Das Navi haben wir auf "kürzeste Distanz" eingestellt. Und so geht es über kleine Landstrassen (manchmal Wege) quer durchs Land (haben wir schon erwähnt, dass wir Highways nicht mögen) in Richtung Great Ocean Road, DER Touristenattraktion in Victoria. Viele haben uns davon vorgeschwärmt, viele gesagt, es lohne sich nicht. Aber alle haben sie die Route gemacht. Stopp in Woolsthrope zum Zmittag. À la carte Take Away Food gibts hier nur am Freitag Abend - heute gibts Pommes und Meat-Pies. Der Store ist mal wieder Post, Tankstelle etc. in einem. Süsses Städtchen. Die Leute grüssen alle und bestaunen unseren Troopy. Es kommen wahrscheinlich sehr selten Touristen hier durch. Warrnambool zeigt das westliche Ende der Great Ocean Road an. Viele Touristen starten in Melbourne und beenden hier die Route. Wir starten hier. Was nicht allzu schlecht ist. Direkt an der Küste verläuft sie jedoch erst ab der Mitte bis knapp vor Melbourne. Es ist sehr heiss. Klappern die einzelnen Attraktionen hier ab. Bay of Island. London Bridge. Immer ist der Parkplatz zum Bersten voll. Arch. DIE Hauptattraktion (vielerorts so zumindest angepriesen); Twelve Apostels (besser wären wohl 6). Leider ist gegen Abend das Licht ungünstig, um schöne Bilder schiessen zu können. Hier hat es sogar ein extra Plumpsklo für unsere asiatischen Freunde.
Alle 300m ein neuer Lookout. Omid nervt sich schon. Tatsächlich ist die Küste wunderschön, aber eigentlich ändern sich pro Lookout nur ein wenig die Felsformationen. Im Princetown Camping Reserve (besser eigentlich dem lokalen Sportplatz) übernachten wir (15AUD/N). Sämtliche Motels, Hotels und B&B der Region sind ausgebucht. Und der Sportplatz ist eigentlich auch voll. Finden noch ein Plätzchen neben zehn Jugendlichen in ihren Swags (entgegen unseren Erwartungen sind sie in der Nacht aber erstaunlich leise). Am Abend spazieren wir dem Fluss entlang ans Meer. Treffen einen Milchbauern aus Victoria, welcher hier mit seinen vier Kindern Ferien macht (also sie Fischen hier während ein paar Tagen (= der Inbegriff für Ferien für einen Australier)). Seine Frau und sein Sohn kümmern sich um den Betrieb. So machen sie das immer. Einer bleibt zu hause (Als nächstes die beiden ältesten Töchter). Lauer Abend. Warme aber windige Nacht.
Regenwald im Otway National Park. Melba Gully Walk. Kühl und feucht. Moose und Farne. So ganz anders, als das, was wir bisher von Australien sehen durften. Geniessen das erfrischende Grün. Fahren der Old Ocean Road entlang (verwunschene, teilweise einspurige Gravelroad). Sie gefällt uns besser als ihre Nachfolgerin. Otway Fly Treetop Walk. Eindrücklich wie auf 50m über dem Boden die Mountain Ashes (wachsen bis zu einem Meter pro Jahr) im Wind schaukeln. Es wird einem fast schlecht vom Zusehen. Vor allem wenn man merkt, dass die Metallkonstruktion auf der man läuft sich auch bewegt. Aber die 24AUD/Person waren es definitiv nicht wert. Die meiste Zeit der "Wanderung" befindet man sich nämlich am Boden. Haben kein Bargeld mehr, weshalb wir uns im Kiosk nicht mal ein kühles Getränk leisten können.
In Apollo Bay wollte man uns doch tatsächlich 40AUD/N für einen Flecken Gras auf dem Sportplatz abluchsen. Omid denkt er hat den Preis falsch verstanden und fragt nochmals nach 14 AUD? Nein - High Season halt. Wir fahren weiter. Kennot River; Grey River Road. Entlang der Strasse (ca. 500m) lassen sich viele Koalas in den Bäumen entdecken und bestaunen. Koalagarantie! Zum Knuddeln wie die so in den Ästen hängen. Einer ist sogar aktiv und macht gefährliche von Ast zu Ast Manöver (wir hätten ihn aufgefangen). Alle Campingplätze sind hoffnungslos überfüllt. Vor Lorne fahren wir dann einfach auf gut Glück in irgend einen Waldweg rein. Und siehe da, dieser führt uns an einen gratis Camping im Wald (man bemerke mit Meersicht). Nur Einheimische sind dort (spielen fleissig Cricket). In der Nacht regnet es leicht.
Morgens ist es noch leicht bewölkt. Sheek Falls. Nicht ganz so spektakulär im Sommer (wir wissen nun, dass alle Wasserfall-Bilder in den Broschüren wohl im Winter gemacht wurden). Wir sind an der Stelle angekommen, wo die Great Ocean Road unmittelbar an der Küste entlang führt. Sehen Koalas auch hier an diversen Stellen einfach so in den Bäumen. Und noch mehr Touris auf der Strasse. Erskine Falls. Wunderschön, wie die Sonne das Moos erleuchten lässt. Baumfarne. Drive on Left Schilder wieder überall. Bells Beach. Wir kommen zu DEN Surferstränden Victorias, welche mitunter anscheinend zu den schönsten in Australien gehören. Wir können es (noch) nicht beurteilen. Aber finden es schon ein wenig merkwürdig, dass wir hier keinen einzigen Surfer antreffen ;). Nur Touristen mit Fotoapparat und enttäuschten Gesichtern. Man kann aber überall in den Orten Surfkurse besuchen, Surfbretter mieten, Surfkleider kaufen. Hier hat es an jeder Ecke Milchbars. Fragen uns was die wohl verkaufen. Wir beenden die Great Ocean Road bei Geelong, um noch die Goldfields von Victoria zu besuchen, bevor wir dann nach Melbourne tuckern.


