Thursday, December 22, 2011

Adelaide - Oder wie viel Grossstadt verträgt ein Omid nach Monaten im Outback?

Über Windsor und Dublin gehts ab nach Adelaide. Kreativ waren sie ja, die eingewanderten Europäer. Von Weitem fallen die Treibhäuser und der viele Abfall auf. Man sieht nun auch mal andere Automarken als Holden, Toyota oder Nissan. Das Zentrum ist grün (viele Parks) und die mehrheitlich einstöckigen Häuser mit viel Umschwung lassen Adelaide gar nicht als Grossstadt erscheinen. Sehr viele internationale Restaurants zeigen den Immigrations-Hintergrund von Adelaide. In einem Vorort ist der Pneu schnell gewechselt und der Neue fixiert. Kriegen sogar ein wenig Rabatt (und bezahlen "nur" 300AUD). Omid ist überfordert mit all den Autos, mehrspurigen Strassen, Ampeln!!! Fallen nur ein wenig auf mit unserem High-Top Troopy. Mehrheitlich sind Kleinwagen unterwegs. Befinden wir uns wirklich noch in Australien. Wollen die Stadt ein wenig zu Fuss erkunden und checken deshalb für 2 Nächte auf dem Camping in Mitten der Stadt (2km ausserhalb) ein (34AUD/N). Im Grünen gelegen, direkt neben dem Botanischen Park und dem Adelaide Zoo. Leider scheint direkt neben unserem Platz das Abwasser der Toiletten in den Fluss zu laufen. Es muss Feuerschutztechnisch jedes Auto genau so einparkiert werden, wie das von Bob vorgegeben wird. Wir machen auf unserem schrägen Platz dann einfach mit der Schaufel ein Loch, sodass wir gerade stehen. All die Vorschriften sind sehr ungewohnt für uns. Der Flugplatz scheint auch in der Nähe zu sein. Treffen die zwei CH wieder, welche wir zu Beginn unserer Reise am Ende der Gibb River Road getroffen hatten. Wir erkennen uns erst gegenseitig nicht wieder. Was für ein Zufall. Die Freude ist gross. Sie sind von der Ostküste her nach Adelaide gekommen, was für uns natürlich ideal ist, da wir genau diese Strecke noch vor uns haben. Sie werden nach 8 Monaten Reise durch Australien und einem Kurzbesuch der Fiji Inseln, Ende Februar wieder von Perth aus in die CH zurückkehren. Vor lauter diskutieren, vergessen wir zu Abend zu essen. Das Wetter hat sich nur kurz beruhigt.
Zumindest regnet es (noch) nicht am Morgen. Den Sonntagsmarkt an der Rundle Mall haben wir zwar nicht gefunden, dafür liefen wir direkt an ein orientalisches Festival heran, wo es viel gute Musik, Tanz und leckeres Essen gab. Sämtliche Läden im Stadtzentrum hatten sowieso geöffnet. Es ist viel los so kurz vor Weihnachten. Wir gehen da, langsam durch die Strassen schlendernd, fast ein wenig unter. Weihnachtsdekorationen überall. Einfach mal wieder etwas übertrieben. Es regnet immer wieder. Gehen noch ins Immigrations Museum. Sehr informativ (leider vertragen sich Klimaanlage und nasse Kleider nicht so). Nahezu eine ganze Reihe im Campingplatz beherbergt ausschliesslich Deutsche und Schweizer.
Am nächsten Morgen besuchen wir Port Adelaide im Norden der Stadt. Viele ältere Gebäude und viele Pokies. Aber auch Industrie. Folgen dem Dolphin Trail zu vielen malerischen Orten. Entdecken aber trotz viel Geduld keinen einzigen der niedlichen Tiere. Nur Quallen. Hier wollen wir bestimmt nicht baden. Genehmigen uns bei einigermassen angenehmen Temperaturen ein Glace.
Der Campingplatz scheint voll zu sein. Wir haben ja bereits von vielen Seiten davon gehört, dass es über die Schulferien (welche hier von Mitte Dezember bis Ende Januar dauern) nicht gerade einfach sein würde einen freien Schlafplatz zu kriegen, weigern uns aber schon Tage im Voraus planen zu müssen, wo wir sein werden. Es muss doch möglich sein einen Platz auch spontan zu kriegen. Verlängern auf jeden Fall gleich noch einmal (problemlos) um eine Nacht. Wollen heute den Central Market besichtigen gehen und unser Ticket nach Kangaroo Island lösen. Das China Town hier ist klein aber fein. Der Central Market gleich daneben der Hammer. Finden auch viele Schweizer Delikatessen. Den Appenzeller Käse gibts hier zu 70AUD/Kg. Göttlich, all die schön angepriesenen Früchte/Gemüse etc. Und man darf überall probieren.
Nach langem hin und her hatten wir uns doch entschieden nach Kangaroo Island, einer der grössten Touristenattraktionen in Australien, zu fahren. Über Weihnachten. Die Insel ist vor allem berühmt für ihr Wildlife, da keine Füchse und Hasen auf der Insel ausgesetzt wurden. Die Überfahrt nach Kangaroo Island kostet uns knapp 300AUD hin und zurück. Die Frau bei Sealink (Fährendienst nach Kangaroo Island) war sehr speziell drauf.


Beim einzigen Persischen Laden in der Stadt decken wir uns für die Festtage ein. Fastfood scheint immer beliebter zu werden bei den Australiern. Alle paar Kilometer findet man ganze "Städte" an Fast Food Ketten alle nebeneinander. Und die Leute stehen in Massen an.

Historic Glenelg hat die schönsten Strände in Adelaide. Wir haben definitiv schon schönere gesehen. Ein Tram fährt der Shoppingmeile entlang bis an den Strand. Beobachten Fischer und Krabbensammler auf dem Schiffssteg und versuchen dem kühlen Wind zu entkommen, währenddem nebenan die Australier (halt doch noch sehr Britisch) im Bikini baden. Verbringen einen gemütlichen Abend mit den beiden Schweizern. Morgen geht es für uns weiter Richtung Süden. Opossums mit süssen Kulleraugen kommen vom Baum direkt an den Tisch geklettert.


Das Wetter ist wieder besser. Omid verlässt noch so gerne die Stadt (besser den Stadtverkehr). Vom Mt. Lofty Summit in den Adelaide Hills haben wir einen prächtigen Blick auf Adelaide. Adelaide Hills sind wie auch das Barossa Valley bekannt für seinen Wein. Erste Koalazeichen am Wegrand. Koala next 4km. Im Warrawong Sanctuary wollen wir den Platypus erspähen. Jedoch ohne Erfolg. Da wäre eine Nocturnal Tour wohl idealer gewesen.  Das Gebiet ist mit Elektrozäunen abgesperrt, sodass keine Füchse und Hasen eindringen können. Sehr schön und weitläufig. Dafür sehen wir tatsächlich unseren ersten (sogar in freier Wildbahn) Koala im Eukalyptusbaum hängen. Ein Bandicoot kreuzt ebenfalls unseren Weg (die Australier bestehen darauf, dass das keine Ratte ist). Der Eintritt ist frei. Die Show mit dem Manager kostet 5AUD (auf die konnten wir natürlich nicht verzichten ;)).


Sind praktisch alleine da. Durch die Adelaide Hills Gegend gehts an Weinbergen und Fruchtbäumen vorbei nach Hahndorf aus dem Jahre 1837, eine von deutsch sprechenden Migranten gegründete Stadt (Lutheraner aus Preussen). Der Deutsche Einfluss ist nach wie vor in der Architektur, deutschen Läden und Strassennamen wieder zu finden. Die Touristen scheinens zu mögen. Heute sind noch ein paar Chinarestaurants dazugekommen (ja, es hat vor allem Asiatische (und Indische) Touristen). Kaufen "deutsches" Brot beim nur leicht arroganten (nicht deutsch-sprachigen) Verkäufer zu 7AUD (müssen es auch noch selber einpacken). Nehmen an, das dies ein Trick ist, damit die Touristen geschockt ab dem Preis es nicht mehr zurückgeben können, da angefasst. Bei der Pantry gleich daneben dann findet Omid seinen geliebten Leberkäse (Fleischkäse). Es hätte noch viele weitere Deutsche und Schweizer Produkte gehabt. Aber wir sind ja schliesslich in Australien ;). Aber hätten sie Aromat gehabt, ehrlich, ich hätte es gekauft. Auf der Weiterfahrt durch das McLaren Vale (auch berühmte Weinregion, von hier hatten Jackie und David ihre Weine hauptsächlich) gibt es "Horse Poo" zu 2.50AUD zu kaufen. Das Myponga Reservoir (auch eine Forestry) gleicht den Kanadischen Wäldern. Nur der Staudamm ist ein wenig störend. Übernachten auf dem Rapid Bay Campground zu 6AUD/N/P direkt am schönen Kies-Strand. Es hat schon einige Leute.
Da das Wetter endlich mitspielt können wir nun endlich doch noch im südlichen Meer von Australien baden. Es ist kalt. Aber klar. Zwei Australier ebenfalls mit High-Top-Troopy kommen vorbei. Sie haben ihre 3-4 (eventuell länger ;)) Monate dauernde Reise eben gerade gestartet. Sie schlafen im Zelt?!? Sie haben ihren Hund dabei und sind deshalb ein wenig eingeschränkt. Wir geben Tips. Um 15.00 gehts für uns auf die Fähre nach Kangaroo Island im nahen Cape Jervis.