Sunday, November 13, 2011

Mit Wünschelrute auf der Suche nach dem grossen Glück oder warum sind die hässlichsten Opale die wertvollsten?

Wieder in Alice Springs (ja richtig, wieder auf dem Heavitree Campground) planen wir unsere Route in den Süden in die Zivilisation nach Adelaide. Beim zweiten Schrotthändler (den ersten hat es nicht mehr gegeben) lassen wir uns einen gebrauchten Scheibenwischermotor einbauen. Er wollte uns zuerst einen mitgeben. Zum Glück hat Omid darauf bestanden, dass er ihn gleich einbauen sollte (für 20AUD), denn erst der Dritte hat dann tatsächlich auch funktioniert. Der ganze Spass kostete uns dann 80AUD (inkl. Montage). Im Vergleich zu dem was uns Toyota verrechnet hätte umsonst. Aber wir haben dafür auch wieder statt der angekündigten 10min, 3h warten müssen. Langsam haben wir uns an die Australischen Zeitangaben gewöhnt. Der Aborigine zahlt mit der Basics Card (Mit dieser EC-Karte kann alles ausser Alkohol und Tabakwaren gekauft werden). Weiter gehts zu Toyota, welche morgen um 7.30am! Zeit haben unseren bestellten Distanzring einzubauen. Sollte dann aber auch bis zum Mittag gemacht sein. Jaja. Schaffen es endlich uns (im K-Mart) neue Gläser zu kaufen. Sie hatten nur 5dl Gläser im Angebot. Freue mich schon jetzt auf den nächsten Eis-Kaffee. Die Hitze hat uns nun eingeholt. Die 40°C Marke ist geknackt und es geht dabei kein Wind. Das Wasser im Autotank wäre schon beinahe geeignet um Tee zu machen. Beim Laufen hat man das Gefühl es verbrenne einem die Ohren. Wir schlafen wieder schlechter. Der Typ an der Kasse, wo wir unsere (vor allem Wasser-) Vorräte aufstocken meint wohl er sei besonders lustig und spielt grosses Rätselraten mit uns. Die hinter uns in der Schlange finden dies wohl weniger toll. Wo kommen Tomaten her, Wer hat die Nudeln erfunden…
Die beiden Österreicher sind auch von ihrem Tripp durch die Simpson Desert wieder zurück. Wir tauschen uns bis weit in die Nacht zu Wein noch ein wenig aus. Obwohl wir eine etwas andere Route geplant haben. Und verabschieden uns von den beiden endgültig und versprechen, dass wir uns besuchen werden. Sie fahren nun via Uluru zurück nach Perth von wo es dann ab in die Heimat geht. Auf Omids Stuhl hat es eine riesen Spinne. Ein junges Crested Pigeon bringt uns um den Schlaf, indem es mitten in der Nacht (nicht gerade leise) versucht durch das offene Fenster (also es hat noch ein Moskitonetz dazwischen) ins Auto zu gelangen. Später hören wir den Vogel auf unserem Dach herumspazieren. Als sich Omid endlich aufrafft ihn zu verscheuchen muss er bemerken, dass es sich bei dem Geräusch auf dem Dach um einen Ast im Wind gehandelt hat. Nach einer somit sehr sehr kurzen Nacht stehen wir pünktlich bei Toyota. Da es so heiss ist, beschliessen wir im klimatisierten Besucherraum zu warten. Wir werden dabei etwas schräg angesehen. Der ist normalerweise da um zu warten, bis man abgeholt wird.
Im Besucherraum hat es tolle 4WD-Hefte (für Omid) und doch immerhin einen Flachbildfernseher, auf welchem die Australischen Nachrichten laufen (für Alice).  Es ist das erste mal seit Monaten, wo wir in einen Fernsehen schauen. Dr. Murray wird gerade verurteilt. Die heisse Schokolade mit Milch aus dem Automaten ist gerade mal gut für den Abfluss. Unsere permanente Anwesenheit scheint zu nützen. Bereits um 10.30am können wir unseren Trucky wieder mitnehmen. Leider kostete der ganze Spass 130AUD statt der erwarteten 30AUD, die es uns das letzte mal gekostet hatte. Wir mussten merken, dass der Mitarbeiter vom letzten mal einfach einen guten Tag hatte und uns die Arbeit nicht verrechnet hatte. Der heute hatte nicht so einen tollen Tag - leider. Wir fahren schnurstracks raus aus Alice in Richtung Old Andado. Bye Bye Alice.
Vorbei gehts am Old Timers Village (ich dachte erst wirklich, dass es sich dabei um ein Museum handelt). Rund um den Eingang zur Alcohol Restricted Area (die meisten Aborigines Communities im NT haben ein Alkoholproblem) hat es tausende von (leeren) Bierbüchsen. Die scheinen das hier mit den Kontrollen wohl genau zu nehmen. Die Frage ist nur, ob der Alkohol im Blut nicht zählt. Wir navigieren mit der von Omid teuer gekauften Karte (Alice => Oodnadatta), nur leider ist sie weniger aktuell als unser Camps6 (Australischer Camping-Atlas). Flood Damages next 170km. Da war wohl einer zu faul um all die Schilder anzubringen. Der Old Andado Track ist so ein wenig der Touristenweg durch die Wüste. Also mit der Garantie sicher nicht steckenzubleiben (so hat das der Rennfahrer in Ambalindum nett ausgedrückt gehabt). Spinifexballen fliegen wie Vögel durch die Luft.  Bewachsene Dünen in schönem rot links und rechts der Strasse. Bei einer besonders schmalen Stelle fliegen uns zig kleine Vögel ins Auto, bis wir merken, dass es sich dabei um riesige Heuschrecken handelt. Hunderte Krähen fliegen auf über einer Wasserstelle als wir vorbeifahren. Ein grosses Loch im Boden welches wir beide zu spät sehen. Das hätte schlimm ausgehen können. Omids Herz schlägt wie wild. Weite Ebene mit wenig Spinifex. Wir sind kaum in den Mac Clark Conservation Park abgebogen, da tönt unser Trucky plötzlich wie ein Ralleywagen. Einige würden viel für einen solchen Sound bezahlen. Unser Auspuff ist an einer Naht komplett durchgerostet. Die Abgase gelangen nun bereits unter unseren Fahrersitzen ins Freie. Und das Rohr pocht bei jeder Unebenheit an unseren Unterboden. Wir sind ein wenig verunsichert ob das mit der Hitze ein Problem werden könnte und gehen deshalb in erster Priorität zur Old Andado Homestead. Die seltene Acacia Peuce müssen wir uns nun halt auf Bildern anschauen. Mühsam, da ist endlich das eine Problem gelöst, da kommt bereits das nächste. Die Abendstimmung am Horizont ist der Wahnsinn. Unberührte Dünen. Und wir fahren noch. Unser Trucky scheint einfach keine Corrugation zu verkraften. Old Andado ist süss aber fast ein wenig unheimlich. Bis im 2010 hat hier noch Frau Clark gewohnt, bevor sie ins Altersheim musste. Nun ist das Haus verlassen und dementsprechend ein wenig heruntergekommen. Spinnennetze (auch von Red-Backs) überall. Schlangenspuren im Sand. Rattenkacke im ganzen Haus. Trotzdem noch interessant, sich im Haus umzusehen (nur mit Taschenlampe möglich). Die Einrichtung ist wie vor 100 Jahren. Kosten tut eine Nacht auf dem Areal 9AUD/P. Duschen und WC aussen am Haus hat es auch und eine Küche. Später kommt noch ein deutsches Paar mit High-Top Troopy, welche wir bereits im Heavitree gesichtet hatten. Eigentlich wollten sie wieder gehen, weil sie meinten wir sprächen nur Englisch. Blöderweise haben wir sie aber dann erlöst und auf Deutsch angesprochen, worauf sogar die Frau doch noch aus dem Auto ausgestiegen ist und sie uns ihre ganze Lebensgeschichte erzählt haben. Sie zahlten nichts, muss man ja auch nicht. Kontrolliert ja schliesslich auch keiner. Nur ein wenig asozial. Sie wollen unvorbereitet wie sie sind die berühmt berüchtigte French Line durch die Simpson Desert machen, um das in Deutschland den Nachbarn erzählen zu können. Das man dazu eine 3m hohe Fahne braucht (wegen der Dünen) und einen Funk (wir hören sie direkt sagen; Radio, yes we have a radio), davon haben sie noch nichts gehört und wollen sie auch nichts hören. Sie sind auf der Suche nach einem (deutschsprechenden), der sie begleitet (immerhin haben sie schon davon gehört, dass man die Strecke nicht alleine machen sollte).  Und wahrscheinlich werden sie fast die einzigen sein, die zu dieser Zeit noch die Durchquerung machen. Ab dem 1. Dezember bis zum 15. März bleibt die Wüste wegen der Hitze geschlossen. Wir sind das sicher nicht. Auch wenn Omid die Strecke immer noch nicht ganz abgeschrieben hat. Nebenbei kostet der Desert Park Pass 125AUD. Später müssen sie immer wieder erwähnen, dass sie nun zusammen unter die Dusche gehen. Er leidet nach eigener Aussage an Unterhopfung, weshalb ihm seine Frau dringend ein (zwei, drei) Bier bringen muss. Der Wind ist unerträglich. Trotzdem machen sie in der Trockenheit ein Feuer. Später gewittert es stark. Es ist schwül. Sandflies überall.
Omid fixiert das lose Auspuffrohr behelfsmässig mit Draht - was leider nicht lange hält. Auf der Weiterfahrt sehen wir "Seen" und viel Vieh. Auf Australiens grösster Station in Privat-Besitz "Andado" fragen wir nach, was und ob etwas zu tun ist. Die meinen durch das, dass es sich um ein Dieselfahrzeug handelt, sei es kein Problem mit der Hitze. Wir können den Auspuff in einer beliebigen grösseren Stadt machen lassen. Und somit unbesorgt weiterfahren. Die Fahrt ist nun gleich doppelt so schön. Wälder wechseln mit Sanddünen ab. Grün mit Rot. Kommen zum Tor in die Simpson Desert; dem Mt. Dare Hotel. Holen uns noch ein paar Informationen und entschliessen uns definitiv nicht die Wüste zu durchqueren. Unser Auto ist hierfür leider etwas zu unverlässlich. Das Paar, welches das Hotel leitet war eigentlich auf einer Australiendurchreise und nun halt vor 2 Jahren hier hängengeblieben. Er sagt er fährt auch seit längerem mit kaputtem Auspuff, den lässt er sich dann machen, wenn er mal wieder in Alice ist. Er ist ganz entsetzt, als Omid nur ein Bier bestellt (zu 6.70AUD). Er hat uns schon vorgerechnet wie viel 24 Dosen kosten. Wir sind nun in South Australia. Hier gibt es wenigstens 10 Cent zurück, wenn man die Flasche zurückbringt.
Checken für eine Nacht am Dalhausie Spring Campingplatz ein für 17AUD/N. Da dieser bereits in der Wüste liegt (Witjira National Park) zahlen wir eine Desert Park Tagesfee von 9AUD/Auto. Die Strecke dorthin ist bereits sandig und oft auch feucht. Das Heck schert nicht selten in den Kurven aus.



Ein Dingorudel überquert vor uns die Strasse. Es hat keinen Schatten auf dem Camping. Die "Freunde der Simpson Desert" haben grosszügigerweise einen Schattenspender gesponsert. Nur gleicht der eher einem besseren Moskitonetz. Es ist extrem heiss. Wollen eine Abkühlung in den nahegelegenen Springs nehmen. Laut Broschüre 38°C warm, also etwas kühler wie die Aussentemperatur. Nur hat uns keiner gesagt gehabt, dass sich das Becken im Sommer bis auf 56°C (und somit gefährlich) aufheizen kann. Sie raten Touristen ab November ab dort drin zu schwimmen. Wir tun es in der Überzeugung, dass es 38°C sind trotzdem und obwohl es brennt. Somit bestand die Erfrischung darin, wieder raus zu steigen und den kalten Wind auf der Haut zu spüren. Verbrennungen haben wir keine davon getragen. Sind trotzdem nur einmal dort baden gegangen obwohl es schon gemein erfrischend aussieht. Ein heftiges Gewitter braut sich zusammen. Eine Sturmböe lässt dabei fast unser Auto kippen (so hat sichs zumindest angefühlt). Wir beide haben noch nie einen solch starken Wind erlebt gehabt. Der ganze Spuk ist in wenigen Minuten vorüber. Der Seitenspiegel ist nachher komplett verstellt. Ein Waldbrand ist in der Weite auszumachen. Der Sonnenuntergang fantastisch. Treffen drei Franzosen, welche auch weiter nach Coober Pedy wollen. Sie beschliessen spontan sich uns anzuhängen (unsere Meinung zählt dabei nicht ;)). Zwei von ihnen sind nun schon fast ein Jahr unterwegs. Haben davon mindestens ein halbes Jahr gearbeitet und wollen nun nach Adelaide um wieder zu arbeiten und ihr Visum zu verlängern. Der eine hat nun seine Freundin nach Australien geholt, welche seit August (bis April) mit ihnen unterwegs ist. Sie reisen mit einem umgebautem Toyota Landcruiser FJ40 Pick-Up (selbstgebastelten Camper). Schlafen zu dritt! auf einer Matratze. Der Camper hat nur ein Moskitonetz als Wand und Sichtschutz. Sie sind dem Wetter vollkommen ausgeliefert. Uns wird wieder einmal bewusst, was wir an unserem Auto haben. Der eine ist Maschineningenieur, der andere Botaniker, sie im HR Bereich (alle frisch ab Studium). Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen auf dem sonst leeren Campingplatz. Ausser dummen Europäern (Aussage einer Belgierin) ist nämlich sonst keiner so blöd um jetzt hier unterwegs zu sein. Bei der Hitze. Wir sehen noch einige Dingos von ganz nah und Mäuse!!! Es windet und windet. Die Nacht war angenehm warm. Am Morgen kommen die beiden Deutschen vorbei. Sie gehen nun tatsächlich alleine in die Simpson. Wenigstens haben sie sich im Mt. Dare Hotel wo sie die Nacht verbracht hatten mit ausreichend Bier eindecken können. Verdursten unmöglich. Wir starten derweil (mir den Franzosen) in Richtung Oodnadatta. Zum Glück hat es kaum geregnet. So sind die Strassen fahrbar. Die Gegend sieht aus wie auf dem Mond (oder so wie wir uns das vorstellen). Ein wenig trost- und farblos nach all dem Rot. Vorbei an der Dalhousie Springs Station Ruine. Wie eine Oase. Sogar Dattel-Palmen gibt es dort. Diese sind jedoch ein Problem, wegen dem Feuer. Sämtliche weiblichen Pflanzen haben sie umgetan. Passieren einen eindrücklichen Waldbrand. Managed? Kommen beim Pink Roadhouse in Oodnadatta an.


Der einzigen Attraktion dort (ausser einem Übungsareal für die Simpsondesert, was wir aber zu spät erfahren haben). Sogar das Auto davor und die Toiletten sind in pink gehalten (das der Herren in blau). Leider arbeiten dort nur Backpackers, welche die Umgebung nicht kennen und einem deshalb nicht wirklich Tips geben können. Im Gegenteil. Den berühmten Burger haben wir dann auch nicht probiert - scheint sämtliche Resten zu beinhalten (cooked onion, melted cheese, egg, bacon, pineapple, lettuce, tomato and beetroot). Aber eine gute Marketingidee ist das Roadhouse allemal. Painted Desert (wir haben es erst auf der Karte gar nicht finden können). Schöne Farbabfolgen. Aber definitiv nicht wie gemalt. Sehr ähnlich dem Rainbow Valley. Vielleicht hätten wir hier bis Sonnenuntergang warten sollen. Eine Emufamilie. Campen ist hier nicht mehr erlaubt. Auch das haben die aus dem Pink Roadhouse nicht gewusst. Die Franzosen bleiben trotzdem dort (sieht ja keiner). Wir übernachten auf der nahegelegenen Homestead für 20AUD/N. Die Leute sind grad am Abendessen (eine Familienpizza vom Kurier). Fragen uns, wie hier so ein Kurier rentiert, bei den Distanzen. Sie tragen alle ihre Hüte auch im Haus. Auf dem Klo hat es wiedereinmal eine riesen Spinnenvielfalt. Was bei dem Preis nicht gerade erfreulich ist. Die Duschen führen zuwenig Wasser. Alles ist schmutzig. Wenigstens sehen wir die Sonne untergehen und Painted Desert im Abendrot. Wir befinden uns auf einer Ebene. Dann geht der Vollmond über der Painted Desert auf. Ein schönes Naturschauspiel. Zur Homestead gehört auch ein grosser Schäferhund. Ein Deutscher mit gutem Charakter meint der Australier grinsend, welcher als einziger auch mit uns auf dem Camping ist. Er erzählt uns auch, dass Berlusconi sein Amt abtreten wird. Hier hat es kleine Fliegen, welche beissen und in Scharen in und um das Auto fliegen.
Die Nacht war kalt. Sehr kalt. Wollten eigentlich den Sonnenaufgang in der Painted Desert sehen, haben aber (absichtlich) verschlafen. Anscheinend hatten die Campingplatzbesitzer vergessen, die Pumpen vom Grünzeug auf die Campinganlage zu stellen. Auf jeden Fall funktionieren die Duschen jetzt wieder einwandfrei. Zum Glück hatte ich bereits (in aller Mühe) geduscht. Der Baum neben uns ist voller Zebrafinken. Moonplain. Ein endloses Nichts. Wie der Name schon sagt. Die Gegend war oft Kulisse für Filme. 360° absolut flach. Keine Erhebung. Die Farbe blass, grau. Sehen den Dog Fence. Den längsten Zaun der Welt. Ursprünglich 9600km lang, jetzt "nur" noch 5300km lang soll er die Dingos davon abhalten in den Süden und somit zu den Schafen vorzudringen. Tausende Spinifexbüsche wurden mit dem Wind an den Zaun gewindet. Klar, dass sich Omid dabei einen "Spiisä" holt.


Trostlose Gegend. Dann ein Gebirge. Die Breakaways. Auch hier sehr ähnliche Farbabstufungen wie bei der Painted Desert. Langsam haben wir es gesehen (Omid schon lange). Schon von Weitem sehen wir dann die Schutthügel um Coober Pedy ("Weisser Mann im Loch"). Suchen uns den günstigsten Campingplatz und statten dem Visitors Centre noch einen Besuch ab um Informationen rund um die Opalhauptstadt der Welt zu holen. Die drei Franzosen scheinen schon vor uns hier gewesen zu sein. Sie haben sich im Visitors Book verewigt. Ribas Campground ist dann doch gleich teuer wie alle anderen, aber etwas abseits gelegen (20AUD/N). Hätte man ein Zelt, könnte man unterirdisch übernachten. Mit dem Auto ist das ein wenig schwieriger. Uns bleibt nur ein Platz auf dem Kies ohne Schatten. Aber wir dürfen den Untergrundaufenthaltsraum benützen. Melden uns für die abendliche Minentour an. So ist die erste Nacht (von 2en) kostenlos. Die Tour kostet 22AUD/P. Treffpunkt ist um 7.30pm. Schnell noch die Uhr um eine Stunde vorstellen - das hatten wir bei der Einreise nach SA vergessen. Hier sehen wir unsere ersten "normalen" Tauben. Mit dem Einchecken kriegen wir 10% Rabatt auf Pizza und 2 Cent Reduktion pro Liter auf Diesel. Omid läuft schon jetzt das Wasser im Mund zusammen (nicht wegen dem Diesel). Der Host, selber ein Opaljäger (zumindest vor 20 Jahren mal gewesen) rasselt seine Tour regelrecht hinunter. Deshalb unmöglich seine Witze zu verstehen. Am Besten lachen, wenn er lacht (später haben wir erfahren, dass die Australier es genauso gemacht haben ;-)). Die Mine ist nicht mehr in Betrieb. Jetzt ist sie ein Campingplatz mit Showmine. Es wird gezeigt, wie man Opale findet (unter anderem können wir eine Wünschelrute ausprobieren). Er glaubt fest daran. Schwarzlicht scheint mir da eher effizient zu sein. 75% aller Opale der Welt kommen aus Coober Pedy. Je nach Farbe sind sie unterschiedlich wertvoll. Je nach Land wird eine andere Farbe bevorzugt. Vieles ist Potch (über 90%), sogenannter nicht wertvoller Opal, welcher für 2AUD/Ounce nach Indien verkauft wird. Man folgt normalerweise Adern, welche einem dann hoffentlich zu einem "Pocket" voller Opale bringen. Die ersten Opale wurden hier eher per Zufall gefunden. Man war auf der Suche nach Gold und Wasser. 50% aller Gebäude in der Stadt sind unterirdisch angelegt. Manche von ihnen haben sogar einen Swimming Pool. Die konstante Temperatur von 21-25°C erspart dabei Klimaanlage- und Heizungskosten. Mir ist es fast zu kalt. Ich freue mich am Abend noch ein wenig draussen an der Wärme sitzen zu können. Der Sternenhimmel ist fantastisch. Ein einziger Camper ist sonst noch auf dem Camping. Und er stellt sich genau neben uns. Wahrscheinlich will er am Morgen in unserem Schatten stehen. Nervig. Von 10-1.30pm wird das Klo hier geputzt, dann muss das "Thunder Dunny" WC herhalten. In einem Wellblech-Fass. Keine Ahnung, was die so lange putzen. Hier scheint viel einfach so nach Prinzip zu gehen. Ab 10pm keine Dusche mehr. Das Licht geht erst ab einer bestimmten Zeit an. Ist es schon vorher dunkel; Pech gehabt. So spart man Geld. Beim Männerklo wird renoviert, dann geht halt einfach der Code nicht mehr, statt was anzuschreiben. Omid wird blöd angeschaut als er mit mir ins Frauenklo kommt um zu duschen. Es war eine superangenehme Nacht. Am Morgen weht ein kleines Lüftchen. Im Sommer kann es hier bis zu 57°C werden. Zu dieser Zeit machen viele der Einwohner Ferien ausserhalb. Drei Viertel aller Einwohner sind Europäer, die hier ihr Glück versuchen. Viele können noch immer nicht richtig Englisch. Um uns herum sind lauter Schutthügel. Wir sind schon ein wenig versucht darin nach zurückgelassenen Opalen zu suchen. Aber dies darf man nur mit Erlaubnis der Besitzer der Schuttberge. Heute meist grosse Firmen. Kaum mehr eine Privatperson sucht auf eigene Faust. Ein Claim von 50m x 100m kostet knapp 130AUD. Knapp 100 Minen sind momentan aktiv. So kurz vor Weihnachten sei es immer besonders hart. Jene die noch nicht viel gefunden haben müssen nämlich noch arbeiten, währenddem sich die anderen bereits in die Ferien verabschiedet haben. Bei den Firmen sieht das dann natürlich anders aus, Da kriegt man Lohn. Wasser kriegt man hier an einer Zapfsäule im Ort. 20Cent pro 30 Liter. Sehen uns die Serbian Orthodox Church an, die grösste Untergrundkirche der Welt. 5AUD/P Wuchereintritt. Aussen arbeitet ein Serbe, wie er im Buche steht an neuen Blumenbeeten. Nur mit einem Pickel bewaffnet. Es ist sehr schwierig sich in der Stadt zu orientieren. Alles sieht gleich aus. Gravel Road und Schutthügel und Dugout. Alles im gleichen Braunton. Fragen mal nach was das so kosten würde mit unserem Auspuff. Vince ist Vincenzo aus Italien. Er trägt eine Ferrarimütze und spricht gebrochen Englisch. Er würde für uns sogar seinen freien Samstagnachmittag sausen lassen (aber erst nach der langen Mittagspause). Aber nur wenn es sein muss. Er würde das alles in Port Augusta machen. Die seien genauso gut. Wir haben verstanden. Gehen die Old Timers Mine (von 1916) besichtigen. 8AUD Eintritt. 3 AUD der Audioguide, der sich wirklich gelohnt hat. Man kriegt viele Informationen über Coober Pedy, seine Minen und Mineure und natürlich auch ein paar schöne Opale zu Gesicht. Der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsdekoration sind bereits aufgestellt. Am Schluss kommen wir dann doch noch zum Noodeln.


Gleich vor dem Museum. Und wir finden sogar noch ein paar schöne Opale (kleine "Bruch"-Stücke natürlich). Behalten vor allem die schön blauen. Ein Guide klärt uns auf, dass die nicht so wertvoll seine wie die grünen (welche wir teilweise wieder zurückgeworfen hatten). Egal, wollen sie auch nicht verkaufen. Haben vor lauter Interesse vergessen zu Mittag zu essen. Genehmigen uns eine Pizza in der örtlichen Pizzeria (es hat mehrere davon). Omid meint, es sei immerhin mal eine Pizza, aber keine Italienische. Zahlen 1.64/l für den Diesel. Weniger wie in Alice. Wir scheinen langsam in die Zivilisation zu kommen. Der Untergrundbücherladen hat leider schon geschlossen. Ja wir haben wieder einmal Wochenende. Von der Big Winch aus soll es die schönste Aussicht über die Stadt geben. Wir folgen der Beschilderung. Plötzlich sehen wir lauter Parkplatzeichen und ein Schild welches Scenic View anzeigt. Die Aussicht ist aber eher mager. War ja auch nicht die Big Winch. Ein Chinese kommt auf uns zu gerannt und möchte uns Opale im Innern seines Hauses zeigen. Wir verneinen. Wollen keine Opale kaufen und haben schon viele gesehen. Darauf geht er böse von dannen. Später erfahren wir, dass er drei Touristen eingesperrt hatte, bis diese etwas von ihm gekauft hatten. Eine Frau hat Ohrringe bei ihm kaufen müssen. 68 statt 38AUD. Sie gefallen ihr wenigstens. Treffen Deutsche, welche mit dem Wohnmobil der in Australien lebenden Tante unterwegs sind. Die Tante kam aufgrund einer Annonce "Farmer sucht Frau" vor 20 Jahren hierher. Ich versuche die gefundenen Opale zu reinigen und vom Sandstein zu befreien, mache sie dabei aber eher kaputt. Wäre für dieses Business nicht geeignet. Wir lassen sie so. Der Camping-Host giesst friedlich Kloake in die Pflanzen gleich neben unserem Platz. Wir sind so nebenbei nur am Frühstücken. Heute weht kein angenehmes Lüftchen mehr (nicht nur wegen der Kloake). Es ist hothothot. Auf gehts weiter Richtung Süden, den angenehmen Temperaturen entgegen.