Es regnet kurz. Unser Fahrer, welcher uns ins Wakamaya Resort in Sanur bringt, ist eine Katas4rophe. Glauben die Fahrt nicht zu überleben. Sehen viele Reisfelder. Kommen immer näher ans Meer. Das Treiben wird immer hektischer. Unser Hotel liegt zum Glück etwas Ausserhalb der Stadt. Der Fahrer findet es fast nicht. Mitten im Wohnquartier. Unser Lanai dort ist ganz niedlich aber nicht zu vergleichen mit der Villa im Pita Maha Resort (hat ja auch einen kleinen Preisunterschied ;)). Balinesische Süssigkeiten und Tee am Nachmittag. Ingwer-Tee trinken die Einheimischen nur wenn sie krank sind. Auch hier gratis Shuttleservice in die Stadt. Auf Verlangen. Laufen ein wenig durch Sanur und lassen den Ort auf uns wirken. Es herrscht gerade Ebbe. Niedlich all die kleinen farbenprächtigen Boote der Fischer am Strand.

Heute Abend ist Vollmond. Der wird von den Bali-Hindus gross gefeiert (genauso wie der Neumond). Es sind viele Zeremonien im Gange. An den Strand in der Nähe unseres Hotels verirren sich praktisch keine Touristen, dafür`wimmelt es von feiernden Einheimischen. Die vermutlich über 50 Meter langen Drachen am Himmel tönen wie Helikopter in der Luft. Frische Kokosnussmilch. Popcorn. Gute kleine Restaurants zu unschlagbaren Preisen. Einheimische suchen sich ihr Abendessen im knietiefen Wasser.
Omid plagt am nächsten Morgen übelster Durchfall. Können uns nicht erklären woher. Evtl. die Kokosnuss? Nun kommt unsere für Australien gepackte Reiseapotheke doch noch zum Zuge. Hier am Meer ist der Himmel blau. Dafür weht der Wind abartig. Am Abend ist in Sanur viel los (und nicht nur dann). Haben uns auf Empfehlung von Omids Gotti für Morgen %inen einheimischen Guide genommen, der uns das richtige Leben der Balinesen etwas näher bringen möchte. Um 8.30am fahren wir gemeinsam mit Bawa in sein Dorf in den Bergen im Norden der Insel. Er ist Bauer und deutschsprachiger Reiseleiter. Reiseleiter alleine sei ihm zu langweilig. Fahren an vielen Reisfeldern vorbei und beobachten die Bauern bei der Arbeit. Können die Kaffeeernte auf dem Feld seines Cousins live miterleben. Die Kinder haben Schulferien und verdienen sich gerne einen Batzen dazu. Man ist noch aufeinander angewiesen. Überall im Dorf ist Reis und Kaffee auf der Strasse zum Trocknen ausgelegt. Kühe sind Nutztiere. Treffen Bawas Mutter, Frau und`Kinder. In Bali schaut je nach Kaste der älteste oder jüngste Sohn zu den Eltern, alle wohnen unter einem Dach. Essen gemütlich auf der Veranda frisches Gebäck, Bananen und trinken selbstgerösteten Kaffe aus eigenem Anbau. Tolle Gespräche. In dieser Bergregion reden die Leute noch eine eigene Sprache. Dorfleben. Sehr arme Leute. Strassen mit Löchern werden nicht geflickt, da der Bürgermeister nicht im Ort lebt. Werden wie Ausserirdische angestarrt. Die Kinder probieren ihre Englischkenntnisse an uns aus. Sie sehen sehr selten Touristen hier. Erfahren, dass es Trocken und Nass-Reis gibt. Später pflücken wir Mandarinen. Das Haus ist sehr einfach. Er ist sehr stolz darauf. Mit Sicht auf die beiden aktiven Vulkane im Osten der Insel, dem Mount Batur und dem Mount Agung, sowie den Batur-See essen wir frischen Fisch aus dem See.

Wenn man von Süden her kommt bezahlt man (als Tourist) für die Aussicht an einer "Zahlstation". Der Lavastrom des letzten Ausbruchs ist klar zu sehen. Schutt und Asche werden als Baumaterial abtransportiert. Kurz nach dem Zmittag sind die beiden Vulkane im Nebel. Es wird Zeit für uns die Rückkehr anzutreten. Probieren Ginseng und frischen Kakao in einem typisch balinesischen Garten. Viele einheimische Pflanzen gibts hier zum Anfassen. Sehen auch einen eingepfärchten Mungo. Verantwortlich für den teuersten (und angeblich) besten Kaffee der Welt; dem Kopi Luwak. Haben ihn aber (nicht nur aus Preisgründen ;)) nicht probiert. Durch Ceking Village (bekannt für Silber und Goldschmuck) gehts zurück nach Sanur. Hören balinesische Musik aus dem Kassettenradio. Im Hotel bestellen wir beide Salat zum Znacht. Die Hotelangestellte bleibt stehen und wartet auf eine weitere Bestellung.
Am nächsten Morgen will Omid gerne die Insel auf eigene Faust erkunden. Aber sicher nicht per Mofa - wir mieten uns ein Auto (25AUD/Tag inklusive Versicherung) in einem Schuhladen. Kriegen einen 6-Sitzer. Wir müssen merken, dass man nicht schnell vorwärts kommt im südlichen Teil von Bali. Stau, Stau, Stau. Und überall noch diese Motorräder. Omid ist etwas angespannt. Besuchen über Umwege den Tanah Lot Tempel. Der Wassertempel ist nur bei Ebbe erreichbar. Eine richtige Touristenabzocke. Der Weg zum Tempel ist mit Souvenirläden gesäumt.

Der Küste entlang gehts an Seminyak und Kuta vorbei nach Süden. Wir wollten es einfach mal gesehen haben, das berühmt berüchtigte Kuta. Das Verkehrschaos bringt uns jedoch beinahe um den Verstand. Wir schaffen es nicht bis ins Zentrum von Kuta, wir geben vorher auf und fahren wieder heraus auf die "Schnellstrasse". Kurz vor Sonnenuntergang besuchen wir einen weiteren Hindutempel; den Klippentempel in Uluwatu. Hier finden wir unsere alten bekannten wieder, die Makakken. Leute haben sie zum Stehlen von Brillen gebracht und verkaufen dann Erdnüsse für teures Geld um die Brille wieder zurückzubekommen. So macht das echt keinen Spass. Etwas ausserhalb essen wir dann wieder entspannt, authentisch zu Abend. Sehen viele Zeremonien in den Dörfern. Verirren uns immer wieder, so ohne GPS, ohne Strassenkarte und fast ohne Strassenschilder. Unsere Touristenkarte ist da auch keine Hilfe. Immerhin Denpasar und Kuta sind darauf zu finden ;). Musik aus dem Radio. Polizei fährt hier immer mit Blaulicht. Gerne fahren Motorräder auch mal auf der falschen Strassenseite. Wer (wie Omid) dem vorausfahrenden Auto nicht unmittelbar aufsitzt wird kontinuierlich angehupt. Die Tempel hier sind nicht halb so schön wie die im Norden der Insel und um Ubud. Im Dunkeln gehts (durch Stau) zurück nach Sanur. Omid ist froh den Wagen abgeben zu können, fuhr aber trotzdem lieber selber, als mit Fahrer. Mit frischen Fruchtsäften stossen wir auf unsere Ferien in Bali an. Morgen bereits gehts für uns weiter nach Perth. Die Einheimischen machen schon früh an unserem letzten Morgen Party. Am Flughafen wird uns von Virgin Australia der Check-In verweigert, da unser Visum zurück nach Australien abgelaufen sei. Schock!!! Und das 2h vor dem Flug. Die nette Dame vom Customer Care will für uns ein neues Visum beantragen. Dazu braucht Sie Ewigkeiten und tätigt mehrere Telefonate (zum Übersetzen der Formularfelder). Grünes Licht, unser Antrag wird sofort und automatisch bewilligt. Nun können wir rein theoretisch nochmals ein Jahr in Australien bleiben ;). Hätte uns teuer zu stehen kommen können. Zumal der Flug in die Schweiz ja nicht umgebucht werden kann (und wir keine Reiseversicherung mehr haben). Sind froh, als das Flugzeug endlich abhebt. Fühlen uns fast wie zu Hause, als wir wieder Aussie-Boden unter den Füssen haben. Sind die einzigen am Schalter für Leute mit nicht Aussie/NZ-Pässen. Der Immigration Officer findet unseren erneuten Visumsantrag äussert suspekt. Wir müssen uns erklären, werden ausführlich befragt/verhört und darauf hingewiesen dass wir nicht schwarz arbeiten dürfen! Erst als wir nachweisen können, dass wir unseren Rückflug in drei Tagen zurück in die Schweiz (via Singapore) haben, lassen sie locker. Sie sagen uns aber klar, dass sie unsere Abreise überwachen werden. Zu allem Überfluss erfahren wir noch, dass unser Visum trotzdem gültig gewesen wäre. Der ganze Stress war also umsonst gewesen. Egal. Ende gut alles gut.