Sunday, August 28, 2011

Dampier Peninsula

Rebellen haben in Lybien die Hochburg von Gaddafi eingenommen. Und schon geht der Streit um das Öl los. Wir bekommen hier in Broome mal wieder etwas vom Weltgeschehen mit. Könnten uns eigentlich auch einmal eine lokale Zeitung leisten. In der Laundry liegen leider viel zu selten solche auf. Vielleicht liegt das daran, dass selten Männer die Wäsche erledigen und wenn dann sicher nicht daneben warten, bis sie fertig ist. Am Camping-Platz hat es kleine schwarze fliegende Insekten, welche einem beissen. Wir entdecken einen Glaceladen mit Glacesorten in den übelsten Farben (pink, hellblau, grün-orange-violett-gemischt). Scheint aber auch ein paar ganz leckere darunter zu haben. Noch konnte ich widerstehen. Kirschen-Konfiture scheinen die hier nicht zu kennen. Ausgerechnet die Lieblingskonfiture von Omid. Wir weichen auf Beeren aus. Dafür ist der Nutella-Aufstrich tatsächlich Made in Germany. Wir sehen, dass es Toastbrot und Sandwichbrot gibt (sehen absolut identisch aus). Das Sandwichbrot kann man aber wenigstens (wenn man sich Mühe gibt) ohne es toasten zu müssen bestreichen. Das Fleisch hat eine gute Qualität hier. Auch die Quantität ist der Hammer. Wir bestellen ein Schnitzel, von welchem wir uns beide bestimmt eine halbe Woche hätten ernähren können. Der Aussie nimmt dazu noch ein Beef-Steak. Die Legebatterie ist hier noch erlaubt, wir fragen uns seitdem ob sie hier auch mit extremen Mengen an Wachstumshormonen bei Tieren arbeiten (das würde auch die riesigen Rinder erklären). Endlich kaufen wir uns eine Schnorchelausrüstung (ich mit Flossen, damit ich mit Omid mithalten kann) nachdem wir schon oft (manchmal auch weniger) froh gewesen wären, zu sehen, was für eine geniale Flora und Fauna sich unter unseren Körpern verbirgt. Nur selten haben die Sonnenstrahlen uns eine Idee davon gegeben. Wir wollen umbedingt unsere eigene Ausrüstung haben und nicht ausleihen, nachdem wir beide negative Erfahrungen mit Ausleihausrüstung gesammelt hatten. Eine Taucherbrille mit Möglichkeit, die Brille darunter zu tragen gibt es übrigens nicht (dies mussten wir merken, als uns alle blöd angeschaut hatten bei der Frage). Omid gibt seine Uhr in Reparatur. In zwei Wochen können wir Sie in Broome wieder abholen kommen (man beachte, dass es sich lediglich um einen Batteriewechsel handelt). Wir hoffen sehr, wir denken daran sie wieder abzuholen. Leder-Hüte scheinen hier in WA nicht mehr so prominent zu sein wie im NT. Omid fällt mit seinem beinahe auf. Hier wäre es besser ein Surfbrett am Auto zu haben.
Die Strecke hoch zum Cape Leveque ist sandig. Dementsprechend schwierig zu fahren. Auch hier scheint die eine Bahn (die zurück) viel besser im Stande zu sein. Manchmal erreichen wir eine bedrohliche Schräglage, wenn uns einer entgegen kommt und wir an den Rand ausweichen müssen. Roadtrains (welche hier nicht fahren dürfen) hätten sich bestimmt gestreift. Es geht immer geradeaus. Es ist eine Demonstration im Gange: "Safe the Kimberley". Wir können nicht genau abschätzen für oder gegen was die genau gedacht ist. Nehmen aber an gegen all die Touristen und halten deshalb nicht an um die Stände zu betrachten. Immer wieder sehen wir kleine Sandverwehungen und sind froh sitzen wir im geschlossenen Auto (sogar durch die Klimaanlage hindurch scheinen wir den Sand riechen zu können). Mangroven links und rechts, wohin man schaut (das Meer können wir deshalb nie sehen). Eindrückliche Buschbrände. Bei Beagle Bay, einer Aborigines Community des Nyul Nyul Clans besichtigen wir die Sacred Heart Kirche. Sie ist mit Muscheln und Perlmutt geschmückt und ganz weiss angemalt. Fast ein wenig kitschig, wären da nicht die ernüchternden Ventilatoren an der Decke. Eigentlich muss man einen Permit Fee bezahlen um sich in den Communities umzusehen (damit unterstützt man die Gemeinschaften), da aber das Büro (bzw. der Shop) über Mittag geschlossen ist hinterlassen wir ein paar Münzen für die Kollekte. Auch hier sind die Häuser aus Blech. Arbeiten sehen wir nur "Weisse". Wir essen gleich vor der Kirche im Schatten zu Mittag und beobachten ein wenig das Geschehen. Wir besichtigen "One Arm Point", auch eine Community (des Bardi Jawi Clans). Hier bezahlen wir die üblichen 10AUD/Tag/Person. Ein wenig viel, da wir erst um 3pm ankommen und man um 5pm die Community bereits wieder verlassen haben muss. Die vorgeschriebenen Strassen dürfen nicht verlassen und keine Menschen fotografiert werden. Die Aborigine-Frau im Office ist lustlos (oder ist das einfach ihre Art). Sogar nach einem Stift müssen wir fragen um die Anmeldung (selber) auszufüllen. Wir sind aber fleissig am Literatur lesen, damit wir die Leute hier besser verstehen können. Man findet aber nur spärlich Informationen (die Aborigines kennen keine Schrift und Weisheiten werden eigentlich nur an die Nachfahren weitergegeben). Die 20 AUD haben sich aber trotzdem gelohnt. Wir sehen eine Aufzuchtstation für Meerestiere (leider ist die letzte Führung soeben fertig als wir eintreffen, macht aber nichts) wo wir viel über die Geschichte der Community und ihrer Tier- und Pflanzenwelt erfahren und einige der Tiere sogar vor Ort bewundern können (Barramundi, Schildkröten, etc.). Durch die Zuchstation konnte der Bestand an Trochus-Muscheln (für Schmuck verwendet) gerettet werden, nachdem die Muscheln beinahe ausgestorben waren ("Überfischung" durch Indonesier). Grad nach uns wird geschlossen für heute. Es fahren viele einheimische Fischer heraus in die Ebbe.



Am Abend checken wir für 2 Nächte (länger geht nicht) im Gambanan Camping ein (60AUD), welcher uns die beiden Paare aus SA und WA in Bell Gorge empfohlen hatten. Zwei weitere Paare kommen grad gleichzeitig mit uns dort an und drängeln sich vor. Eventuell sind wir ihnen zu langsam gefahren. Der Campground ist von Aborigines geführt und hat alles was man braucht (WC, kalte Dusche). Unser Platz hat den ultimativen Blick aufs Meer. Traumhaft. Das Meer ist sehr klar und türkis. Unterscheidet sich nur in Nuancen vom Blau des Himmels. Es herrscht noch immer Ebbe. Wir (d.h Omid) versucht das Auto gerade zu stellen. Er wählt zwei Steine hierfür aus. Der eine zerbröselt gleich. Das Auto steht trotzdem mehr oder weniger gerade. Mit etwas Glück kann man zu dieser Zeit hier am Morgen Wale erspähen (Humpback Whales). Das Cape Leveque ist nur einige Minuten entfernt. Wir haben vollen Natelempfang (leider stören aber auch die hohen Antennen die freie Sicht auf die Natur (wenigstens brüten die Vögel darauf)). In der Jahrhunderte alten Fischfalle der Aborigines sehen wir bei Ebbe wunderschöne Muscheln und komisches Getier. Viele suspekte Löcher im Boden und Luftblasen. Korallen in den schönsten Farben, Krabben in allen Grössen und Fische (Kugelfische, "Speerfische" (nach Omid), etc.), von welchen ich zum Teil noch nie gehört, geschweige denn sie gesehen habe (jetzt kann ich sie wenigstens auf Englisch bezeichnen). Kein Vergleich zu den Stränden, die ich bis jetzt gesehen habe, wo sich meist die Touristen auf die letzten Muschelfragmente gestürzt haben (auch ich). Wir können viele der Fischfang-Methoden der Urbevölkerung, welche wir in der Zuchstation kennengelernt hatten wieder entdecken. Alle hier (Aborigines und die wenigen Gäste) weisen uns in die Welt des Fischens ein. Wir werden vor den Steinfischen gewarnt (und kriegen sie auch gleich zu sehen). Sie erzählen, dass sie diese Tage Wale gesichtet haben, sogar Delphine. Ebenfalls wurde uns geraten uns mit viel Moskitoschutzmittel ein zu sprayen, da diese Viecher in den Mangroven-Wäldern sehr zahlreich vorkommen (bei Omid's Konsum erübrigt sich diese Warnung).


Was für ein Sonnenaufgang. Ich beobachte vom (erhöhten) Bett aus einige Schwärme von Fischen? welche mir ganz nach Walen oder Delphinen aussehen. Oder sonst was. Aber wunderschön, sie so ungestört in freier Wildbahn beobachten zu können. Die Flut steigt gemächlich. Um 10.00am erreicht sie ihren Zenit um 4.30pm ihren Tiefststand. Bei Tiefststand ist es besonders interessant in den Klippen auf Entdeckungstour zu gehen. Grosse Möven fliegen über unseren Köpfen. Ich habe aus Versehen statt Thunfisch den "Pink Salmon" in der Dose erwischt (mit Haut und Gräten). Omid fragt ob ich das in der Hundefutterabteilung gefunden habe. Tatschlich ist hier in den Läden das Hundefutter gleich neben den Fleisch- und Fischwaren platziert. Wir hätten schonmal beinahe eine Wurst gekauft, welche für Hunde bestimmt war. Wäre wahrscheinlich ganz lecker gewesen.
Felsformationen sind den Aborigines heilig. Frauen dürfen diese heiligen Stätten nicht anschauen, geschweige denn betreten. Wie entwürdigend muss es nun sein, all die (weiblichen) Touristen den Uluru oder die Kata Tjuta betreten zu sehen. Damals als die ersten Europäer die Strafkolonie im Hafen von Sydney gegründet haben, waren keine Schwerverbrecher an Bord. Anscheinend zieht jeder die Australier mit ihrer Vorgeschichte auf. Wir stellen unser Vordach auf. Unser kleines Zuhause. Man hört nur das Rauschen des Meeres (und das Verdauen des Magens). Die Steine,welche üblicherweise unter Wasser sind, sind sehr rutschig. Dies muss ich schmerzhaft erfahren als ich ausrutsche und mit viel Glück nur auf meinen Hintern und ein Teil meines Fusses falle. Ich hatte noch nie im Leben einen dermassen grossen Bluterguss und höllische Schmerzen am Oberschenkel. Bin aber froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Wir kommen mit der Fisch-Begeisterten (das sind hier irgendwie alle) Familie aus Perth von nebenan ins Gespräch und wissen jetzt, weshalb man nicht länger hier bleiben kann (leider). Sie müssen den Camping "säubern" für einen den Umwelt Minister von WA, der hier für zwei Tage übernachten will und keine Menschen ausser sich hier duldet. Wir erfahren auch, dass hier in WA alles im Wechsel ist, da das meiste Land in einer 99ig jährigen Pacht an die Farmer vergeben wurde. Einige dieser Verträge sind bereits abgelaufen und die Ländereien wurden in Nationalparks oder Aboriginal Land umgewandelt (manche aber auch verlängert). Im Jahr 2015 sollen die meisten dieser Verträge auslaufen. Zusammen mit der Familie und einer Aborigine sitzen wir noch lange zusammen und erfahren viel über Land, Leute, Tiere und Geschichte während die Sonne langsam untergeht. Die Nichte der Frau ist am Fischen und Austern suchen. Ihre schwarzen Umrisse sind schön im Abendlicht anzusehen. Wir bewahren Respekt und fotografieren nicht. Ihr Mann tanzt in einer berühmten Aborigine-Tanzgruppe, welche internationale Auftritte hat. Sie freut sich nächstes Jahr das erste Mal dabei zu sein, wenn die Gruppe in Kanada auftritt. Die Tänze widerspiegeln Erlebnisse der Ahnen. Deshalb machen sie immer den gleichen Tanz, welcher bereits von klein auf von allen Clanmitgliedern erlernt wird. Tanz, Kunst, Gesang gibt es bei den Aborigines im Wortschatz nicht, da sämtliche Malereien, Lieder und Tänze Wegbeschreibungen, Erfahrungen oder Anweisungen zu etwas bedeuten/zeigen. Man wird bestraft, wenn man zum Beispiel eine Strophe falsch wiedergibt, da dies fatale Folgen haben kann. Die Frau hat 20 Enkel (ist selber wahrscheinlich um die 60) und irre Stolz auf sie. Sie diskutiert locker mit den beiden Fischexperten mit. Hat zu deren Übel sogar die grösseren Fische an Land gezogen. Gibt Tips über Köder und wo und wie man am Besten Beute macht. Lustigerweise essen Aborigines gewisse Fische nicht, die wir essen und umgekehrt. Die Nichte ist barfuss und nur mit einer Schnur mitten im Meer unterwegs obwohl sie uns immer wieder warnt nur mit gutem Schuhwerk ins Meer zu gehen. Und nur nah am Ufer. Anscheinend werden die gefangenen Fische geteilt unter den Clans. Es hat ja genug. Jeder nimmt sich das, was er gerade braucht. Eventuell hat sich deshalb diese Kultur über Jahrtausende nicht gross weiterentwickelt. Man hat immer alles gehabt was man brauchte. Sie kennen auch keinen Besitz.
Es sind neue Gäste eingetroffen welche laut australische Countrymusik hören. Gar nicht mal so schlecht, wenn auch keine Live-Musik, aber trotzdem ziemlich unpassend an einem solchen Ort.  Ein Flying Fox (weiss nicht wieso das bei uns Flughund heisst) hat seinen Schlaf-Platz direkt auf unserem Weg zum WC. Das erste Mal erschrecken wir zu Tode als wir in der Dunkelheit auf's Klo müssen. Ebenfalls gut für Omid's Herz war, als er sich auf das Klo setzten möchte und ihm 2 Frösche aus dem Klo entgegen lachen (es sind die schönen grünen). Er "rettet" sie. Genau um solche Momente zu vermeiden steht überall angeschrieben, dass man die WC-Deckel schliessen soll.
Am nächsten Morgen sind wir später dran als erhofft. Die Sonne ist schon über Sunday Island aufgegangen. Die Aborigine hat bereits bei Ebbe Krabben-Fallen aufgestellt, die sie dann wiederum als Fischköder benutzt. Beim Frühstück fällt mir die Zeltplane, respektive die Stange beinahe auf den Kopf. Wir müssen sie im sandigen Untergrund besser befestigen. Und müssen lernen den Wind richtig einzuschätzen. Wir fahren zum Cape Leveque der eigentlichen (so ist wenigstens in den Reiseführern beschrieben) "Hauptattraktion" auf der Dampier Peninsula. Dementsprechend vollkommen touristisch und man *muss* vorreservieren - irgendwie sind wir ganz froh, dass sie keinen Platz mehr zum campieren frei hatten (es hätte auch Luxusappartments gehabt). Die Küste ist mit der des "One Arm Point" vergleichbar. Wir fahren also zur Cygnet Bay in den Doojoon (Bully's) Camping. Die Küste hat uns der Familienvater gesagt, sei ihm von vielen Seiten empfohlen worden. Der Weg bis zum Camping ist übelste Sandpiste. Oft glauben wir festzustecken. Wäre uns einer entgegengekommen, wir hätten nicht gewusst wie auszuweichen. Die Äste kamen unserem Dach auch bedrohlich nahe und immer näher. Bully ist der typische Aussteiger (viele Tattoos, langer Bart, verfilzte lange Lockenpracht). Zusammen mit seinem Hund Sparky (einem Chihuahua!!!) schaut er mehr schlecht wie recht zum Camping und wohnt zugleich in einer malerischen Hütte direkt am Strand. Wir sollen dann bezahlen wenn wir wieder gehen wollen - er sei immer hier und uns irgendwo niederlassen. Wir sehen schönste Beispiele des Kimberley Steines. Muscheln in allen Formen. Wir laufen ein wenig dem einsamen Strand entlang. Omid hat bereits eine kalte Dusche genommen, als uns Bully voller Stolz erklärte, er hätte nun Holz gehackt für die warme Dusche. In den Toiletten und Duschhäuschen bricht man fast durch den Boden durch, so marode ist alles. Eine Duschkabine musste deswegen sogar schon geschlossen werden - out of order. Überall hat es Oppossum Kacke herumliegen. Am Abend tummeln sich dort die Frösche (im und um das WC) und Geckos. Wir nehmen an, dass der Camping ursprünglich mal von Aborigines unterhalten wurde, die dann aber alles Bully überlassen hatten. Sämtliches Abwasser fliesst direkt in den Boden (dort wachsen ganz hübsche Blumen). Wir sehen Hundeshampoo. Ob Bully das auch für sich benützt. Den Sonnenaufgang verpassen wir (wir schlafen aus). Schliesslich ist heute Sonntag. Die einzigen weiteren Gäste hier im Camping fürchten sich auch vor den sanitären Anlagen. Sie kommen aus Queensland freuen sich aber hier auf das Meer (????). Jeweils zwei Monate im Jahr sind sie unterwegs (früher waren es mehr). Jetzt haben sie Enkel und wollen nicht mehr allzu lange unterwegs sein. Er ist noch berufstätig. Händeschütteln tut man sich in Australien nicht. Der einzige, der das bisher gemacht hat war Craig aus Neuseeland. Es riecht nach Eukalyptus. Bully hat sich ein eigenes kleines Gemüsegärtchen angelegt. Er kämpft mit den Vögeln (die mit der violetten Blume am Hinterkopf). Als wir uns nach einem kleinen Smalltalk von ihm verabschieden, reduziert er den Preis noch auf 10AUD/N.




Zurück in Broome ist ein Cricket Spiel in vollem Gange. Alle sind weiss angezogen. Leute bringen ihren "own chair" mit und schauen zu (soll ja lange gehen so ein Spiel). Das Gefängnis befindet sich im Ort, gleich neben der Bank. Woolworths hat auch am Sonntag geöffnet. Das Visitors Centre ist riesig, hat aber nicht mehr als wir schon haben (eine Broschüre über Broome und Umgebung). Erneut checken wir für 2 Nächte im Roebuck Camping (35AUD/N) direkt am Meer ein, welcher so schön nah an der Werkstatt liegt, bei der wir am Dienstag unseren Trucky in den Service bringen werden. Diesmal haben wir einen gemütlichen Schattenplatz. Neben uns ist Mick (ursprünglich aus Neuseeland), welcher seit 20 Jahren durch Australien reist und immer mal wieder arbeitet (Elektriker) wenn das Geld knapp wird. Seit 10 Jahren hat er keine Probleme einen Job zu finden. Aktuell arbeitet er in Port Hedland, verbringt aber ein verlängertes Wochenende in Broome. Er schlotet was das Zeug hält, dem Bier ist er auch nicht abgeneigt (das sagt auch sein Bauch), von Manieren hat er nicht viel gehört. Einige Zähne fehlen ihm. Seine "Reisebibel" ist von 1999 - 2. Edition, wir haben die 6. Edition. Neben uns auf der anderen Seite regt sich ein älteres Paar auf, dass wir ihnen den guten Platz vor der Nase weggeschnappt haben. Das junge Französische Paar fährt eine Schweizer-Toyota-Kuh. Wir wandern bei Ebbe ein wenig (mit anderen) dem Strand entlang ins Meer hinein (Mick: Ich habe euch ja gesagt hier wird jeder Abend das Meer geklaut). Ganz schön schlammig. Wir kehren um. Ein Auto muss von einem anderen heraus gezogen werden. Wir entdecken die ersten (toten) Quallen. Mick trinkt derweilen massenhaft Bier und pinkelt dann in regelmässigen Abständen hinter sein Auto. Gelegentlich kommt der beissende Uringestank zu uns herüber. Es gibt Leute, die mehr vom Insektenspray brauchen wie Omid. Mick hätte besser zum Deodorant gegriffen. Zum Glück fährt er morgen zurück. Seine Hose ist derweil beinahe bei seinen Knien. Omid rät mir nicht hinzusehen. Schon zu spät.

Wednesday, August 24, 2011

The Gibb River Road oder Power Plate für Fortgeschrittene

Wir sind noch immer auf dem Campingplatz in Kununurra. Ich liebe die Palmen hier, welche wie Fächer aussehen. Chris und Graham melden sich aus NSW. Sie laden uns herzlich ein, bei Ihnen auf dem Grundstück zu campen. Wir freuen uns und werden in Kürze mal Skypen. Planmässig werden wir aber sicher nicht vor Oktober in NSW sein. Für Literatur ist gesorgt und das umsonst: Ich finde alte australische Frauenklatschhefte und sogar die Glückspost (vom Mai, wen stört das schon) beim Waschraum auf dem Camping und nehme sie mit. Wir schreiben auf, was wir in den knapp 10 Tagen auf der Gibb River Road essen möchten um unseren Einkauf besser und vor allem schneller (und schlussendlich billiger) gestalten zu können. Gar nicht so einfach. Die Polizei markiert derweilen Präsenz auf dem Campingplatz. Wir trinken wesentlich mehr Wasser wie gedacht. Füllen deshalb noch mal alle Tanks mit Trinkwasser auf. Die Frau von nebenan bemerkt, dass Omid die Haare geschnitten hat (so aufmerksam? Oder sah es vorher so katastrophal aus, oder jetzt?!). Viele Stammplatzhalter haben ein Kennzeichen aus SA. Wir fragen uns, ob die da schnell mal hochfahren übers Wochenende. Eventuell sind die im Winter hier und im Sommer zuhause. Oder sie fliegen. Auch ich schneide meine Haare mit der einzig verfügbaren Schere (an den Rasierer habe ich mich doch nicht gewagt), der Nagelschere. Klappt nicht so gut, Omid grädet nach (zum Glück gib es Pferdeschwänze und Dutts). Als ich mich entspannt in meinen Campingstuhl setzen möchte, sehe ich eine Spinne und nur noch rot. Ist aber glücklicherweise keine gefährliche Redback. Wir gehen noch zum Metzger, denn nur dort kann man das Fleisch vakumieren lassen, welches so dann 1-2 Wochen hält. Gleich hinter dem Verkaufs-Tresen sehen wir, wie sie die frisch eingetroffenen Tiere präparieren. Weiss ja nicht, ob das so der Kundenmagnet ist. Der Laden, welcher die für die Region charakteristischen Pink Diamonds vertreibt hat alles andere, nur keine pinkfarbenen Diamanten. So gehen wir wieder. Leider ist die Mine für Privatpersonen nicht zugänglich (Später müssen wir erfahren, dass man die Argyle Mine trotzdem hätte besichtigen können, jedoch einfach nur mit geführten Touren). In einem Geschäft für Marinezubehör im Industriegebiet finden wir nach langem Suchen den EPIRB (Notpeilsender) für 100 AUD weniger, als im Camping Shop. Wir registrieren uns und unsere Route sogleich. Der EPIRB ist für den einmaligen Notfall gedacht. Durch drücken einer Notfalltaste wird ein auf 5m genaues GPS Signal ausgesandt, wodurch auch entlegensten Gebieten rasche Hilfe gewährleistet wird. Unsere Lebensversicherung also. Das Standgas ist plötzlich statt auf 500 auf 1100 Umdrehungen. Wir wollen, dass sich das einer kurz ansieht. Das scheinen die hier aber nicht zu kennen. Ohne Termin geht nichts und der ist so auf die Schnelle nicht zu bekommen. Wir entscheiden, das das ein geringes Problem ist, welches wir auch noch woanders beheben lassen können.



Es kann losgehen. Sogar die Polizei fährt Troopy, überholt uns und wir sehen nur noch eine Staubwolke. Irgendwie fahren die Einheimischen noch immer knappe 20-30km/h schneller als wir. Was uns aber nicht weiter stört. Gleich zu Beginn müssen wir einen ziemlich tiefen Fluss durchqueren (wir sehen später, dass das der übelste Übergang ist der gesamten Strecke, nur macht man die Gibb River Road normalerweise in die andere Richtung von Derby nach Kununurra und hat so den schwierigen Teil zum Schluss). Unsere Augen spielen ab der Wellblechpiste schnell verrückt - sie fahren weiter, obwohl wir schon längst angehalten haben. Wir fahren entlang der Cockburn Ranges, einer Abbruchkante und hören (laut) Musik aus dem iPhone. Schon jetzt haben wir die Corrugation ziemlich satt. Und das ewig geradeaus fahren. So sind wir froh als wir in der Home Valley Station eintreffen. Hier wurden Teile des Filmes "Australia" gedreht. Ich habe irgendwie eine Rinderfarm erwartet. Es erwarten uns aber nur Pferde (vielleicht habe ich den Film falsch in Erinnerung). Was auch schön ist (Omid freut sich vor allem darüber, dass er trotz Angebot nicht reiten gehen muss). Pferdeäpfel riechen nicht intensiver wie Kuhfladen. Hier gibt es alles (Pool, Bar, Spielplatz, etc.). Was fast ein wenig schade ist. Am Abend fliegen hunderte Kakadus über unsere Köpfe hinweg. Immer und immer wieder kommen noch mal welche nach. Auch die Fliegen zählen wir nicht mehr. Wir sind mittlerweile schon froh, wenn Sie sich ihren Platz nicht in Nase, Auge oder Mund suchen. Und schliesslich stechen die nicht. Auf dem ganzen Camping ist Didgeridoo-Spielen für Frauen aus Respekt der indigenen Bevölkerung gegenüber nicht erlaubt. Zum Abendessen braten wir Pouletschnitzel in Herzform. Omid wäscht ab wobei sein Ring (nicht der Ehering zum Glück!!) zerspringt. Je weiter weg von der Stadt, desto atemberaubender wird der Sternenhimmel. Am Fluss gleich neben der Station (Vorsicht Krokodile) sehen wir einen Countryboy Jabbies jagen (was auch immer das ist, sollen etwas grösser wie Shrimps sein). Wir sehen ihm ein wenig zu, wie er seine Reusen kontrolliert und wieder auswirft. Er ist aber erfolglos. Ein Paar (sie alleinerziehende Mutter, er Tourenguide) aus Newcastle, Queensland geben uns Tips für die Route. Sie kommen jedes Jahr hierher. Es sei hier so schön und günstig. Uns ist es zu touristisch hier. Aber sie haben recht, dass die Station mit viel Liebe gestaltet wurde. Günstig, das wird hier in Australien auch über den Bierpreis definiert. Hier kostet die Dose 5 AUD. Teuer etwa sei Broome (8 AUD). Auch die Fahr-Distanzen hier werden mit der Anzahl getrunkenen (und dann aus dem Fenster geworfenen) Bier gemessen. Dementsprechend viele Cans sehen wir am Strassenrand liegen. Das Problem ist wahrscheinlich, dass es beinahe keine Abfallentsorgungsmöglichkeiten gibt entlang der Strasse und an den Raststätten. Man muss seinen Abfall immer mitnehmen, was in unserem Fall manchmal schon sehr hässlich werden kann (Fruchtabfälle, Thunfisch, Fleisch etc.). Wir verstehen also ein wenig, wenn man sich mal einer Dose entledigt. Die Aussicht auf die Pferde am Morgen ist gigantisch (den Geruch nehmen wir mittlerweile nicht mehr wahr). Zwei Vogelkundler, gekleidet wie im Film gehen an uns vorüber. Wir sehen eine Gruppe Reiter (sehr unerfahren und unsicher im Sattel) und denken an unsere Canada-Ferien zurück. Sämtliche Leute um uns herum haben denselben Zeltanhänger und diskutieren miteinander darüber. Fühlen uns richtig ausgegrenzt. Ein Junge hat eine Peitsche. Sämtliche Männer zeigen den kleinen Kindern wies geht - je lauter es knallt, desto besser.


Mitchell Falls National Park

Weiter geht es in Richtung Mitchell Plateau (Ngauwudu) über die Kalumburu Road und dann einer namenlosen 4WD Strecke entlang. Und ja, die Corrugation vom Vortag kann übertroffen werden. Es ist so laut, dass wir uns richtig anschreien müssen. Wir müssen merken, dass Dips nichts mit Essen zu tun hat. Omid achtet auf die grossen Steine und wechselt fleissig von 4WD (Gravel Road) zu 2WD (geteerte Strasse) (Dieses Auto darf auf geteerten Strassen nicht im 4WD gefahren werden - hat etwas mit den starren Achsen oder so in Kurven zu tun… wir tun es einfach wie man es uns erklärt hat). Sämtliche "Gebirge" sind geteert. Kaum haben wir wieder in 4WD gewechselt, kommt schon wieder ein Hügel. Die Rückfahrspur scheint besser im Stande zu sein. Wir mutmassen, dass dies wegen der Road Trains ist, welche wieder leer von Kalumburu zurück fahren. Es hat einige Baustellen auf der Strecke. Oftmals fahren Frauen die grossen Gerätschaften. Wir probieren den CB Funk aus und freuen uns, dass unserer zu funktionieren scheint. Kriegen aber ausser einem Ohrenschaden durch das irre laute Rauschen sonst nicht viel mit. Funk sollte von Laien nur auf den beiden Emergency Kanälen und einem weiteren Kanal (für 4WD/Camper Konvois) gebraucht werden. Mithören kann man ja trotzdem (versuchen). Australier scheinen sich Kurven zu fahren nicht gewöhnt zu sein (recommended max. 40km/h). Hier hat es so unscheinbare graue taubenähnliche Vögel auf der Strasse, die sich immer einen Wettbewerb daraus zu machen scheinen, wer als letzter vor dem Auto wegfliegt. Wir nennen Sie "Sälbschtmordvögeli". Manchmal kann man sie von den Steinen fast nicht unterscheiden und erschrickt dann, wenn etwa 5 Stück knapp vor dem Auto hochfliegen. Am Wegrand hat es Fässer mit Schusslöchern? drin. Und immer mal wieder ein verrostetes und sandiges Auto (manchmal noch mit dem For Sale drauf). Wir lassen uns für die Nacht an der Drysdale River Station nieder. Hier hat es eine Tankstelle (also drei Tanksäulen). Der Helikopter-Pilot füllt uns den Tank (2.08 AUD/L!!!!). Ein niedliches Münztelefon steht gleich daneben. Im Shop können wir mit der Bank-Karte bezahlen. Hätten also nicht soviel Bargeld in Kunurrura abheben müssen (mit einem Sack voll Münz und Noten haben wir uns kaum getraut die Bank zu verlassen). Aber wir wollten in Zukunft nie mehr zuviel für einen Selbstregistrierungs-Camping bezahlen, nur weil wir das passende Münz nicht an Lager haben. Die grossen Noten haben wir im Auto versteckt. Bereits ein paar Tage später hat Omid vergessen, dass wir noch Geld im Auto haben. Ich hoffe schwer, wir denken dann an das gute Versteck, wenn wir den Wagen wieder verkaufen. Den nächsten Bankautomaten (ATM) hat es in Broome. Laut Omid sind die Sandstrecken am schwierigsten zu fahren, da es einem dort immer in gewisse Spuren reinzieht. Das Auto macht dann was es will. Langsam werden wir zu Strassenprofis. Das Standgas hat sich erholt. Ist gut, haben wir das nicht reparieren lassen. Unser Auto ist von unten komplett mit Lehm vollgekleistert. Sogar hier ist die Polizei unterwegs. Wir fragen uns, was die für eine Ausbildung geniessen. (KFZ-Mechaniker, Crocodile Dundee, Sanitäter?). Auf jeden Fall scheint es hier nicht allzu viel Action zu geben, was auch gut so ist. Obwohl, ich lese immer wieder von Vermissten (nicht nur in den Frauenklatschheftern). Omid möchte gerne eine Hängematte. Hier und jetzt. Die Sonne brennt wieder einmal mehr erbarmungslos vom Himmel. Immerhin haben wir es langsam im Griff wo die Sonne auf und untergeht. So steht unser Auto wenigstens (wenn möglich) im Schatten. Wir bezahlen 30 AUD/Nacht für den Camping mit Duschmöglichkeit, beschliessen aber dann doch (nach einer Dusche) auf den etwas weiter abseits gelegenen Buschcampingplatz direkt am Fluss (und nicht direkt an der Strasse/Flugbahn) zu gehen. Es hat uns dort viel besser gefallen. Eine Kuhherde weidet neben und auch gleich im Camping. Der Fluss wird mit Miners Pool angepriesen. Man kann drin Baden. Man sieht den Grund des Flusses nicht und mir ist etwas mulmig. Wir fragen bei einer Mitarbeiterin nach, welche uns versichert, dass der Fluss "quite safe" ist. Nur Freshies (Süsswasserkrokodile) hat es hier, dessen Gefährlichkeit mit "might cause injury" eingestuft wird. Das ich nicht lache. Das heisst, die verletzen nur ab und zu Menschen, töten sie aber nicht. Wie beruhigend. Und da möchte Omid jetzt schwimmen gehen. Ich kann ihn zum Glück vom Gegenteil überzeugen. Wären einige Einheimische am Baden gewesen, hätten wir uns eventuell auch getraut. Der Platz ist toll. Wir sind fast die einzigen, welche dort übernachten. Während dem hinsetzen entdecke ich eine riesige Spinne am WC-Deckel. Seitdem gehen wir immer zusammen aufs Klo. In der Nacht weckt mich Omid. Er höre ein Natel klingeln (ein Nokia?), kann es aber nicht orten. Ich lausche und muss lachen, als ich höre, dass es sich dabei um einen Vogel handelt. Später folgte dann noch das "Vibrieren" (ein anderer Vogel) ;).



Die Corrugation bis zur Abzweigung Mitchell Falls ist wirklich unaushaltbar. Dafür entlohnt uns die darauf folgende 4WD Strecke. Wenig Verkehr. Palmen. Roter Sand. Persischer Pop. Es hat einige Verzweigungen zu Luxus Lodges auf der Strecke. Sonst nichts. Ich versuche die Strecke Viodeotechnisch aufzunehmen, im Hochformat. Omid fragt fies ob ich den Fernseher/Computer zum Anschauen dann querstellen möchte. Viele Junge Touristen haben an ihrem Auto eine Piratenflagge montiert. Soll wohl besonders krass wirken. Beim Mitchell Falls National Park müssen wir uns wieder einmal an den Kopf fassen ab unserer Spontaneität. Wir bezahlen nämlich nun 11AUD Eintrittsgebühr in den Park, weil wir nicht fähig waren uns rechtzeitig einen Jahrespass für die Nationalparks WAs zu besorgen. Innerhalb von 7 Tagen kann man sich den Preis zurück erstatten lassen. Was wir aber kaum schaffen werden. Das schöne ist. Es werden auf dieser Strecke noch einige kostenpflichtige National Parks folgen. Die Strecke hat einige Verzweigungen. Keine angeschrieben. Wir hoffen einfach richtig gefahren zu sein. Omid hat aus versehen das Onion-Parmesan Brot erwischt (Danke). Die Dänische Salami ist immerhin deutlich weniger scharf wie die Ungarische. Der Camping Platz ist unterteilt in Day Area, Generators und quiet zone. Doch von Quiet kann keine Rede sein. Im 10min Takt landet oder startet der Helikopter vom 100m entfernten Heliport um die Touristen an die Mitchell Falls zu bringen (6min zu 105 AUD). Die Mitchell Falls sollen besonders schön aus der Luft anzusehen sein. So steht es zumindest in allen Führern und Prospekten beschrieben. Wir werden sie trotzdem zu Fuss erkunden. Haben für 3 Nächte hier eingecheckt (28 AUD/Nacht). Es ist leicht bewölkt heute. In einigen Pools hier kann man sogar schwimmen. Wir freuen uns drauf. Neben uns ist eine Familie aus Österreich in der prallen Sonne. Der Vater in einer "windelähnlichen" Unterhose. Haben wir schon erwähnt, dass wir in Kununurra am Campingplatz ein Fernglas gefunden haben ;-) Wir gehen gleich gegen Abend noch zu den Little Mertens Falls. Verlaufen uns aber noch, bevor wir dort hin finden. Ist aber ein irre malerischer, natürlicher Pool mit Wasserfall.
Am Morgen hat es Schlangen- und Dingo-Spuren im Sand. Nachdem wir ja bereits gestern Abend in dem Little Mertens Falls Pool geschwommen waren, sehe ich heute bei unserem Schwumm ein Freshie von seinem Ruheplatz ins Wasser gleiten. Schon noch unheimlich zu wissen, dass man mit einem 2.5m Krokodil zusammen im selben Pool geschwommen ist. Da will ich irgend wie nicht mehr rein. Vor allem, seitdem wir wissen, dass sie jetzt ihre Eier haben (und diese gegen "Eindringlinge" verteidigen). Wir starten um fünf Uhr früh unsere Wanderung zu den Mitchell Falls (Punamii-unpuu). Wir sind mit Abstand die ersten unterwegs. Wir durchwaten barfuss Flüsse, stehen ohne Schutz vor riesigen Schluchten, Frühstücken mit Sicht auf die Mitchell Falls im Morgenrot (sind lange vor dem ersten Helikopter dort), halten bei starkem Wind unsere Hüte fest, sehen einen Water Monitor, beeindruckende Felsmalereien (bis zu 40'000 Jahre alt), stehen hinter dem Wasserfall und lauern erfolgreich unserem Krokodil von gestern auf (haben geschafft ein Foto zu schiessen, wenn auch ein verwackeltes…). Gegen Ende der Wanderung kommen uns sogenannte Adventure Tours entgegen. Durchschnittsalter 80. Und eine Filmcrew. Fragen uns was die wohl für einen Film drehen, da sie zu Fuss alles hochgeschleppt haben, obwohl es oben einen Helikopterlandeplatz gibt. Spinifex überall. Wir sehen den Baum mit dem typischen roten Harz, von welchem wir gelesen haben, dass sich darunter viel Wasser befindet. Wir buddeln aber nicht danach und glauben das jetzt mal. Ebenfalls taucht immer wieder ein Säugetier mit buschigem Schwanz auf, welches wir nicht einordnen können (haben es aber immer noch nicht geschafft es zu googlen). Die Palmenart hier ist nur auf dem Mitchell Plateau zu finden: Livistona Eastonii - die Mitchell Plateau Fan Palm. Da bin ich auch Fan von. Die Vögel haben sich auch schon an die Touristen gewöhnt, sie hocken fast im Teller. Auch die Wasserdusche, die bei Katzen in der Schweiz so effektiv ist, scheint sie wenig zu beeindrucken). Erneut werden uns von einem Paar die Bell Gorge, der Tunnel Creek sowie die Manning Gorge empfohlen, welche wir bereits auf unserer Liste haben. Zusätzlich schwärmen sie noch vom Mornington Wilderness Camp. Dies würde jedoch einen Umweg vom 190km bedeuten. Wir wollens uns nochmals überlegen. Die Burial Site haben wir am Abend auf der River View Wanderung nicht gefunden. Waren uns auch nicht sicher, was burial bedeutet zu dem Zeitpunkt, was die ganze Sache noch erschwerte. Die Wege sind auch hier sehr spärlich und die Sehenswürdigkeiten gar nicht angeschrieben. Zumindest war der Ausblick am Ende der Wanderung gigantisch. Wir sehen ein springendes Wallaroo. Freuen uns auf die Dusche morgen bei der Drysdale Station. Hier hats runde Termitenhügel. Versuchen immer Termiten zu sehen, wissen jedoch nie, ob es nun Ameisen sind oder nicht. Gott sei Dank, der Grader hat mittlerweile die Strasse gemacht. Wir hatten schon Respekt vor der Rückfahrt. Das Relay der Batterie fliegt trotzdem aus ihrer Halterung. Das Rostloch unter meinen Füssen ist mir ebenfalls sehr suspekt. Hoffe ich lande nicht plötzlich auf der Strasse. Eine andere Adventure Tour zeigt uns die Sehenswürdigkeiten an. Wir schliessen uns frech der Gruppe an und lauschen den Beschreibungen zu den Felsmalereien. Doch wir bleiben nicht lange unbemerkt (wieso bloss?!). Die Art Works sind auch schön und eindrücklich ohne Erklärungen. Per Zufall sehen wir eine Grabstätte. Omid meint eine Backstein-Ruine zu sehen, dabei handelt es sich hier um die bekannten Kimberley Felsformationen. Am Morgen ist es nun vermehrt windig. Die Nächte werden kühler. Tagsüber ist es aber immernoch drückend heiss. Der Nachbar lacht, als er uns über Mittag im Schatten sitzen sieht (dabei macht er dasselbe hat dazu nur noch ein kaltes Bier in der Hand (und wohl schon einige intus)). Heute sei es ja nur 33 Grad warm. Die wirklich warmen Tage kämen erst noch. Naja bis dann sind wir von hier weg, denke ich leise. Auf allen Produkten steht gross "made in Australia". Die Leute hier sind unglaublich stolz auf ihr Land und alles was von hier kommt.



Wir sind erneut eine Nacht im Drysdale River (gibt ja auch nicht viele Alternativen), Diesmal aber auf dem Hauptcamping. Wir sprechen ein wenig mit dem Besitzer, der das ganze Jahr über hier lebt, auch wenn die Road über 6 Monate im Jahr zu ist. Es sei ihm noch nie langweilig geworden. Zwei mal die Woche kommt der Briefträger per Kleinflugzeug. Praktisch jedes Roadhouse hat eine eigene Landebahn. Er sagt, wir sollten es mal bei den Rangern probieren mit dem National Park Pass. Er selber hat auch immer so einen genommen, wenn er auf Reisen geht (wir fragen uns wie zur Hölle all die Australier so lange Ferien machen können. Sind die alle Selbstständig?). Er erzählt von Schweizern die letzthin da waren und einenTag nach Kalumburu wollten. Die Strasse musste dann wegen zuviel Wasser geschlossen werden. Sie mussten 3 Wochen bleiben. Omid möchte Bier oder Rotwein zum Znacht (Poulet mit Erdbeermarinade, was es hier nicht alles gibt). Hier muss man den Alkohol aber direkt an der Bar konsumieren. Das hat mit der Lizenz zu tun. So nimmt er sich ein Bundaberg Ginger Beer (eine Art Ginger Ale). Immerhin besser wie das ebenso alkoholfreie Root Beer aus Kanada. Wir duschen - eine Wucht. Lassen den Auspuff noch anschweissen (hat dauernd so unangenehm gequietscht, sodass alle um uns herum hergeschaut haben als wir vorgefahren waren (dachten zuerst immer, das sei wegen uns)) vom Mechaniker hier und das Relais wieder befestigen. Doch er schafft es nicht mehr am gleichen Tag (zuviel zu tun). Wir sind aber die ersten (und vielleicht einzigen, denn es ist Sonntag) am nächsten Morgen. Stört uns nicht weiter. Wollten sowieso die Nacht bleiben. Unsere Füsse kriegen wir nun definitiv nicht mehr sauber. Cola macht Werbung auf der Büchse: lovingly crafted by coca cola… this totally irresistable cola drink contains…listen closely and hear the hapiness when you open this can. Nur leicht übertrieben. Am Abend gehen wir noch auf ein Bier (7 AUD, Emu Export (mittlere Preisklasse würde jetzt der aus Newcastle sagen)) und ein Solo (Bitter Lemon, 3 AUD) zur Bar. Wir versuchen möglichst immer was neues auszuprobieren. Bis jetzt wurden wir noch nie enttäuscht. Es ist sehr gemütlich. Auch die Mitarbeiter haben sich hier versammelt. Und das sind nicht wenige für ein einziges Roadhouse und Camping. Doch es ist ….kalt. Wir haben mittlerweile unsere langen Hosen und die Fleece-Jacken ausgepackt (und an). Wir schauen uns den Sternenhimmel an. Ich sehe einige Sternschnuppen und möchte gerne eine auch Omid zeigen, der keine erspäht. Er sagt, er kriegt jetzt dann einen anderen Schnuppen ;). In der Nacht schlafen wir beide kaum, weil es so kalt ist (und vielleicht auch ein wenig, weil ein Bier harn fördernd ist). Aber beide sind wir zu faul auch noch unsere Jacken (welche wir gut verstaut hatten, da wir nie gedacht hätten, sie jetzt zu benötigen) aus zu packen. So erwarten wir schon früh mit Ungeduld die ersten Sonnenstrahlen (bereits ein paar Stunden später wären wir froh um ein wenig Schatten, so ist das hier). Am Morgen hats ziemlich heftige Sand (respektive Wind) Böen, während wir auf unser Auto warten. Die Stunde weitet sich auf 3h aus. Australisch halt. Omid geht umsonst immer wieder schauen, ob er bereits fertig ist. Verrechnet wird dafür auch nur eine Stunde. Wir wissen jetzt auch für was der Knopf gut ist, den wir nicht einordnen können; damit kann das Standgas während der Fahrt geregelt werden. Wir hatten immer mal wieder daran herum hantiert. Zum Glück haben wir keinen Termin in Kununurra bekommen um unser Problem mit dem Standgas zu beheben. Peinlich.

Manning Gorge und Adcock Gorge

Die Vegetation ändert sich rasant von rot und sandig, zu grün, zu schwarz (verbrannt), zu felsig, zu flach. Wunderschön. Kein Meter ist gleich. Immer wieder sehen wir riesige Rinderfarmen (oder zumindest die Tiere dazu). Lustig sind die Achtung Fussgänger Schilder im middle of nowhere. Wir essen Chips zu Mittag um schneller anzukommen. Und M&Ms. Unsere Pickel will ich sehen in ein paar Tagen. Aber Spass macht es. Reduce Speed zu 80km/h ist angeschrieben. Wir müssen in dem Fall aufs Gas drücken (fahren nämlich erst 70km/h. Wir kommen am Mt. Barnett Roadhouse vorbei. Wollen Haushaltstücher kaufen, legen die Tücher jedoch wieder sachte zurück, als wir erfahren, dass 2 Rollen 7 AUD kosten (kein Wunder sind die Preise nicht angeschrieben). Wir nehmen einen halben Kürbis und eine halbe Honigmelone für 10 AUD (nicht besser, ich weiss, aber wir hatten so Lust drauf). Die zwei Damen sind irre unfreundlich (ich denke nicht allein, weil wir ihr Haushaltspapier zu teuer fanden). Sie sehen irgendwie nach riesen Abzockern aus. Eine schielt so dermassen, man weiss gar nicht wohin sehen. Die Dieselpreise sind wieder besser (2.05 AUD/L). Eine von zwei Säulen ist out of order. Omid tankt in Sekunden und denkt, es kann noch nicht voll sein. Aber es ist (der Diesel kommt schon oben raus). Es ist eine Lastwagentanksäule. Wir buchen eine Nacht im Manning Gorge Campground (28 AUD). Man muss direkt am Roadhouse bezahlen, der Campground ist aber 7km oberhalb an einem schönen Fluss gelegen. Wir (d.h. ich) öffnen und schliessen viele Gatter auf dem Weg zum Campground. Ein Mann mit Luftröhrenschnitt scheint hier im Wohnwagen zu leben (er hat sogar Fernseher). Aber den Abfall muss man auch hier mitnehmen.
Die Hupe verträgt die Gravel Road nicht und fällt ab. Wir werden sie im nächst grösseren Ort fixen lassen. Die hohen Töne funktionieren noch (wusste gar nicht, dass es zwei Töne hat). Auch unser (nun endlich mit "Super Glue" angeklebten) Navi Gerät (nur Garmin ist was für Australien) scheint ab der holprigen Strecke den Geist aufgegeben zu haben. Eine Familie stellt Ihr riesen Hauszelt gleich neben uns. Dabei hätte es noch reichlich anderen Platz gehabt. Mühsam. Der Mann sägt doch tatsächlich das Feuerholz mit der Motorsäge, die er erst nach mehrmaligem (ewigem) probieren ankriegt. Sie haben so eine doofe Stofftierbiene vor dem Auto welche wir nicht das erste noch das letzte mal gesehen haben (er hat uns mal mit hohem Tempo überholt gehabt, dann aber die richtige Abzweigung verpasst gehabt, sodass wir vor ihm am Camping eingetroffen waren *hihi*). Omid entdeckt als er so in seinem Stuhl relaxt immer mehr Roststellen am Auto. Vor allem die Beifahrerseite (also die Linke) ist betroffen. Es hat sogar Duschen hier. Die stehen aber nur zu bestimmten Zeiten unter Druck (wenn der Generator läuft). Beim natürlichen Badepool (diesmal garantiert ohne Krokodil) hat es Badehilfen etc. zur freien Verfügung (irgend ein Projekt hier). Die Kinder spielen gleich neben unserem Platz in den Felsen obwohl überall angeschrieben steht, man soll seine Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen wegen all den Gefahren hier. Gerade vor ein paar Tagen musste ein Junge notfallmässig nach Perth geflogen werden mit schwersten Verbrennungen. Alle Schweizer sind erkennbar am unauffälligen weissen Troopy (oftmals auch einen High-Top) mit nicht unauffälligen Stickern von Travel Car Center (einem Schweizer Vermieter) hinten links oben an der Türe. Wir erkennen sie alle.
Omid möchte gegen Abend seine Zipp-Off-Hosenbeine befestigen und meint er hat die falschen erwischt, dabei haben die einfach noch nicht soviel Staub und Dreck gesehen. Ich frage mich, ob wir wirklich die Milchstrasse am Himmel sehen. Wolken können es kaum sein. Eine Adventure Tour auf dem Camping (Durchschnittsalter 85) freut sich wie kleine Kinder ab dem Essen, welches der Tour-guide aus dem Feuer zaubert. Sogar ihre Luxuszelte haben sie selber geholfen mitaufzustellen.



Wir starten (später als sonst) zur Wanderung. Vergessen den Schlüssel in der Tür (also Omid). Zum Glück treffen wir unseren Nachbarn (ja den mühsamen mit Familie), welcher bereits auf dem Rückweg ist und er kann uns den Schlüssel ins Auto legen. Der Weg führt auch über einen Teich. Man kann schwimmen oder das Boot nehmen. Omid rudert mich (und die Rucksäcke/Wanderschuhe) mit einem Dinghy (mit ca. 10cm Wasser drin) über den Teich. Es ist eine schöne abwechslungsreiche Wanderung. Gegen Ende sehr steil. Aber auch hier kommen uns wieder Leute (Einheimische) barfuss und mit Badehose bekleidet entgegen. Einen Schweizer sehen wir mit Cablecom-Hut. Auf der Weiterreise kaufen wir Chuppa Chups mit Cola Geschmack im Mt. Barnett Roadhouse.
Auf der Fahrt zur Bell Gorge halten wir noch an der Adcock Gorge zum Mittagessen. Dies ist wirklich ein Geheimtip. Auch wenn die Strecke manchmal schon sehr beängstigend (übelste 4WD und Wasserlöcher) war. Wirklich wandern kann man nicht, dafür erkunden. Das Wasser des natürlichen Pools ist türkisfarben. Wir braten Würste. Ich nehme mich zusammen und esse die Haut. Omid lässt seine genau diesmal weg. Ein älteres Paar ist zeitgleich mit uns dort. Sie verkaufen im richtigen Leben Wild Flowers. So ist es zumindest an ihrem Auto angeschrieben. Sie beobachten Vögel mit ihrem riesigen Fernglas (oder eher Wildblumen?). An der nächsten Tanke (wir kaufen eine kalte Cola und gehen aufs WC) treffen wir zwei Paare (CH und Aussies) mit High-Top Troopies die per Zufall neben unserem Parkieren. Wir tauschen uns ein wenig aus. Wir hören, dass wir alle im Vergleich etwa gleich viel bezahlt haben. Auch sie mussten bei ihren (98 und 99 Jahrgang) noch einiges (unter anderem die Reifen) machen lassen. Dies beruhigt uns ungemein. Beide sind in die andere Richtung unterwegs (von Perth her kommend). In Perth ist es jetzt um die 10 Grad. Wir denken an unsere Rückreise im Juli nächstes Jahr *brr*. Bereits zu früher Stunde trinkt einer sein Bier an der Bar des Roadhouses. Bei der Bardame ist das Geschlecht schlecht auszumachen.

Bell Gorge

Wir fahren weiter zum Silent Grove Campground als es schon anfängt Einzudunkeln. Obwohl uns die beiden Troopy-Fahrer den Buschcamping empfohlen hatten gleich am Eingang der Schlucht, sagt uns jetzt der Ranger, dass es dort gar keinen Camping gibt. Wir bleiben also und checken für zwei Nächte ein (22 AUD/N plus nochmals 11 AUD für den Parkeintritt). Auch hier können wir keinen National Park Pass kaufen. Aber Helikopterflüge gibt es hier ;). Haben lange bis wir einen Platz finden der uns beiden gefällt. Ein Heavy Metal Freak zeigt uns einen Platz malerisch zwischen den Bäumen und gleich neben seinem gelegen. Omid versucht sich erfolglos am Australischen Rind. Sein Kommentar: Herzig sehen sie ja aus auf den Weiden, aber schmecken tun sie nicht. Er bleibt heute Abend hungrig. Die Rinder hier sind riesig. Und ihre Hörner erst. Wir geniessen einen wunderschönen Sternenhimmel und noch einen schöneren Sonnenaufgang/Morgenröte über der Schlucht. Es ist zum ersten Mal leicht dunstig am Morgen. Die einzeln in der Gegend rumstehenden WC-Häuschen sind niedlich. Man sieht unten die Füsse und somit ob sie besetzt sind. Der Ranger (man beachte mit Frauensonnenbrille) ist stolz auf seine hot showers. Unsere zweite Batterie funktioniert nicht mehr richtig, seitdem der Mechaniker in Drysdale am Relais herum gewerkelt hatte (bereits dort ist der Wagen das erste Mal nicht richtig angesprungen). Der Kühlschrank ist seitdem nur noch Kühlbox. Zum Glück haben wir das meiste Verderbliche bereits verspiesen und morgen werden wir bereits in Broome sein. Omid hat wieder öfters ganz gekonnt die Motorhaube offen. Es ist so schön von Vögeln statt von den quietschenden Bremsen des ersten Buses (127er in Wädenswil) geweckt zu werden. Wir denken an unsere Wohnung zurück. Ein wenig merkwürdig ist der Gedanke schon, dort nie mehr ein und aus zu gehen. Das Auto springt am nächsten Tag ohne Mühen an. Wir fahren die 10km zum Eingang der Schlucht und somit der Wanderung. Jetzt sehen wir schwarz auf weiss, dass Campen seit kurzem hier oben nicht mehr erlaubt ist. Überall hat es Verbotsschilder. In unserem Campingführer ist er noch eingetragen. Die Schlucht ist eindrücklich. Wir baden fast alleine in den diversen Pools. Zuerst sind wir sogar ganz alleine, dann folgen einige, die haben sich dann aber irgend ein lästiges Tier eingefangen bei ihren waghalsigen Kletterpartien über die Wasserfälle hinweg (wir sind zum Glück jeweils rund herum gelaufen). Eiskalt ist das Wasser. Der Kimberley Stone hat ganz charakteristische Farben; pink, orange, rot, weiss und schwarz. Und spezielle Musterungen. Manchmal hat man das Gefühl, die Steine sind bemalt worden, so unwirklich wirken die Farben.




Zurück im Campground trinken wir lauwarmen Ice-Kaffee um die Batterie zu schonen. Wir probieren unsere Fertiggerichte aus. Verstehen zum Teil nicht, was da für Zutaten noch hinzugefügt werden müssen. Schmeckt trotzdem. Unser Heavy Metal Freak und sein Kollege sind zurück aus Derby, wo sie einen kaputten Ventilator ersetzen mussten (mal eben 8h hin und zurück, weil sie zu schnell durch den Fluss gefahren sind…). Sie leihen uns ihr Multimeter um unsere Batterie zu testen. Wir kommen ins Gespräch. Es gesellt sich Craig, der Helikopterpilot dazu, welcher uns gestern nach der Frage nach dem National Park Pass so schroff abgewiesen hatte. Er kommt aus Neuseeland, reiste aber 15 Jahre in der Welt herum. Er erzählt tolle Stories von Afrika. Eigentlich ist er gelernter Diesel-Mechaniker, möchte jetzt aber hier als Helikopterpilot Fuss fassen. Von ihm wissen wir nun auch endlich, wie die Bauern hier ihr Vieh zusammentreiben; mit Helikoptern (neben Pferden und Motorrädern). Es ist anscheinend gar nicht so einfach einen Job zu finden. So ist er hier gelandet. Die meiste Zeit am Tag wartet er auf Kundschaft. 0-2 Flüge sind maximal an der Tagesordnung. Ab Ende August sei es hier noch ruhiger wie sonst. Es ist die erste Saison und das Geschäft muss erst noch aufgebaut werden. Noch vor vier Wochen sei der Camping voll gewesen. Für uns hat es auch heute noch viel zu viele Leute hier. Die zwei Paare aus SA und WA geben uns Tips. So beschliessen wir spontan nun doch noch erst der Westküste entlang zu reisen, bevor wir dann in das Herz Australiens vordringen werden, nach Alice Springs. Craig flucht laut und macht sich lustig über die Touristen. Dauernd fragen die ihn wegen einer Telefonkarte (der Telefonautomat, welcher nur mit Karte zu bedienen ist, steht direkt neben seinem Wohnwagen/Office) oder dem (nun eben geschlossenen) zweiten Camping hier an. Alle haben Freude an unserem Auto (Craig stützt sich auf unserer Roo-Bar ab wo unsere Badehosen trocknen). Der Motor sei in "tidy condition". Sie wollen alle sehen wie wir schlafen und uns eingerichtet haben. Omid freut sich am kalten (gesponserten) Bier. Unser Kühlschrank ist mittlerweile 30 Grad warm. Meine Lippen bröckeln ab vor Trockenheit und auch mein Hals zeigt einen Ausschlag (die Mischung aus Schweiss und Sonnencreme bekommt ihm wohl nicht allzu gut). In der Wet-Season arbeitet Craig als Mechaniker in der Argyle Diamond Mine. Es geht früh zurück. Wir freuen uns auf die geteerte Strasse. Unser Navi geht plötzlich wieder. Eventuell hatte es auch einfach keine Batterie mehr. Der rechte Lautsprecher auch. Wir singen lauthals mit: Jonny Cash (CD 2 von 4). Vorbei geht es an der Felsformation "Queen Victorias Head". Und an der Verzweigung zur Windjana Gorge wo wir später nochmals vorbeikommen werden um den National Park und den Tunnel Creek zu sehen. Es hat Eukalyptus mit roten Blättern. Endlos weite Felder. Trockene wilde Creeks. Die Termitenhügel sind hier wulstig, einer gleicht Gerard Depardieu. Billabongs. Es geht ewig gerade aus. Omid ist es langweilig. Ich halte gemütlich mein Nickerchen (also bis es Omid langweilig wird). Fata Morgana (wobei Omid immer hofft, dass es nun endlich die Teerstrasse ist). Die Teerstrasse ist meist einspurig. Reicht ja auch vollkommen, da in 99.9% der Zeit einem sowieso niemand entgegen kommt. Auf dem weiten Feld sehen die Termitenhügel wie ein Kriegsfriedhof aus. Die wenigen unauffälligen Verzweigungen sind mit Gegenständen bestückt (angemalte Reifen oder Fässern). Wahrscheinlich damit die Einheimischen selber ihre Einfahrten finden. In Derby essen wir zu Mittag (am Meer). Die kleine Stadt mit grossen Ebbe-Flut Unterschieden (12m) ist nur dank den Goldfunden in Halls Creek entstanden. Viele Der Häuser stehen auf einer Art Stelzen. Sie werden mit Eisenstangen und Wellblech gebaut. Nicht gerade schön aber anscheinend zweckmässig. Es hat wieder "normale" (nicht 4WD) Autos, aber auch diese haben eine Roo-Bar. Die Ebbe ist wirklich eindrücklich. Das Meer braun. Wir erreichen 2h später Broome und checken für eine Nacht im Roebuck Camping direkt am Meer ein (35 AUD/N) nachdem wir für kommenden Dienstag einen Termin für den Service unseres geliebten Truckys vereinbaren konnten. Omid kauft noch ein Multimeter (15AUD). Die Corrugation hat an vielem Equipment wie Pfanne und Lebensmittel ihre Spuren hinterlassen. Enorm, was für Kräfte da wirken. Der Camping ist fast voll. Unser Platz dementsprechend schäbig (wahrscheinlich wollte den niemand). Aber nah am WC und für eine Nacht durchaus ok. Wir sehen uns noch das Shopping Centre hier an und kaufen was frisches zum Abendessen. Broome ist sehr grün. Überall Blumen/Blüten/Palmen in allen Farben. Beim Bier-Kauf (Omid kauft ein grünes und ein rotes Coopers) macht die Verkäuferin einen Witz mit Ampeln (bis wir kapieren…) beim Multimeter-Kauf nennt der Verkäufer den 15-Fachen, falschen Preis. Finden den Aussie Humor noch immer sehr speziell. Am Abend ist das Klo (das man immer mit Schlüssel aufschliessen muss) voll mit schwarzen Heuschrecken (kann man das schon eine Plage nennen). Viele liegen bereits auf dem Rücken (andere scheinen sie auch nicht besonders zu mögen). Am Morgen hat es tausende Ameisen, die sie verspeisen. Es hat Fusspuren im Beton vor dem WC (hat es wohl einer ganz dringend gehabt). Es ist wieder milder am Abend, was wir sehr geniessen und unserem Schlaf zugute kommt. Wir verpassen daher den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Egal, wir werden in knapp einer Woche wieder hierher zurück kommen. Die Tage bis Dienstag beschliessen wir auf das Cape Leveque hinauf zu fahren, welches uns von vielen Seiten her empfohlen wurde.

Sunday, August 14, 2011

Troopy goes back to the roots

Schon als wir in die Nähe der Gegend von Mataranka kommen sehen wir deutlich wie es grüner wird um uns herum. Wir lassen uns in einem kleinen hübschen Campingplatz gleich neben den Bitter Springs nieder (23 AUD/Nacht). Geführt wird der Platz von einem Paar, wie aus dem Bilderbuch (Cowboy und sein Cowgirl). Die Cutta Cutta Tropfsteinhöhlen (Limestone) haben wir kurzfristig beschlossen nicht zu besuchen, da man sie nur jeweils zur vollen Stunde und geführt betrachten kann. Dabei hätten mich nur die seltenen Fledermaus-Arten interessiert, die es dort angeblich gibt. Wir lesen von den Unruhen in London oder besser mittlerweile ganz England und sind schockiert und beunruhigt. So nah an Katherine haben wir (noch) Internet. Wir schwimmen in den absolut malerischen Bitter Springs (oder besser lassen uns mit ausgeliehenen Schwimmschläuchen treiben). Rechts und links passieren wir Seerosen, Palmen etc. Ein riesiger, weisser Vogel läuft gleich neben uns auf den Wasserpflanzen und sucht nach Beute. Es ist still. Man hört ab und zu einen Kakadu. Unter uns im klaren Wasser sind Schildkröten und Fische zu sehen, die knapp an uns vorbei schwimmen (selten prallen wir an einen Holzstamm). Wir machen dieselbe Route gleich noch einmal. Das Wasser hat angenehme 32 Grad (angenehm, da wir bereits Abend haben, am Mittag wäre eine so warme Brühe nicht auszuhalten gewesen). Wir merken kurz vor Ladenschluss um 5:30 pm, dass wir dringend noch Bier benötigen (also Omid, ich lechze nach Icekaffee!!). Das Cowgirl hat uns bereits das einzige Pub im Ort beschrieben, als uns die Leute vom Supermarkt mit einem Lachen noch herein lassen (I give you 2 minutes). Der Ort ist schon wie ausgestorben. Haben denen wahrscheinlich den Umsatz des Tages gebracht. Heute werden die Einwohner Australiens gezählt. Auch wir müssen viele Details über uns verraten. Zum Teil verstehen wir nicht genau was gemeint ist, und hoffen wir bringen jetzt nicht deren ganze Statistik durcheinander. Wir waren aber so nett und haben angekreuzt, (so richtig unsere Einwilligung gegeben) dass unsere Nachfahren in 99 Jahren (!!) mal nachlesen können, dass wir uns zur jetzigen Zeit in Australien aufgehalten haben. Ein AUD ist jetzt nur noch 0.76 Rappen wert. Das schmerzt global gesehen natürlich, aber für uns könnt es nicht besser laufen. Wir beobachten zwei Jungs beim Fussballspiel mit einem Hütehund auf dem Campingplatzareal. Omid lässt sich geduldig die typischen Merkmale eines solchen Hundes von mir erklären (Anmerkung Omid: auch mehrmals und im 2 Minuten Takt…). Wir sehen frische Mangos angeschrieben am Campingoffice und wollen welche kaufen. Doch der Cowboy lacht nur. Saison ist von Oktober-November. Immerhin wissen wir jetzt, dass all die Plantagen, die wir unterwegs gesehen hatten und uns gefragt hatten, was da wohl angepflanzt wird, Mangobäume waren. Und das Schöne, wir werden auch im Oktober noch hier sein. Jetzt fragen wir uns, wie so ein dünnes Ästchen so viele Mangofrüchte tragen kann. Spät in der Nacht gehen wir noch einmal zu den Quellen. Man hört überall Geräusche, die man nicht einordnen kann. Sehen tun wir nur Frösche (tausende), Vögel, die reflektierenden Augen der Spinnen (abertausende) und Falter, Fische und ein Wallaby. Ein wenig unheimlich ist es schon. Zurück im Bett beobachte ich Wallabys um unser Auto herum. Der neben uns im Zelt schnarcht abartig laut (kann deshalb, oder warum auch immer) nicht schlafen. Der liegt nur mit seinen Schlafsack bekleidet und einem Moskitonetzzelt über dem Kopf am Boden. Hat der all die reflektierenden Augen auch gesehen?! Obwohl uns alle gesagt haben, dass Australier niemals Kanguru-Fleisch essen würden (das könne nicht einmal für Hundefutter verwendet werden) sehen wir es im Supermarkt angeboten. Wurstwaren der Marke "Hans" sind lecker (war wohl auch ein Deutscher), die Haut sieht aber aus wie Gummi/Plastik. Ich entferne die Haut mit grossem Aufwand, während Omid davon überzeugt ist, dass man die Haut essen kann (seit er einen Einheimischen dabei beobachtet hat). "Hanswurst" kriegt da eine völlig andere Bedeutung. Die Marke TREVOR klaut bei DAVOS oder umgekehrt (gelb/blau ausgefüllte Buchstaben und die gleiche Schrift…). Omid berichtet, dass die Aussies (die Männer) eine sonderbare Art zu Pinkeln haben - sie krempeln ein Hosenbein ihrer Shorts hoch, das sieht von hinten ziemlich lustig aus. Die Bull-Bar heisst hier Roo-Bar in Anlehnung an das Kangaroo, welches hier sicher öfters getroffen wird wie der Bulle (haben auch schon tote Rinder gesehen, aber selten, ich denke die Ranger sind genug gescheit ihre Herde von der Hauptstrasse einzuzäunen). Auf der Fahrt sehen wir Tafeln mit "Please arrive alive" mit Werbung für den nächsten Rastplatz (typischer Aussie Humor). Es gibt separate Rastplätze für die Roadtrains und für die restlichen Fahrzeuge, respektive deren Fahrer und Mitfahrer. Wobei die Rastplätze für die übrigen Fahrzeuge wesentlich schöner angelegt sind. Gemein, so lange unterwegs im Dienste des Landes. Wir erwischen trotzdem wieder einen WW II Schauplatz ohne Schatten, so dass sich Omid noch eine Stunde länger auf sein Mittagessen gedulden muss (Rastplätze nur ca. alle 80km). Die kleinen, ruhigen Orte die wir passieren gefallen uns sehr gut. Einige Aborigine-Kinder erschiessen uns auf der Strasse symbolisch. Uns ist nicht ganz wohl. Im Gegensatz zum Stuart Highway hat es auf der Strecke des Victoria Highway immer wieder Tafeln mit einem Kamera-Symbol drauf um besonders schöne Aussichtspunkte anzuzeigen. Wir halten aber (noch) nirgends. Auf einem Rastplatz hält eine geführte "Adventure" Tour, alle steigen 2 min aus um Fotos zu schiessen. Hier scheints also besonders schön zu sein. Nett, dass wir das grad so per Zufall getroffen haben - wir sehen nichts aussergewöhnliches :-). Wir schauen noch einmal die Einfuhrbestimmungen für WA nach. Das Problem sind die Fruchtfliegen und Kröten. Und wir diskutieren unsere nächste Strecke, welche uns in den Westen nach Kununurra und dann in die Kimberleys führen sollte (eben über die Gibb River Road). Wir gehen früh raus, wollen es heute bis nach Timber Creek oder besser zum Gregory National Park, dem zweit grössten National Park des NT (aber sehr wenig besucht) schaffen. Kaufen in Katherine noch zwei Schwimmschläuche ein (die waren so schön praktisch), auch wenn wir sie nun sicher längere Zeit nicht mehr brauchen können (Krokodil Alarm im Gregory und Keep River National Park). Es gibt wieder günstiges Gemüse (3 AUD/Sack) diesmal packe ich wie der Weltmeister (Omid ist es fast schon peinlich). Es wird uns nur ein Pouletspiesschen statt drei verrechnet. So macht einkaufen Spass. Ab Ende Monat gibt es keine Plastiksäcke mehr. Wir müssen also noch horten. Von Fleisch vakuumieren haben die hier bei Woolworths anscheinend noch nie was gehört. Das nächste Mal gehen wir besser zum Metzger, wenn wir längere Strecken geplant haben (vakuumiertes Fleisch hält viel länger). Vielleicht heisst auch einfach das Englische Wort für Vakuumieren nicht vacuumize?! Auf der Weiterfahrt läuft Waltzing Matilda per Zufall aus dem iPhone. Nun wissen wir endlich, von was das Lied handelt. Wir sind auf der Hauptverkehrsroute West/Ost aber es kommt uns fast keiner entgegen (mehr überholen uns ;)). Man grüsst sich auf der Strasse beim Kreuzen. Aber nicht jeder. Aber alle auf ihre Art. Omid untersucht gerade ob es da eine bestimmte Regelung gibt. Eventuell nur die aus dem gleichen Territorium. Nein. Nur die Touristen? Ein Soldat steht stramm für uns im Auto, was sehr lustig anzusehen ist. Auch wir vergessen oft zu grüssen, vielleicht ist ja das der Grund. Sollte uns dann mal mehrere Tage niemand mehr entgegen kommen vergessen wir bestimmt nicht zu grüssen. Aber hier für diese Strecken überlegen wir uns so einen grossen Finger zu kaufen, damit man keinen Krampf kriegt (besonders als Frau, wo man kaum übers grosse Lenkrad reicht). Wir fahren unseren 444'444ten Kilometer (halten an und machen ein Foto, was wäre wohl gewesen wenn wir den verpasst hätten (dann wären wir rückwärts gefahren ;))). Wir haben gesehen, dass bei einem zum Verkauf stehenden Auto mit knapp 200'000 Km extra die "low kilometers" erwähnt und herausgestrichen wurden. Das ist hier schon anders wie in der Schweiz. Die meisten Autos hier würden eine Schweizer MFK wohl kaum überstehen.



Omid ist kaum 5 min Beifahrer und fragt schon, was ich denn da so die ganze Zeit als Beifahrer mache. Ich muss lachen. Im Gregory National Park auf dem Weg zum Bullita Campground (6.60 AUD/Nacht) durchqueren wir unseren ersten 30cm tiefen Bach (was eigentlich noch nichts ist, ab 70 cm wird es langsam prekär) brav im 2 Gang und ohne zu kuppeln. (Allgemein kann man unseren Truck auch im falschen (zu hohen Gang) kaum absterben lassen…). Im Gregory National Park sind sämtliche Strassen ungeteerte Gravel Roads oder 4WD Pisten (wir wissen immer noch nicht wie schnell wir darauf genau fahren können (generell gilt, je grösser die Steine, desto langsamer sollte man fahren um wenig Reifen zu verlieren; je langsamer desto besser. Klar, aus dem Stand kriegt man selten einen Platten)). Der ursprünglich anvisierte Limestone Campground ist wegen Unwetterschäden leider geschlossen. Überall hier hat es Baobab Bäume, ohne Blätter, welche markant die sonst so monotone Gegend durchbrechen (die Bäume gibts sonst nur in Afrika, und die Art ist tatsächlich auch von Afrika (per DNA Probe nachgewiesen). Feiner roter Sand wohin das Auge reicht, welcher durch alle Ritzen geht, das Auto ist innen rot (ich finds schön, Omid "bäselet". Die Fliegen nerven. Zum Glück verschwinden sie am späten Abend und fehlen am frühen Morgen. Omid trägt zum ersten Mal sein Fliegennetz für über den Kopf und das, obwohl er gross gesagt hatte, dieses erst in Gebrauch zu nehmen, wenn auch mindestens ein Einheimischer es trägt. Bei mir hilft schon die Sonnenbrille relativ viel, aber irgendwann erkenne ich nichts mehr (dunkelheit).



Wir landen im Camping mit einer Gruppe 4WD Freaks (8 Autos/ 15 Leute). Sonst ist keiner da. Sie kommen alle von Melbourne und sind vor 9 Tagen zu einem 2 monatigen Hard Core Off-Road Trip, quer durch Australien gestartet. Kein Wunder treffen wir Sie im Gregory National Park, welcher berühmt ist für seine anspruchsvollen 4 WD-Routen. Wir trauen fast nicht zu sagen, dass wir uns die einfachste aller Strecken im Park zu 8 km ausgesucht haben (wollen ja primär auch laufen (ich zumindest)). Im Fluss, bedrohlich nah am Campround soll es Salties geben. Trotzdem führt genau eine dieser Offroad-Strecken da durch. Wir trauen unseren Augen nicht, als wir die Wegschilder mitten im Fluss erkennen. Gleich beim Campground befindet sich die verlassene Bullita Homestead aus den frühen 50iger Jahren welche jetzt eine Art Freiluftmuseum ist. Sie gibt einen guten Einblick in das Leben damals (mit Briefauszügen) (das bestimmt nicht ganz einfach gewesen war). Der Besitzer war Deutscher. Einer der Gruppe geht Fischen und möchte uns doch tatsächlich einen Wasserfall etwas oben im Fluss schmackhaft machen, welcher gut mit Schwimmen erreichbar wäre. Hallo?Krokodile? Er kommt ohne gefangenen Fisch zurück (immerhin kommt er zurück). Ein anderer der Gruppe hat einen Sohn in Baden, der andere einen guten Freund, den er aus Alaska kennt in Horgen (hat aber den Nachnamen vergessen), einer eine Deutsche Mutter. Sowieso kennt immer jeder irgend jemanden aus der Nähe wo du her kommst. Scheint ein gutes Mittel zu sein um ins Gespräch zu kommen. Wir werden auf jeden Fall am Morgen mit einem Grüezi begrüsst. Bei unserer Abfahrt ruft man Tschuuus. Die Gruppe ist echt gut ausgerüstet, dass muss man ihnen lassen. Sie geben uns viele nützliche Tips für unsere Weiterfahrt, nachdem wir Ihnen unsere Pläne verraten haben (das meiste wussten wir (mittlerweile) schon). Immer genug Wasser dabei haben und immer beim Auto bleiben. Sie nennen unser Auto einen Truck, da es sich ja wie ein Lastwagen fährt und meinen, dass alles in bester Ordnung ist solange kein schwarzer Rauch hinten raus kommt. Sie haben bei Ihrer Strecke hierher (eine andere als wir genommen haben) 4 Reifen "verloren". Wir wissen aber echt nicht wie vernünftig sie gefahren sind. Es scheint zum guten Ton zu gehören, ab und zu Reifen zu wechseln und immer die Motorhaube offen zu haben und so zu tun als ob man hoch beschäftigt ist. Omid hat das (wenn auch nicht ganz freiwillig) schon ganz gut im Griff (das mit der Motorhaube). Er überprüft täglich den Motoröl- und Kühlerwasser-Stand. Omid trägt seine Uhr, obwohl Sie auch den Geist aufgegeben hat. Reparieren kann man sie jedoch erst in einer grösseren Stadt. Immerhin geht die Uhr zweimal am Tag richtig. Die Strasse zum Limestone Gorge Walk ist ebenfalls geschlossen. Auf dem Weg dorthin fliegen viele Kakadus mit uns mit. So fällt unsere Wanderung heute eher mager aus (zum Lookout und zurück). Wir sehen Rillenkarren (heissen tatsächlich auch auf Englisch so), welche die Aborigine früher anscheinend erwärmt und dann ins Wasser geworfen hatten um Waffen und Werkzeug herzustellen) und einen Calcite Flow. Die Gegend ist der Wahnsinn. Trinken eine Ovaltine statt IceKaffe, haben schon wieder vergessen Kaffee Pulver zu kaufen. Die Strasse (ebenfalls Gravel Road) zum Jarnem Campground im Keep River National Park gleich an der Grenze zu WA hat viel Corrugation. Der Beifahrer fährt Achterbahn (der Fahrersitz dämpft etwas besser ab). Wir sehen eine Schlange am Wegrand (haben sie glaube erwischt, zum Glück können wir das aber nicht mehr im Rückspiegel sehen, vor lauter Sand). Beim Campground ist bereits wieder einer am Reifen wechseln. Wir räumen den Kühlschrank aus. Müssen wissen, was es heute zum Abendessen gibt, oder besser, was wir nicht nach WA einführen dürfen. Unser Öllämpli ist ausgelaufen (umgefallen, hat die Fahrt wohl nicht vertragen) und das voll über die Hinterbank. Immerhin riecht das Lampenöl besser wie Motorenöl. Als der Wecker um 5:45 am nächsten Morgen klingelt fluche ich. Habe sehr schlecht geschlafen. Weiss nicht warum. Omid nimmt an, dass dies an der Schieflage des Autos liegt und ich somit immer auf seine Seite gerutscht bin, was uns beide schlecht hat schlafen lassen (aha). Dabei sucht er sich immer ganz genau seine Seite aus, je nachdem wie wir stehen. Am Klodeckel des Klos (selbstkompostierend, sogar das Toilettenpapier (immerhin hat es welches), hat es jede Menge Ameisen. Omid sprayt das ganze Klo mit seinem Insektenspray grosszügig ein - leider hat es erst am nächsten Morgen genützt. Gut für die nächsten Gäste. Wir kommen doch noch aus den Federn und starten um 6:30 zum Loop Walk, welcher besonders schön bei Sonnen Auf-, respektive Untergang sein soll. Wir sind für den Sonnenaufgang schon viel zu spät dran. Zwei sind schon vor uns gestartet (Deutsche). Doch der Loop Walk ist geschlossen. Omid hatte gestern falsch geschaut. So entschliessen wir den Nilip Walk zur Painted Art Site zu machen (den, den ich sowieso machen wollte, da der Park berühmt ist für einige der ältesten Felsenmalereien). Da stören mich die mitgeschleppten 3 L Getränk auch nicht. Wunderschön die Kulisse der Sandsteinfelsen im Morgengrauen. Auch dieser Weg ist ab einem bestimmten Punkt geschlossen. Der Park ist von Mai-Oktober zugänglich. Frage mich trotzdem langsam, ob die einfach zu faul sind (evtl. zu wenig Ressourcen haben) um die Wege instand zu halten oder ob Naturkatastrophen dazu geführt haben. Viele Fussspuren führen darüber hinaus ins hohe Gras. Ich habe zuviel Respekt vor den Schlangen im Gras und wir drehen deshalb um. Die Paintings haben wir gesehen. Einen Emu konnten wir erkennen. Jahresangaben hat es keine und auch sonst nur spärliche Information zur Interpretation. Omid sagt, den haben sie bestimmt letztes Jahr dorthin gemalt. Er (und auch ich) hat mehr erwartet. Wir spüren immer mal wieder laue und kalte Luftströme. Wir essen auf einem erhöhten Felsen mit Sicht auf den Sonnenaufgang Frühstück. Unter unseren Po's Wallaby Sch…. Selten ein Vogel. Viele Geräusche. Wir fahren nach Kununurra, vorbei an der Grenze zu WA und somit dem Quarantäne Checkpoint. Zum Glück haben wir unsere sämtlichen Lebensmittel fein säuberlich sortiert gehabt, um dann zu erfahren, dass alle Früchte, Gemüse, Honig und Nüsse nicht mit nach WA genommen werden dürfen. Dann hätten wir unsere Orangen noch zum Znüni verspiesen. Schon zu spät. Glaubt einfach nicht den aufgelegten Infobüchlein über Erlaubtes und nicht Erlaubtes, welche im Turistenbüro aufliegen. Vor uns fährt ein Road Train mit alles Kühen drauf. Der Wagen schwenkt extrem aus, nimmt mehr wie einmal fast die Reflektierpfosten mit. Wir sehen nichts mehr vor lauter Sand. Und nehmen Abstand. Gar nicht so einfach einen Roadtrain heil durch Australien zu bringen. Kununurra ist 6000 Einwohner gross. Hat sogar ein Kino (!!!) ;). In der Nähe werden die berühmten pink-farbigen Diamanten abgetragen. Ebenso befindet sich kurz vor dem Städtchen der Lake Argyle, der grösste Wasserspeicher von Australien (ein Stausee aus dem Jahre 1970 am Ende des Ord River, welchem auch eine heilige Stätte der Aborigines zum Opfer gefallen ist und überflutet wurde). Der Mirima National Park fängt einige Meter Stadtauswärts an, wecher als der kleine Bruder des Purnulu National Park "Bungle Bungle" (welcher UNSECO Weltkulturerbe ist) gilt. Sonst hat es auch hier nichts. Wir stocken unsere Vorräte und unser Bargeld auf, um für die knapp 14-tätige Route über die Gibb River Road bis nach Broome gewappnet zu sein (billiger wirds nicht mehr). Die Gibb River Road ist keine Abkürzung, obwohl 250 km kürzer als der Great Northern Highway, da eine Gravel Road. Tanken kann man in Kununurra auch (lange vorher und nachher nicht mehr) zum Preis von 1.80/L. Es hat sogar zwei Tankstellen hier zur Auswahl). Unser Troopy säuft mehr wie anfangs erhofft/gedacht. Kommt aber sehr auf die Strecke drauf an: 1000km sollten drin liegen. Wir lassen uns auf dem Hidden Valley Campground gleich am Eingang des National Parks zu 24 AUD/Nacht (unpowered) nieder. Sämtliche powered Sites sind bereits ausgebucht (Wochenende !!!!). Unser Platz ist unter einem Baobab gelegen (hoffentlich treffen uns die Früchte nicht), welcher sogar Blätter hat. Auch die Mangobäume direkt am Platz haben schon viel grössere Früchte als im NT (ich kann nicht widerstehen und muss schauen, ob nicht doch schon eine reif ist). Entweder ist das Klima hier so viel anders, oder der Park wird gut bewässert. Ich tippe auf Letzteres. Wir haben nun in WA -1.5h Zeitunterschied zum NT. Deswegen schätzen wir den Sonnenstand völlig falsch ein, weshalb wir unser Auto morgens und abends voll in der Sonne stehen haben. Wir stinken. Haben schon lange keine Dusche mehr gesehen und Zähneputzen ohne Zahnpasta der Natur zu Liebe, ist auch nicht gerade der Renner. Wir essen die günstige Instant Chinafertigsuppe nun schon zum zweiten Mal und wissen jetzt, wieso die immer so fade geschmeckt hatte. Es wären nämlich Nudeln und das Wasser hätten wir wegggiessen sollen ;). Haben endlich Kaffepulver gekauft. Kommt uns jetzt günstiger unsere IceKaffee-Sucht. Können hierfür einen Monat länger bleiben. Bubble Wraps haben wir uns auf dem Post Office noch besorgt (und konnten nebenbei noch das Administrative mit der Car Insurance und der Autoregistrierung regeln). Mit den Bubble Wraps werden wir unsere Glasflaschen und Dosen einpacken, damit die der Corrugation der Gibb River Road gewachsen sind. Es ist nun wieder wärmer in der Nacht. Der Sternenhimmel noch immer klar. Der Mond voll. Auf dem Campingplatz hat es viele Franzosen. Die Musik erinnert aber eher an Ferien in Goa (der Drogenkonsum auch). Die einzigen Schweizer weit und breit (eine Familie mit Tochter) stellen ihren Troopy gleich neben uns. Es wird sehr früh dunkel. Aber auch sehr früh sehr heiss im Auto (Sonnenaufgang nun um 5:00 am!!!). Wir haben gemerkt, dass die Lebensmittel, je weiter weg von den Städten sie gekauft werden, umso mehr Ihr ist das "best before date" bereits überschritten. Dabei sind wir noch gar nicht im wirklichen Outback. Dies scheint hier keine Rolle zu spielen, teuer sind sie und verkauft werden sie trotzdem. Die Art Galleries mit Aborigine Kunst scheinen grossen Erfolg zu haben. Jeder auch noch so kleine Ort hat mindestens zwei Gallerien. Anscheinend ist die Technik ja je nach Volk komplett unterschiedlich. Fischen ist, obwohl die meisten Flüsse kein Wasser führen, ein regelrechter Volkssport hier. Jeder hat ein Foto von sich mit seinem grössten Barramundi neben anderen Familienfotos hinter der Kasse im Geschäft hängen. Der Campingladen hat mehr Fischsachen im Angebot als Campingausrüstung. Und bei den Ladenöffnungszeiten steht nicht Sonntag geschlossen, sondern Sunday: Gone Fishing. Samstags haben die Geschäfte nur bis 12:00 geöffnet. Dies müssen wir bitter erfahren, als wir um 2pm noch nur kurz einen EPIRB (Notfall Lokalisierer) kaufen wollen (Unserer ist abgelaufen und die Satelliten werten die Daten nicht mehr aus - also völlig Nutzlos!!). Müssen uns nun entscheiden einen neuen zu kaufen oder einen CB Funk einzurichten. Das können wir auch am Montag noch tun. Ich schneide Omids Haare mit dem Rasierer raspelkurz (Stufe 6 hat einfach nicht richtig funktionieren wollen). Sieht gut aus aber ungewohnt. Ich habe übrigens das ganze sehr schön gemacht, es sind die Wirbel die das ganze so unregelmässig aussehen lassen. Er kauft sich endlich seinen lang ersehnten echt Australischen Lederhut (Jacaru). Es hat einen Flohmarkt in der Ortsmitte (ganze 15 Stände, von welchen mindestens die Hälfte Essensstände sind). Viele Chinesen preisen günstige Sachen an. Einer sammelt Spendengelder für den Verein "Kimberley Toad Busters" (=Krötenjäger). Sie wollen verhindern, dass die Kröte die Grenze nach West Australien überschreitet… Am Abend geniessen wir auf dem Kellys Knob den Sonnenuntergang mit Aussicht über ganz Kununurra und die Kimberley Mountains. Wir sind nicht alleine.



Tuesday, August 9, 2011

Nitmiluk National Park

Der von Jawoyn People geführte Park ist bekannt für seine wilden Schluchten, in denen man gut wandern, baden und Kanu fahren (für etwas besser betuchte auch Schnellboot und Helikopter/Kleinflugzeug sogar bis nach Darwin fliegen) kann. Wir wollen morgen früh raus, um eine knapp 5h-ige Wanderung zur dritten Schlucht von 13 Sandsteinschluchten bei einigermassen angenehmen Temperaturen zu machen (Kanufahren lassen wir mal lieber (seit wir uns beim letzten Versuch in Kanada nur im Kreis herum gedreht haben, da ich nicht wusste wie steuern (und ich an den Paddel? Auch nicht viel besser; da kamen wir nämlich fast nicht vorwärts). Der Campground ist grosszügig (etwas touristisch) (34 AUD/Nacht). Die Vögel werden hier wohl öfters von den Gästen gefüttert. Sind sehr frech. Neben uns sind Deutsche die gleich alles in Beschlag nehmen, sich in die pralle Sonne legen und am Abend dermassen schlecht ihr Feuer machen, dass unser ganzes Auto auch 3 Meter daneben ausgeräuchert wird und wir den Platz somit wechseln müssen (dabei wäre Feuer machen in dieser Trockenheit sowieso strengstens verboten gewesen). Sie bekommen von all dem nichts mit. Wir gehen an den Katherine River. Sehen viele Wallabys (auch Jungtiere und sogar ein Muttertier mit einem im Beutel) und Flughunde. Von nah einen Kookaburra. Wusste gar nicht, dass der so schön blau gefiedert ist. Langsam erkennen wir die Vögel an Ihrem Gezwitscher oder eher Gekreische. Wir durchsuchen das Mäppchen mit allen Quittungen der letzten Jahre fürs Auto (hätten wir schon viel früher machen sollen) und entdecken mehr oder weniger Interessantes/Lustiges. Wer wann Besitzer war und für wie lange. Wer was am Auto hat machen lassen. Andreas hat keine einzige Quittung beigesteuert. Müssen deshalb annehmen, dass er keinen Service (wären etwa alle 10'000 Km fällig) geschweige denn einen Ölwechsel gemacht hat (obwohl er ca. 20'000 Km gefahren ist). Nicht nur hat er schlecht repariert, er hat auch genau über die Mängel Bescheid gewusst. Egal, wir sind selber Schuld, wir haben das Auto gekauft. Wir hätten sehen müssen, dass der Wagen im 2009 zum etwa selben Preis verkauft wurde. Ärgerlich. Das Kühlerwasser scheint irgendwo (im Motor?) zu versickern. Omid schläft deswegen schlecht. Wir kaufen eine 5L Nachfüllflasche. Haben genug Geld ausgegeben und definitiv keine Lust mehr irgendwelche teuren Reparaturen zu machen. Andere hier haben Autos in noch viel schlechterem Zustand. Wir sind einfach zu verwöhnt. Das müssen wir ablegen, passieren wird sowieso mal was. Bei Toyota musste einer eine Woche auf Ersatzteile von Sydney warten. Unsere haben Sie wenigstens auf Lager und jeder weiss wie ein Troopy zu reparieren ist und wenn nicht, dann haben wir das Werkstatthandbuch dabei ;-). Manuel muss alle paar Kilometer Motoröl nachfüllen und hat einen extremen Rechtsdrall. Deutsche hatten einen Totalschaden weil sie für ein Känguru gebremst hatten und sich deshalb das Auto überschlagen hat. Da muss man einfach draufhalten, hat uns einer der vielen Garagisten geraten, da das Tier sowieso stirbt (einfacher gesagt wie getan). Würden aber bei einem weiteren Autokauf (welchen es nicht geben wird) bestimmt vieles anders und besser machen. Learning by doing. Noch nie hat dieser Spruch so gut gepasst. Auch wir nutzen Katherine um unsere 2x80L Tanks mit Diesel zu füllen. Das Gas haben wir "by the way" vergessen aufzufüllen ;). Werden aber laut Plan in ein Paar Tagen nochmals in Katherine sein.


Wir starten pünktlich um 6:30am. Genau dann geht die Sonne langsam auf (der Ranger hatte Recht). Wir zwei sind die Einzigen auf dem Butterfly Walk. Treffen nur zwei Wanderer, welche schon mehrere Tage unterwegs sind (es gibt auch mehrtägige Walks). Unser Walk führt durch Regenwald-ähnliche Vegetation (zumindest am Schluss der Wanderung, vorher ist es trocken und praktisch nur Buschland) wo es tausende von verschiedenfarbigen Schmetterlingen hat (komisch bei dem Namen) (und auch viele Spinnen). Wunderschön (die Schmetterlinge). Es lohnte sich definitiv so früh aufzustehen, nicht nur wegen der "bloody" Hitze. Wir sehen die Sonne aufgehen über der Gorge. Romantik pur. Baden geht leider eher schlecht. Wir haben sowieso unsere Badehosen vergessen (war wohl doch etwas zu früh heute morgen und vor allem zu dunkel ;)). Der Sand ist abgetragen und dementsprechend steil ist der Weg in das Wasser. Auf dem Rückweg kommen uns ein paar entgegen (vor allem Deutsche (ich wundere mich, ob es überhaupt noch Deutsche hat in DE, bei all den Deutschen hier)).  Bei der Mittagshitze zu starten. Für uns der reine Selbstmord. Wir sterben fast und schwitzen wie noch nie in unserem Leben. Die andern tragen noch nicht mal einen Hut und schlechtes Schuhwerk. Wir geniessen den kalten Eis-Kaffee zurück im Touristenzentrum des Parks. Nitmiluk ist der Aborigine Name des Parks. Vieles ist zweisprachig angeschrieben. Nilbil hatte damals das zirpen der Grillen hier gehört: Nit, Nit Nit. Die Grillen sind wirklich unglaublich zahlreich hier und extrem laut. Im Unterschied zu Europa hören Sie keinesfalls auf zu Zirpen wenn man in Ihre Nähe kommt. Wir wissen jetzt, wieso der Verkauf von handgeflochtenen Körben heute die Haupteinnahme der Souvenir-Gifts der Jawonyn Aborigines darstellt. Auf unserer Wanderung haben wir nicht viel ausser dem trockenen Palmbast (welcher ideal ist, um Körbe zu flechten) gesehen.


Wir fahren zurück nach Katherine und (nach einem kurzen, leckeren Zwischenhalt im Red Roosters) weiter zu den Edith Falls (anderer Eingang des Nitmiluk National Park (etwas weniger touristisch)). Während der Fahrt hören wir das erste Mal Steine von unten an unser Auto prallen. Dies wahrscheinlich, weil die vorhergehenden Reifen dank Ihrem lausigen Profil nicht mehr fähig gewesen waren, Steine überhaupt zu fassen. Sozusagen ein beruhigendes Geräusch. Wir bleiben für zwei Nächte (18 AUD/Nacht). Der am Kiosk (zugleich auch Office etc.) lacht über zwei, die wieder gegangen sind, weil der nächste Supermarkt zu weit entfernt ist. Wir lachen mit, obwohl wohlwissend, dass es uns vor genau einer Woche sehr ähnlich ergangen ist, die Anfänger. Wir sehen grössere Reptilien (aber immer nur für kurze Zeit, die sind so schnell). Und viele Wallabys. Diese fressen all das mit Mühe bewässerte Grün. Sie buddeln es sogar inklusive Wurzeln aus. Wir wissen jetzt wieso die Parkmitarbeiter keine grosse Freude an den Tieren haben. Ebenfalls ist ein Marabu-ähnlicher Vogel unterwegs (aber mit viel schillernderen Farben). Praktisch alle Vögel hier kann man bei uns in der Schweiz im Zoo (im Gehege) betrachten. Sie hängen teils kopfüber in den Ästen und fressen Ameisen. Nachteil zwei neben den Ameisen, wenn man Schatten unter einem Baum sucht ist, dass man von irgendwelchen Vögeln vollgesch… werden kann. Mich triffts voll. Vielleicht wäre so ein Naturführer doch nicht so schlecht gewesen, dass man wenigstens weiss, wie gross das etwas sein kann, dass einem treffen könnte. Am Abend schwimmen wir im Edith Plunge Pool gleich neben dem Camping (natürlich gehalten und mit wenig anderen Touristen). Morgen wollen wir noch den berühmten Leliyn Walk machen. Wir starten früh am Morgen und treffen kaum Leute.


Am Abend lauschen wir dem Nit Nit der Zikaden und dem Vater von vier Kindern gleich nebenan, der Gitarre am Lernen ist (hat wirklich gerade damit angefangen (anscheinend versucht seine Frau Ihm das schon seit 10 Jahren (vergeblich) beizubringen). Singen kann er übrigens auch nicht. Wir treffen Steve, einen älteren Herrn, der auch einen High Top Troopy hat, Omid fragt Ihn nach der Anwendung vom High Lift Jack und dem Wassertank. Er findet wir hätten einen guten Deal gemacht mit unserer Work Mate. Seiner (Jahrgang 1999) hat er damals (2003) Britz (Auto-Vermietung) abgekauft. Er rät, den High Lift Jack zurückzubringen, da wir Ihn ja nirgends ansetzen können und uns der Verkäufer schlecht beraten hatte (guter Punkt !!! ;) ) und das Wassersystem professionell machen zu lassen, da es einem viel an der Reise erleichtert, besonders in den abgelegenen Gegenden. Der kann gut reden. Er hat genug Geld (praktisch alles in seinem Troopy hat er auf sich anpassen lassen. Er und seine Frau (welche übrigens extrem redselig ist, Steve überhaupt nicht, er scheint scheu zu sein, spricht auf jeden Fall nur mit Omid, schaut mir nicht in die Augen) sind von Neuseeland und jedes Jahr für vier Monate mit dem Troopy in Australien unterwegs (Ansonsten ist der Troopy bei Freunden in Queensland eingestell). Wir sehen viele bekannte Gesichter, die wir schon in Katherine, Katherine Gorge oder sogar Darwin gesehen haben. Wie klein doch Australien ist ;). In der Nacht sieht man die Spinnen mit der Stirnlampe durch das Reflektieren der Augen. Es sind tausende. Man macht die Lampe also besser aus und gewöhnt sich an die Dunkelheit. Der Mond ist aktuell genug hell (zunehmend). Hier sollte man auch immer zuerst den WC-Deckel heben, bevor man sich hinsetzt (wenn überhaupt), wegen den Redback-Spiders. Je nach WC nimmt man aber besser so einen Stich in Kauf (es reagiert anscheinend nicht jeder darauf).
Es ist Sonntag. Die meisten Australier brechen auf. Es wird angenehm ruhig (nichts jetzt gegen die Australier). Wir essen gemütlich unser Frühstück (weiss nicht wie lange ich schon kein Nutella mehr gegessen habe, in den "Ferien" darf man das). Ovomaltine heisst hier Ovaltine, hat aber genau das gleiche Design. Ist wohl einfacher auszusprechen. Unser gekaufter Gas-Toaster funktioniert super (4 Stück Toast aufs Mal kann man damit toasten). Das macht das hiesige Brot essbar. Ich hoffe unser Gas hält das aus. Es singt und spielt einer Gitarrenmusik. Nicht schlecht so ein Livekonzert am Morgen (keine Angst, es ist nicht unser Nachbar). Wir haben eine 1 Liter Sonnencreme Box. Man riecht den Eukalyptus (haben wir das Gefühl, sind aber nicht sicher, ob es nicht die Flughunde sind). Wenn man die Blätter aber direkt ab Stamm knickt (gemein ich weiss) kann man für kurze Zeit das ätherische Öl riechen. Die Fliegen werden langsam mühsam. Das Wasser ist wieder einmal trinkbar ab Campground. Nehme an, dass liegt an den Quellen. Wir beobachten Vögel bei Ihrem Balzspiel und Nestbau gleich neben unserem Platz. Und sehen so nebenbei, dass diese unscheinbaren, braunen Vögel am Hinterkopf bei Erregtheit eine violette Blume entwickeln. Omid versucht das photografisch festzuhalten und übt zugleich grad ein wenig das Handling seiner Kamera. Steve, respektive seine Frau kommen nochmals vorbei und geben TIps. Sie haben schon viel erlebt. Omid probiert das Vordach aus. Es spendet guten Schatten. Gut zu wissen, sollten wir mal an einen Platz ohne Schatten kommen. Dank der intensiven Sonneneinstrahlung hier werden meine Haare immer heller (nein dies sind keine weissen Haare) und länger (dies hat andere Gründe als die Sonne).


Es geht zurück nach Katherine. Wir quartieren uns nochmals für eine Nacht im Red Gum ein. Weils so einfach ist. Dachten wir, sämtliche angebotenen Plätze sind besetzt. Im Supermarkt sehen wir, dass das Gemüse nahe am Ablaufdatum zu 3 AUD in Säcke abgefüllt werden kann. Ein Schnäppchen (das übrige Gemüse ist nämlich extrem teuer und meist noch halb roh). Ich gebe mein Bestes, denn Sack möglichst prall zu füllen (aber die erfahrenen alten Herren nebenan schaffen mehr). Bei Coles und Woolworths kann man mit Rechnungen über 30 AUD Benzin an bestimmten Tankstellen 4 Cent/L günstiger beziehen. Man kann die Rechnung auch splitten. Rechnet man (also Omid) jedoch findet man heraus, dass die Fahrt zu dieser Extratanke meist mehr Benzin braucht als man einspart. Auf jeden Fall steht man an diesen Tankstellen immer lange an (also noch Stand mit Klimaanlage = nochmals Benzinverlust). Wir gehen trotzdem hin. Darf aber "nur" maximal 150 Liter zum reduzierten Preis beziehen. Hier fahren fast alle Toyota oder Nissan. Und natürlich Holden, die eigene Australische Marke.
Es ist ein schwarzer Montag auf der Welt (und wir bekommen das nur per Zufall mit, weil wir hier Internet haben, speziell). Den USA wurde die Kreditwürdigkeit heruntergesetzt. Wäre das vor einem Monat passiert, wir hätten mehr Geld für unseren Trip hier gehabt. Klar sind die Folgen längerfristig nicht ganz so toll. Wir fahren zur Tankstelle um endlich unsere zweite Gasflasche (zu 2 L) nachfüllen zu lassen und müssen dort angekommen feststellen, dass die Flasche bereits voll ist. Peinlich. So sind wir etwas früher als vereinbart bei RJ-Motors, welche sich unseren Wassertank und das Radio mal ansehen wollen (bei Ihnen haben wir auch den High Lift Jack gekauft). Wir sind eine Viertelstunde zu früh, werden nicht begrüsst. Es heisst nur, wir hätten den Termin um 10.30. Also warten wir. Um 11.00 platzt uns der Kragen (die australische Geduld haben wir noch nicht so recht angenommen). Es heisst wieder nur, alle müssen warten, unserer sei aber der Nächste (ohne nachfragen, hätten Sie uns nichts gesagt). Wir haben keine Lust mehr zu warten und sind zum Glück nicht auf die Reparatur angewiesen. Verlangen das Geld für den High Lift Jack zurück (Sein Kommentar dazu, dass unsere Roobar keine Jacking-Points hat: oh - you got a cheap roobar) und verlassen den Laden. Dem sein Gesicht hätten wir gerne sehen wollen, als er merkte, dass wir weg waren.


Australien versucht auch seit längerem rauchfrei zu werden. Mit relativ grossem Erfolg. Wir kriegen Post (also eigentlich unser "Pöstler" Greg in Sydney, der uns diese Einscannt und per Email schickt!! Vielen Herzlichen Dank an dieser Stelle!!) von der Autoregistrierung, welche wir jedoch dann in WA erledigen werden, da unser Auto ja auch dort offiziell eingelöst ist (Omid denkt, das wirkt besser, wir haben Zeit bis Ende August (welchen Tag haben wir schon wieder)). Jetzt geht es erst mal nach Mataranka, einem kleinen Ort etwas südlich von Katherine gelegen mit natürlichen Thermal Quellen, welche mit Moorast umgeben sind.