Wir sind noch immer auf dem Campingplatz in Kununurra. Ich liebe die Palmen hier, welche wie Fächer aussehen. Chris und Graham melden sich aus NSW. Sie laden uns herzlich ein, bei Ihnen auf dem Grundstück zu campen. Wir freuen uns und werden in Kürze mal Skypen. Planmässig werden wir aber sicher nicht vor Oktober in NSW sein. Für Literatur ist gesorgt und das umsonst: Ich finde alte australische Frauenklatschhefte und sogar die Glückspost (vom Mai, wen stört das schon) beim Waschraum auf dem Camping und nehme sie mit. Wir schreiben auf, was wir in den knapp 10 Tagen auf der Gibb River Road essen möchten um unseren Einkauf besser und vor allem schneller (und schlussendlich billiger) gestalten zu können. Gar nicht so einfach. Die Polizei markiert derweilen Präsenz auf dem Campingplatz. Wir trinken wesentlich mehr Wasser wie gedacht. Füllen deshalb noch mal alle Tanks mit Trinkwasser auf. Die Frau von nebenan bemerkt, dass Omid die Haare geschnitten hat (so aufmerksam? Oder sah es vorher so katastrophal aus, oder jetzt?!). Viele Stammplatzhalter haben ein Kennzeichen aus SA. Wir fragen uns, ob die da schnell mal hochfahren übers Wochenende. Eventuell sind die im Winter hier und im Sommer zuhause. Oder sie fliegen. Auch ich schneide meine Haare mit der einzig verfügbaren Schere (an den Rasierer habe ich mich doch nicht gewagt), der Nagelschere. Klappt nicht so gut, Omid grädet nach (zum Glück gib es Pferdeschwänze und Dutts). Als ich mich entspannt in meinen Campingstuhl setzen möchte, sehe ich eine Spinne und nur noch rot. Ist aber glücklicherweise keine gefährliche Redback. Wir gehen noch zum Metzger, denn nur dort kann man das Fleisch vakumieren lassen, welches so dann 1-2 Wochen hält. Gleich hinter dem Verkaufs-Tresen sehen wir, wie sie die frisch eingetroffenen Tiere präparieren. Weiss ja nicht, ob das so der Kundenmagnet ist. Der Laden, welcher die für die Region charakteristischen Pink Diamonds vertreibt hat alles andere, nur keine pinkfarbenen Diamanten. So gehen wir wieder. Leider ist die Mine für Privatpersonen nicht zugänglich (Später müssen wir erfahren, dass man die Argyle Mine trotzdem hätte besichtigen können, jedoch einfach nur mit geführten Touren). In einem Geschäft für Marinezubehör im Industriegebiet finden wir nach langem Suchen den EPIRB (Notpeilsender) für 100 AUD weniger, als im Camping Shop. Wir registrieren uns und unsere Route sogleich. Der EPIRB ist für den einmaligen Notfall gedacht. Durch drücken einer Notfalltaste wird ein auf 5m genaues GPS Signal ausgesandt, wodurch auch entlegensten Gebieten rasche Hilfe gewährleistet wird. Unsere Lebensversicherung also. Das Standgas ist plötzlich statt auf 500 auf 1100 Umdrehungen. Wir wollen, dass sich das einer kurz ansieht. Das scheinen die hier aber nicht zu kennen. Ohne Termin geht nichts und der ist so auf die Schnelle nicht zu bekommen. Wir entscheiden, das das ein geringes Problem ist, welches wir auch noch woanders beheben lassen können.

Es kann losgehen. Sogar die Polizei fährt Troopy, überholt uns und wir sehen nur noch eine Staubwolke. Irgendwie fahren die Einheimischen noch immer knappe 20-30km/h schneller als wir. Was uns aber nicht weiter stört. Gleich zu Beginn müssen wir einen ziemlich tiefen Fluss durchqueren (wir sehen später, dass das der übelste Übergang ist der gesamten Strecke, nur macht man die Gibb River Road normalerweise in die andere Richtung von Derby nach Kununurra und hat so den schwierigen Teil zum Schluss). Unsere Augen spielen ab der Wellblechpiste schnell verrückt - sie fahren weiter, obwohl wir schon längst angehalten haben. Wir fahren entlang der Cockburn Ranges, einer Abbruchkante und hören (laut) Musik aus dem iPhone. Schon jetzt haben wir die Corrugation ziemlich satt. Und das ewig geradeaus fahren. So sind wir froh als wir in der Home Valley Station eintreffen. Hier wurden Teile des Filmes "Australia" gedreht. Ich habe irgendwie eine Rinderfarm erwartet. Es erwarten uns aber nur Pferde (vielleicht habe ich den Film falsch in Erinnerung). Was auch schön ist (Omid freut sich vor allem darüber, dass er trotz Angebot nicht reiten gehen muss). Pferdeäpfel riechen nicht intensiver wie Kuhfladen. Hier gibt es alles (Pool, Bar, Spielplatz, etc.). Was fast ein wenig schade ist. Am Abend fliegen hunderte Kakadus über unsere Köpfe hinweg. Immer und immer wieder kommen noch mal welche nach. Auch die Fliegen zählen wir nicht mehr. Wir sind mittlerweile schon froh, wenn Sie sich ihren Platz nicht in Nase, Auge oder Mund suchen. Und schliesslich stechen die nicht. Auf dem ganzen Camping ist Didgeridoo-Spielen für Frauen aus Respekt der indigenen Bevölkerung gegenüber nicht erlaubt. Zum Abendessen braten wir Pouletschnitzel in Herzform. Omid wäscht ab wobei sein Ring (nicht der Ehering zum Glück!!) zerspringt. Je weiter weg von der Stadt, desto atemberaubender wird der Sternenhimmel. Am Fluss gleich neben der Station (Vorsicht Krokodile) sehen wir einen Countryboy Jabbies jagen (was auch immer das ist, sollen etwas grösser wie Shrimps sein). Wir sehen ihm ein wenig zu, wie er seine Reusen kontrolliert und wieder auswirft. Er ist aber erfolglos. Ein Paar (sie alleinerziehende Mutter, er Tourenguide) aus Newcastle, Queensland geben uns Tips für die Route. Sie kommen jedes Jahr hierher. Es sei hier so schön und günstig. Uns ist es zu touristisch hier. Aber sie haben recht, dass die Station mit viel Liebe gestaltet wurde. Günstig, das wird hier in Australien auch über den Bierpreis definiert. Hier kostet die Dose 5 AUD. Teuer etwa sei Broome (8 AUD). Auch die Fahr-Distanzen hier werden mit der Anzahl getrunkenen (und dann aus dem Fenster geworfenen) Bier gemessen. Dementsprechend viele Cans sehen wir am Strassenrand liegen. Das Problem ist wahrscheinlich, dass es beinahe keine Abfallentsorgungsmöglichkeiten gibt entlang der Strasse und an den Raststätten. Man muss seinen Abfall immer mitnehmen, was in unserem Fall manchmal schon sehr hässlich werden kann (Fruchtabfälle, Thunfisch, Fleisch etc.). Wir verstehen also ein wenig, wenn man sich mal einer Dose entledigt. Die Aussicht auf die Pferde am Morgen ist gigantisch (den Geruch nehmen wir mittlerweile nicht mehr wahr). Zwei Vogelkundler, gekleidet wie im Film gehen an uns vorüber. Wir sehen eine Gruppe Reiter (sehr unerfahren und unsicher im Sattel) und denken an unsere Canada-Ferien zurück. Sämtliche Leute um uns herum haben denselben Zeltanhänger und diskutieren miteinander darüber. Fühlen uns richtig ausgegrenzt. Ein Junge hat eine Peitsche. Sämtliche Männer zeigen den kleinen Kindern wies geht - je lauter es knallt, desto besser.
Mitchell Falls National Park
Weiter geht es in Richtung Mitchell Plateau (Ngauwudu) über die Kalumburu Road und dann einer namenlosen 4WD Strecke entlang. Und ja, die Corrugation vom Vortag kann übertroffen werden. Es ist so laut, dass wir uns richtig anschreien müssen. Wir müssen merken, dass Dips nichts mit Essen zu tun hat. Omid achtet auf die grossen Steine und wechselt fleissig von 4WD (Gravel Road) zu 2WD (geteerte Strasse) (Dieses Auto darf auf geteerten Strassen nicht im 4WD gefahren werden - hat etwas mit den starren Achsen oder so in Kurven zu tun… wir tun es einfach wie man es uns erklärt hat). Sämtliche "Gebirge" sind geteert. Kaum haben wir wieder in 4WD gewechselt, kommt schon wieder ein Hügel. Die Rückfahrspur scheint besser im Stande zu sein. Wir mutmassen, dass dies wegen der Road Trains ist, welche wieder leer von Kalumburu zurück fahren. Es hat einige Baustellen auf der Strecke. Oftmals fahren Frauen die grossen Gerätschaften. Wir probieren den CB Funk aus und freuen uns, dass unserer zu funktionieren scheint. Kriegen aber ausser einem Ohrenschaden durch das irre laute Rauschen sonst nicht viel mit. Funk sollte von Laien nur auf den beiden Emergency Kanälen und einem weiteren Kanal (für 4WD/Camper Konvois) gebraucht werden. Mithören kann man ja trotzdem (versuchen). Australier scheinen sich Kurven zu fahren nicht gewöhnt zu sein (recommended max. 40km/h). Hier hat es so unscheinbare graue taubenähnliche Vögel auf der Strasse, die sich immer einen Wettbewerb daraus zu machen scheinen, wer als letzter vor dem Auto wegfliegt. Wir nennen Sie "Sälbschtmordvögeli". Manchmal kann man sie von den Steinen fast nicht unterscheiden und erschrickt dann, wenn etwa 5 Stück knapp vor dem Auto hochfliegen. Am Wegrand hat es Fässer mit Schusslöchern? drin. Und immer mal wieder ein verrostetes und sandiges Auto (manchmal noch mit dem For Sale drauf). Wir lassen uns für die Nacht an der Drysdale River Station nieder. Hier hat es eine Tankstelle (also drei Tanksäulen). Der Helikopter-Pilot füllt uns den Tank (2.08 AUD/L!!!!). Ein niedliches Münztelefon steht gleich daneben. Im Shop können wir mit der Bank-Karte bezahlen. Hätten also nicht soviel Bargeld in Kunurrura abheben müssen (mit einem Sack voll Münz und Noten haben wir uns kaum getraut die Bank zu verlassen). Aber wir wollten in Zukunft nie mehr zuviel für einen Selbstregistrierungs-Camping bezahlen, nur weil wir das passende Münz nicht an Lager haben. Die grossen Noten haben wir im Auto versteckt. Bereits ein paar Tage später hat Omid vergessen, dass wir noch Geld im Auto haben. Ich hoffe schwer, wir denken dann an das gute Versteck, wenn wir den Wagen wieder verkaufen. Den nächsten Bankautomaten (ATM) hat es in Broome. Laut Omid sind die Sandstrecken am schwierigsten zu fahren, da es einem dort immer in gewisse Spuren reinzieht. Das Auto macht dann was es will. Langsam werden wir zu Strassenprofis. Das Standgas hat sich erholt. Ist gut, haben wir das nicht reparieren lassen. Unser Auto ist von unten komplett mit Lehm vollgekleistert. Sogar hier ist die Polizei unterwegs. Wir fragen uns, was die für eine Ausbildung geniessen. (KFZ-Mechaniker, Crocodile Dundee, Sanitäter?). Auf jeden Fall scheint es hier nicht allzu viel Action zu geben, was auch gut so ist. Obwohl, ich lese immer wieder von Vermissten (nicht nur in den Frauenklatschheftern). Omid möchte gerne eine Hängematte. Hier und jetzt. Die Sonne brennt wieder einmal mehr erbarmungslos vom Himmel. Immerhin haben wir es langsam im Griff wo die Sonne auf und untergeht. So steht unser Auto wenigstens (wenn möglich) im Schatten. Wir bezahlen 30 AUD/Nacht für den Camping mit Duschmöglichkeit, beschliessen aber dann doch (nach einer Dusche) auf den etwas weiter abseits gelegenen Buschcampingplatz direkt am Fluss (und nicht direkt an der Strasse/Flugbahn) zu gehen. Es hat uns dort viel besser gefallen. Eine Kuhherde weidet neben und auch gleich im Camping. Der Fluss wird mit Miners Pool angepriesen. Man kann drin Baden. Man sieht den Grund des Flusses nicht und mir ist etwas mulmig. Wir fragen bei einer Mitarbeiterin nach, welche uns versichert, dass der Fluss "quite safe" ist. Nur Freshies (Süsswasserkrokodile) hat es hier, dessen Gefährlichkeit mit "might cause injury" eingestuft wird. Das ich nicht lache. Das heisst, die verletzen nur ab und zu Menschen, töten sie aber nicht. Wie beruhigend. Und da möchte Omid jetzt schwimmen gehen. Ich kann ihn zum Glück vom Gegenteil überzeugen. Wären einige Einheimische am Baden gewesen, hätten wir uns eventuell auch getraut. Der Platz ist toll. Wir sind fast die einzigen, welche dort übernachten. Während dem hinsetzen entdecke ich eine riesige Spinne am WC-Deckel. Seitdem gehen wir immer zusammen aufs Klo. In der Nacht weckt mich Omid. Er höre ein Natel klingeln (ein Nokia?), kann es aber nicht orten. Ich lausche und muss lachen, als ich höre, dass es sich dabei um einen Vogel handelt. Später folgte dann noch das "Vibrieren" (ein anderer Vogel) ;).

Die Corrugation bis zur Abzweigung Mitchell Falls ist wirklich unaushaltbar. Dafür entlohnt uns die darauf folgende 4WD Strecke. Wenig Verkehr. Palmen. Roter Sand. Persischer Pop. Es hat einige Verzweigungen zu Luxus Lodges auf der Strecke. Sonst nichts. Ich versuche die Strecke Viodeotechnisch aufzunehmen, im Hochformat. Omid fragt fies ob ich den Fernseher/Computer zum Anschauen dann querstellen möchte. Viele Junge Touristen haben an ihrem Auto eine Piratenflagge montiert. Soll wohl besonders krass wirken. Beim Mitchell Falls National Park müssen wir uns wieder einmal an den Kopf fassen ab unserer Spontaneität. Wir bezahlen nämlich nun 11AUD Eintrittsgebühr in den Park, weil wir nicht fähig waren uns rechtzeitig einen Jahrespass für die Nationalparks WAs zu besorgen. Innerhalb von 7 Tagen kann man sich den Preis zurück erstatten lassen. Was wir aber kaum schaffen werden. Das schöne ist. Es werden auf dieser Strecke noch einige kostenpflichtige National Parks folgen. Die Strecke hat einige Verzweigungen. Keine angeschrieben. Wir hoffen einfach richtig gefahren zu sein. Omid hat aus versehen das Onion-Parmesan Brot erwischt (Danke). Die Dänische Salami ist immerhin deutlich weniger scharf wie die Ungarische. Der Camping Platz ist unterteilt in Day Area, Generators und quiet zone. Doch von Quiet kann keine Rede sein. Im 10min Takt landet oder startet der Helikopter vom 100m entfernten Heliport um die Touristen an die Mitchell Falls zu bringen (6min zu 105 AUD). Die Mitchell Falls sollen besonders schön aus der Luft anzusehen sein. So steht es zumindest in allen Führern und Prospekten beschrieben. Wir werden sie trotzdem zu Fuss erkunden. Haben für 3 Nächte hier eingecheckt (28 AUD/Nacht). Es ist leicht bewölkt heute. In einigen Pools hier kann man sogar schwimmen. Wir freuen uns drauf. Neben uns ist eine Familie aus Österreich in der prallen Sonne. Der Vater in einer "windelähnlichen" Unterhose. Haben wir schon erwähnt, dass wir in Kununurra am Campingplatz ein Fernglas gefunden haben ;-) Wir gehen gleich gegen Abend noch zu den Little Mertens Falls. Verlaufen uns aber noch, bevor wir dort hin finden. Ist aber ein irre malerischer, natürlicher Pool mit Wasserfall.
Am Morgen hat es Schlangen- und Dingo-Spuren im Sand. Nachdem wir ja bereits gestern Abend in dem Little Mertens Falls Pool geschwommen waren, sehe ich heute bei unserem Schwumm ein Freshie von seinem Ruheplatz ins Wasser gleiten. Schon noch unheimlich zu wissen, dass man mit einem 2.5m Krokodil zusammen im selben Pool geschwommen ist. Da will ich irgend wie nicht mehr rein. Vor allem, seitdem wir wissen, dass sie jetzt ihre Eier haben (und diese gegen "Eindringlinge" verteidigen). Wir starten um fünf Uhr früh unsere Wanderung zu den Mitchell Falls (Punamii-unpuu). Wir sind mit Abstand die ersten unterwegs. Wir durchwaten barfuss Flüsse, stehen ohne Schutz vor riesigen Schluchten, Frühstücken mit Sicht auf die Mitchell Falls im Morgenrot (sind lange vor dem ersten Helikopter dort), halten bei starkem Wind unsere Hüte fest, sehen einen Water Monitor, beeindruckende Felsmalereien (bis zu 40'000 Jahre alt), stehen hinter dem Wasserfall und lauern erfolgreich unserem Krokodil von gestern auf (haben geschafft ein Foto zu schiessen, wenn auch ein verwackeltes…). Gegen Ende der Wanderung kommen uns sogenannte Adventure Tours entgegen. Durchschnittsalter 80. Und eine Filmcrew. Fragen uns was die wohl für einen Film drehen, da sie zu Fuss alles hochgeschleppt haben, obwohl es oben einen Helikopterlandeplatz gibt. Spinifex überall. Wir sehen den Baum mit dem typischen roten Harz, von welchem wir gelesen haben, dass sich darunter viel Wasser befindet. Wir buddeln aber nicht danach und glauben das jetzt mal. Ebenfalls taucht immer wieder ein Säugetier mit buschigem Schwanz auf, welches wir nicht einordnen können (haben es aber immer noch nicht geschafft es zu googlen). Die Palmenart hier ist nur auf dem Mitchell Plateau zu finden: Livistona Eastonii - die Mitchell Plateau Fan Palm. Da bin ich auch Fan von. Die Vögel haben sich auch schon an die Touristen gewöhnt, sie hocken fast im Teller. Auch die Wasserdusche, die bei Katzen in der Schweiz so effektiv ist, scheint sie wenig zu beeindrucken). Erneut werden uns von einem Paar die Bell Gorge, der Tunnel Creek sowie die Manning Gorge empfohlen, welche wir bereits auf unserer Liste haben. Zusätzlich schwärmen sie noch vom Mornington Wilderness Camp. Dies würde jedoch einen Umweg vom 190km bedeuten. Wir wollens uns nochmals überlegen. Die Burial Site haben wir am Abend auf der River View Wanderung nicht gefunden. Waren uns auch nicht sicher, was burial bedeutet zu dem Zeitpunkt, was die ganze Sache noch erschwerte. Die Wege sind auch hier sehr spärlich und die Sehenswürdigkeiten gar nicht angeschrieben. Zumindest war der Ausblick am Ende der Wanderung gigantisch. Wir sehen ein springendes Wallaroo. Freuen uns auf die Dusche morgen bei der Drysdale Station. Hier hats runde Termitenhügel. Versuchen immer Termiten zu sehen, wissen jedoch nie, ob es nun Ameisen sind oder nicht. Gott sei Dank, der Grader hat mittlerweile die Strasse gemacht. Wir hatten schon Respekt vor der Rückfahrt. Das Relay der Batterie fliegt trotzdem aus ihrer Halterung. Das Rostloch unter meinen Füssen ist mir ebenfalls sehr suspekt. Hoffe ich lande nicht plötzlich auf der Strasse. Eine andere Adventure Tour zeigt uns die Sehenswürdigkeiten an. Wir schliessen uns frech der Gruppe an und lauschen den Beschreibungen zu den Felsmalereien. Doch wir bleiben nicht lange unbemerkt (wieso bloss?!). Die Art Works sind auch schön und eindrücklich ohne Erklärungen. Per Zufall sehen wir eine Grabstätte. Omid meint eine Backstein-Ruine zu sehen, dabei handelt es sich hier um die bekannten Kimberley Felsformationen. Am Morgen ist es nun vermehrt windig. Die Nächte werden kühler. Tagsüber ist es aber immernoch drückend heiss. Der Nachbar lacht, als er uns über Mittag im Schatten sitzen sieht (dabei macht er dasselbe hat dazu nur noch ein kaltes Bier in der Hand (und wohl schon einige intus)). Heute sei es ja nur 33 Grad warm. Die wirklich warmen Tage kämen erst noch. Naja bis dann sind wir von hier weg, denke ich leise. Auf allen Produkten steht gross "made in Australia". Die Leute hier sind unglaublich stolz auf ihr Land und alles was von hier kommt.

Wir sind erneut eine Nacht im Drysdale River (gibt ja auch nicht viele Alternativen), Diesmal aber auf dem Hauptcamping. Wir sprechen ein wenig mit dem Besitzer, der das ganze Jahr über hier lebt, auch wenn die Road über 6 Monate im Jahr zu ist. Es sei ihm noch nie langweilig geworden. Zwei mal die Woche kommt der Briefträger per Kleinflugzeug. Praktisch jedes Roadhouse hat eine eigene Landebahn. Er sagt, wir sollten es mal bei den Rangern probieren mit dem National Park Pass. Er selber hat auch immer so einen genommen, wenn er auf Reisen geht (wir fragen uns wie zur Hölle all die Australier so lange Ferien machen können. Sind die alle Selbstständig?). Er erzählt von Schweizern die letzthin da waren und einenTag nach Kalumburu wollten. Die Strasse musste dann wegen zuviel Wasser geschlossen werden. Sie mussten 3 Wochen bleiben. Omid möchte Bier oder Rotwein zum Znacht (Poulet mit Erdbeermarinade, was es hier nicht alles gibt). Hier muss man den Alkohol aber direkt an der Bar konsumieren. Das hat mit der Lizenz zu tun. So nimmt er sich ein Bundaberg Ginger Beer (eine Art Ginger Ale). Immerhin besser wie das ebenso alkoholfreie Root Beer aus Kanada. Wir duschen - eine Wucht. Lassen den Auspuff noch anschweissen (hat dauernd so unangenehm gequietscht, sodass alle um uns herum hergeschaut haben als wir vorgefahren waren (dachten zuerst immer, das sei wegen uns)) vom Mechaniker hier und das Relais wieder befestigen. Doch er schafft es nicht mehr am gleichen Tag (zuviel zu tun). Wir sind aber die ersten (und vielleicht einzigen, denn es ist Sonntag) am nächsten Morgen. Stört uns nicht weiter. Wollten sowieso die Nacht bleiben. Unsere Füsse kriegen wir nun definitiv nicht mehr sauber. Cola macht Werbung auf der Büchse: lovingly crafted by coca cola… this totally irresistable cola drink contains…listen closely and hear the hapiness when you open this can. Nur leicht übertrieben. Am Abend gehen wir noch auf ein Bier (7 AUD, Emu Export (mittlere Preisklasse würde jetzt der aus Newcastle sagen)) und ein Solo (Bitter Lemon, 3 AUD) zur Bar. Wir versuchen möglichst immer was neues auszuprobieren. Bis jetzt wurden wir noch nie enttäuscht. Es ist sehr gemütlich. Auch die Mitarbeiter haben sich hier versammelt. Und das sind nicht wenige für ein einziges Roadhouse und Camping. Doch es ist ….kalt. Wir haben mittlerweile unsere langen Hosen und die Fleece-Jacken ausgepackt (und an). Wir schauen uns den Sternenhimmel an. Ich sehe einige Sternschnuppen und möchte gerne eine auch Omid zeigen, der keine erspäht. Er sagt, er kriegt jetzt dann einen anderen Schnuppen ;). In der Nacht schlafen wir beide kaum, weil es so kalt ist (und vielleicht auch ein wenig, weil ein Bier harn fördernd ist). Aber beide sind wir zu faul auch noch unsere Jacken (welche wir gut verstaut hatten, da wir nie gedacht hätten, sie jetzt zu benötigen) aus zu packen. So erwarten wir schon früh mit Ungeduld die ersten Sonnenstrahlen (bereits ein paar Stunden später wären wir froh um ein wenig Schatten, so ist das hier). Am Morgen hats ziemlich heftige Sand (respektive Wind) Böen, während wir auf unser Auto warten. Die Stunde weitet sich auf 3h aus. Australisch halt. Omid geht umsonst immer wieder schauen, ob er bereits fertig ist. Verrechnet wird dafür auch nur eine Stunde. Wir wissen jetzt auch für was der Knopf gut ist, den wir nicht einordnen können; damit kann das Standgas während der Fahrt geregelt werden. Wir hatten immer mal wieder daran herum hantiert. Zum Glück haben wir keinen Termin in Kununurra bekommen um unser Problem mit dem Standgas zu beheben. Peinlich.
Manning Gorge und Adcock Gorge
Die Vegetation ändert sich rasant von rot und sandig, zu grün, zu schwarz (verbrannt), zu felsig, zu flach. Wunderschön. Kein Meter ist gleich. Immer wieder sehen wir riesige Rinderfarmen (oder zumindest die Tiere dazu). Lustig sind die Achtung Fussgänger Schilder im middle of nowhere. Wir essen Chips zu Mittag um schneller anzukommen. Und M&Ms. Unsere Pickel will ich sehen in ein paar Tagen. Aber Spass macht es. Reduce Speed zu 80km/h ist angeschrieben. Wir müssen in dem Fall aufs Gas drücken (fahren nämlich erst 70km/h. Wir kommen am Mt. Barnett Roadhouse vorbei. Wollen Haushaltstücher kaufen, legen die Tücher jedoch wieder sachte zurück, als wir erfahren, dass 2 Rollen 7 AUD kosten (kein Wunder sind die Preise nicht angeschrieben). Wir nehmen einen halben Kürbis und eine halbe Honigmelone für 10 AUD (nicht besser, ich weiss, aber wir hatten so Lust drauf). Die zwei Damen sind irre unfreundlich (ich denke nicht allein, weil wir ihr Haushaltspapier zu teuer fanden). Sie sehen irgendwie nach riesen Abzockern aus. Eine schielt so dermassen, man weiss gar nicht wohin sehen. Die Dieselpreise sind wieder besser (2.05 AUD/L). Eine von zwei Säulen ist out of order. Omid tankt in Sekunden und denkt, es kann noch nicht voll sein. Aber es ist (der Diesel kommt schon oben raus). Es ist eine Lastwagentanksäule. Wir buchen eine Nacht im Manning Gorge Campground (28 AUD). Man muss direkt am Roadhouse bezahlen, der Campground ist aber 7km oberhalb an einem schönen Fluss gelegen. Wir (d.h. ich) öffnen und schliessen viele Gatter auf dem Weg zum Campground. Ein Mann mit Luftröhrenschnitt scheint hier im Wohnwagen zu leben (er hat sogar Fernseher). Aber den Abfall muss man auch hier mitnehmen.
Die Hupe verträgt die Gravel Road nicht und fällt ab. Wir werden sie im nächst grösseren Ort fixen lassen. Die hohen Töne funktionieren noch (wusste gar nicht, dass es zwei Töne hat). Auch unser (nun endlich mit "Super Glue" angeklebten) Navi Gerät (nur Garmin ist was für Australien) scheint ab der holprigen Strecke den Geist aufgegeben zu haben. Eine Familie stellt Ihr riesen Hauszelt gleich neben uns. Dabei hätte es noch reichlich anderen Platz gehabt. Mühsam. Der Mann sägt doch tatsächlich das Feuerholz mit der Motorsäge, die er erst nach mehrmaligem (ewigem) probieren ankriegt. Sie haben so eine doofe Stofftierbiene vor dem Auto welche wir nicht das erste noch das letzte mal gesehen haben (er hat uns mal mit hohem Tempo überholt gehabt, dann aber die richtige Abzweigung verpasst gehabt, sodass wir vor ihm am Camping eingetroffen waren *hihi*). Omid entdeckt als er so in seinem Stuhl relaxt immer mehr Roststellen am Auto. Vor allem die Beifahrerseite (also die Linke) ist betroffen. Es hat sogar Duschen hier. Die stehen aber nur zu bestimmten Zeiten unter Druck (wenn der Generator läuft). Beim natürlichen Badepool (diesmal garantiert ohne Krokodil) hat es Badehilfen etc. zur freien Verfügung (irgend ein Projekt hier). Die Kinder spielen gleich neben unserem Platz in den Felsen obwohl überall angeschrieben steht, man soll seine Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen wegen all den Gefahren hier. Gerade vor ein paar Tagen musste ein Junge notfallmässig nach Perth geflogen werden mit schwersten Verbrennungen. Alle Schweizer sind erkennbar am unauffälligen weissen Troopy (oftmals auch einen High-Top) mit nicht unauffälligen Stickern von Travel Car Center (einem Schweizer Vermieter) hinten links oben an der Türe. Wir erkennen sie alle.
Omid möchte gegen Abend seine Zipp-Off-Hosenbeine befestigen und meint er hat die falschen erwischt, dabei haben die einfach noch nicht soviel Staub und Dreck gesehen. Ich frage mich, ob wir wirklich die Milchstrasse am Himmel sehen. Wolken können es kaum sein. Eine Adventure Tour auf dem Camping (Durchschnittsalter 85) freut sich wie kleine Kinder ab dem Essen, welches der Tour-guide aus dem Feuer zaubert. Sogar ihre Luxuszelte haben sie selber geholfen mitaufzustellen.

Wir starten (später als sonst) zur Wanderung. Vergessen den Schlüssel in der Tür (also Omid). Zum Glück treffen wir unseren Nachbarn (ja den mühsamen mit Familie), welcher bereits auf dem Rückweg ist und er kann uns den Schlüssel ins Auto legen. Der Weg führt auch über einen Teich. Man kann schwimmen oder das Boot nehmen. Omid rudert mich (und die Rucksäcke/Wanderschuhe) mit einem Dinghy (mit ca. 10cm Wasser drin) über den Teich. Es ist eine schöne abwechslungsreiche Wanderung. Gegen Ende sehr steil. Aber auch hier kommen uns wieder Leute (Einheimische) barfuss und mit Badehose bekleidet entgegen. Einen Schweizer sehen wir mit Cablecom-Hut. Auf der Weiterreise kaufen wir Chuppa Chups mit Cola Geschmack im Mt. Barnett Roadhouse.
Auf der Fahrt zur Bell Gorge halten wir noch an der Adcock Gorge zum Mittagessen. Dies ist wirklich ein Geheimtip. Auch wenn die Strecke manchmal schon sehr beängstigend (übelste 4WD und Wasserlöcher) war. Wirklich wandern kann man nicht, dafür erkunden. Das Wasser des natürlichen Pools ist türkisfarben. Wir braten Würste. Ich nehme mich zusammen und esse die Haut. Omid lässt seine genau diesmal weg. Ein älteres Paar ist zeitgleich mit uns dort. Sie verkaufen im richtigen Leben Wild Flowers. So ist es zumindest an ihrem Auto angeschrieben. Sie beobachten Vögel mit ihrem riesigen Fernglas (oder eher Wildblumen?). An der nächsten Tanke (wir kaufen eine kalte Cola und gehen aufs WC) treffen wir zwei Paare (CH und Aussies) mit High-Top Troopies die per Zufall neben unserem Parkieren. Wir tauschen uns ein wenig aus. Wir hören, dass wir alle im Vergleich etwa gleich viel bezahlt haben. Auch sie mussten bei ihren (98 und 99 Jahrgang) noch einiges (unter anderem die Reifen) machen lassen. Dies beruhigt uns ungemein. Beide sind in die andere Richtung unterwegs (von Perth her kommend). In Perth ist es jetzt um die 10 Grad. Wir denken an unsere Rückreise im Juli nächstes Jahr *brr*. Bereits zu früher Stunde trinkt einer sein Bier an der Bar des Roadhouses. Bei der Bardame ist das Geschlecht schlecht auszumachen.
Bell Gorge
Wir fahren weiter zum Silent Grove Campground als es schon anfängt Einzudunkeln. Obwohl uns die beiden Troopy-Fahrer den Buschcamping empfohlen hatten gleich am Eingang der Schlucht, sagt uns jetzt der Ranger, dass es dort gar keinen Camping gibt. Wir bleiben also und checken für zwei Nächte ein (22 AUD/N plus nochmals 11 AUD für den Parkeintritt). Auch hier können wir keinen National Park Pass kaufen. Aber Helikopterflüge gibt es hier ;). Haben lange bis wir einen Platz finden der uns beiden gefällt. Ein Heavy Metal Freak zeigt uns einen Platz malerisch zwischen den Bäumen und gleich neben seinem gelegen. Omid versucht sich erfolglos am Australischen Rind. Sein Kommentar: Herzig sehen sie ja aus auf den Weiden, aber schmecken tun sie nicht. Er bleibt heute Abend hungrig. Die Rinder hier sind riesig. Und ihre Hörner erst. Wir geniessen einen wunderschönen Sternenhimmel und noch einen schöneren Sonnenaufgang/Morgenröte über der Schlucht. Es ist zum ersten Mal leicht dunstig am Morgen. Die einzeln in der Gegend rumstehenden WC-Häuschen sind niedlich. Man sieht unten die Füsse und somit ob sie besetzt sind. Der Ranger (man beachte mit Frauensonnenbrille) ist stolz auf seine hot showers. Unsere zweite Batterie funktioniert nicht mehr richtig, seitdem der Mechaniker in Drysdale am Relais herum gewerkelt hatte (bereits dort ist der Wagen das erste Mal nicht richtig angesprungen). Der Kühlschrank ist seitdem nur noch Kühlbox. Zum Glück haben wir das meiste Verderbliche bereits verspiesen und morgen werden wir bereits in Broome sein. Omid hat wieder öfters ganz gekonnt die Motorhaube offen. Es ist so schön von Vögeln statt von den quietschenden Bremsen des ersten Buses (127er in Wädenswil) geweckt zu werden. Wir denken an unsere Wohnung zurück. Ein wenig merkwürdig ist der Gedanke schon, dort nie mehr ein und aus zu gehen. Das Auto springt am nächsten Tag ohne Mühen an. Wir fahren die 10km zum Eingang der Schlucht und somit der Wanderung. Jetzt sehen wir schwarz auf weiss, dass Campen seit kurzem hier oben nicht mehr erlaubt ist. Überall hat es Verbotsschilder. In unserem Campingführer ist er noch eingetragen. Die Schlucht ist eindrücklich. Wir baden fast alleine in den diversen Pools. Zuerst sind wir sogar ganz alleine, dann folgen einige, die haben sich dann aber irgend ein lästiges Tier eingefangen bei ihren waghalsigen Kletterpartien über die Wasserfälle hinweg (wir sind zum Glück jeweils rund herum gelaufen). Eiskalt ist das Wasser. Der Kimberley Stone hat ganz charakteristische Farben; pink, orange, rot, weiss und schwarz. Und spezielle Musterungen. Manchmal hat man das Gefühl, die Steine sind bemalt worden, so unwirklich wirken die Farben.

Zurück im Campground trinken wir lauwarmen Ice-Kaffee um die Batterie zu schonen. Wir probieren unsere Fertiggerichte aus. Verstehen zum Teil nicht, was da für Zutaten noch hinzugefügt werden müssen. Schmeckt trotzdem. Unser Heavy Metal Freak und sein Kollege sind zurück aus Derby, wo sie einen kaputten Ventilator ersetzen mussten (mal eben 8h hin und zurück, weil sie zu schnell durch den Fluss gefahren sind…). Sie leihen uns ihr Multimeter um unsere Batterie zu testen. Wir kommen ins Gespräch. Es gesellt sich Craig, der Helikopterpilot dazu, welcher uns gestern nach der Frage nach dem National Park Pass so schroff abgewiesen hatte. Er kommt aus Neuseeland, reiste aber 15 Jahre in der Welt herum. Er erzählt tolle Stories von Afrika. Eigentlich ist er gelernter Diesel-Mechaniker, möchte jetzt aber hier als Helikopterpilot Fuss fassen. Von ihm wissen wir nun auch endlich, wie die Bauern hier ihr Vieh zusammentreiben; mit Helikoptern (neben Pferden und Motorrädern). Es ist anscheinend gar nicht so einfach einen Job zu finden. So ist er hier gelandet. Die meiste Zeit am Tag wartet er auf Kundschaft. 0-2 Flüge sind maximal an der Tagesordnung. Ab Ende August sei es hier noch ruhiger wie sonst. Es ist die erste Saison und das Geschäft muss erst noch aufgebaut werden. Noch vor vier Wochen sei der Camping voll gewesen. Für uns hat es auch heute noch viel zu viele Leute hier. Die zwei Paare aus SA und WA geben uns Tips. So beschliessen wir spontan nun doch noch erst der Westküste entlang zu reisen, bevor wir dann in das Herz Australiens vordringen werden, nach Alice Springs. Craig flucht laut und macht sich lustig über die Touristen. Dauernd fragen die ihn wegen einer Telefonkarte (der Telefonautomat, welcher nur mit Karte zu bedienen ist, steht direkt neben seinem Wohnwagen/Office) oder dem (nun eben geschlossenen) zweiten Camping hier an. Alle haben Freude an unserem Auto (Craig stützt sich auf unserer Roo-Bar ab wo unsere Badehosen trocknen). Der Motor sei in "tidy condition". Sie wollen alle sehen wie wir schlafen und uns eingerichtet haben. Omid freut sich am kalten (gesponserten) Bier. Unser Kühlschrank ist mittlerweile 30 Grad warm. Meine Lippen bröckeln ab vor Trockenheit und auch mein Hals zeigt einen Ausschlag (die Mischung aus Schweiss und Sonnencreme bekommt ihm wohl nicht allzu gut). In der Wet-Season arbeitet Craig als Mechaniker in der Argyle Diamond Mine. Es geht früh zurück. Wir freuen uns auf die geteerte Strasse. Unser Navi geht plötzlich wieder. Eventuell hatte es auch einfach keine Batterie mehr. Der rechte Lautsprecher auch. Wir singen lauthals mit: Jonny Cash (CD 2 von 4). Vorbei geht es an der Felsformation "Queen Victorias Head". Und an der Verzweigung zur Windjana Gorge wo wir später nochmals vorbeikommen werden um den National Park und den Tunnel Creek zu sehen. Es hat Eukalyptus mit roten Blättern. Endlos weite Felder. Trockene wilde Creeks. Die Termitenhügel sind hier wulstig, einer gleicht Gerard Depardieu. Billabongs. Es geht ewig gerade aus. Omid ist es langweilig. Ich halte gemütlich mein Nickerchen (also bis es Omid langweilig wird). Fata Morgana (wobei Omid immer hofft, dass es nun endlich die Teerstrasse ist). Die Teerstrasse ist meist einspurig. Reicht ja auch vollkommen, da in 99.9% der Zeit einem sowieso niemand entgegen kommt. Auf dem weiten Feld sehen die Termitenhügel wie ein Kriegsfriedhof aus. Die wenigen unauffälligen Verzweigungen sind mit Gegenständen bestückt (angemalte Reifen oder Fässern). Wahrscheinlich damit die Einheimischen selber ihre Einfahrten finden. In Derby essen wir zu Mittag (am Meer). Die kleine Stadt mit grossen Ebbe-Flut Unterschieden (12m) ist nur dank den Goldfunden in Halls Creek entstanden. Viele Der Häuser stehen auf einer Art Stelzen. Sie werden mit Eisenstangen und Wellblech gebaut. Nicht gerade schön aber anscheinend zweckmässig. Es hat wieder "normale" (nicht 4WD) Autos, aber auch diese haben eine Roo-Bar. Die Ebbe ist wirklich eindrücklich. Das Meer braun. Wir erreichen 2h später Broome und checken für eine Nacht im Roebuck Camping direkt am Meer ein (35 AUD/N) nachdem wir für kommenden Dienstag einen Termin für den Service unseres geliebten Truckys vereinbaren konnten. Omid kauft noch ein Multimeter (15AUD). Die Corrugation hat an vielem Equipment wie Pfanne und Lebensmittel ihre Spuren hinterlassen. Enorm, was für Kräfte da wirken. Der Camping ist fast voll. Unser Platz dementsprechend schäbig (wahrscheinlich wollte den niemand). Aber nah am WC und für eine Nacht durchaus ok. Wir sehen uns noch das Shopping Centre hier an und kaufen was frisches zum Abendessen. Broome ist sehr grün. Überall Blumen/Blüten/Palmen in allen Farben. Beim Bier-Kauf (Omid kauft ein grünes und ein rotes Coopers) macht die Verkäuferin einen Witz mit Ampeln (bis wir kapieren…) beim Multimeter-Kauf nennt der Verkäufer den 15-Fachen, falschen Preis. Finden den Aussie Humor noch immer sehr speziell. Am Abend ist das Klo (das man immer mit Schlüssel aufschliessen muss) voll mit schwarzen Heuschrecken (kann man das schon eine Plage nennen). Viele liegen bereits auf dem Rücken (andere scheinen sie auch nicht besonders zu mögen). Am Morgen hat es tausende Ameisen, die sie verspeisen. Es hat Fusspuren im Beton vor dem WC (hat es wohl einer ganz dringend gehabt). Es ist wieder milder am Abend, was wir sehr geniessen und unserem Schlaf zugute kommt. Wir verpassen daher den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Egal, wir werden in knapp einer Woche wieder hierher zurück kommen. Die Tage bis Dienstag beschliessen wir auf das Cape Leveque hinauf zu fahren, welches uns von vielen Seiten her empfohlen wurde.