzelte Regentropfen auf dem Weg nach Laura.

Monday, May 14, 2012

Winton - Auf den Spuren der Dinosaurier

Wir haben uns gut eingepackt. Sind uns nun nicht mehr gewöhnt draussen im Auto zu schlafen. Wir bleiben solange im Auto bis die Sonne scheint und es draussen einigermassen erträglich warm ist. Schnell wollen wir nun in den Norden. In die Tropen. Dorthin wo die Nächte lau sind. Frühstück gibt es in Barcaldine. Dank der Show, welche hier - wie in Blackall - auch am Wochenende stattgefunden hatte, sind sämtliche Backwaren ausverkauft. Die Stadt ist voller Menschen. Und voller super Autos. Omid fallen fast die Augen aus dem Kopf. Die Barcaldine Show hatte ein Drag Race. Das Strassenschild zum "Christmas Creek" ist liebevoll mit Glitzerlametti dekoriert. Wir haben Labour Day in QLD. Scheint so, dass die meisten Leute hier frei haben. Das würde auch erklären, weshalb viele Orte trotz Konkurrenz ihr Showdatum auf das Wochenende vor dem Labour Day gelegt hatten. Es findet eine Parade durch den Ort statt. Grosskontrolle der Polizei ausserhalb von Longreach. Omid bläst zum zweiten Mal dieses Jahr am Vormittag in den Alkoholtester. Weiter gehts nach Winton. 10km vor Winton liegt das "Age of Dinosaur"-Museum und Forschungszentrum auf einem Jump-up. Die Aussicht ist gigantisch. Das Museum eher bescheiden. Kaufen uns den Gold Pass für 61AUD/P für sämtliche Attraktionen rund um Winton. Der Dinosaurier Hauptstadt Australiens. Lange dachte man, dass in Australien keine Dinosaurier zu finden sind, bis in den 60er Jahren um Winton erste Funde gemacht wurden. Neue, noch unbekannte Spezien wurden gefunden. Unter anderem der grösste bisher gefundene Dinosaurier der Welt. Im Forschungszentrum kann man Freiwilligen beim Aufbereiten der Knochen zusehen.


In Winton checken wir auf dem Pelican Caravan Park zu 26AUD/N ein. 1920 wurde in Winton QUANTAS gegründet. 1895 gab Banjo Patterson zum ersten Mal "Waltzing Matilda", die inoffizielle National Hymne Australiens, im Gregory Hotel zum Besten. Ein lauer Abend. Die Nacht noch immer kalt. Im Waltzing Matilda Centre lernen wir, dass die Melodie des Songs von einem Irischen Lied stammt und nur der Text von Banjo geschrieben wurde. Das Museum hat dem Song drei Räume gewidmet, der Rest des Museums zeigt Ramsch aus alten und neueren Zeiten. Uns gefallen besonders die verschiedenen Versionen des Liedes; Rock, Heavy Metal bis Schlager. Geniessen einen sauteuren Spinat-Feta Filou (wenigstens mit Salat) im Coolibah Cafe. Den Opal Walk machen wir nur, weil er im Gold Pass inklusive ist. Auch das Openair Cinema von Winton kann man besichtigen. Uns gefällt vor allem der grösste Liegestuhl der Welt, welchen man aber leider nicht besteigen darf. Jeden Mittwoch werden alte Filme gezeigt. Tee und Biscuits als Snack angeboten. Das Corfield & Fitzmaurice Building, der erste Laden im Ort von 1878, ist heute noch ein Museum. Arnos Wall: Schrott in einer Wand verwertet. Später sind wir auf der Suche nach Omids Lieblings-Bier. Gar nicht so einfach, so weit von Adelaide entfernt. Südlich der Stadt campieren wir umsonst am Long Waterhole. Malerisches Plätzchen im Grünen und direkt am permanenten Wasserloch. Die "ground lices" bewegen sich zu tausenden am Boden. Ein Zeichen, dass es bald regnen wird (Eine Farmerweisheit aus Blackall). Der Sternenhimmel ist wunderschön. Am nächsten Morgen geht es bei Sonnenschein 100km süd-westlich zum Lark Quarry, dort wo die einzige nachgewiesene Dinosaurier-Stampede der Welt gefunden wurde. Sind auf die Minute zur 12:00 Führung dort. Die nächste und letzte wäre um 2pm gewesen. Die Fussabdrücke sind eindrücklich anzusehen.


Vor allem die des Australischen T.Rex. Wir sind eine kleine Gruppe. Der Guide stottert. Ein Opal Sucher aus Coober Pedy führt einen ebenfalls opalverrückten Österreicher von Opalfeld zu Opalfeld. Der Österreicher verabschiedet sich bereits vor dem Ende der Tour, um neben der Fundstelle noch nach Opalen zu suchen. Er fragt auch, ob es hier einen "pub" gäbe - mitten im Nichts ;-). Der Guide fragt uns, ob wir ihn in ungefähr einem Monat nach Cairns mitnehemen könnten?! Sein Auto ist da in der Werkstatt. Wir müssen schmunzeln - komische Vögel hier… Für uns gehts über Winton (Musical Fence funktioniert wie eine Gitarre) weiter nach Hughenden. Zusammen mit Richmond und Winton repräsentiert Hughenden die Dinosaurier Region Australiens. Hören dank unserer neuen Antenne rauschfreies Radio. Die Eisenbahn Linie in unserem GPS gibts nicht mehr. Das Eisen und das Holz wurde zurückgebaut. Corfield Free Camping Area. Fantastischer Sonnenuntergang über der Ebene. Muhende Kühe wecken uns am Morgen. Es weht ein starker Wind. Die Nächte sind nun merklich wärmer. In Hughenden bleiben wir auf dem Terry Caravan Park zu 26AUD/N. Entledigen uns von unserem zweiten Ersatzreifen, nachdem wir heraus gefunden hatten, dass er über 10-jährig ist und unsere Tür unter dem Gewicht litt. Herziger Ort. Treffen einen Deutschen, der 1960 nach Australien kam und seither nicht mehr wieder nach Deutschland zurück ging. Es habe ihm zu viele Deutsche dort ;).
Fahren hinaus zur Porcupine Gorge. Der Lookout gibt einen ersten Eindruck. Ein ehemaliger Manager der Queensland National Parks ist zeitgleich mit seiner Frau dort. Auch er findet den betonierten Weg zum Lookout herausgeschmissenes Geld. Unterhalten uns noch lange mit den beiden. Er steht mit dem Management der Undara Lava Tubes auf Kriegsfuss. Wollen uns die Lava Tubes trotzdem ansehen und werden uns unser eigenes Bild machen. Sehen zum ersten Mal seit langem wieder Backpacker. Emufamilie trinkt an Wasserstelle. Nachdem wir unseren online vorreservierten Platz (es hat aber auch Selbstregistrierung vor Ort) auf dem Campingplatz eingenommen haben (10.60AUD/N), machen wir uns auf zur Wanderung in die Gorge. The Pyramid. Oben Basalt unten Flusssedimente. Es ziehen Wolken auf. Eine ruhige, schwüle Nacht inmitten der Natur. So haben wirs gern.
Es wird immer grüner. Die Bachbette führen wieder Wasser. Die Bewaldung ist dichter. Termitenhügel säumen die Strassen. Ein frischgeborenes Kalb irrt auf wackligen Beinen alleine umher. Schmetterlinge in allen Farben. Bei einer mit Algen bewachsenen Wasserquerung helfen wir einem umgestürzten Motorradfahrer ans Ufer. Beim Oasis Roadhouse in Lynd essen wir zu Mittag. Auch hier stehen nur Hamburger, Fish und Chips oder Wurstrollen auf dem Menuplan. Strassenarbeiten überall im Gange. Mussten wohl auf das Ende der Wet-Season warten. Grosse Viehherden unterwegs am Strassenrand.


Die Undara Lava Tubes gehören zu den am besten erhaltenen und längsten Lavaröhren der Welt. Die Übernachtung auf dem Ressort Campingplatz kostet angenehme 22AUD/N. Dafür haben es die Tourenpreise in sich. Die Adventure Tour, welche wir eigentlich machen wollten, wird momentan nicht durchgeführt (zu wenig Nachfrage). Wir melden uns für die Standardtour zu 50AUD/Person für den kommenden Nachmittag an. Es ist am Abend so laut wie in einer Stadt. Aber der Ressort ist schön in der Savannenlandschaft eingebettet. Es ist schon eindrücklich, wenn man sich vorstellt, dass sich durch die Röhren einst flüssiges Lava des Undara Vulkans seinen Weg gesucht hat. Das System ist über 100km lang. Auf Satellitenbildern sind die Röhren klar ersichtlich. Man sieht jedoch nicht die eigentlichen Röhren, die sind ja unterirdisch, aber alle bereits Eingestürzten Teilstücke. Denn die Einsturzstellen sind kleine Regenwald-Oasen in mitten der Savanne. Die Tour führt uns teilweise durch eiskaltes Wasser (Knietief!). Ein Mann unserer Gruppe hat einen Grossvater, der aus der Schweiz kam. Seine Frau lässt mich nicht mehr gehen. Die Führung dauert 2h. Inklusive ist dabei eine Fahrt (mit Werbung) durch den Ressort. Omid ist leicht genervt. Den Kalkani Vulkan darf man sogar unentgeltlich besteigen. Sicht auf umliegende Vulkane und Savannenlandschaft. Es windet fürchterlich. Man erkennt tatsächlich die Lava Tubes auch von hier oben. Rim Walk um den Krater. Leg-less Lizard. Antilopenkänguruhs. Auf dem Weg nach Mt. Garnet sprintet ein Dingo vor uns über die Strasse. Eine knallgrüne Python. Wir freuen uns auf ein paar entspannende (Bade-)Stunden in Innot Hot Springs.

Sunday, May 6, 2012

Backall Teil 2 - "silly" and "fat" cows

Es ist auch am frühen Morgen eiskalt. Hoffen deshalb, dass wir heute viel körperliche Arbeit auf der Farm verrichten müssen. Steve, ein weiterer Contractor ist gekommen um die Paddocks zu roden. Er kommt von Barcaldine und ist selber Farmer. Er ist sehr speziell. Wir machen zusammen mit Rod und Craig die beiden Bulldozer für die Aufgabe bereit. Öl und Wasser nachfüllen. Ein 15L "Fässchen" Hydraulik-Öl reicht nicht :-). Dann putzen wir die Arbeiterquartiere und bereiten das Zimmer für Steve vor. Das WC im Shearers Quarters lässt sich nicht abschliessen. Bei John hat mich das irgendwie nie gross gestört. Steve ist mir irgendwie suspekt - er läuft auch gerne in seinen Unterhosen herum. Wie gesagt sehr speziell. Die Waffen von Keith sind gleich im Zimmer nebenan gelagert. Kochen nun jeweils für Steve mit. Er isst auch mit uns. Er trinkt keinen Alkohol (dass es das gibt in Australien?! ;)), oder nur dann wenn andere auch trinken. Er versucht allen zu gefallen. Ist also immer deiner Meinung. Das tönt besser als es ist!!! Und er möchte dir immer besonders gelungene Anekdoten aus dem Leben der Australier (also seinem Leben und seine Lieblingswitze) näher bringen. Er sagt dann jeweils, dass sei wieder etwas, das wir zu Hause erzählen können…. Von nun an darf Polly nach draussen und sich frei um das Haus herum bewegen. Es ist an der Zeit, dass sie sich an das Gras gewöhnt. Sie sucht vergeblich nach Milch zwischen unseren Beinen. Omid findet das nicht lustig. Er macht einen grossen Bogen um sie (davor hatten wir uns jeweils gestritten, wer sie nun füttern darf am Morgen).


Heute wird die geschlachtete Kuh verarbeitet. Gar nicht so einfach zu erkennen, wo jetzt das T-Bone etc. zu finden sind und daraus gute Steaks zu schneiden. Und am richtigen Ort das schlechte Fett zu entfernen, das gute zu belassen. Selbst Craig braucht dazu ein Buch. Hat aber keine Geduld es ganz zu lesen. Dementsprechend viel Hackfleisch und Hundefutter in guter Qualität entstand ;). Ein Teil des Hackfleisches wird direkt mit Wasser und Gewürzen zu einer Wurstmischung verarbeitet. Alles wird darauf in den grossen Kühlraum gestellt (dort wo vorher die ganze Kuh (in vier Teilen) gehangen hatte). Es nieselt leicht und ist noch immer eiskalt. Mittlerweile hat Emo (der Welpe) die Kinder so stark zu beissen begonnen, dass sie einen Maulkorb tragen muss - anstatt, dass man sie erziehen würde. Die Draughtmasters werden zwei mal im Jahr zusammengetrieben, kontrolliert und verkauft. Premium Qualität geht in den Export für die EU, Süd-Korea oder Japan, alte Kühe werden auf dem lokalen Markt verkauft (Laut Craig kommen diese zu McDonalds ;-)). Die Zuchtbullen werden von extern eingekauft. Emma hatte Craig kennengelernt, als sie für ihn Bulldozer gefahren ist. Sie hat ursprünglich in Brisbane als Bäcker-Konditorin gelebt und gearbeitet, bis sie merkte, dass es ihr auf dem Land viel besser gefiel und hier geblieben ist. Es ist wieder Samstag Abend. Wir sitzen alle zusammen gemütlich (wenn man bei gefühlten 0°C überhaupt von gemütlich sprechen kann) auf der Verandah. Unser selbst geschnittenes T-Bone Steak auf dem Holzofen. Keith sorgt für eine authentische Outback-Atmosphäre. Alle tragen ihre Wollmützen und Jacken. Der Portwein aus der zwei Liter Flasche wärmt ein wenig.
Dürfen offiziell ausschlafen. Pflanzen neues Gemüse an. Danach fahren wir mir Craig das Grundstück ab um die Tränken der Kühe zu kontrollieren und zu reinigen. Die Fahrt durch die Ebene zu lauter Musik. Unvergesslich schön. Ein absolutes Gefühl der Freiheit. Eine der Tränken ist verstopft. Das Übel kann sofort ausgemacht werden, tote Frösche in der Pipeline. Man erkennt sie nicht mehr. Craig schiesst einfach so aus dem Nichts eine Krähe ab. Wir erschrecken zu Tode. Er war wohl einfach deprimiert, hatte er keinen Dingo gesehen. Oder wollte uns seine Schiesskünste zeigen. "Leider" hatte er aber verfehlt. Omid sitzt die ganze Fahrt über so halb auf der Waffe. Sie sei gesichert. Ich rutsche ein wenig mehr zur Seite. Er zeigt uns den "ugly cow" Paddock. Jeder hat so seine Lieblinge. Craig mag die schwarzen Kühe nicht - die werden ab der vielen Sonne ganz "silly". Manche gefallen ihm einfach optisch nicht. Es hat viele alte Autos, Traktoren, Bulldozer, Grader, Bagger, LKWs und Motocross auf der Farm, welche nicht mehr zugelassen sind, jedoch auf der Farm noch immer ihren Dienst tun - manchmal ohne Frontscheibe und Türen. Sind zum Znacht bei Emmas Eltern eingeladen. Es ist der letzte Abend von Keith und Sheryl. Lucy hat Italienische Vorfahren, spricht aber kein Wort Italienisch. Es gibt Lasagne zum Znacht statt ein Barbie. Die Lasagne ist aber mit Salami gemacht ;). Sheryl ist nicht zu stoppen. Immer wieder weiss sie was Neues zu berichten. Sind als sie sich endlich verabschieden kann fast auf unseren Stühlen eingeschlafen. Der Tisch ist so nah an den Stühlen dran, dass man sich nicht mehr bewegen kann, wenn nicht beide Tischnachbarn sich auch bewegen. Zum Glück ist genau morgen in Mena Park das Drafting der Kühe angesagt und wir müssen schon früh raus. Es wird dabei zwischen Bush (das sind die guten Tiere, welche wieder auf die Weide gelassen werden), Calves (sie werden kastriert, markiert (mit Tag und Branding (LIL und 2 für das Jahr) und wieder zur Mutter in den Bush gelassen)), Weaners (das sind die Jungtiere, welche von ihrer Mutter genommen werden zum Mästen. Auch sie müssen zum Teil noch kastriert und markiert werden) und Fat (die mühsamen, hässlichen, fetten, unbrauchbaren, welche die länger kein Kalb gehabt haben etc. werden verkauft). Sie wollen eine einheitliche Sorte züchten. Alle im ähnlichen Braunton und ohne Hörner, damit sie sich nicht verletzen (und uns nicht). Hierfür müssen den Tieren mit Hörnern und den Kälbern, die Hörner abgeschnitten werden. Eine blutige Angelegenheit und glaube sehr schmerzhaft (und eine Vorschrift der EU). Viele Tiere sind sehr nervös. Einige sehen zum ersten Mal in ihrem Leben einen Menschen. Beim zusammentreiben der Tiere dreht eine Kuh plötzlich durch und rennt auf uns zu. Ich kann mich auf den Zaun retten, Omid rutscht aus und fällt vor dem Zaun hin… Die Kuh springt über ihn in den Zaun und landet schliesslich auf seinem Schienbein. Ohne Brille rettet er sich auf den Zaun und nach draussen. Wir stehen unter Schock. Craig treibt sie mit der Peitsche davon - wir machen erst mal eine Pause. Beim Zmittag sieht das Bein ziemlich übel aus und ist geschwollen - eine Quetschung (mittlerweile ist alles schon wieder verheilt :-)). Wir sind nun einiges vorsichtiger. Haben immer ein Auge und einen Arm auf dem nächsten Fluchtpunkt. Nach dem Zmittag sehen wir eine Kochsendung, welche auf Lighthouse Station gedreht wurde. Sie hatten Besuch von einem berühmten Fersehkoch aus Sydney. Einmal mehr bestätigen sie uns, dass der nur der Kopf der Sendung ist. Die Arbeit und das Kochen machen seine Assistenten. Das, was angeblich über dem Feuer gekocht wurde, wurde im Ofen des Hauses gebacken. Ein richtiggehender Beschiss. Aber ein schöner Bericht und eine gute Werbung für Lighthouse Station. Mehrere Kälber wurden direkt in den Yards geboren. Dürfen beim Branding helfen.


Die Ausbildung zum Jackaroo dauert mehrere Jahre. Sind erstaunt, wie gut die Kühe auf Iain hören, währendem sie bei uns teilweise keinen Wank tun. Mit der Zeit haben wir aber einigermassen heraus, wo man am besten steht und wie man am besten ruft und mit dem Stock wedelt um die Tiere in eine Richtung zu treiben. Ein Ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende. Zum Glück haben wir  in unserer Unterkunft einen Heizofen gefunden. Er ist nun fester Bestandteil unseres Zimmers.
Omid ist froh ist nichts gebrochen. Er hat aber Schmerzen und schont sich etwas. Heute wird das zweite Paddock von Mena Park gedraftet. Gehen ohne Craig helfen. Später schauen wir mit Iain noch lange Fotos seiner Flüge über Australien an. Ist schon gewaltig, wie anders eine Region von der Luft aussehen kann, wie vom Auto aus oder zu Fuss. Iain hat noch nie Kalbfleisch gegessen. Dies weil er es grausam findet, wie die Kälber kein Leben hatten. Bringen den Motocross-Töff von Craig zurück. Decken uns auf dem Nachhauseweg, wenn schon mal alleine im Dorfladen ein. Auch Portwein wird gekauft (ja der in der zwei Liter Flasche). Wir haben Freude an der TV Show "The Block". In der Werbung dazwischen lernen wir, wie man sein Vieh optimal mästen kann, welches die neuste Anlage zum Branding ist ;).
Gehen mit Craig noch einmal hinaus um die Tränken zu überprüfen; er erschiesst dabei fast einen Dingo. Zum Glück haben wir ihn genug abgelenkt gehabt. Er fragt ob wir so zum Plausch ein Kanguruh oder einen Baum "erschiessen" wollen. Wir lehnen dankend ab. Treffen die Jungs draussen bei den Bulldozern (bringen ihnen den Zmittag). Was für ein gemütlicher Ort für ein Picknick - die Bulldozer mit laufenden Motoren, unzählige Moskitos und abgeholzten Bäumen rund herum. Omid darf auch mal Bulldozer fahren und ein paar Bäume umnieten. Befreien den Motorraum von Staub, Ästen und Laub um Überhitzung des Motors oder ein Entflammen der Äste zu verhindern. Steve geht uns immer mehr auf die Nerven. Später am Nachmittag lernen wir Würste zu machen, mit Schweinedarm und entsprechender Maschine.


Ein Kollege von Craig kommt noch vorbei. Er arbeitet in WA in einer Mine und kommt nur alle 14Tage für eine Woche heim. Früher Feierabend deshalb für uns. Im Trinkwasser hat es natürliches Fluorid - ein Zahnschutzmittel. Es hat die ganze Nacht geregnet. Hoffentlich kommen wir heil zur Hauptstrasse, der Feldweg besteht zum Grossteil aus "black soil", unglaublich klebrigem Lehm. Jimmy, das Lieblingsjagdauto von Craig (ein Suzuki Jimny) wird heute Armeegrün gesprayt - damit die Dingos das Auto nicht sehen ;-). Ich helfe derweil in der Küche mit Muffins dekorieren und Kinder beaufsichtigen. Die Ex-Konditorin versteht anscheinend was anderes unter Selbermachen. Sie verwendet ausschliesslich Fertigbackmischungen. Emma ist sehr gestresst und froh, wenn endlich Sonntag ist. Wir hören das erste Mal ein Dankeschön über ihre Lippen kommen. Ein Sturm braut sich zusammen. Es regnet stark. Die Strasse wird für unser Verständnis unpassierbar. Mit etwas Glück schafft es Steve zur Hauptstrasse. Er wird erst wieder kommen, wenn wir bereits gegangen sind. Müssen selber bis spät am Vormittag warten, bis wir wenigstens nach Lighthause Station fahren können. Derweilen wird dem Schimmel an den Wänden im Quartier mit Bleichmittel der Garaus gemacht. Zum Glück hat die Station zwei Zugänge zur Strasse. In Mena Park müssen die Weaner markiert werden (branding, ear-tags). Treffen die Eltern von Craig. Bringen Emma noch ein paar Eier vorbei um auch gleich sehen zu können wo der Showground ist. Die Show startet bereits am Samstag. Emma ist schon seit Freitag dort um vorzubereiten. Craig hat deshalb die Kinder das ganze Wochenende lang. Er beklagt sich darüber lauthals bei seinen Kumpels. Wir gehen mit ihm trotzdem noch bei Scotty für ein Freitagabend-Bier vorbei. Dass die Eltern von Emma, welche derweil auf die Kinder aufpassen nur auf ihn warten scheint ihm völlig egal zu sein. Essen dort australisches Barbie (ungetoastetes Weissbrot, Wurst und Ketchup mit viel Zwiebeln). Die Wurst ist selbstverständlich selbstgemacht (Geissen-Schaf Wurst mit Rindsfett). Was sich halt grad so im Garten tummelt. Die Temperatur in der Nacht ist nahe am Gefrierpunkt. Unsere Heizung läuft. Rod hilft uns eine Antenne für unser Radio zu befestigen, sowie das Handschuhfach zu reparieren. Trucky ist bereit für die Strasse. Putzen unser Quartier und helfen Rod ein leckgeschlagenes Wasser-Rohr neu zu verlegen. Kochen für Lucy und Rod zu Abend. Sitzen noch lange zusammen und schauen Fotos an. Dementsprechend mit wenig Schlaf verabschieden wir uns am nächsten Morgen von allen und fahren zur Show. Können nur kurz helfen, es hat bereits zuviele Helfer da. Sind nur ein wenig genervt, da wir ursprünglich zum Rodeo nach Longreach wollten und nur geblieben sind um ihr zu Helfen. Wir verziehen uns in unseren Trucky und machen ein Nickerchen. Gegen Abend gehts zurück an die Show: Alles mögliche wird prämiert. Vom Blümlein, zur Backware, zum Bild, zum Haustier, zur Wolle etc. So ist es einfach in einer Kategorie gleich den ersten, zweiten und dritten Platz zu belegen. Manchmal ist man auch konkurrenzlos ;). Sie haben sogar eine eigene kleine Modeshow mit Catwalk. Kathy und die Eltern von Craig sitzen dort in der ersten Reihe und sehen herausgeputzt und mit Hüten so aus, als ob sie grad am Pferderennen von Ascot wären. Das WC ist mit Grundwasser betrieben, welches mit 85°C am Bohrloch herauskommt. Darauf hält es keiner lange aus ;). Chilbi. Streichelzoo. Marktstände. Schweinerennen. Elektrisches Rodeo. Später dürfen sich die Kinder im Schafreiten (mutton busting) versuchen. Was nicht gerade einfach (für uns dafür umso lustiger) ist.


Springreiten. Auch hier nicht viele Teilnehmer. Reiterinnen nehmen mit verschieden Pferden am Wettbewerb teil. Schnellschär-Wettbewerb aber mit Qualitätskontrolle. Die Schärer haben ihren eigenen Schärkopf dabei. Sehen viele bekannte Gesichter. Verlassen Blackall und seine Menschen und Tiere in Richtung des nächsten Rastplatzes in nördlicher Richtung.