Sunday, July 15, 2012

Singapore

Ankunft in Singapore bei 30°C. Wir haben im Hotel Ibis gebucht. Mercedes und Cadillac Taxis kosten mehr. Die Leute sprechen erstaunlich schlecht Englisch. Eine sehr internationale Stadt. Essen im Fatty's zu Abend. Danach schlendern wir ein wenig herum und lassen die Stadt auf uns wirken. Das Frühstücksbuffet ist der absolute Hammer. Bräuchten gar kein Mittagessen/Abendessen mehr. Andere Gäste haben Angst, sie verhungern und schlagen kräftig zu. Ein Teil davon verschwindet in der Tasche für den Lunch. Keiner grüsst. Nur die Australier ;). Kaum lässt man den (vollen) Teller kurz aus den Augen ist er abgeräumt. Man spricht hier im Stadtstaat offiziell vier Sprachen. Englisch, Malaiisch, Chinesisch und Tamil. Jeder sechste ist Multimillionär. Trotzdem hat es erstaunlich viele (vor allem ältere) arme Leute. Zwischen den Wolkenkratzern stehen kleine Tempel. Gläubige kaufen Blumen und Räucherstäbe und lassen sich die Zukunft lesen. Dem Lucky Buddha wird fleissig über den Bauch gestreichelt. Sind froh, können wir der Orchard Rd Shopping Meile entfliehen. Der Bugis Market ist da eher nach unserem Geschmack. Die Kleider dort sind so günstig, man darf sie vielerorts gar nicht anprobieren.



Das Essen hier ist super, international und günstig. So haben wirs gern. Das Klima ist momentan auch ganz akzeptabel. Omid ist erneut mutig und wagt einen weiteren Haarschnitt für 4.80CHF. Leider versteht die Coiffeuse kein Englisch und ist leicht irritiert, dass sich Omid vorher noch für 4CHF zusätzlich die Haare waschen lassen möchte. Leicht genervt lässt sie ihre Laune am Kunden aus. Er gestikuliert; Wie komm ich da nur wieder raus! Dass Omid nach der Wäsche kein Loch im Kopf hat ist ein Wunder. Und obwohl der neue Haarschnitt nicht wirklich sitzt, beschliesst Omid nichts zu sagen und den Laden schnellstmöglich zu verlassen. Laufen dem Fluss entlang zum Marina Bay Hotel. Dem wohl berühmtesten Hotel Singapores. Was auch die vielen Touristen dort verraten.



Mit der MRT und Taxi gehts quer durch die Stadt. Neben jedem "normalen" WC hats hier auch noch ein Plumpsklo. Indonesier fragen, ob Sie ein Foto mit uns haben dürfen. Wir sind irritiert sagen aber zu. Einzelne Stationen der MRT sind so gross und mehrstöckig, da könnte man sich glatt verirren. Dass es ein Starbucks an jeder Ecke hat hilft da auch nicht gerade bei der Orientierung. Hier könnte man Shoppen ohne je Tageslicht zu sehen. Baby Spa. Chinesische Schule. Hier werden die Kinder schon früh gefördert/überfordert?. Laufen am Fullerton Hotel mit seinen Lamborghinis vor der Tür vorbei durchs Geschäftsviertel. Raffles Place. Gründerort von Singapore. Schade nur, hat keiner damals berücksichtigt, dass es hier keine Löwen gibt (Sanskrit "Singha pura" = Löwenstadt). Am nächsten Tag laufen wir zum Mustafa Centre, welches 24h geöffnet hat. Es ist so gross, wir haben Mühe uns zu orientieren. Man findet alles hier, muss nur suchen. Später sind wir in Little India anzutreffen und fühlen uns wirklich wie in Indien. Faszinierend diese Farben, Geräusche und Gerüche. Die Musik lädt zum Tanzen ein. Gold kriegt man hier nur in 22Karat. Lasse mir ein traditionelles Hennatattoo malen. Zu einem perfekten Tag gehört nur noch ein Abendessen beim Inder. Das Chinesisch hier ist einfach nicht zu geniessen (also authentisch ;)). Schon am Mittag sind wir am Flughafen. Der Tag ist regnerisch. Leider kann die 2h Gratis Stadtführung nur mitmachen, wer im Transit ist. Wir freuen uns, können wir unser Gepäck früher einchecken. Geniessen den Nachmittag am Flughafen. Der hat alles, was das Herz begehrt. Restaurants, Shopping, Swimming Pool, Kino, gratis Internet, Orchideen-Gärten, Aussicht etc. Viele Olympiasportler sind auf dem Weg nach London. Der Flug im A380 ist extrem ruhig. Man spürt keine Turbulenzen. Nur der Start und die Landung sind etwas "rumpliger". In London angekommen schaffen wir es trotz 1 3/4h Umsteigezeit und Direkt-Gepäcks-Durchschleusung gerade rechtzeitig vor Abflug ans Gate. Die Schlangen sind lang. Die Leute genervt. Olympia überall vertreten. Wir sind die Ruhe selbst und auf alles gefasst. Freuen uns sehr haben wir endlich wieder Schweizer Boden unter den Füssen. Als uns ein Bodenpersonal mit "Grüezi" willkommen heisst schauen wir uns an und müssen lachen. So doof tönt das in unseren, nun ans Englisch gewöhnten, Ohren.

Tuesday, July 10, 2012

Unsere letzten Tage Down Under

Wir haben das Hotel Pensione direkt im Zentrum von Perth für unsere letzten zwei Tage in Australien gebucht. Das Hotel ist neu renoviert. Unser Zimmer klein aber fein. Perth zeigt sich von seiner schönsten Seite, wenn es nur nicht so kalt wäre. Sogar die Australier tragen Mütze, Wintermantel und Handschuhe. Das Frühstück ist leider nicht inklusive (aber sehr sehr lecker). Später kommt noch ein Käufer für unseren EPIRB vorbei. Haben den Käufer definitiv jünger geschätzt und sitzen deshalb über 15min neben einer älteren Dame in der Hotellobby bis wir merken, dass wir miteinander verabredet sind. Sehen uns die Stadt ein wenig an.

Hierfür ideal der gratis CAT Bus welcher im Stadtzentrum herumfährt. Es ist so eisig kalt, dass wir ungern aussteigen. Fahren deshalb gleich erstmal eine Runde. Kings Park. Bells Tower. Old Port. Swan River. Im nicht gewärmten Shoppingzenter arbeiten nur Asiaten. Vor allem hier in Perth haben die Minen sämtliche Arbeiter abgeworben. Und Leute aus Asien müssen diese fehlenden Arbeitsplätze nun ersetzen. Bereits am Dienstag geht unser Flug nach Singapore. Diesmal zum Glück mit einer "richtigen" Airline. Unterhaltungsprogramme, viel Beinfreiheit und Essen inklusive. Bei unseren letzten Flügen mussten wir sogar um Wasser betteln. Diesmal zeigt uns die Stewardess gleich den Wasserhahn. Wir verabschieden uns für lange von den zuvorkommenden Taxifahrern (IRONIE!). Er hilft uns nicht einmal beim Auspacken den Gepäcks. Er bleibt gar an der Wärme sitzen und wir müssen den Kofferraum selber zumachen. Zuvor hat er ein langes Telefongespräch mit seiner Gattin geführt (bei offenem Fenster) und wäre dabei nur etwa 5x fast in den Randstein gerast. Was für ein Timing, es geht direkt vom Check-in zum Gate und los in Richtung Norden. Angenehmer Flug. Beschliessen nie nie mehr einen Billigflug zu nehmen.

Saturday, July 7, 2012

Sanur - zweiter Teil Bali

Es regnet kurz. Unser Fahrer, welcher uns ins Wakamaya Resort in Sanur bringt, ist eine Katas4rophe. Glauben die Fahrt nicht zu überleben. Sehen viele Reisfelder. Kommen immer näher ans Meer. Das Treiben wird immer hektischer. Unser Hotel liegt zum Glück etwas Ausserhalb der Stadt. Der Fahrer findet es fast nicht. Mitten im Wohnquartier. Unser Lanai dort ist ganz niedlich aber nicht zu vergleichen mit der Villa im Pita Maha Resort (hat ja auch einen kleinen Preisunterschied ;)). Balinesische Süssigkeiten und Tee am Nachmittag. Ingwer-Tee trinken die Einheimischen nur wenn sie krank sind. Auch hier gratis Shuttleservice in die Stadt. Auf Verlangen. Laufen ein wenig durch Sanur und lassen den Ort auf uns wirken. Es herrscht gerade Ebbe. Niedlich all die kleinen farbenprächtigen Boote der Fischer am Strand.



Heute Abend ist Vollmond. Der wird von den Bali-Hindus gross gefeiert (genauso wie der Neumond). Es sind viele Zeremonien im Gange. An den Strand in der Nähe unseres Hotels verirren sich praktisch keine Touristen, dafür`wimmelt es von feiernden Einheimischen. Die vermutlich über 50 Meter langen Drachen am Himmel tönen wie Helikopter in der Luft. Frische Kokosnussmilch. Popcorn. Gute kleine Restaurants zu unschlagbaren Preisen. Einheimische suchen sich ihr Abendessen im knietiefen Wasser.
Omid plagt am nächsten Morgen übelster Durchfall. Können uns nicht erklären woher. Evtl. die Kokosnuss? Nun kommt unsere für Australien gepackte Reiseapotheke doch noch zum Zuge. Hier am Meer ist der Himmel blau. Dafür weht der Wind abartig. Am Abend ist in Sanur viel los (und nicht nur dann). Haben uns auf Empfehlung von Omids Gotti für Morgen %inen einheimischen Guide genommen, der uns das richtige Leben der Balinesen etwas näher bringen möchte. Um 8.30am fahren wir gemeinsam mit Bawa in sein Dorf in den Bergen im Norden der Insel. Er ist Bauer und deutschsprachiger Reiseleiter. Reiseleiter alleine sei ihm zu langweilig. Fahren an vielen Reisfeldern vorbei und beobachten die Bauern bei der Arbeit. Können die Kaffeeernte auf dem Feld seines Cousins live miterleben. Die Kinder haben Schulferien und verdienen sich gerne einen Batzen dazu. Man ist noch aufeinander angewiesen. Überall im Dorf ist Reis und Kaffee auf der Strasse zum Trocknen ausgelegt. Kühe sind Nutztiere. Treffen Bawas Mutter, Frau und`Kinder. In Bali schaut je nach Kaste der älteste oder jüngste Sohn zu den Eltern, alle wohnen unter einem Dach. Essen gemütlich auf der Veranda frisches Gebäck, Bananen und trinken selbstgerösteten Kaffe aus eigenem Anbau. Tolle Gespräche. In dieser Bergregion reden die Leute noch eine eigene Sprache. Dorfleben. Sehr arme Leute. Strassen mit Löchern werden nicht geflickt, da der Bürgermeister nicht im Ort lebt. Werden wie Ausserirdische angestarrt. Die Kinder probieren ihre Englischkenntnisse an uns aus. Sie sehen sehr selten Touristen hier. Erfahren, dass es Trocken und Nass-Reis gibt. Später pflücken wir Mandarinen. Das Haus ist sehr einfach. Er ist sehr stolz darauf. Mit Sicht auf die beiden aktiven Vulkane im Osten der Insel, dem Mount Batur und dem Mount Agung, sowie den Batur-See essen wir frischen Fisch aus dem See.



Wenn man von Süden her kommt bezahlt man (als Tourist) für die Aussicht an einer "Zahlstation". Der Lavastrom des letzten Ausbruchs ist klar zu sehen. Schutt und Asche werden als Baumaterial abtransportiert. Kurz nach dem Zmittag sind die beiden Vulkane im Nebel. Es wird Zeit für uns die Rückkehr anzutreten. Probieren Ginseng und frischen Kakao in einem typisch balinesischen Garten. Viele einheimische Pflanzen gibts hier zum Anfassen. Sehen auch einen eingepfärchten Mungo. Verantwortlich für den teuersten (und angeblich) besten Kaffee der Welt; dem Kopi Luwak. Haben ihn aber (nicht nur aus Preisgründen ;)) nicht probiert. Durch Ceking Village (bekannt für Silber und Goldschmuck) gehts zurück nach Sanur. Hören balinesische Musik aus dem Kassettenradio. Im Hotel bestellen wir beide Salat zum Znacht. Die Hotelangestellte bleibt stehen und wartet auf eine weitere Bestellung.
Am nächsten Morgen will Omid gerne die Insel auf eigene Faust erkunden. Aber sicher nicht per Mofa - wir mieten uns ein Auto (25AUD/Tag inklusive Versicherung) in einem Schuhladen. Kriegen einen 6-Sitzer. Wir müssen merken, dass man nicht schnell vorwärts kommt im südlichen Teil von Bali. Stau, Stau, Stau. Und überall noch diese Motorräder. Omid ist etwas angespannt. Besuchen über Umwege den Tanah Lot Tempel. Der Wassertempel ist nur bei Ebbe erreichbar. Eine richtige Touristenabzocke. Der Weg zum Tempel ist mit Souvenirläden gesäumt.



Der Küste entlang gehts an Seminyak und Kuta vorbei nach Süden. Wir wollten es einfach mal gesehen haben, das berühmt berüchtigte Kuta. Das Verkehrschaos bringt uns jedoch beinahe um den Verstand. Wir schaffen es nicht bis ins Zentrum von Kuta, wir geben vorher auf und fahren wieder heraus auf die "Schnellstrasse". Kurz vor Sonnenuntergang besuchen wir einen weiteren Hindutempel; den Klippentempel in Uluwatu. Hier finden wir unsere alten bekannten wieder, die Makakken. Leute haben sie zum Stehlen von Brillen gebracht und verkaufen dann Erdnüsse für teures Geld um die Brille wieder zurückzubekommen. So macht das echt keinen Spass. Etwas ausserhalb essen wir dann wieder entspannt, authentisch zu Abend. Sehen viele Zeremonien in den Dörfern. Verirren uns immer wieder, so ohne GPS, ohne Strassenkarte und fast ohne Strassenschilder. Unsere Touristenkarte ist da auch keine Hilfe. Immerhin Denpasar und Kuta sind darauf zu finden ;). Musik aus dem Radio. Polizei fährt hier immer mit Blaulicht. Gerne fahren Motorräder auch mal auf der falschen Strassenseite. Wer (wie Omid) dem vorausfahrenden Auto nicht unmittelbar aufsitzt wird kontinuierlich angehupt. Die Tempel hier sind nicht halb so schön wie die im Norden der Insel und um Ubud. Im Dunkeln gehts (durch Stau) zurück nach Sanur. Omid ist froh den Wagen abgeben zu können, fuhr aber trotzdem lieber selber, als mit Fahrer. Mit frischen Fruchtsäften stossen wir auf unsere Ferien in Bali an. Morgen bereits gehts für uns weiter nach Perth. Die Einheimischen machen schon früh an unserem letzten Morgen Party. Am Flughafen wird uns von Virgin Australia der Check-In verweigert, da unser Visum zurück nach Australien abgelaufen sei. Schock!!! Und das 2h vor dem Flug. Die nette Dame vom Customer Care will für uns ein neues Visum beantragen. Dazu braucht Sie Ewigkeiten und tätigt mehrere Telefonate (zum Übersetzen der Formularfelder). Grünes Licht, unser Antrag wird sofort und automatisch bewilligt. Nun können wir rein theoretisch nochmals ein Jahr in Australien bleiben ;). Hätte uns teuer zu stehen kommen können. Zumal der Flug in die Schweiz ja nicht umgebucht werden kann (und wir keine Reiseversicherung mehr haben). Sind froh, als das Flugzeug endlich abhebt. Fühlen uns fast wie zu Hause, als wir wieder Aussie-Boden unter den Füssen haben. Sind die einzigen am Schalter für Leute mit nicht Aussie/NZ-Pässen. Der Immigration Officer findet unseren erneuten Visumsantrag äussert suspekt. Wir müssen uns erklären, werden ausführlich befragt/verhört und darauf hingewiesen dass wir nicht schwarz arbeiten dürfen! Erst als wir nachweisen können, dass wir unseren Rückflug in drei Tagen zurück in die Schweiz (via Singapore) haben, lassen sie locker. Sie sagen uns aber klar, dass sie unsere Abreise überwachen werden. Zu allem Überfluss erfahren wir noch, dass unser Visum trotzdem gültig gewesen wäre. Der ganze Stress war also umsonst gewesen. Egal. Ende gut alles gut.

Tuesday, July 3, 2012

Ubud - Unser kurzer Abstecher nach Bali

Mit dem Taxi gehts zum Flughafen Brisbane. Wie werden wir die äusserst gesprächigen, zuvorkommenden und freundlichen Taxichauffeure der Stadt vermissen (Ironie). Da wird sich jeder Tourist sofort willkommen fühlen. Um 3pm geht unser Flug Inland nach Perth. Ein Inlandflug, aber trotzdem fast 6h lang. Nach einem kurzen Aufenthalt am Flughafen in Perth (wir kommen wieder…) fliegen wir spät abends weiter nach Denpasar in Indonesien. Der Hauptstadt Balis. Das Flugzeug unter Jetstar wirkt alt und hat nur 4 Toiletten für die vielen Leute. Nur Australier an Bord. Für Essen und sogar Trinken muss bezahlt werden. Da verzichten die Aussies sogar auf ihr Bier. Praktisch alle schlafen.
Der Empfang auf Bali ist äusserst herzlich - wir werden vom Hotelchauffeur erwartet. Es ist herrlich warm. Schwül. Auf der einstündigen Fahrt zum Hotel in Ubud, erfahren wir vom Fahrer viel über Land und Leute. Es ist niemand unterwegs zu dieser Zeit. Leider sehen wir um 4am auch nicht viel von der Umgebung. Die Insel ist gar nicht so klein wie wir angenommen hatten. Der Fahrer bietet sich gleich als Reiseführer an, sollten wir die Insel erkunden wollen. 15 CHF kostet er für den ganzen Tag!!! Über 90% der Balinesen gehören, entgegen den übrigen Indonesiern, dem Bali-Hinduismus an. Es hat mehr Tempel wie Wohnhäuser auf der Insel. Im Pita Maha Resort werden wir bereits erwartet. Es ist 5am. Welcome Drink (Reiswein). Wir sind beide am Verhungern. Hoffen noch was leckeres in der Minibar auffinden zu können. Vergebens, gibt ja auch bald Frühstück. Kriegen für unsere erste Nacht ein Upgrade in die Spavilla. Was soviel heisst wie; privater Pool im Garten, riesiges Badezimmer, eine Aussendusche, Zwei!!! Jacuzzi, ein Dampfbad und eine Sauna (wobei die Benutzung dieser wohl nicht im Upgrade inklusive ist - zumindest den riesen Pool probieren wir natürlich aus!). Aussicht über das Tal mit Reisterrassen (das sehen wir dann wenn die Sonne aufgeht). 24h Roomservice. Schlangen auf den Mauern. Frösche. Geckos. Riesenspinnen. Wunderschön beleuchtet: Paradiesisch. Beide sind wir zum ersten Mal wirklich in Asien. Nach unserem kurzen Abstecher nach Hong-Kong, was ja sehr urban ist.
Erwachen früh ab den ersten Sonnenstrahlen (oder vielleicht wars der Hunger?). Herrliche Morgenstimmung über dem Regenwald. Papageien. Die Aussicht ist der absolute Hammer. Überall finden wir die typischen Steinskulpturen. Vor dem Eingang jeder Villa hat es einen kleinen Opferaltar wo täglich Gaben bereitet werden. Mit Räucherstäbchen und immer in einem Palm/Bananen-Blatt Behältnis. Das Frühstück nehmen wir dann im Restaurant ein. Frischgepresster Saft einer beliebigen Frucht. Alle Mitarbeiter sind enorm freundlich. Können aber (sehr) schlecht Englisch. Versuchen uns die gängigsten Begriffe in Balinesisch zu merken. Gar nicht so einfach. Eichhörnchen auf jedem Baum. Aber keines schert sich um unser Essen. Echsen mit schönen Farben. Geniessen später ein Bad im eigenen Pool. Später wechseln wir dann in unsere nächste Bleibe (ebenfalls ein Upgrade) in eine "normale" Villa mit Pool.



Wir scheinen die einzigen zu sein mit soviel Gepäck. Die Armen (kleinen, zierlichen) Mitarbeiter des Hotels ächzen unter dem Gewicht unserer zwei Koffer.  Alle Villen sind nur über kleine Gässchen mit Treppen erreichbar. Authentisches Zmittag im Hotelrestaurant für 40CHF. Viel zu teuer aber einfach. Sind schliesslich primär zum Entspannen hergekommen. Jede volle Stunde geht vom Hotel ein Shuttlebus nach Ubud und wieder zurück. Laufen in Ubud der Hauptstrasse entlang. Hektisches Treiben.Wir staunen wie günstig hier alles ist. Wir sind mit unseren paar Hundert gewechselten AU-Dollars gleich Millionäre. Indonesische Rupiah. Bäume haben die schönsten Blüten. Viele streunende? Hunde. Sie finden in den Opferkörben genug zu fressen. Es hat einen grossen Markt im Zentrum. Es hat viel Dreck und Ratten. Und diese Düfte. Alle wollen uns Touristen eine Fahrgelegenheit anbieten (Taksi Taksi!!, you need transport??). Und damit mein ich alle!!! Sie fahren wie die Henker. Sind aber alle hochkonzentriert. Sehen keinen Unfall (nur mehrere Reifenpannen). Im Lotus-Tempel beginnt gerade eine Zeremonie. Leider sind wir nicht adäquat genug gekleidet. Zurück im Hotel sind wir erschöpft ab all den neuen Eindrücken. Zwei Mitarbeiter spielen das typisch Balinesische Xylophon. Wir hören sie noch lange durch das Bastdach unserer Villa. Bestellen uns was zu Abend in die Villa. Dazu ein Bintang Bier (scheint bei Australiern ziemlich beliebt zu sein, denn jeder Australier besitzt ein trägerloses Bintang T-Shirt). Das Moskitonetz kam uns bis jetzt eher überflüssig vor (dachten, es sei zu Dekorzwecken über dem Bett). Bis ich am nächsten Morgen mit hunderten Mückenstichen aufgewacht bin. Zum Glück scheinen die Stiche nach ein paar Stunden nicht mehr zu jucken (im Gegensatz zu Australischen Mozzie-Stichen).



Probiere das Landestypische Frühstück. Curry mit Reisporridge. Dazu "geriebenes" Hühnchen, Tofu und Sojabohnen. Sehr lecker aber ungewohnt. Merke aber, dass man viel schneller satt ist wie mit dem Kontinentalen oder dem Amerikanischen Frühstück. Befreien uns von allem Schmuck und sonstigem glänzenden Zeugs am Körper um den Monkey Forest und seine Tempel aufzusuchen. Haben so viele Schauermärchen gehört von Affen die Beissen, stehlen und die Tollwut übertragen können, dass wir jedes Mal zusammenzucken wenn ein Affe irgendwo wie aus dem Nichts auftaucht. Dabei sind die Makakken so was von niedlich. Sehen später aber tatsächlich jemanden der gebissen wurde. Sind froh, als wir heil wieder aus dem Wald kommen. Muskatbäume. Essen in einem Restaurant, direkt an einem kleinen Fluss (Abwasserkanal?!) zu Mittag. Man sitzt auf Kissen am Boden. Hühnchen Sate für 5CHF. Frauen arbeiten auf der Baustelle. Die Backsteine und der Zement werden in Körben auf dem Kopf transportiert. Auch viele alte Leute sind am Helfen. Auf so ein typisches "zweisitziges" Moped passen 1-4 Leute. Babies inklusive. Frauen sitzen wegen ihrem Sarong oft im Seitensitz. WCs mit Spülung sind hier eine Seltenheit. Es sind meist Plumpsklos. Ohne WC-Papier (das könnte die Kanäle verstopfen), dafür aber mit Wassereimer und Schöpfkelle. Manchmal sogar mit Duschbrause. Dementsprechend nass ist es in den Klos hier. Gewöhnungsbedürftig. Freuen uns als wir die Taxifahrt gekonnt (mit Weglaufen am Schluss) um die Hälfte herunterhandeln können. Haben wahrscheinlich aber noch immer zuviel bezahlt ;). Überall wird man über den Tisch gezogen, wenn man nicht höllisch aufpasst und Bescheid weiss. Dragonfruit probiert und für nicht geniessbar erklärt. Leisten uns eine der teureren Ganzkörper-Massagen für 15CHF die Stunde!!! Omid hat nicht besonders Glück mit seiner Masseuse. Er klagt nachher über "Muskelkater". Er lässt sich noch die Ohren mit Kerzen "reinigen". Sein Kommentar danach; Zumindest habe ichs mal probiert. Bali ist bekannt für seine schönen Stickereien. Und Ubud für sein Kunst-Handwerk. Viele kleine Läden. Leider ist unser Gepäck limitiert und Holz, Knochen, Planzen, Esswaren dürfen nicht zurück nach Australien gebracht werden. Ginger wird überall im Essen und in den Getränken verarbeitet. Laufen durch einen Markt für Einheimische. Es wird uns ganz anders ab all den Gerüchen (Gestank?!). Auf den uns unbekannten Früchten, Gewürzen und Nüssen wimmelt es von Kakerlaken! Hunde und Vögel essen dort wo der Verkäufer schläft oder gerade nicht aufpasst von den Waren. "Tankstellen" verkaufen ihren Treibstoff am Strassenrand in Vodka-Flaschen (50 Rappen pro Liter). Viele mobile Küchen und Kaffe-Stände. Mehrheitlich Australier und Japaner als Touristen. Viele kommen mit einem Tagesausflug nach Ubud. Gegen Abend wird es sehr ruhig hier. Schuhe ausziehen vor betreten der Gebäude. Morning Special Price extra für uns ;). Das Gehupe ist allgegenwärtig. Die Blüten werden von den Bäumen geschüttelt und dann teuer an die Touristen verkauft. Besuchen einen typisch Balinesischen Tanz. Kecak Dance. Auf Anraten eines Taxifahrers. Sehr speziell. Tolle Kostüme. Feuertanz. Ramayana Dance. Tod des Kumbakarna. Einheimische Kinder unterhalten sich rege während der ganzen Vorstellung neben uns. Morgen gehts für uns bereits weiter nach Süden. Nach Sanur an den Strand.

Friday, June 29, 2012

Brisbane - Adieu du treuer Weggefährte

Auf dem Weg zu dem einzigen Campingplatz im "Zentrum" der Millionenstadt Brisbane müssen wir einmal quer durch die Stadt. Dabei immer aufpassen, dass wir keine Strecke erwischen, welche gebührenpflichtig ist (später erst erfahren wir, dass man diese Gebühren auch drei Tage nach der Durchfahrt noch bezahlen kann). Die Skyline ist der Hammer. Überschaubar. Eindrücklich, besonders in der Abenddämmerung. Flughunde über der Stadt. Stau. Ideal um das alles auf sich wirken zu lassen (Alice). Stau. Stau. Und eine Rotwelle nach der anderen. Und immer wieder steile Anfahrten. Der Brisbane River (wie kreativ) schlängelt sich durch die Stadt. Irgendwie scheinen sie nur direkt im Stadtkern Brücken darüber gebaut zu haben oder wir finden die anderen einfach nicht. Endlich erreichen wir den Newmarket Gardens Caravan Park. 38AUD/N. Die Deutschen nebenan hören bis in alle Nacht deutschen Hip-Hop in aller Lautstärke und dann beklagen sie sich noch über unseren Scheinwerfer (sorry, I cannot see my friend ;) (wie süss ist das?!) während wir kochen. Es ist kalt. Jeder hat sich eine mobile Heizung besorgt (sogar die mit Zelt). Um 7pm sind bereits alle in ihren Autos/Zelten. Es kommen hektische Tage des Autoverkaufs auf uns zu. Erneuern nochmals unser Inserat auf Gumtree (Australische Version der "Fundgrueb") und bieten Trucky noch auf anderen Onlineportalen zum Verkauf an. Klappern am nächsten Tag sämtliche Backpackers der Stadt ab. Also wieder einmal durch die ganze Stadt. Story Bridge hin und wieder zurück. Auf dem River Terrace Clifftop geniessen wir (auf der Suche nach einer öffentlichen Toilette) die Sicht über den Fluss und das CBD.



Sehen Chinatown. Später holen wir uns erste Angebote von Autohändlern ein. Um besser abschätzen zu können, wieviel Trucky nun wirklich Wert hat. Natürlich wäre uns ein privater Käufer lieber (schon alleine wegen all dem Zubehör, welches sonst einfach weggeworfen würde), aber es scheinen nicht viele Touristen von hier mit einem 4WD starten zu wollen. Es melden sich immerhin immer wieder welche mit Fragen. Vor allem Einheimische. Als wir keinen freien Platz (mit Strom!!!) auf den Campingplätzen am Rande der Stadt erhalten, beschliessen wir uns spontan ein Apartment für eine Woche zu nehmen um mobiler zu sein. Gar nicht so einfach, eine Unterkunft so kurzfristig und vor allem über das Wochenende in der Stadt zu finden. Schlussendlich finden wir recht zentral in St. Lucia gelegen das St. Lucia Gardens für 125AUD/N(!!!!). Etwas Günstigeres mit guter Bewertung (Tripadvisor) war nicht mehr zu finden. Leeren Trucky und stellen das Apartment voll ;). Und bringen ihn zum Glänzen (soweit das möglich ist). Nun ist er bereit für Besichtigungen. Sind froh im Trockenen und an der Wärme zu sein. Unsere Heizung läuft trotzdem die ganze Zeit. Sie schaffen es eifach nicht ihre Häuser zu isolieren. Auch nicht in der Stadt. Omid möchte die Wäsche trocknen (ja, wir haben eine eigene Waschmaschine/Trockner im Apartment!). Auf dem Trockner hats eine 0, eine halbe und eine ganze Sonne. Er stellt auf null. Es scheint ja keine Sonne heute ;). Die Wäsche wird aus irgendeinem Grund einfach nicht trocken. Gemütlich. Wir geniessen den vielen Platz und die eigene Küche/Toilette. Es ist das "End of Financial Year". Jeder versucht mit einem Grosskauf noch Steuern zu sparen. Vielleicht kommt uns das zu Gute. Mit ÖV gehts für uns in die Stadt. Schlendern ein wenig herum. Viele Musikanten und sonstige Darbietungen. Sehr lebendig, dieses Brisbane. Sehr multikulturell. Backen am Abend selber Brot. Unser erstes leckeres Brot seit Monaten. Immer wieder kommen Leute Trucky besichtigen. Besuchen den Markt am Pier. Junge Franzosen würden Trucky am liebsten mitnehmen, nur haben sie sich im Preis vertan (die Führende 1 nicht gesehen?!). Setzen den Preis herunter und beginnen nochmals von Vorne; Inserate anpassen, Backpackers abklappern, weitere Händler aufsuchen. Trinken bei 20°C am Winter Festival in der Stadt einen heissen Tee ;). Man kann auch für viel Geld Schlittschuhlaufen und sich Eishockey Matches ansehen. Im Hintergrund Palmen. Und die Aussies wie eh und je in Shorts und Thongs aber mit Mütze und Wintermantel. Sämtliche Schlittschuhläufer kämpfen sich dem sicheren Rand entlang. Das Wetter ist 6°C unter dem monatlichen Durchschnitt.



Es kursieren Bilder von Brisbane im Nebel in den Nachrichten. Scheint sehr selten zu sein dieses Schauspiel. Das Apartment ist sehr hellhörig. Sehr nervenauftreibend das dauernd Verfügbarsein für Käufer. Das Warten. Die Hoffnung um dann wieder zerstört zu werden. Erfahren, dass wir unseren Rückflug in die Schweiz leider nicht umbuchen können. Müssen also irgendwie noch nach Perth kommen bis zum 10ten Juli. Es regnet nun jeden Tag. Nicht gerade praktisch für den Autoverkauf. Sortieren aus, was seinen Weg nicht zurück in die Schweiz findet. Wie zum Beispiel löchrige Kleidung. Räumen in den Trucky ein, was allenfalls von unserem Nachfolger noch gebraucht/geschätzt werden könnte. Probepacken mit 23Kilo Maximalgewicht ist angesagt. Stellen den EPIRB zum Verkauf auf Gumtree. Stösst aber auf nicht viel Interesse. Erkundigen uns nach Flügen und Arrangements nach Bali. Wir werden nie mehr so nah an dieser schönen Ferieninsel dran sein und zudem ist uns nach Wärme. Leider treffen wir mal wieder genau die School-Holidays (danke für die super Beratung!!!). Was soviel heisst, dass alles teurer ist und beinahe nichts mehr verfügbar. Geben uns aber nicht geschlagen. Setzen uns eine Frist für Donnerstag. Ist bis dahin der Trucky nicht verkauft, wird er an den Höchstbietenden abgegeben. So bleibt uns noch eine gute Woche Ferien auf Bali *freu*. Ein Deutscher meldet sich, der ein Jahr Australien bereisen will mit (20'000 Euro). Das könnte zum aktuellen Kurs knapp werden. Sie haben sich für 1'000 AUD ein Satellitentelefon gekauft, aber das Budget für das (man beachte 4WD-) Auto sollte (inklusive allfällig anfallender Reparaturen) 5'000 AUD nicht überschreiten?! Nehmen unseren ganzen Nachmittag in Anspruch für Probefahrt und Fragen etc. um dann heraus zu finden, dass Trucky zu viele Kilometer hat und sowieso nicht in ihr Budget passt *grrr*.
Es ist Donnerstag. Packen unsere sieben Sachen und machen uns  auf den Weg zum Meistbietenden. Die Dokumente für den Verkauf sind bereit. Ein Händler hat schlussendlich das Rennen gemacht: wir verscherbeln unseren Trucky für 6000 AUD. Ein Verlustgeschäft für uns. Auch ein privater Käufer interessiert sich für das Auto, wir lassen es sogar von seinem Mechaniker des Vertrauens prüfen, jedoch haben wir ein komisches Gefühl. Einmal heisst er Steve, einmal Stephen. Dann ist er ab Donnerstag in LA, am Donnerstag ruft er aus Sydney an - er sei da geschäftlich und am Abend zurück, was wurde aus LA? Zuerst will er Bar zahlen, dann plötzlich per Überweisung!? Als wir rausfinden, dass eine Überweisung mindestens 24h in Anspruch nimmt und er sowieso erst am Abend kommt, verkaufen wir an den Zweit-Meistbietenden und "verlieren" 1000 AUD.
Jetzt wo wir uns entschieden haben melden sich noch weitere Interessenten. In Springwood lassen wir Trucky mit Tränen in den Augen zurück. Unser Zuhause. Und treuer Weggefährte. Sind guter Hoffnung, dass er nach wenigen Reparaturen (für die Zulassung in Queensland) unserem Nachfolger einen super Trip durch Australien bereiten wird.



Mit dem Cash-Check gehts direkt zur Bank und zum Reisebüro. Wenig später ist der Flug nach Perth und von dort ein Retourflug nach Denpasar (Bali) gebucht. Die Frau im Reisebüro ist fast ein wenig überfordert (geschwitzt hat sie wie schon lange nicht mehr) mit unserer Spontaneität ;). Sind glaube ich an die 3h im Laden gesessen. Morgen geht unser Flug. Last-last-last-Minute. Bezahlen Cash ;).

Wednesday, June 20, 2012

Fraser Island - Auf der grössten Sandinsel der Welt

Trucky ist für seinen letzten Service (mit uns) in Yeppoon eingebucht. Wir wollen für Fraser gut gewappnet sein. Beim Cape Hillsborough Caravan Park (29AUD/N) warten wir vergebens auf die Wallabies am Strand. Sehen nur deren Spuren im Sand und einige im Gras weiden. Es ist das Queens Diamond Jubilee. Alle haben ein verlängertes Wochenende (God bless the queen to give us a day off ;)). Die Campingplätze sind überfüllt. Wir kriegen einen der letzten (mickrigen) noch freien Plätze. Aber direkt am Strand. Dumm nur geht der Weg welcher dem Strand entlang führt genau an unserem Platz vorbei. Der Strand entschädigt aber dafür. Vulkanische Überbleibsel. Krebse haben im Sand ein richtiges Kunstwerk hinterlassen. Überall Fische (oder das, was nach einem leckeren Barbie von ihnen übrig blieb). Am Abend sind die Bäume voller Possums. Trotz frühem Aufstehen keine Wallabies gesichtet. Nehmen schwer an, dass das ein Touristenfänger ist. Es sind praktisch nur Familien auf dem Campingplatz. Sehr wenig Wc's hats für all die Leute. Es ist bewölkt. Besuchen auf dem Rückweg den Markt in Seaforth. Er ist noch kleiner wie der in Wirrabarra ;). Es gibt für 2AUD Lösli zu kaufen. Der Hauptpreis ist ein Poulet. Finden trotzdem leckeres frisches Gemüse und Früchte zu super Preisen inklusive Geschichte der Locals. Kleber auf einem Auto: "Miss ya cat? Check my wheels." Schon von weitem sehen wir die rauchenden Kamine der Sugar Mills um Mackay. Die Sugar Mill in Sarina ist noch nicht für Touristen geöffnet. Vor dem Visitors Centre sehen wir einen älteren Herrn in seinem Opel 4WD mit Nidwaldner Nummernschild. Es riecht richtig nach Rohrzucker. Die Garagen-Schuppen hier auf dem Land sind gewöhnlich etwa 4x so gross wie das Haupthaus und vollgepackt. In St. Lawrence ist niemand unterwegs. Gleich nebenan hat es einen (komplett überfüllten) gratis Campingplatz. Generatoren laufen die ganze Nacht. Schöner Sonnenaufgang über dem Wetland. Omid ist so genervt ab seiner Frisur, dass er seit langem wieder einmal Haar-Gel benutzt. Da fragen ihn die Australier vom Lande gleich ob er Banker von Beruf sei ;). In Airlie Beach jedoch haben ihn die Leute von der Gold Coast für einen Chilenen gehalten (wegen seinem typisch Australischen Hut).
Es geht ewig gerade aus, viel Verkehr - hohe Einschlafgegfahr. Ein Schild am Strassenrad fordert uns dazu auf Ratespiele zu spielen. Und liefert auch schon die erste Frage. Wir spielen mit, bis wir merken müssen, dass sich DIE Frage immer wiederholt. Befinden uns auf der Haupttouristenroute. Nur fahren alle in den Norden. Warum wohl? Sämtliche Autos und Trucks haben nun keine Roobar mehr. Sehen irgendwie nackt aus. Von Rockhampton gehts den Touristdrive entlang an die Küste nach Yeppoon. Zitrusbäume noch und noch. Capricorn Coast. Bleiben auf dem Beachside Caravan Park zu 27AUD/N. Zusammen mit vielen vielen grauen Nomaden aus dem Süden, welche hier alle den Winter überbrücken. Frischer Seafood direkt ab Hafen. Verbringen einen gemütlichen Tag am Strand. Unser Nachbar deckt uns mit Infos über ganz Australien ein. Er hat wohl nicht gehört, dass wir schon länger unterwegs sind und uns am Ende unserer Reise befinden. Auch vergisst er immer wieder, was er bereits gesagt hat. Alle haben einen Plausch an uns Neuankömmlingen. Jeder weiss schon wer wir sind. Abends ist es sehr ruhig. Treffen ein (junges) Deutsches Paar welche in 6 Monaten um die Welt reisen. Hört sich stressig an ;). Sie haben hierfür einen Kredit aufgenommen. Auf dem Wassertank auf dem Campingplatz steht "Warning Rainwater". Sonst war das immer das Höchstqualitäts-Trinkwasser gewesen. Sind früh am Morgen bei Toyota. Leider öffnen die Läden erst eine Stunde später. Hören, dass Fraser Island gerade von einem Sturm heimgesucht wird. Hoffen, dass der sich bald verzieht. Sowieso habe sich die Lage auf der grössten Sandinsel der Welt mit all dem Regen der letzten Jahre geändert. Beim Lakes Creek sehen wir eine Verladestation für Rinder von Trucks auf Züge. Es kommen uns mehrere Hausteile auf LKWs entgegen. Zügeln auf Australische Art.  Alle paar Minuten fährt ein Zug vorbei, voll beladen mit Kohle. Und ab gehts nach Gladstone, dem grössten Hafen in QLD. Vor allem Abtransport von Aluminium und Kohle. Dementsprechend gut ist die Luft hier. Die Marina ist riesig. Die ortsansässige Industrie (Hafen, Minen, Kraftwerk) bieten hier eine Menge sehr interessant klingende Gratistouren an. Leider finden die nur alle paar Tage/Wochen statt. Die Zeit wird knapp. Fahren deshalb noch heute weiter nach Bundaberg, man muss einfach Prioritäten setzten ;). Vorbei an der Discovery Coast mit Agnes Beach und "1770" (der Ort heisst wirklich so). Genug geschnorchelt. Überall sind Strassenarbeiten im Gange. Es nervt. Scheinen sich hier für den Touristenansturm in ein paar Wochen vorzubereiten. Und wir sind die Leidtragenden. Endlose Zuckerrohrfelder erwarten uns. Die Ernte hat begonnen. Die berühmten Brände sehen wir jedoch nur von Weitem. Auf dem erstbesten Campingplatz in der Stadt bleiben wir. Es ist schon am Eindunkeln. Es wird wieder sehr früh dunkel. Winter halt. Auch wenn uns die Temperaturen eher an einen schönen Frühling in der Schweiz erinnern. Auch die Düfte sind ähnlich. Freuen uns schon sehr auf den (hoffentlich) Sommer zurück in Europa. Irgendwie denkt man bei Australien nicht an kalte Temperaturen und Regen. Alles auf dem Campingplatz ist verriegelt. Sehr suspekt. Finden aber ein schönes Plätzchen direkt am Burnett Fluss für 22AUD/N. Die Beleuchtung der Stadt ist wunderschön. Die kleinen Segelboote schaukeln ruhig vor sich hin. Vögel wecken uns am Morgen. Jetzt bei Tageslicht sehen wir, was für Gestalten sich hier herumtreiben. Fahren direkt zur Bundaberg Distillery. Die Tour kostet 25AUD/P und wäre mit einem nicht so nervigen Guide (Hossa und Puppycock) sicher sehr lohnenswert gewesen.


Der Prozess von der Molasse (welche sie von der gleich daneben stehenden Sugar Mill erhalten) bis zum Rum. Lernen viel. Und dürfen 5-jährigen Rum kosten. Und den hauseigenen Likör. Yummy. Der Geschmack kommt zu 80-90% von dem amerikanischen!!! Eichenholz, indem der Rum über Jahre gelagert wird. Sie haben nun neue Geschmacksrichtungen geplant, indem sie anderes Holz verwenden. Leider startet die Degustation aber erst in ein paar Wochen. Über 90% des Rums wird in Australien verkauft. Der Duft in der Luft ist der Hammer. Und weiter gehts zur family owned Bundaberg Ginger Beer Factory. Naturally Brewed. Nach Tastings aller 14 verschiedenen Geschmacksrichtungen (unter anderem Zahnpastageschmack) leiden wir an einer Überzuckerung. Brauchen kein Abendbrot mehr. Und sind überzeugt, die Firma sollte beim Ginger Beer bleiben. Omid liebt es. 12.50AUD/P kostete uns der (sehr interaktive) Spass. Auf dem Weg nach Childers bleiben wir auf der Rest Area. Die Nacht ist eiskalt. Versuchen wenn immer möglich einen Stromplatz zu nehmen, damit wir die Heizung in Betrieb haben können. Auf der Rest Area ist dies leider (noch) nicht möglich. Der Schornstein der Isis Central Sugar Mill ist höchst aktiv. Was auch immer da rauskommt… In der Region werden neben Zuckerrohr vor allem Macadamia Nüsse angebaut. Leider finden Touren durch die Mühle schon seit Jahren nicht mehr statt. Aus Versicherungsgründen. Childers ist bekannt für ihre Brazilian Leopard Tree Allee. Ananasfelder dem Touristdrive entlang nach Hervey Bay. Von hier aus wollen wir nach Fraser Island. Die Permit um auf die Insel zu kommen kostet happige 40.75AUD/Auto. Camping im Nationalpark muss man auch schon vorbuchen. 10.60AUD/N. Die Fährenüberfahrt von 30min von River Heads aus 90AUD (one way) nach Wanggoolba Creek. Bleiben auf dem Happy Wanderers Campingplatz in Hervey Bay zu 34AUD/N. Whale Watching Capital of the World, weil sich die Wale anscheinend zwischen Insel und Festland "verirren" und dann wieder zurück müssen. Leider beginnt die Saison erst anfangs Juli. Auch auf diesem Campingplatz scheinen wir die einzigen Jungen zu sein. Alle anderen kennen sich seit Jahren. Er ist wunderschön. Haben schon lange keinen so sauberen Platz mehr gesehen. Aber es regnet. Legen den Kompressor und das Abschleppseil (für alle Fälle) bereit. Sind etwas zu früh in River Heads. Sehen Delphine im Wasser. Es stehen nur Toyota LandCruisers in der Warteschlange für die Überfahrt.


Nur Fischer und Einheimische sind unterwegs. Ja, auf der Sandinsel hat es Ortschaften und einige Ferienresorts/Wohnungen. Mangrovenwald empfängt uns nach der kurzen Überfahrt. Seit 1992 ist Fraser Island Weltkulturerbe. Die Strasse ist sandig. Irre gemütlich zu fahren. 4WD wird nicht gebraucht. Die Vegetation ändert sich schnell auf dem Weg ins Innere der Insel zu Regenwald. Der Campingplatz bei Cantral Station ist nahezu leer. Er ist (elektro-)umzäunt. Sie hatten ein paar üble Vorkommnisse mit den Dingos der Insel. 2009 wurde ein Junge sogar getötet. Seitdem ist Vorsicht geboten. Kleinkinder sollen immer bei den Eltern bleiben und nicht allein gelassen werden. Nur mit Stock wandern. Es ist sehr ruhig hier. Wandern zum Wanggoolba Creek. Das Wasser im Creek ist nicht auszumachen, so klar ist es. Es schwimmen Aale drin. Unglaublich diese Idylle. Wären da die geführten Touren nicht. Ein Japaner ist mit Anzug und Lackschuhen unterwegs, In der Hand seine Laptop-Tasche. Übersetzer rechts und links. Nebenan auf der gleichen Tour Aussies mit Thongs und in Shorts. Der Guide warnt vor den bösen Dingos und macht der Gruppe etwas Angst! Jetzt wäre es lustig Keith (den Dingojäger) dabei zu haben, der ein authentisches Dingogeheule von sich geben kann. Ein wirklich schönes Plätzchen Erde. Sind schon jetzt froh hierher gekommen zu sein. Tag-Along Touren mit 10 Backpackers pro Auto rasen vorüber. Zum Teil sind es Tagestouren von Brisbane aus?! Epiphyten. Regenwald. Pilze in allen Farben und Formen. Früher wurde auf der Insel Holz geschlagen (unter anderem für den Suezkanal) und Sand abgetragen (Wertvolle Mineralien im Sand). Über Nacht regnet es. Hören Dingoes in der Ferne heulen. Am Morgen regnet es weiter (d.h es tropft von den Bäumen). Wollen deshalb schnell an den Strand der Ost-Küste und in die Sonne. Der Himmel scheint nämlich blau zu sein über den Baumkronen. Kokkaburras sind am lachen. Sind beide leicht angeschlagen und erkältet. Die Nächte sind einfach zu kalt. Die Strecke an den Lake McKenzie ist malerisch. Auch dort ist alles eingezäumt. Ein Regenwassersee. Insgesamt gibt es über 40 Seen auf Fraser. Über die Hälfe aller natürlichen Regenwasserbecken der Welt befinden sich auf der Insel. Netter Badesee würde ich sagen aber viel zu viele Menschen hier. Die Touristen räkeln sich an der Sonne. Die Weiterfahrt lässt Trucky schräg werden. Aber noch immer wird der 4WD nicht wirklich gebraucht. Viel wichtiger dagegen scheint die hohe Bodenfreiheit zu sein. Lake Wabby wird bis in 20 Jahren ganz von der Düne verschluckt sein. Am Sandblow beim Stonetool Lookout (gemütlicher, ruhiger Zmittag mitten in der Natur) vorbei gehts an die Ostküste der Insel. Die heraustretenden Wurzeln mitten in der Sandstrasse sind eigentlich das einzig Mühsame hier. Suchen uns direkt hinter der ersten Düne am Strand einen Platz zum Übernachten aus (Winnam Camping Area). Immer wieder hat es solche Regionen am Strand wo es erlaubt ist zu übernachten. Sonnenaufgang über dem Meer nach kalter Nacht. Dingospuren im Sand, aber noch immer keinen gesichtet. Schauen den Fischern in der Ferne zu. Frühstück auf der Düne mit Sicht auf die Inselautobahn ;). 80km/h darf man offiziell auf dem Strand fahren. Nur hat es immer wieder heimtückische Bächlein, die man queren muss. Kurz bevor wir an der "Landepiste" vorbei kommen, ist ein Flugzeug auf dem Strand gelandet. Über komplett schwarze Yidney Rocks gehts nach Happy Valley. Kleines Örtchen. Hat aber alles, was ein Touristenherz begehrt. Immer wieder tauchen Ferienhäuser hinter den Dünen auf. Der Strand ist steinhart. Ein toter Buckelwal. Eli Creek ist jeweils nur 2h um Ebbe passierbar. 2.5h geht aber auch noch ;) knapp. Angenehm wenig Leute sind am "Baden", jedoch führt der Eli Creek auch nicht wirklich viel Wasser. Das Maheno Wreck ist von 1935. Japaner hatten das ausgediente Spitalschiff für Altmetall gekauft und beim Abschleppen ist dann leider das Seil gerissen (während eines Zyklons). Nun ist es ein weiterer Touristenmagnet der Insel. The Pinnacles sind schön anzusehen. Ein White Breasted Eagle fliegt über uns. Kurze "Wanderung" führt uns auf den Indian Head. Einer der Ursachen, weshalb es die Insel überhaupt gibt. Hier am Vulkanfelsen hat sich nämlich der Sand während rund 800'000 Jahren angestaut. Die Aussicht ist gigantisch. Ein erstes im Sand festsitzendes Auto gesichtet (ein Einheimischer :-)). Eine steilere Sandstrasse gehts hoch zu den Champagne Pools. Das Wasser kommt vom Meer direkt über Wellen herein. Sehen auf die Middle Rocks. In Waddy Point genehmigen wir uns eine 1AUD Dusche. Leider haben viele genau zur selben Zeit die gleiche Idee gehabt. Entscheiden uns aus Zeitgründen nicht mehr weiter in den Norden zu fahren. Übernachten erneut wunderschön am Strand (diesmal in der Eli Camping Area). Grüssen die vorbeifahrenden Fahrzeuge von unseren Campingstühlen aus (mit Bier und Snacks natürlich;)). Dies wird unsere letzte Nacht für lange in der "Wildnis" sein. Wir werden wehmütig. Sehen Dingoes in der Ferne im Wasser nach Fischen jagen. Trucky ist voller Salzkristalle. Diese blöde Sonne geht einfach auf der falschen Seite unter ;). Schnell in den warmen Schlafsack.
Die Sonne scheint warm am nächsten Morgen. So lässt sich der Winter doch aushalten. Fahren dem Strand entlang in Richtung Süden.


Eulong. Dort hat es sogar eine Teerstrasse und einen Minimarket. Via Inlandroute besuchen wir noch einige Seen. Es ist kein weiteres Auto auf der Strecke unterwegs. Die sehr tiefen und trüben Wasserüberquerungen lassen uns fast verzweifeln. Lake Birrabeen. Was für eine Idylle. Leider ist der weisse Sandstrand nicht mehr ersichtlich, da der See zuviel Wasser führt. Klassik-Musik aus dem Radio. Lake Boomajin. Moorgebiet. Endlich wieder am Strand gehts an den südlichsten Punkt der Insel; Hook Point. Dort wartet die Fähre wie gerufen auf uns. Die 70AUD Überfahrtsgebühr (für 10min Fahrt!!!) steckt der Mitarbeiter gleich selber ein. Nachher ist er extrem freundlich zu uns. Ist wohl selten, dass einer nicht hin und zurück bucht. Wir haben wieder Festland unter den Füssen. Die Strecke von der Fähre (welche hier einfach auf den Strand auffährt) zur Teerstrasse besteht aus weichem Sand. Omid (resp. Trucky) hat etwas Mühe und merkt, dass er ohne 4WD fährt (jetzt nur nicht anhalten ;-)). Inskip Point. Über Rainbow Beach, Gympie (Forestry mit Managed Burning) über Land nach Noosa Head. Sehen viele Häuser, welche am Heizen sind. Die die können halt. Viele Häuser haben keine Heizung, geschweige denn Isolierung. Für die paar Tage im Jahr wo es kalt ist tuts eine Elektroheizung auch. Das haben auch wir bereits herausgefunden und sind stolze Besitzer eines 15AUD Fan Heaters. Der Noosa Caravan Park kostet uns stolze 36AUD/N. Am Abend haben wir Lust auf Italienisch, bleiben dann aber in einem Indischen Restaurant mit Original Tandoori Ofen hängen. Echt lecker. Der Kellner fragt uns, ob wir draussen sitzen wollen?! Die Fenster und Türen sind alle geöffnet. Bestelle einen warmen Chai und verneine. Hallo es ist Hochwinter!!!
Sunshine Coast: Von Sunshine Beach nach Sunrise Beach. Originelle Namen, muss schon sagen. Yachten überall. Und Villen entlang der von Palmen gesäumten Strasse. Das sind sie also, die berühmten Eastern Beaches. Holiday Village an Holiday Village. Sie fahren hier wie die Henker, aggressiv. Hupen und Stinkefinger sind allgegenwärtig. Kommen immer näher an die Grossstadt Brisbane heran. Sind auf der Suche nach einer Toilette. Sind dann etwas überrascht gleich noch neben der Toilette (mit Spülung!!!), McDonalds, KFC, Tankstelle und und und anzutreffen.

Friday, June 8, 2012

The Whitsunday Islands - Wassermangel auf hoher See

Im Westen die Great Dividing Range, im Osten Zuckerrohrfelder kurz vor der Ernte. Ebenfalls mehren sich die Bananenplantagen. Wir bleiben auf dem Bingil Bay Council Campingplatz zu 17AUD/N. Schön abgelegen. Ruhig. Direkt am von Palmen gesäumten Strand. Und die Sonne scheint! Die Jacke bleibt wegen dem noch immer starken, kühlen Wind an. Die Australier stören sich nicht ab dem Wetter. Sehen Surfern und Kajakfahrern zu. Das Wellenrauschen hat was sehr entspannendes. Eine Kokospalme wächst direkt an unserem Platz aus einer Kokosnuss. Gegen Abend kommen viele Locals mit ihren Hunden vorbei.
Leider ist bereits am nächsten Morgen wieder alles bewölkt. Sonnenaufgang trotzdem wunderschön. Farbenfroh. Direkt vom Bett aus zu bewundern. Ein Nachbar scheint uns wieder sehr zu mögen. Und stellt sein Zelt direkt an unserem Trucky auf. Später sagt er, es sei der einzig gerade Platz für sein Zelt gewesen. Lassen uns nicht stressen und laufen dem Strand entlang. Er ist menschenleer. Versuchen Kokosnüsse ab den Palmen zu holen indem wir sie mit Steinen oder Korallen bewerfen. Manche Kokospalmen haben bereits Kletterhilfen am Stamm von früheren Versuchen. Zum Glück entdecken wir wenig später eine frisch heruntergefallene Kokosnuss am Boden. Das Herauslösen der Kokosnuss ohne richtige Instrumente gestaltet sich dann auch nicht viel einfacher. Soviel Abfall für so wenig Nuss. Aber die frische, kühle Kokosmilch entschädigt für alles.


Kommen an Mission Beach vorbei. Erfahren, dass die Sugar Mill in Tully leider noch nicht für Touren geöffnet hat. Sehen dafür auf einer Bananenfarm, wie die Stauden gewaschen, geschnitten und abgepackt werden. Vor Ort können wir 5 Bananen für 1AUD kaufen. Bananen werden das ganze Jahr über geerntet. Die Pflanzen werden nach der Ernte umgehauen. Es wächst wieder eine neue daraus. Eine Staude pro Pflanze. Passieren die Cassowary Conservation Area. Dann den State Forest. Einzelne Regentropfen fallen. In Ingham treffen wir auf viel Italianita. Anscheinend ist Italienisch die zweithäufigst gesprochene Sprache nach Englisch auf dem Kontinenten. Es gehen immer wieder Anrufe ein wegen Trucky. Mal sehen ob sich was ergibt. Bleiben auf dem Palm Tree Caravan Park (25AUD/N). Palmen lassen sich hier jedoch nur schwer finden. Befinden uns direkt in der Flugschneise. Neben dem Bahngeleise. Teenies fahren mit einem Quad von der Schule nach Hause. Treffen das Paar wieder, welche mit ihrem 80-jährigen Auto unterwegs sind. Australien ist halt schon klein ;). Die Nacht ist dann erstaunlich ruhig. Das Wetter stabil (bewölkt).
In Townsville angekommen schlendern wir ein wenig durch die Stadt. Es fallen uns die vielen Business-Leute auf. Die Stadt hat aber noch immer den Charme eines Strandtouristenörtchens. Im Visitor Centre sind wieder nur Banausen angestellt. Rotwellen an den Ampeln. Direkt am "the Strand" (der heisst hier wirklich so) bleiben wir auf dem Rowes Bay Caravan Park (38AUD/N). Treffen dort drei Österreicher, welche 3 Monate die Küste bereisen und den Süden bereits gesehen haben. Es regnet die ganze Nacht durch. Magnetic Island und Schnorcheln fällt buchstäblich ins Wasser. Und am Morgen regnet es munter weiter. Richtiges Shoppingwetter. Flinders Street. Im Cultural Centre sind wir auf der (vergeblichen) Suche nach schönen, authentischen Souvenirs. Fahren trotz schlechtem Wetter in den Bowling Green Bay National Park, da wir früh am nächsten Morgen die Führung im Institute of Marine Science (AIMS) mitmachen wollen. Haben hierfür eine Nacht im Alligator Creek Campground online gebucht (10.60AUD/N). Viele Brush-Turkies. Kookaburras. Wallabies. Keine Alligatoren. Und nervige, laute Franzosengruppe. Der Platz füllt sich bis zum Abend. Früh am nächsten Tag kommen dann die Ranger um zu kontrollieren wer bezahlt hat. Und nimmt alle hoch, ausser uns. Unglaublich die Zahlungsmoral der Leute hier. Die Franzosen müssen (nachdem Sie geweckt wurden) noch im Pijama ihren Müll einsammeln, den die Tiere in der Nacht um Ihr Zelt verteilt haben ;-). Die Führung durch das Marine Institute ist sehr interessant. Sie versuchen Hummer zu züchten. Ein Meer Simulator (Ebbe, Flut, Mondlicht) für die Korallenforschung wird gerade gebaut. Ebenfalls wurden Gelder für ein Korallenarchiv genehmigt. Die Geräte sind alle hochmodern. Im Workshop wird alles (nicht-)erdenkliche  gebastelt. Unterwassercomputer. Knochenersatzteile aus Korallen.
Ab in den Süden, der Sonne hinterher. Die Strasse ist voller Touristen mit Wohnwagen. Zuckerrohrfelder noch und noch. Sie haben extra Züge für den schnellen Abtransport des Zuckerrohrs. Agrargebiet rund um die Whitsunday Region. Auf einem Rastplatz kriegen wir den Tip in Bowen an die Horseshoe Bay zu gehen. Die sei nicht überfüllt und herrlich zum Schnorcheln (Fringing Reef). Der dazugehörige Caravan Park ist ein schöner Fleck Erde (34AUD/N). Wir werden hier warten, bis sich die Sonne blicken lässt (voraussichtlich in 3 Tagen). Es regnet über Nacht. Vergesse mein Duschtuch. Merke dies aber erst als ich bereits fertig geduscht hatte (mühsam!). Besuchen ein weiters Big Thing; die Big Mango. Leider auch sie nicht echt. Dafür gibts gleich nebenan Frozen Mangoes und viele Informationen zur Region im Visitor Information Centre. Kurzer Spaziergang für uns zur Horseshoe Bay. Fischer mit Bier in der einen und der Angel in der anderen Hand. Ich glaube nicht, dass einer hier was rausgezogen hat. Sehr viele Chinesen und Neuseeländer hier. Und tatsächlich, die Sonne scheint. Ab an den Strand. Baden und Schnorcheln. Windstille Meeresbucht. Müssen fast schauen, dass wir uns keinen Sonnenbrand holen ;). Blue-dotted Ray. Schön farbige Korallen. Ähnliche Fische wie auf dem Riff. Gute Unterwassersicht. Holländer, welche erst gerade gestartet sind haben Probleme mit ihrem Auto. Es scheint allen gleich zu ergehen. Wir packen unsere Sachen und fahren nach Airlie Beach. Dem Gateway zu den Whitsunday Islands und einem der schönsten Strände der Welt; Whitehaven Beach. Zuckerrohr und Zuckerrohr und nochmals Zuckerrohr. Selten Tomaten. Airlie Beach besteht aus Tourbuchungszentren, Souvenirläden und Restaurants. Wollten eigentlich per Wassertaxi auf eine der Inseln übernachten gehen. Aber das Boot scheint gerade in Reparatur zu sein, also buchen wir einen dreitägigen Segelturn (400AUD/P) auf der Anaconda III durch die Whitsunday Islands. Das Wetter soll der Hammer sein für den Rest der Woche. Haben sogar dank spontanem Buchen ein Upgrade für die einzige Kabine mit Doppelbett gekriegt. Alles andere, als ein zweier Zimmer wäre für uns auch nicht in Frage gekommen. Gleich neben dem Hafen bleiben wir auf dem Seabreeze Campingplatz (35AUD/N). Ein süsser Hund unter dem Nachbarswohnwagen. Strandspaziergang bei Ebbe. Mangrovenwald. Palmen im Wind klingen wie Regen. Stellen den Kühlschrank kühler, damit das Essen über die drei Tage nicht verdirbt. Am Morgen haben wir einen dicken Eisblock drin. Sonne wohin man schaut. Gestern hatte ich einen halben Sonnenstich gehabt. Sind uns solches Wetter einfach nicht mehr gewöhnt. Den Vormittag über ist Markt in Airlie Beach. Ein Kreuzfahrtschiff hat angelegt, weshalb der ganze Ort nun zum Bersten voll ist. Auf dem Segelschiff sind keine Schlafsäcke und Rucksäcke mit Reissverschluss erlaubt. Anscheinend werden Bettläuse über Reissverschlüsse verschleppt. Folglich müssen wir noch ein paar Einkaufstüten besorgen. Wir sind gerade gemütlich beim Abendessen, als ein Kookaburra mir das Essen in einem unbeobachteten Moment aus der Hand reisst. Dabei sehen die Viecher so süss aus. Omids Frühlingsrollen werden von einer Verkäuferin gemacht, welche nicht einmal wusste, dass sie Frühlingsrollen im Sortiment hat. Dementsprechend kamen die Frühlingsrollen halb roh und in Fish-and-Chips Packpapier eingepackt ;). Es sind 32 Leute plus Koch, Kapitän, zwei Tauchlehrer, Maschinist und ein Helfer an Board der Anaconda III. Völlig ausgebucht. Alle sind wir etwa im selben Alter. Viele auch schon länger in Australien am Reisen. Es entstehen gute Gespräche. Wein und Prosecco vor der Abfahrt um 7pm. Die Zimmer sind klein aber ok. Irgendwie haben sie die Decken vergessen (es gibt nur ein dünnes Leintuch). Dafür gibts eine Klimaanlage und Ventilator? Wir haben zum Glück unsere Seidenschlafsäcke dabei (taugen aber gegen die Kälte auch nicht besonders viel). Das schöne, alle Zimmer sind alle En-Suite (Duschkopf in WC). Wasser sei Mangelware. Wir sollen uns auf 1min Duschen pro Person und Tag beschränken. Ein Wet-Suit von lächerlichen 1mm Dicke musste noch zusätzlich gemietet werden. Bananen sind an Bord nicht erlaubt?! Das Wasser ist einigermassen ruhig. Haben uns aber zur Sicherheit mit ausreichend Reisetabletten ausgerüstet.
Wachen direkt am Whitehaven Beach auf. Gutes Morgenbuffet mit übelst langsamen Toastern. Zu unserem Erstaunen toasten sogar die Australier ihr Weissbrot. Das haben wir noch nie gesehen. Sie greifen dann aber zu beim Vegemite, anstatt bei der Erdbeerkonfitüre ;). Auf den Tellern finden sich noch Essensreste der Vorgängergruppe. Scheint wirklich wenig Wasser zu haben, wenn es nicht mal für den Abwasch reicht. Es sind Deutsche, Franzosen, Holländer, Südamerikaner, Australier, Neuseeländer, Engländer, Esten, Amerikaner, Italiener und natürlich Schweizer an Board. Die Stimmung ist super. Baden am Strand und ich versuche mich im Scuba-Diving. Sind leider auf der falschen Seite der Beach um den super Ausblick auf den ganzen Strand geniessen zu können. Der Sand ist relativ weiss (Silica) und fein. Viele braten den ganzen Vormittag über in der Sonne. Leider kommt man nur mit dem Beiboot wieder zum Schiff. Ist also abhängig von der Crew. Später fahren wir zur Luncheon Bay auf Hook Island. Einer der schöneren Schnorchelplätze auf Whitsunday Islands. Das Wasser ist ("trotz" Lycrasuit) *"çç*& kalt. Alle zittern vor Kälte. Spätestens nach 30min sind alle zurück, obwohl die Fische und Korallen echt der Hammer waren. Immer mit dabei unsere "Unterwasser"-Kamera. Ein Fisch hatte unsere Grösse.



Die Schnorchelausrüstung ist leider nicht mehr die Neuste. Der Geschwindere ist der Schnellere. Das trifft auch aufs Essen zu. Alles für 32 Personen einfach ein wenig zu knapp berechnet. Die ersten haben einen kompletten Sonnenbrand. Die Segel wurden bis jetzt noch nicht gehisst. Es hat hierfür einfach zu wenig Wind. Füttern die Riesenfische vom Boot aus. Sehr eindrücklich was da alles wie aus dem Nichts daher geschwommen kommt. Sonnenuntergang ins Meer. Am Morgen stechen wir in Richtung Bait Reef. Unsere Seasick-Tabletten werden begehrt. Könnten viel Geld damit machen ;). Die Morgenstimmung an Deck zu beobachten ist unbeschreiblich.



Wasser, Softdrinks und Alkohol kostet. Wir haben genügend Wasser dabei. Snacks musste man selber mitnehmen. Wir schauen jetzt einfach immer, dass wir bei den ersten sind, wenn die Essensglocke läutet. Das Essen ist echt gut und abwechslungsreich. Die Segel sind ausgefahren. Der Motor läuft aber mit. Am Riff hats dann ziemlich starke Strömung. Die Farben sind intensiver jetzt, wo die Sonne durch das Wasser sticht. Orientierung sehr schwierig. Arm hoch und zurück gehts im Beiboot. Ein zweiter Schnorchelgang bei weniger Strömung folgt am Nachmittag. Es geht zur Hayman Island zum Übernachten. Sternenhimmel. Kokosreis. Schokoeis zum Dessert. Brilliant. Gekocht wird mit Meerwasser. Manche Leute schöpfen als ob sie seit Tagen nichts gegessen hätten. Delphine im Mondlicht. Viele flippe(r)n aus. Befinden uns als wir aufwachen vor der Blue Pearl Beach vor Anker. Dort wo es mit Abstand am meisten Fische der Region haben soll (sie werden ja auch gefüttert). Sind die ersten, welche hier schnorcheln am frühen Morgen. Später kommen dann immer mehr Boote. Schwimmen durch Fischschwärme. Beim "Schmollmundfisch" muss ich anfangen zu lachen (und schlucke Wasser) der sieht so doof aus. Zurück an Board erfahren wir, dass es kein Wasser mehr gibt an Board. Alles muss nun mit Meerwasser erledigt werden. Wer mit dem Eimer durch die Gegend läuft, der hat gerade sein Geschäft verrichtet ;). Duschen liegt nicht mehr drin. Zum Glück haben alle bis zum letzten Tag damit gewartet. Aber es sitzen alle im selben Boot. Die Stimmung ist noch immer super. Sehen einige Quallen. Es fällt allen schwer sich wieder zurück in Airlie Beach voneinander zu verabschieden.