Saturday, April 7, 2012

Broken Hill - Ein Local ist hier nur, wer hier geboren ist

Broken Hill ist einfach erreichbares Outback. Eine Silberstadt, welche aber auch im Zink und Bleiabbau weltweit führend ist. Sie haben die Telefonvorwahl, Zeitzone und unterstützen die Football Teams von South Australia, obwohl sie in NSW liegen. Dies, weil NSW Broken Hill nicht denselben Status bieten wollte wie Sydney. Zu abgelegen. Das war ihr Weg sich an NSW zu rächen, nachdem sich NSW geweigert hatte Broken Hill an SA abzugeben.
Pelikanschwarm über unseren Köpfen. Der Abtragungsort (Lobe) geht mitten durch die Stadt. Die umliegenden Gebäude sind alt. Viele mit schönen Gärten mit Palmen und mit Säulen mit Stukatur (Europäischer Einfluss der Mineure). Bleiben für einige Tage auf dem Silverland Caravan Park für 25AUD/Nacht (mit Strom). Viele Strassen wurden nach Metallen benannt. Die Minengesellschaft BHP (Broken Hill Proprietary) hat hier ihren Ursprung. Die Nacht ist lau. Am Tag scheint die Sonne. Besuchen die Junction Mine. Die Schächte sind bis zu 1.6km tief. Bis 1970 waren die Schächte noch in Betrieb. Man kann hier noch Teile des ursprünglichen Eisenkörpers erkennen, welcher die Region gekennzeichnet hatte. Silber wurde erst in 30 Meter Tiefe gefunden. Ausblick über ganz Broken Hill. Browne's Shaft. Laufen der Argent Street entlang. DER Strasse in Broken Hill mit vielen historischen Gebäuden. Uns gefällt die Atmosphäre hier. Es ist alles überschaubar.


Die Population ist rückläufig. Heute lebt die Stadt mehr vom Tourismus, als von der Minenindustrie. Die Randsteine sind höher wie überall sonst, weil es bis vor kurzem kein Entwässerungssystem für heftige Regenfälle gab. Kommen an den Film Studios vorbei. Für Trucky gibts eine neue Hintertürhalterung (der rote Sand kommt aber immer noch rein) und einen Seitenspiegel vom Schrotthändler und eine neue Auspuffhalterung. Den letzten Sand-Sturm in Broken Hill gab es dank dem Wiederaufforstungs-Programm 1967.
Unsere Nachbarn auf dem Camping fragen, wohin es als nächstes geht. Es braucht lange, bis sie Silverton einordnen können (30km ausserhalb von Broken Hill). Sie hatten an einen Ort mindestens 300km entfernt gedacht. Im alten Diesel-Kraftwerk der Stadt hat es eine Fotogalerie über Broken Hill (5AUD). Ein Ex-Mineur führt die Gallerie. Er ist auch nach 55 Jahren hier noch kein Local. Er gibt uns einen guten Einblick in die Industrie. Das Miners Memorial thront über der Stadt mitten auf einem grossen Schutthügel. Broken Earth. Mit gigantischer Aussicht von gigantischer Parkbank aus verabschieden wir uns in Richtung Silverton.
Silverton war einst die grösste Stadt in den Barrier Ranges bevor Silber in Broken Hill gefunden wurde. Jetzt ist die Stadt mit Ausnahme des Pubs und einigen Künstlern die hier leben eine Geisterstadt. Filme wie Mad Max II (uns allen ein Begriff ;)) wurden hier gedreht. Eigentlich sollte hier ein weiterer Teil im 2011 aufgenommen werden, leider war die Stadt aber zu wenig wüstenähnlich nach all dem Regen, weshalb der Drehort kurzerhand nach Afrika verlegt wurde. Ein riesen Verlust für die Region. Bleiben im Caravan Park (Showground der Stadt) zu 18AUD/N. Ist nicht wirklich gut in Stand. Sehr schmuddelig. Sehen wieder Redbacks. Ein Ehepaar ist mit zwei 4WD Campern unterwegs. Das machen wir das nächste Mal auch, damit wir uns dann gegenseitig aus dem Matsch ziehen können ;-) Man merkt, dass in gewissen States bereits die Osterferien begonnen haben. Mundi Mundi Plains. Endloses Nichts. Also Saltbush und Bluebush. Nehmen im Silverton Hotel eine Cola. Die Sprüche an der Decke; Typischer Aussie-Humor. Der Interceptor steht vor der Türe.


Haben uns für die Weiterreise in den Norden durch unbewohntes Gebiet mit Wasser und Lebensmitteln eingedeckt. Omid kauft sich wieder einmal ein Paar neue Flip-Flops. Noch sind ein paar Strassen wegen Überflutung gesperrt, hoffen aber, dass sich dies noch ändern wird bis wir in Tibooburra sind. Wir treffen nur noch 4WD Fahrzeuge an. Alle sind sie gut ausgerüstet. Es geht ab ins Never Never.
Im Mutawinji National Park checken wir auf dem Homestead Creek Campground zu 10AUD/N für zwei Nächte ein. Die Strassen im Park werden gerade neu gemacht. Sie sind praktisch nicht mehr befahrbar. Der Postkutschenweg von Broken Hill nach White Cliffs (älteste Opalstadt Australiens) führte hier durch. Ist aber im Moment leider geschlossen. Wilde Ziegen. Ein riesen Kanguruh gleich am Platz. Es ist schwierig einen Platz zu finden, der wenige Ameisenhügel, keine Widow-maker, Schatten und wenigstens einen Quadratmeter ohne Stachelpflanzen hat. Der Camping füllt sich zu Ostern hin langsam. Wir haben Karfreitag.


Starten vor Sonnenaufgang (ja, der Wecker wurde gestellt) zur Loop-Wanderung. Die Strasse zum Ausgangspunkt der Wanderung wurde weggeschwemmt. Nichts mehr mit rollstuhlgängig obwohl nirgends angeschrieben. Zum Glück sind wir zu Fuss unterwegs. Abenteuerlicher Weg über Stock und Stein. Fantastischer Ausblick. Sonnenaufgang und Nutellabrot (Omid erwischt aus Versehen meines - und hat danach eine Nutella Überdosis) über der Schlucht. Spinnen. Frösche. Und immer mal wieder Aborigine Malereien und Gravierungen zu entdecken. 35°C. Beschilderung schwierig zu finden. Abseilen. Niemand ist unterwegs. Die Fliegen nerven. Manche Aborigine Malereien dürfen nur mit Tour besichtigt werden, da sie sich an einem noch heute genutzten Initiierungsort befinden. Die nächste Tour findet aber erst wieder Montags statt. William White, einer der ersten Farmer der Region, hat seine Initialen frech über die Malereien verewigt. Mittlerweile laufen die Aussies mit Hasenohren herum. Es hat ein paar wenige Touristen (Schweizer!) hier. Über nacht hat es stark abgekühlt. Das sei hier so meint der Australier ;). Leute aus dem Zelt geniessen ihren Billy Tea beim Visitors Centre.