Im Westen die Great Dividing Range, im Osten Zuckerrohrfelder kurz vor der Ernte. Ebenfalls mehren sich die Bananenplantagen. Wir bleiben auf dem Bingil Bay Council Campingplatz zu 17AUD/N. Schön abgelegen. Ruhig. Direkt am von Palmen gesäumten Strand. Und die Sonne scheint! Die Jacke bleibt wegen dem noch immer starken, kühlen Wind an. Die Australier stören sich nicht ab dem Wetter. Sehen Surfern und Kajakfahrern zu. Das Wellenrauschen hat was sehr entspannendes. Eine Kokospalme wächst direkt an unserem Platz aus einer Kokosnuss. Gegen Abend kommen viele Locals mit ihren Hunden vorbei.
Leider ist bereits am nächsten Morgen wieder alles bewölkt. Sonnenaufgang trotzdem wunderschön. Farbenfroh. Direkt vom Bett aus zu bewundern. Ein Nachbar scheint uns wieder sehr zu mögen. Und stellt sein Zelt direkt an unserem Trucky auf. Später sagt er, es sei der einzig gerade Platz für sein Zelt gewesen. Lassen uns nicht stressen und laufen dem Strand entlang. Er ist menschenleer. Versuchen Kokosnüsse ab den Palmen zu holen indem wir sie mit Steinen oder Korallen bewerfen. Manche Kokospalmen haben bereits Kletterhilfen am Stamm von früheren Versuchen. Zum Glück entdecken wir wenig später eine frisch heruntergefallene Kokosnuss am Boden. Das Herauslösen der Kokosnuss ohne richtige Instrumente gestaltet sich dann auch nicht viel einfacher. Soviel Abfall für so wenig Nuss. Aber die frische, kühle Kokosmilch entschädigt für alles.

Kommen an Mission Beach vorbei. Erfahren, dass die Sugar Mill in Tully leider noch nicht für Touren geöffnet hat. Sehen dafür auf einer Bananenfarm, wie die Stauden gewaschen, geschnitten und abgepackt werden. Vor Ort können wir 5 Bananen für 1AUD kaufen. Bananen werden das ganze Jahr über geerntet. Die Pflanzen werden nach der Ernte umgehauen. Es wächst wieder eine neue daraus. Eine Staude pro Pflanze. Passieren die Cassowary Conservation Area. Dann den State Forest. Einzelne Regentropfen fallen. In Ingham treffen wir auf viel Italianita. Anscheinend ist Italienisch die zweithäufigst gesprochene Sprache nach Englisch auf dem Kontinenten. Es gehen immer wieder Anrufe ein wegen Trucky. Mal sehen ob sich was ergibt. Bleiben auf dem Palm Tree Caravan Park (25AUD/N). Palmen lassen sich hier jedoch nur schwer finden. Befinden uns direkt in der Flugschneise. Neben dem Bahngeleise. Teenies fahren mit einem Quad von der Schule nach Hause. Treffen das Paar wieder, welche mit ihrem 80-jährigen Auto unterwegs sind. Australien ist halt schon klein ;). Die Nacht ist dann erstaunlich ruhig. Das Wetter stabil (bewölkt).
In Townsville angekommen schlendern wir ein wenig durch die Stadt. Es fallen uns die vielen Business-Leute auf. Die Stadt hat aber noch immer den Charme eines Strandtouristenörtchens. Im Visitor Centre sind wieder nur Banausen angestellt. Rotwellen an den Ampeln. Direkt am "the Strand" (der heisst hier wirklich so) bleiben wir auf dem Rowes Bay Caravan Park (38AUD/N). Treffen dort drei Österreicher, welche 3 Monate die Küste bereisen und den Süden bereits gesehen haben. Es regnet die ganze Nacht durch. Magnetic Island und Schnorcheln fällt buchstäblich ins Wasser. Und am Morgen regnet es munter weiter. Richtiges Shoppingwetter. Flinders Street. Im Cultural Centre sind wir auf der (vergeblichen) Suche nach schönen, authentischen Souvenirs. Fahren trotz schlechtem Wetter in den Bowling Green Bay National Park, da wir früh am nächsten Morgen die Führung im Institute of Marine Science (AIMS) mitmachen wollen. Haben hierfür eine Nacht im Alligator Creek Campground online gebucht (10.60AUD/N). Viele Brush-Turkies. Kookaburras. Wallabies. Keine Alligatoren. Und nervige, laute Franzosengruppe. Der Platz füllt sich bis zum Abend. Früh am nächsten Tag kommen dann die Ranger um zu kontrollieren wer bezahlt hat. Und nimmt alle hoch, ausser uns. Unglaublich die Zahlungsmoral der Leute hier. Die Franzosen müssen (nachdem Sie geweckt wurden) noch im Pijama ihren Müll einsammeln, den die Tiere in der Nacht um Ihr Zelt verteilt haben ;-). Die Führung durch das Marine Institute ist sehr interessant. Sie versuchen Hummer zu züchten. Ein Meer Simulator (Ebbe, Flut, Mondlicht) für die Korallenforschung wird gerade gebaut. Ebenfalls wurden Gelder für ein Korallenarchiv genehmigt. Die Geräte sind alle hochmodern. Im Workshop wird alles (nicht-)erdenkliche gebastelt. Unterwassercomputer. Knochenersatzteile aus Korallen.
Ab in den Süden, der Sonne hinterher. Die Strasse ist voller Touristen mit Wohnwagen. Zuckerrohrfelder noch und noch. Sie haben extra Züge für den schnellen Abtransport des Zuckerrohrs. Agrargebiet rund um die Whitsunday Region. Auf einem Rastplatz kriegen wir den Tip in Bowen an die Horseshoe Bay zu gehen. Die sei nicht überfüllt und herrlich zum Schnorcheln (Fringing Reef). Der dazugehörige Caravan Park ist ein schöner Fleck Erde (34AUD/N). Wir werden hier warten, bis sich die Sonne blicken lässt (voraussichtlich in 3 Tagen). Es regnet über Nacht. Vergesse mein Duschtuch. Merke dies aber erst als ich bereits fertig geduscht hatte (mühsam!). Besuchen ein weiters Big Thing; die Big Mango. Leider auch sie nicht echt. Dafür gibts gleich nebenan Frozen Mangoes und viele Informationen zur Region im Visitor Information Centre. Kurzer Spaziergang für uns zur Horseshoe Bay. Fischer mit Bier in der einen und der Angel in der anderen Hand. Ich glaube nicht, dass einer hier was rausgezogen hat. Sehr viele Chinesen und Neuseeländer hier. Und tatsächlich, die Sonne scheint. Ab an den Strand. Baden und Schnorcheln. Windstille Meeresbucht. Müssen fast schauen, dass wir uns keinen Sonnenbrand holen ;). Blue-dotted Ray. Schön farbige Korallen. Ähnliche Fische wie auf dem Riff. Gute Unterwassersicht. Holländer, welche erst gerade gestartet sind haben Probleme mit ihrem Auto. Es scheint allen gleich zu ergehen. Wir packen unsere Sachen und fahren nach Airlie Beach. Dem Gateway zu den Whitsunday Islands und einem der schönsten Strände der Welt; Whitehaven Beach. Zuckerrohr und Zuckerrohr und nochmals Zuckerrohr. Selten Tomaten. Airlie Beach besteht aus Tourbuchungszentren, Souvenirläden und Restaurants. Wollten eigentlich per Wassertaxi auf eine der Inseln übernachten gehen. Aber das Boot scheint gerade in Reparatur zu sein, also buchen wir einen dreitägigen Segelturn (400AUD/P) auf der Anaconda III durch die Whitsunday Islands. Das Wetter soll der Hammer sein für den Rest der Woche. Haben sogar dank spontanem Buchen ein Upgrade für die einzige Kabine mit Doppelbett gekriegt. Alles andere, als ein zweier Zimmer wäre für uns auch nicht in Frage gekommen. Gleich neben dem Hafen bleiben wir auf dem Seabreeze Campingplatz (35AUD/N). Ein süsser Hund unter dem Nachbarswohnwagen. Strandspaziergang bei Ebbe. Mangrovenwald. Palmen im Wind klingen wie Regen. Stellen den Kühlschrank kühler, damit das Essen über die drei Tage nicht verdirbt. Am Morgen haben wir einen dicken Eisblock drin. Sonne wohin man schaut. Gestern hatte ich einen halben Sonnenstich gehabt. Sind uns solches Wetter einfach nicht mehr gewöhnt. Den Vormittag über ist Markt in Airlie Beach. Ein Kreuzfahrtschiff hat angelegt, weshalb der ganze Ort nun zum Bersten voll ist. Auf dem Segelschiff sind keine Schlafsäcke und Rucksäcke mit Reissverschluss erlaubt. Anscheinend werden Bettläuse über Reissverschlüsse verschleppt. Folglich müssen wir noch ein paar Einkaufstüten besorgen. Wir sind gerade gemütlich beim Abendessen, als ein Kookaburra mir das Essen in einem unbeobachteten Moment aus der Hand reisst. Dabei sehen die Viecher so süss aus. Omids Frühlingsrollen werden von einer Verkäuferin gemacht, welche nicht einmal wusste, dass sie Frühlingsrollen im Sortiment hat. Dementsprechend kamen die Frühlingsrollen halb roh und in Fish-and-Chips Packpapier eingepackt ;). Es sind 32 Leute plus Koch, Kapitän, zwei Tauchlehrer, Maschinist und ein Helfer an Board der Anaconda III. Völlig ausgebucht. Alle sind wir etwa im selben Alter. Viele auch schon länger in Australien am Reisen. Es entstehen gute Gespräche. Wein und Prosecco vor der Abfahrt um 7pm. Die Zimmer sind klein aber ok. Irgendwie haben sie die Decken vergessen (es gibt nur ein dünnes Leintuch). Dafür gibts eine Klimaanlage und Ventilator? Wir haben zum Glück unsere Seidenschlafsäcke dabei (taugen aber gegen die Kälte auch nicht besonders viel). Das schöne, alle Zimmer sind alle En-Suite (Duschkopf in WC). Wasser sei Mangelware. Wir sollen uns auf 1min Duschen pro Person und Tag beschränken. Ein Wet-Suit von lächerlichen 1mm Dicke musste noch zusätzlich gemietet werden. Bananen sind an Bord nicht erlaubt?! Das Wasser ist einigermassen ruhig. Haben uns aber zur Sicherheit mit ausreichend Reisetabletten ausgerüstet.
Wachen direkt am Whitehaven Beach auf. Gutes Morgenbuffet mit übelst langsamen Toastern. Zu unserem Erstaunen toasten sogar die Australier ihr Weissbrot. Das haben wir noch nie gesehen. Sie greifen dann aber zu beim Vegemite, anstatt bei der Erdbeerkonfitüre ;). Auf den Tellern finden sich noch Essensreste der Vorgängergruppe. Scheint wirklich wenig Wasser zu haben, wenn es nicht mal für den Abwasch reicht. Es sind Deutsche, Franzosen, Holländer, Südamerikaner, Australier, Neuseeländer, Engländer, Esten, Amerikaner, Italiener und natürlich Schweizer an Board. Die Stimmung ist super. Baden am Strand und ich versuche mich im Scuba-Diving. Sind leider auf der falschen Seite der Beach um den super Ausblick auf den ganzen Strand geniessen zu können. Der Sand ist relativ weiss (Silica) und fein. Viele braten den ganzen Vormittag über in der Sonne. Leider kommt man nur mit dem Beiboot wieder zum Schiff. Ist also abhängig von der Crew. Später fahren wir zur Luncheon Bay auf Hook Island. Einer der schöneren Schnorchelplätze auf Whitsunday Islands. Das Wasser ist ("trotz" Lycrasuit) *"çç*& kalt. Alle zittern vor Kälte. Spätestens nach 30min sind alle zurück, obwohl die Fische und Korallen echt der Hammer waren. Immer mit dabei unsere "Unterwasser"-Kamera. Ein Fisch hatte unsere Grösse.

Die Schnorchelausrüstung ist leider nicht mehr die Neuste. Der Geschwindere ist der Schnellere. Das trifft auch aufs Essen zu. Alles für 32 Personen einfach ein wenig zu knapp berechnet. Die ersten haben einen kompletten Sonnenbrand. Die Segel wurden bis jetzt noch nicht gehisst. Es hat hierfür einfach zu wenig Wind. Füttern die Riesenfische vom Boot aus. Sehr eindrücklich was da alles wie aus dem Nichts daher geschwommen kommt. Sonnenuntergang ins Meer. Am Morgen stechen wir in Richtung Bait Reef. Unsere Seasick-Tabletten werden begehrt. Könnten viel Geld damit machen ;). Die Morgenstimmung an Deck zu beobachten ist unbeschreiblich.

Wasser, Softdrinks und Alkohol kostet. Wir haben genügend Wasser dabei. Snacks musste man selber mitnehmen. Wir schauen jetzt einfach immer, dass wir bei den ersten sind, wenn die Essensglocke läutet. Das Essen ist echt gut und abwechslungsreich. Die Segel sind ausgefahren. Der Motor läuft aber mit. Am Riff hats dann ziemlich starke Strömung. Die Farben sind intensiver jetzt, wo die Sonne durch das Wasser sticht. Orientierung sehr schwierig. Arm hoch und zurück gehts im Beiboot. Ein zweiter Schnorchelgang bei weniger Strömung folgt am Nachmittag. Es geht zur Hayman Island zum Übernachten. Sternenhimmel. Kokosreis. Schokoeis zum Dessert. Brilliant. Gekocht wird mit Meerwasser. Manche Leute schöpfen als ob sie seit Tagen nichts gegessen hätten. Delphine im Mondlicht. Viele flippe(r)n aus. Befinden uns als wir aufwachen vor der Blue Pearl Beach vor Anker. Dort wo es mit Abstand am meisten Fische der Region haben soll (sie werden ja auch gefüttert). Sind die ersten, welche hier schnorcheln am frühen Morgen. Später kommen dann immer mehr Boote. Schwimmen durch Fischschwärme. Beim "Schmollmundfisch" muss ich anfangen zu lachen (und schlucke Wasser) der sieht so doof aus. Zurück an Board erfahren wir, dass es kein Wasser mehr gibt an Board. Alles muss nun mit Meerwasser erledigt werden. Wer mit dem Eimer durch die Gegend läuft, der hat gerade sein Geschäft verrichtet ;). Duschen liegt nicht mehr drin. Zum Glück haben alle bis zum letzten Tag damit gewartet. Aber es sitzen alle im selben Boot. Die Stimmung ist noch immer super. Sehen einige Quallen. Es fällt allen schwer sich wieder zurück in Airlie Beach voneinander zu verabschieden.
